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E-Book

Steve Jobs - iLeadership

Mit Charisma und Coolness an die Spitze

AutorJay Elliot, William L. Simon
VerlagAriston
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl272 Seiten
ISBN9783641059620
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis15,99 EUR
Er ist das Erfolgsgeheimnis von Apple: Steve Jobs
Er ist innovativ, charismatisch, eigensinnig ... aber was genau verbirgt sich hinter dem Erfolg von Steve Jobs? Jay Elliot wurde vor über 30 Jahren von Jobs persönlich als dessen rechte Hand eingestellt und war später stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Jetzt beschreibt er die Führungsprinzipien des Apple-Chefs aus nächster Nähe.
Ein Apfel erobert die Welt: Viele fragen sich, wie Steve Jobs es schafft, Apple seit vielen Jahren so erfolgreich zu leiten. Mit Jay Elliot verrät nun der Erste, der direkt mit Jobs zusammengearbeitet hat, wie Jobs mit Courage seine Ideen umsetzt, mit Charisma jeden Auftritt meistert und mit Coolness einen Erfolg nach dem anderen einfährt. Aber er zeigt auch einen Steve Jobs, der aus Misserfolgen lernte und sich weiterentwickelte. Jay Elliot und William L. Simon verdeutlichen, mit welchen Führungsprinzipien Steve Jobs die digitale Welt veränderte und zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Gegenwart wurde. So nah waren wir noch nie an Steve Jobs dran!


Jay Elliot war stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Apple, zuständig für Unternehmensplanung und Unternehmensführung und direkt Steve Jobs unterstellt. Als Mitglied des Macintosh Entwicklungsteams war er verantwortlich für die Softwareentwicklung. Vor seiner Zeit bei Apple war Elliot u. a. bei IBM als Programmierer und bei Intel beschäftigt, wo er als Geschäftsführer des kalifornischen Büros direkt Andy Grove, dem Vorstandsvorsitzenden von Intel, Bericht erstattete.

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Leseprobe

Manche Menschen wählen sich ihren Lebensweg selbst. Manche bekommen ihn aufgezwungen. Und dann gibt es die, die ihre Berufung fast durch Zufall entdecken, ohne dass sie je danach gesucht hätten.

Steven Paul Jobs war nicht ausgezogen, um Produkt-Zar zu werden. Wenn ich ihn in der Anfangszeit so genannt hätte, hätte er vielleicht gar nicht gewusst, wovon ich rede. Wahrscheinlich hätte er mich sogar ausgelacht.

Okay, ich werde nicht behaupten, dass ich das damals schon erkannt hätte. Das tat niemand. Bestimmt nicht Paul und Clara Jobs, das hingebungsvolle Paar, das Steves erste Schuljahre mit ihm zusammen durchlitten hatte, in denen er so widerspenstig und schwer zu bändigen war, dass er, wie er selbst sagt, leicht im Gefängnis hätte landen können.

Es ist also umso unwahrscheinlicher und beeindruckender zugleich, wenn man sieht, dass er der tonangebende CEO der Welt geworden ist. Der Mann, den ich sah, als ich das erste Mal mit ihm arbeitete, war entschlossen und getrieben. Und wie all die großen Führungskräfte, die ich getroffen und mit denen ich gearbeitet habe, hatte er seinen eigenen, persönlichen, fast irrationalen Fokus – jedoch einen, der die Welt zu einem besseren Ort gemacht hat. Seine Besessenheit ist die Leidenschaft für das Produkt … eine Leidenschaft für die Perfektionierung des Produkts.

Welche Form nimmt diese Besessenheit an? Ganz einfach. Steve ist der Welt größter Konsument. Das wurde mir von dem Tag an klar, als ich bei Apple zu arbeiten anfing. Er hat dem Macintosh mit der Formulierung »der Computer für den Rest von uns« Leben eingehaucht. Durch seine Liebe zur Musik und sein Verlangen, die Musik überall mit hinnehmen zu können, zauberte er den iTunes Store und den iPod aus dem Hut. Er liebte die Bequemlichkeiten, die das Handy mit sich brachte, hasste aber die schweren, unhandlichen, hässlichen und noch dazu schwer zu bedienenden Exemplare, die auf dem Markt waren. Diese Unzufriedenheit führte dazu, dass er sich und uns mit dem iPhone beglückte.

