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E-Book

Sexualstörungen des Mannes

AutorEva-Maria Fahrner, Götz Kockott
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2000
Seitenanzahl133 Seiten
ISBN9783840910067
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis17,99 EUR

Das Bedürfnis von Patienten nach Beratung und therapeutischer Hilfe bei sexuellen Problemen ist groß. Diesem Bedarf werden bis heute Psychologen und Ärzte nur ungenügend gerecht. Zu wenige beschäftigen sich mit der Sexualität Ihrer Patienten und fragen nach, ob sie Probleme in diesem Bereich haben. Den Betroffenen selbst fällt es häufig sehr schwer, über sexuelle Themen zu sprechen.

Das Buch soll helfen, dieses Defizit zu verringern. Es informiert über Diagnostik, Entstehungsbedingungen, Beratung und Behandlung von Sexualstörungen des Mannes. Therapeuten erhalten zahlreiche praxisorientierte Anregungen zur Beratung und Therapie dieser Störungen. Entsprechend der Häufigkeit stehen die vorwiegend psychisch bedingten sexuellen Funktionsstörungen beim Mann und die psychischen Aspekte vorwiegend körperlich bedingter sexueller Probleme im Vordergrund. Dabei wird auch auf moderne körperliche Behandlungsmethoden eingegangen.

Zwei kürzere Abschnitte bieten darüber hinaus einen Überblick zur Beratung bei sexueller Devianz und Homosexualität.              

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Einleitung
  2. Sexuelle Funktionsstörungen: Beschreibung der Funktionsstörungen
  3. Sexuelle Funktionsstörungen: Störungstheorien und -modelle
  4. Sexuelle Funktionsstörungen: Diagnostik und Therapieplanung
  5. Sexuelle Funktionsstörungen: Sexualberatung
  6. Sexuelle Funktionsstörungen: Behandlung
  7. Weitere Sexualstörungen: Sexuelle Deviationen, Paraphilien
  8. Exkurs: Homosexualität
  9. Literatur und Leitfäden
Leseprobe

5.1.4 Das therapeutische Vorgehen bei Ejakulationsstörungen (S. 75-76)

5.1.4.1 Spezifische Aspekte

Männer mit vorzeitigem Samenerguß können meistens den Zeitraum nicht genau wahrnehmen, von dem an der Ejakulationsprozeß unwillkürlich abläuft. Sie müssen daher zunächst lernen, diesen ,,Point of no return" genauer wahrzunehmen und ihre Erregung sowie den Ejakulationsprozeß vor diesem Zeitpunkt zu beeinflussen, um ihn dadurch unter Kontrolle zu bringen.

Vorgehen

Die speziellen Übungen zur Behandlung des vorzeitigen Samenergusses werden wie die Übungen zur Behandlung der Erektionsstörungen als ,,Hausaufgaben" parallel zu den anderen Themen der Therapie durchgeführt. Auch hier gilt, daß die Therapie mit der Partnerin gemeinsam durchgeführt werden sollte. Zur Behandlung der Ejaculatio praecox hat sich in den letzten Jahren das Therapieprogramm von Masters und Johnson mit verschiedenen Modifikationen bewährt: Die Therapie umfaßt neben der Squeeze-Technik oder der Stop-Start-Methode eine verbale Bearbeitung der sexuellen Problematik mit beiden Partnern und das Sensualitätstraining. Die Übungen des Sensate Focus spielen bei Paaren mit Ejakulatonsstörungen keine so große Rolle wie bei den Patienten mit Erektionsstörungen, da die Erregungsfähigkeit in der Regel nicht gestört ist. Es kann entsprechend abgekürzt werden. Als Einstieg in den Übungsteil der Therapie ist es dennoch hilfreich. Bei Paaren, die schon längere Zeit aufgrund der sexuellen Problematik keine sexuellen Kontakte mehr hatten, sollte es in jedem Fall zum Aufbau von Zärtlichkeiten eingesetzt werden. Die Squeeze-Technik wird während der letzten Stufen des Sensualitätstrainings eingeführt und angewendet (vgl. Kapitel 5.1.4.2). Damit lernt der Mann, den Ejakulationsprozeß zu beeinflussen und zu kontrollieren.

