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Stiftungen in der Praxis

Recht, Steuern, Beratung

AutorCordula Haase-Theobald, Klaus Wigand, Markus Heuel, Stefan Stolte
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl270 Seiten
ISBN9783834995124
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis36,99 EUR
Jahr für Jahr werden neue Rekordzahlen bei der Stiftungsgründung gemeldet. Dabei machen nicht nur steuerliche Vorteile die Stiftung interessant. Das Werk beschreibt die steuer- und gesellschaftsrechtlichen Vor- und Nachteile von der Gründung bis zur Auflösung.
Zahlreiche Beraterhinweise machen das Werk zu einem unentbehrlichen Fundus der Stiftungsarbeit und Steuerberatung.


RA Klaus Wigand ist Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht. Schon im Spezialreport 2005 der Zeitschrift 'Die Welt' wurde die Kanzlei zur 'Elite der Stiftungsexperten im deutschsprachigen Raum' gewählt.
RA Dr. Markus Heuel ist Stiftungsberater im Deutschen Stiftungszentrum und Leiter des Bereichs 'Bildungs- und Sozialstiftungen'. Er ist zudem Dozent an der Deutschen Stiftungsakademie.
RA Dr. Stefan Stolte befasst sich als Leiter Recht und Grundsatzfragen im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit dem deutschen und europäischen Stiftungsrecht. Er berät insbesondere Hochschulen bei Stiftungsvorhaben. Zudem ist er Dozent bei der ebs - European Business Academy und der DSA - Deutsche Stiftungsakademie.
Dr. Cordula Haase-Theobald ist Geschäftsführerin der Oppenheim Vermögenstreuhand und berät komplexe Familienvermögen und Stiftungen.

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Leseprobe
§ 10 Stiftung als Instrument der Vermögensnachfolgeplanung (S. 199-200)

A. Sicherung und Erhaltung des Lebenswerks

In der öffentlichen Wahrnehmung werden Stiftungen vielfach als Weg der Unternehmenssicherung gepriesen. Zu den Vor- und Nachteilen unternehmensverbundener Stiftungen und zu deren Einsatzformen wird auf die nachfolgenden Ausführungen in § 11 verwiesen. Gerade aber auch außerhalb des unternehmerischen Bereichs gewinnen Stiftungen als Instrument der Vermögensnachfolgeplanung laufend an Bedeutung, wie die Zahl der jährlich neu errichteten Stiftungen zeigt.

Bei der Errichtung einer Stiftung spielen für den Stifter regelmäßig eine Vielzahl von Motiven eine Rolle, abhängig davon, ob eine gemeinnützige Stiftung, eine Familienstiftung oder eine unternehmensverbundene Stiftung errichtet werden soll. Bei allen Stiftungsarten steht jedoch die Sicherung und Erhaltung des Lebenswerks des Stifters im Vordergrund. Bei der unternehmensverbundenen Stiftung soll das durch den Stifter oder schon Generationen vor ihm aufgebaute Familienuternehmen in der Familie, d.h. unter dem Einfluss der Familie oder als Einkommensquelle für die Familie, auf Dauer erhalten bleiben.

Die Stiftungsgründung – sei es als Familienstiftung, als gemeinnützige Stiftung oder als „Doppelstiftung" – soll regelmäßig verhindern, dass mittelfristig durch Verkauf von Beteiligungen der Familieneinfluss schwindet oder gar aufgegeben wird, das Familienunternehmen also über kurz oder lang in (familien-) fremde Hände fällt. Eine ähnliche Motivlage findet man bei Stiftern, die ihre Stiftungen mit anderen – meist wertvollen – Vermögenswerten ausstatten, die sich schon lange im Familienbesitz befinden.

Meist handelt es sich hierbei um Kunstgegenstände oder Kunstsammlungen, um althergebrachten, meist unter Denkmalschutz stehenden Grundbesitz oder Schlösser und andere Güter. Auch hier geht es den Stiftern meist darum, den Familienbesitz vor Zersplitterung und Versilberung zu schützen, die meistens die Folge von Erbauseinandersetzungen im Rahmen der Generationennachfolge und von Pflichtteilsauseinandersetzungen sind. Nicht selten fallen diese Familiengüter auch im Erbfall der Zersplitterung infolge fehlender Liquidität zur Deckung der für die Erbschaftsteuer aufzubringenden Beträge anheim. Aber auch bei den Stiftern, die nicht über „generationenverwurzeltes" Familienvermögen verfügen, sondern sich im Laufe ihres Berufslebens eigenes Vermögen erarbeitet haben, stellt die eigene Stiftung einen Weg zur Sicherung und Erhaltung des eigenen Lebenswerks dar. Meistens wird dieser Weg durch die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung beschritten, da der Stifter seine selbst erarbeitete Lebensleistung in den „Dienst einer guten Sache" stellen und andere hieran teilhaben lassen möchte. Auch hierin sehen viele Stifter eine ideale Möglichkeit ihr Lebenswerk auf Dauer sinnvoll fortsetzen lassen zu können.