Seinen eigenen Leidenschaften nachjagen zu können ist das Elixier, das Steve Jobs am Leben hält, ihn aufblühen lässt und mit dem er die Gesellschaft verändert.

Die erste Ahnung von seinen Leidenschaften bekam ich bei unserem Besuch bei PARC. Den Rest des Wochenendes verbrachte ich damit, die Erfahrungen dieses Besuchs erneut zu durchleben. Jedes Detail dieser zwei Stunden war in meinem Geist gespeichert und ich erkannte, dass ich Zeuge von etwas Außergewöhnlichem geworden war. Steve war völlig aus dem Häuschen gewesen, aus dem Gleichgewicht gebracht von seinem überbordenden Enthusiasmus. Das war Leidenschaft in ihrer ursprünglichsten Form, die Leidenschaft für eine Idee. Und bei Steve war sie schon dabei, sich in die Leidenschaft für ein bestimmtes Produkt zu verwandeln.

Aus allem, was er während unseres Besuchs und auf der Rückfahrt zu mir gesagt hatte, wurden mir zwei Dinge klar: Bei Steve hatte ich es mit einem Mann zu tun, der schon damals die Vision hatte, dass der Computer das Leben der Menschen verändern konnte. Und er wusste, dass er sich von Angesicht zu Angesicht mit den Konzepten befunden hatte, die dies verwirklichen würden. Ganz besonders hatte ihn ein Symbol auf dem Bildschirm – der Cursor – umgehauen, das man per Handbewegung kontrollieren konnte. Steve hatte es gesehen und sofort die Zukunft der Computerbranche vor Augen gehabt.

Es war nicht nur die Technologie bei PARC, die Steve so beeindruckt hatte, es waren auch die Leute dort. Und die Bewunderung beruhte auf Gegenseitigkeit. Jahre später sollte der PARC-Wissenschaftler Larry Tessler dem Journalisten und Autor Jeffrey Young über seine Erinnerungen an den Besuch des Apple-Teams erzählen: »Was mich beeindruckt hat2, war die Tatsache, dass ihre Fragen besser waren, als alle, die ich in den sieben Jahren zuvor, die ich bei Xerox arbeitete, gehört hatte. Die Fragen waren besser als die von unseren eigenen Angestellten, von Professoren, Studenten, Besuchern. Sie zeigten, dass sie alle Implikationen verstanden hatten, und auch die Details. Niemand sonst, der das Demo-Material gesehen hatte, hatte so sehr die Details ins Auge gefasst. Warum waren da Muster in der Titelzeile eines Fensters? Warum sahen die Pop-Up-Menüs so aus, wie sie aussahen?«

Tessler war so beeindruckt, dass er sich bald von PARC verabschiedete, um für Apple zu arbeiten, und das mit dem Titel Vice President, was ihn zugleich zu Apples erstem wissenschaftlichen Leiter machte.

In meinen zehn Jahren bei IBM hatte ich mit zu vielen brillanten Wissenschaftlern gearbeitet, die herausragende Arbeit leisteten, aber frustriert waren, weil so wenige ihrer Vorschläge aufgenommen und in Produkte verwandelt wurden. Auch bei PARC hatte ich den ranzigen Geruch der Frustration in der Luft gespürt, sodass es mich nicht weiter überraschte, als ich erfuhr, dass dort eine Fluktuationsrate von 25 Prozent herrschte, eine der höchsten in der gesamten Branche.

Zu dem Zeitpunkt, als ich mich dem Unternehmen angeschlossen hatte, war der Brennpunkt bei Apple eine Entwickler-Gruppe, die an etwas arbeitete, was angeblich ein bahnbrechendes Produkt werden sollte – ein Computer, der schließlich als Lisa bezeichnet werden würde. Er sollte eine vollständige Loslösung von der Apple-II-Technologie darstellen und das Unternehmen in eine ganz neue Richtung führen, wobei auch einige der Innovationen, die die Apple-Entwickler bei PARC gesehen hatten, Verwendung finden würden. Steve sagte mir, dass der Lisa ein so großer Durchbruch sein würde, dass er »eine Delle im Universum hinterlassen wird.« Vor Worten dieser Art konnte man nur Ehrfurcht bekommen; dieser Satz war seitdem immer eine Inspiration für mich, eine Erinnerung daran, dass die Leute, die für einen arbeiten, nicht vor Enthusiasmus glühen können, wenn man dies selbst nicht tut … und es jeden wissen lässt!