Ziele der Therapie
– Entwicklung von Fertigkeiten, die sexuelle Erregung besser zu steuern und den ,,Point of no return" rechtzeitig erkennen lernen.
– Verbesserung der Fähigkeit, die Ejakulation bei sexuellen Aktivitäten mit der Partnerin zu kontrollieren.
– Aufbau einer kooperativen Partnerschaft, die sexuelle Kommunikation und eine für beide Partner befriedigende Sexualität ermöglicht.

5.1.4.2 Spezielle Therapiemethoden

Bei der Diagnose einer Ejaculatio praecox ist darauf zu achten, ob der Samenerguß tatsächlich vorzeitig eintritt oder lediglich aufgrund langsamer Reaktion der Partnerin als vorzeitig erlebt wird. Man sollte diese Diagnose nur dann stellen, wenn der Ejakulationsprozeß vom Mann als unzureichend kontrollierbar erlebt wird und/oder die Partnerin bei eigener unauffälliger sexueller Reagibilität aufgrund der gestörten Ejakulationskontrolle des Mannes nicht zum Orgasmus kommt (vgl. Kapitel 1.1). 

Praktische Durchführung

Es ist sinnvoll, zunächst mit Masturbations-Übungen zu beginnen (Stufen 1 und 2), damit sich der Mann ungestört auf den ,,Point of no return" konzentrieren kann und mögliche Techniken, seine Erregung zu beeinflussen, herausfindet. Die einzelnen Schritte – individuell an jedes Paar angepaßt – werden im folgenden beschrieben. Ein Überblick über den gesamten Ablauf einer Therapie des frühzeitigen Samenergusses findet sich auf der Karte ,,Behandlung von frühem Samenerguß" im Anhang des Buches.

