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Sprachlogische Aspekte rekonstruierten Denkens, Redens und Handelns

Aufbau einer Wissenschaftstheorie der Wirtschaftsinformatik

AutorElisabeth Heinemann
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl198 Seiten
ISBN9783835090170
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Elisabeth Heinemann erarbeitet sowohl die theoretischen Grundlagen einer menschbezogenen, rechnerunterstützten Informationsverarbeitung als auch eine Wissenschaftstheorie, welche die Methodologie zur Entwicklung interaktiver (Mensch-Maschine-)Anwendungssysteme liefert.

Dr. Elisabeth Heinemann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Erich Ortner am Fachgebiet Wirtschaftsinformatik I - Entwicklung von Anwendungssystemen der Technischen Universität Darmstadt.

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Leseprobe
Teil 1 ,Relevante Begriffe und grundlegende Konzepte (S. 11)

1 Einführende Gedanken

Wer hat ihn nicht schon einmal gehört, den freundlichen, salopp formulierten Hinweis, vor dem Reden doch bitte zuerst das Denken zu aktivieren. Und wenn ein Hauptkapitel Einführende Gedanken heiß so ist es durchaus angebracht zu klären was Denken - vom heutigen Standpunkt aus gesehen - überhaupt ist und in welchem Zusammenhang mit Sprache und Handeln wir es sehen sollten, um die nachfolgenden Ausführungen auch hinsichtlich der vorzustellenden Aspekte sprachlogischer Rechnerunterstützung verstehen, reflektieren und einordnen zu können.

1.1 Cogito ergo sum - ich denke also bin ich

Zunächst einmal konnen wir Denken als die Bezeichnung für jede Form reflexiver Akte verstehen insbesondere aber für jene, die stillschweigend vollzogen werden. Der oftmals im Zusammenhang mit dem Kantschen Ausdruck Gespräche mit sich selbst  ,verwendete Begriff des inneren Dialogs knüpft passend daran an. Ein kleiner Exkurs in die Philosophie lässt uns verstehen, wie unsere heutige Definition von Denken und auch von Gedanken, die wir als das Resultat des Denkprozesses verstehen wollen, zustande kommt.

In der Antike gehen insbesondere Platon, Aristoteles und Parmenides von einem "reinen Denken" aus, einem Denken, welches nicht durch sinnliche Wahrnehmung beeinflusst ist. Dabei räumt zumindest Aristoteles (384-322 v. Chr.) ein, dass man ohne anschauliche Grundlage nicht denken könne. Dennoch trennt er das Denken klar vom sinnlichen Wahrnehmen, indem das Denken die »Formen« der Dinge begrifflich erfaßt, bewußt macht, wird es gleichsam mit diesen Formen eins, formt es sich selber. , Gerade mit der begrifflichen Erfassung der Dinge werden wir uns in Kapitel 10 noch auseinander zu setzen haben.

Die neuzeltliche Philosophie orientiert sich in Folge zur Antike eher am Denken als Gegensatz zum objektiven „Sein". Der Einfluss der Sinnlichkeit, den die griechischen Philosophen negiert hatten, ist Grundlage der Annahmen des Empirismus, der Aufklärung des 18. Jahrhunderts, mit ihrem Wegbereiter Francis Bacon (1561- 1626). Die Empiristen gehen davon aus, dass nichts in unserem Denken, also in unserem Verstand sei, was nicht aus unserer Erfahrung stamme.

Im Realismus hingegen kehrt man wieder zum „reinen Denken" zurück, das dort als der erkenntnistheoretische Primat des Bewusstseins bezeichnet wird. Immanuel Kant (1724-1804) überwindet die einseitige Einstellung sowohl des Empirismus als auch des Rationalismus durch seinen Kritizismus. Er stellt den „sinnlich orientierten Denker" dar, denn er bringt Denken und sinnliche Wahrnehmung in eine direkte Abhängigkeit.

Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind. Denken ist eng mit der Logik verbunden. So wird die formale (reine) Logik beisplelsweise als Lehre des folgerichtigen Denkens verstanden und die transzendentale Logik als Frage nach der Gültigkeit und der Reichweite des auf Anschauung bezogenen (empirischen) Denkens. Denken wird heute aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und definiert, sei es im Kontext von Lernen, Problemlösungs-, Such- und Abrufprozessen oder etwa als Teil der kognitiven Entwicklung. Für unsere weiteren Ausführungen wollen wir uns auf folgende grundlegende und eher allgemein gehaltene Definition des Psychologen Edward de Bono stützen:

„Der Übergang vom Unbekannten zum Bekannten ist Verstehen, und die Art und Weise, wie dieser Übergang zustande kommt, ist Denken.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abkürzungsverzeichnis14
Abbildungsverzeichnis16
Tabellenverzeichnis18
Prolog: Einführende Worte und Motivation19
0 Einleitung19
Teil 1 Relevante Begriffe und grundlegende Konzepte29
1 Einführende Gedanken29
2 Die Rechnerunterstützung42
3 Der sprachkritische Ansatz in der (Wirtschafts-)lnformatik55
4 Scio ut nescio: Wissen und Wissensmanagement70
5 Der Brückenschlag: Blick zurück und nach vorne77
Teil 2 Informatik in der ( sprachlichen) Grundbildung79
6 Der Ausgangssituation zweiter Teil oder „ PISA und kein Ende"?79
7 informatik und Bildung82
8 Der Brückenschlag: Versuch einer „Rettung"90
Teil 3 Theorie und Praxis einer Rationaisprache93
9 Der Werkzeugkasten einer rationalen Grammatik93
10 Begriffstheorie94
11 Die Bildung einer Rationalsprache99
12 Elemente praktischer Logik134
13 Der Brückenschlag: Anregungen für den Unterricht142
Teil 4 Rechnerunterstützung auf neuem Wege149
14 Das Management von Wissen und Können149
15 DarWin - Das Darmstädter Wissensmanagement Konzept155
16 Epistemische Anwendungssysteme167
17 Ein „ Marktplatz des Wissens"174
Epilog Ein Blick zurück und einer nach vorn'195
18 Letzte Worte195
Literaturverzeichnis201
Sach- und Personenregister213

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