Man hatte schon zwei Jahre in die Entwicklung des Lisa gesteckt, aber das spielte keine Rolle. Die Technologie, die Steve bei PARC gesehen hatte, würde die Welt verändern und der Lisa würde entsprechend ganz neuer Richtlinien überdacht werden müssen. Er versuchte, das Lisa-Team für das zu begeistern, was er bei PARC gesehen hatte. »Ihr müsst euren Kurs ändern«, drängte er sie immer wieder. Die Entwickler und Programmierer des Lisa waren Anhänger von Wozniak und würden sich nicht von Steve Jobs in eine andere Richtung steuern lassen.

Apple war in jenen Tagen eine Art Flüchtlingsschiff, das mit Höchstgeschwindigkeit durch die Wellen pflügte, wobei viele Leute auf der Brücke standen, aber keiner wirklich das Kommando hatte. Das Unternehmen erfreute sich an einem jährlichen Nettoumsatz von ungefähr 300 Millionen Dollar, obwohl es kaum vier Jahre alt war. Steve war Mitbegründer, hatte aber nicht mehr den Einfluss der frühen Tage, als Apple nur aus den beiden Steves bestanden hatte, als Woz den technologischen Teil der Arbeit leistete und sich SJ um den Rest gekümmert hatte. Der CEO war gegangen, der Start-up-Investor Mike Markkula fungierte als Interims-Direktor und Michael Scott (»Scotty«) als Firmenpräsident, beide hochkompetent, aber dennoch nicht qualifiziert, ein pulsierendes Technologie-Unternehmen zu führen. Ich hatte das Gefühl, dass Mike, der zweitgrößte Anteilseigner, mehr daran interessiert war, sich zur Ruhe zu setzen, als sich dem operativen Alltag der täglich schneller werdenden Technologiebranche auszusetzen. Beide wollten die Verzögerungen, die Steves Vorschläge zur Veränderung des Lisa mit sich bringen würden, nicht in Kauf nehmen. Das Projekt hinkte seinem Zeitplan ohnehin schon hinterher und die Vorstellung, das Erreichte über Bord zu werfen und einen neuen Pfad einzuschlagen, war einfach nicht akzeptabel.

Um dem Lisa-Team und den Typen, die das Unternehmen leiteten, die Sache eintrichtern zu können, hatte sich Steve folgendes Szenario überlegt: Er würde den Titel Vice President der Produktentwicklung annehmen, was ihm die Hoheit über das Lisa-Team verschafft hätte sowie die Möglichkeit, den Richtungswechsel, den er ihnen abzuringen versuchte, einfach anzuordnen.

Stattdessen gaben Markkula und Scott nach einer organisatorischen Umstrukturierung Steve den Titel des „Board Chairman“ und erklärten, dass ihn das zum Frontmann des Unternehmens beim bevorstehenden Börsengang machen würde; es würde den Aktienpreis in die Höhe treiben, den 25-jährigen Medienliebling als Sprecher für Apple fungieren zu lassen und ihn daher nur umso reicher machen, so das Argument.

Das verletzte Steve wirklich. Er war keineswegs glücklich damit, wie Scotty diesen Coup veranstaltet hatte, ohne ihn zu informieren – immerhin war es sein Unternehmen! Was ihn aber wirklich aufregte war die Tatsache, dass dabei seine direkte Beteiligung am Lisa-Projekt verloren ging. Er war total von der Rolle.

Die Kränkung war jedoch das Schlimmere dabei: Das neue Oberhaupt der Lisa-Gruppe, John Couch, sagte ihm, er solle aufhören, bei ihnen vorbeizukommen und die Entwickler zu belästigen; er sollte sich fernhalten und sie in Ruhe lassen.

Steve Jobs hört das Wort »nein« jedoch gar nicht und gegenüber »können wir nicht« und »das darfst du nicht« ist er völlig taub.

Was machst du also, wenn du ein weltbewegendes Produkt im Kopf hast und sich dein Unternehmen einfach nicht dafür interessiert? Ich sah, wie sich Steve an diesem Punkt auf das Wichtigste konzentrierte. Statt sich zu benehmen...

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