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Einleitung10
1 Beschreibung der Funktionsstörungen11
1.1 Die Störungsbilder11
1.1.1 Definitionen11
1.1.2 Inhaltliche Beschreibung der einzelnen Störungsbilder12
1.1.3 Sexuelle Unlust (Sexuelle Appetenzstörungen)13
1.1.4 Erektionsstörungen14
1.1.5 Ejakulationsstörungen14
1.1.6 Dyspareunie16
1.1.7 Formale Beschreibungskriterien16
1.2 Differentialdiagnostik17
1.2.1 Körperliche Erkrankungen17
1.2.2 Pharmaka19
1.2.3 Psychopharmaka20
1.2.4 Andere psychische Störungen21
1.3 Epidemiologie22
1.3.1 Allgemeinbevölkerung22
1.3.2 Klinische Stichproben24
1.4 Verlauf und Prognose25
1.5 Das übliche, nicht gestörte Sexualverhalten26
1.5.1 Biologische Grundlagen26
1.5.2 Das zur Zeit übliche Sexualverhalten30
1.5.2.1 Sexuelles Verhalten30
1.5.2.2 Sexuelle Phantasien31
1.5.3 Sexualität in verschiedenen Lebensabschnitten32
1.5.3.1 Jugendsexualität32
1.5.3.2 Die Sexualität im höheren Lebensalter33
2 Störungstheorien und -modelle35
2.1 Entstehungsbedingungen36
2.2 Aufrechterhaltende Faktoren37
2.3 Erklärungsmodell40
3 Diagnostik und Therapieplanung42
3.1 Voraussetzungen für das Gespräch42
3.2 Gesprächsführung43
3.2.1 Ablauf des Gesprächs43
3.2.2 Vor- und Nachteile verschiedener Fragearten44
3.2.3 Einbeziehung der Partnerin45
3.3 Verhaltensanalyse46
3.3.1 Was ist das sexuelle Problem?47
3.3.2 Zusammenhang mit anderen Problembereichen49
3.3.3 Derzeitiges Sexualverhalten50
3.3.4 Lerngeschichte52
3.3.5 Therapiemotivation54
3.4 Therapieplanung54
3.4.1 Beratung oder Therapie?54
3.4.2 Partnertherapie oder Sexualtherapie?55
3.4.3 Psychische oder organische Verursachung?56
4 Sexualberatung58
4.1 Häufige Beratungsthemen58
4.1.1 Informationslücken58
4.1.2 Einstellungsveränderungen60
4.1.3 Probleme in der sexuellen Kommunikation61
4.1.4 Besonderheiten in verschiedenen Lebensaltersstufen61
4.1.5 Information über Therapiemöglichkeiten63
4.2 Sexualstörungen und andere Erkrankungen64
4.2.1 Körperliche Krankheiten64
4.2.2 Psychische Erkrankungen68
4.3 Methodik und Praxis der Beratung70
4.3.1 Beratung des Paares71
4.3.2 Mögliche Therapeutenfehler in der Beratung73
5 Behandlung74
5.1 Psychotherapie der Sexualstörungen74
5.1.1 Historische Entwicklung der Sexualtherapie74
5.1.2 Grundlagen und Ziele der Sexualtherapie76
5.1.3 Das therapeutische Vorgehen bei Erektionsstörungen78
5.1.3.1 Spezifische Aspekte78
5.1.3.2 Sensate Focus79
5.1.3.3 Spezielle Therapiemethoden82
5.1.4 Das therapeutische Vorgehen bei Ejakulationsstörungen84
5.1.4.1 Spezifische Aspekte84
5.1.4.2 Spezielle Therapiemethoden85
5.1.5 Therapie bei anderen psychosexuellen Störungen89
5.1.5.1 Störungen der sexuellen Appetenz89
5.1.5.2 Verzögerter Orgasmus, Anorgasmie90
5.1.6 Effektivität und Prognose91
5.2 Sexualtherapie für Männer ohne Partnerin91
5.2.1 Probleme der Einzelpatienten91
5.2.2 Therapieschritte bei Erektionsstörungen93
5.2.3 Therapieschritte bei Ejakulationsstörungen95
5.3 Somatische Behandlungsmethoden97
5.3.1 Orale Medikation und mechanische Hilfsmittel ( nicht- invasive Behandlungen)98
5.3.2 Injektionen und Operationen ( teil- invasive und invasive Behandlungen)102
6 Sexuelle Deviationen, Paraphilien104
6.1 Die Störungsbilder104
6.2 Diagnostik, Epidemiologie, Verlauf und Prognose106
6.3 Störungstheorien109
6.4 Behandlungsmöglichkeiten110
6.4.1 Beratung110
6.4.2 Medikamentöse Behandlung111
6.4.3 Psychotherapie112
6.4.4 Das verhaltenstherapeutische Vorgehen114
6.4.5 Reduktion bzw. Kontrolle über sexuell deviantes Verhalten115
6.4.6 Verbesserung bzw. Aufbau üblichen, nicht- devianten sexuellen Verhaltens116
6.4.7 Verbesserung bzw. Aufbau sozialer Fertigkeiten und interpersoneller Kommunikation116
6.4.8 Rückfallprävention117
6.4.9 Empirische Belege über die Therapie-Effektivität117
7 Homosexualität118
7.1 Beschreibung und Diagnostik118
7.2 Erscheinungsformen119
7.3 Entstehungstheorien120
7.4 Beratung121
7.4.1 Homosexuelle Episoden in der Pubertät121
7.4.2 Coming-out-Phase122
7.4.3 Homosexuelle mit Schwierigkeiten, ihre Homosexualität zu akzeptieren123
8 Weiterführende Literatur124
9 Literatur124
Leitfaden zur Diagnostik und Verhaltensanalyse128
Behandlung von Erektionsstörungen132
Behandlung von frühem Samenerguß133

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