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SEPA und die Veränderungen des Zahlungsverkehrs

AutorStefan Abe
VerlagBachelor + Master Publishing
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl69 Seiten
ISBN9783958205925
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR
Unterschiedliche Länder verfügen über verschiedene technische Standards, Zahlungsverfahren, Regeln und unterliegen keiner einheitlichen Gesetzgebung. Eine erfolgreiche Entstehung eines Binnenmarktes im unbaren Zahlungsverkehr in Europa wird die Anpassung der unterschiedlichen nationalen Zahlungssysteme und entsprechende einheitliche rechtliche Gesetzgebung erforderlich machen. Durch den Wandlungsprozess könnte sich europaweit die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und zudem würden sich Kostenvorteile für alle Beteiligten ergeben. Im bargeldlosen Zahlungswandel könnten sich allerdings mit der Einführung neuer SEPA- Zahlungsinstrumente die Kosten erhöhen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, derartige Veränderungen im unbaren europäischen Zahlungsverkehr näher zu untersuchen. Ausgehend von der bisherigen Situation in Deutschland werden zunächst die vorhandenen bargeldlosen Instrumente sowie die nationalen und europäischen Abwicklungssysteme beschrieben. Anschließend erfolgt eine ausführliche Darstellung des SEPA- Prozesses - angefangen von der Idee im Jahr 2000 bis zu den aktuellsten Veränderungen. Daraufhin werden Erneuerungen und Auswirkungen für einzelne SEPA- Beteiligte aufgezeigt. Zum Schluss werden wesentliche Ergebnisse zusammenfassend dargelegt und weitere neue Entwicklungen hinsichtlich SEPA vorgestellt. Alternative Sichtweisen auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr, ausgehend von Deutschland vor und nach der SEPA- Einführung, sollen Veränderungen im Zuge der SEPA- Umstellung veranschaulichen.

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 2.6, Zahlungsabwicklungen in Deutschland: Aufgrund variierender Zahlungsmittel (Modalitäten) sowie rechtlicher Bestimmungen in den einzelnen Ländern und unterschiedlicher technischer Systeme, ist es erforderlich, den Zahlungsverkehr in einen nationalen bzw. internationalen zu unterteilen (vgl. Heger 2006, S. 81). In Deutschland gelten für alle beteiligten Kreditinstitute bindende Regelungen für einheitliche Zahlungsvorgänge. Festgelegte Vorgaben finden sich in Zahlungsverkehrsvordrucken, Vereinbarungen der Kreditwirtschaft durch Spitzenverbände (Zahlungsverkehrsabkommen), Bank- und Kontodaten sowie in Gironetzen wieder. Bankleitzahlen dienen der Kennzeichnung aller Kreditinstitute, die am inländischen Zahlungsverkehr teilnehmen. Sie sind gleichzeitig Kontonummern eines Girokontos bei der Deutschen Bundesbank. Die einzelnen acht Stellen der BLZ sind genau definiert, woraus z.B. eine Bankengruppe oder Niederlassung der Bank ersichtlich ist. Kontonummern hingegen besitzen max. zehn Stellen, die der Kontoidentifikation dienen und bei Zahlungsaufträgen anzugeben sind. Mit Zahlungsverkehrsnetzen (Gironetze) werden bargeldlose Zahlungen kostengünstig ausgeführt, z. B. Überweisungs- und Einzugsaufträge. In Deutschland existieren fünf Gironetze: Deutsche Bundesbank, Postbank AG, Sparkassen (Spargironetz), Genossenschaftsbanken und Filialbanken, welche miteinander verbunden sind. Das Gironetz der entsprechenden Institutionsgruppe vermeidet Liquiditätsabfluss und verfügt gleichzeitig über hohe Liquidität (vgl. Grill 2009, S. 114ff.). Sie bilden die Grundlage für inländische Zahlungsabwicklungen, wobei die Deutsche Bundesbank als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Netzen agiert. Kreditinstitute ohne eigenes Zahlungsverkehrsnetz greifen auf das Gironetz der Deutschen Bundesbank zurück. So werden Buchgeldbewegungen innerhalb des Institutes oder zwischen unterschiedlichen Niederlassungen der Institute verrechnet. Die Zahlungsverrechnung des gestuften Gironetzes wird über ein oder mehrere Zentralinstitute geregelt, z.B. bei Sparkassen und Kreditgenossenschaften. Institutsfremde Abwicklungen des Zahlungsverkehrs werden über gemeinschaftliche Kontoverbindungen oder falls diese nicht vorhanden sind, durch Abwicklung des Zweiganstaltennetzes der LZB getätigt (vgl. Riedl 2002, S. 40). In Deutschland besitzen Stabilität (Vertrauen) in den bargeldlosen (unbaren) Zahlungsverkehr und Effizienz einen hohen Stellenwert. Probleme bei Zahlungsabwicklungen können das Vertrauen in den realen und finanziellen Sektor beeinträchtigen. Mit effizienten Systemen ergeben sich niedrige Transaktionskosten, wobei auch Vorteile für die Nutzer und zunehmende Attraktivität des Finanzstandortes Deutsch-land entstehen. Grundlage für diese Vorteile bildet die Automation des Zahlungs-verkehrs, z.B. einheitliche Vordrucke, starker Wettbewerb und Fortschritte in der Informationstechnologie. Weiterhin ist durch hohe Investitionsausgaben und Zusammenarbeit der Kreditinstitutionen und ihren Verbänden sowie der Bundesbank eine starke Leistungsfähigkeit des Zahlungsverkehrs sichergestellt. Ein Resultat daraus ist die Verringerung des beleggebundenen Zahlungsverkehrs. Mit Hilfe der IT- Branche wird der bargeldlose Zahlungsverkehr in ein immer leistungsfähigeres Zahlungsverkehrsprodukt umgesetzt. Die Zahlungsverkehrssysteme, welche elektronische Datensätze verarbeiten, unterliegen dabei ökonomischen Regeln. Hierbei entstehen während der Entwicklungsphase zunächst hohe Fixkosten und während der Produktionsphase geringe Grenzkosten. Durch das Vorhandensein von Netzwerkexternalitäten ist es notwendig, dass eine kritische Masse (Marktanteil) er-reicht wird. Anwendungen sind durch hohes Innovationstempo gekennzeichnet und haben deshalb einen verkürzten Lebenszyklus. Ein weiterer Kostenanstieg ergibt sich durch hohe Sicherheitsanforderungen für Daten und entsprechende Verfahren (vgl. Deutsche Bundesbank 2009a, S. 52ff.).
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