Das gilt umsomehr, als viele Stifter zunehmend den Wunsch haben, sich mit einer eigenen Stiftung auch einen eigenen „Erben" zu schaffen. Der Trend hierzu ist ungebrochen – sei es, weil Stifter keine eigenen Abkömmlinge oder andere potenzielle Erben haben, sei es, weil die eigene potenziellen Erben für die Vermögensnachfolge nicht in Betracht kommen, etwa weil sie selbst über genug eigenes Vermögen verfügen und das Erbe des Stifters nicht benötigen, weil sie mit dem Stifter zerstritten sind, oder – und dieses Motiv wird an Bedeutung gewinnen – weil die potenziellen Erben als entfernte Verwandte eine so beträchtliche Erbschaftsteuer zahlen müssten, dass sich der Vermögensinhaber lieber für eine gemeinnützigeWidmung seines Vermögens oder von Teilen dessen entscheidet.

Aber auch bei den Stiftern, die sich für eine eigene Stiftungsgründung ohne große finanzielle Möglichkeiten entschließen und sich mit um so mehr persönlichem Einsatz um ihr (gemeinnütziges) Anliegen in ihrer Stiftung kümmern, Spenden sammeln und gezielt eigene gemeinnützige Projektarbeit gestalten, ist die Stiftungsgründung ein Schritt zur Vollendung und Sicherung ihres Lebenswerks, das hier vor allem durch den persönlichen Einsatz des Stifters geprägt ist.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsübersicht6
Abkürzungsverzeichnis16
Literaturverzeichnis19
§ 1 Die Stiftungslandschaft in Deutschland22
A. Stiftungsboom in Deutschland22
B. Motive und Beweggründe für die Errichtung einer Stiftung27
C. Alternativen zur Stiftung29
D. Ausblick30
§ 2 Allgemeines über Stiftungen31
A. DasWesen einer Stiftung und ihre gesetzlichen Grundlagen31
B. Überblick über die Erscheinungsformen von Stiftungen32
§ 3 Die rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts40
A. Errichtung, Organisation und Verwaltung40
B. Die Stiftungsaufsicht der Bundesländer64
C. Die Auflösung und Umstrukturierung der Stiftung68
§ 4 Die Treuhandstiftung72
A. Wesensmerkmale der Treuhandstiftung72
B. Rechtliche Grundlagen77
C. Organisation84
D. Die Beendigung des Treuhandverhältnisses96
§ 5 Grundlagen des Stiftungsteuerrechts98
A. Einführung und Überblick98
B. Besteuerung und Steuerbefreiungen gemeinnütziger Stiftungen99
C. Die Begünstigung von Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen/Spendenrecht120
D. Steuerliche Besonderheiten bei Familienstiftungen126
§ 6 Die Rechnungslegung und Steuererklärung einer Stiftung132
A. Aufgaben und gesetzliche Grundlagen der Rechnungslegung132
B. Arten der Rechnungslegung135
C. Besonderheiten der Rechnungslegung von steuerbefreiten Stiftungen136
D. Prüfung der Rechnungslegung139
E. Steuererklärung und Freistellungsbescheid der steuerbefreiten Stiftung141
§ 7 Vermögensausstattung und -anlage von Stiftungen144
A. Die Vermögensausstattung144
B. Der Grundsatz der Kapitalerhaltung146
C. Die Rahmenbedingungen für die Vermögensanlage148
D. Strategien für die Vermögensanlage151
E. Ausblick156
§ 8 Die Stiftungsidee und ihre Umsetzung157
A. Der Stiftungszweck als Ausgangspunkt der Stiftungsidee157
B. Die Tauglichkeit von Stiftungskonzepten160
C. Partner bei der Ideenfindung164
§ 9 Die Praxis der Stiftungsarbeit gemeinnütziger Stiftungen165
A. Auswahl und Durchführung geeigneter Projekte165
B. Strategien der Öffentlichkeitsarbeit177
C. Sponsoring bei gemeinnützigen Stiftungen182
D. Fundraising für gemeinnützige Stiftungen186
E. Kooperationen von gemeinnützigen Stiftungen191
F. Corporate Governance bei gemeinnützigen Stiftungen194
§ 10 Stiftung als Instrument der Vermögensnachfolgeplanung198
A. Sicherung und Erhaltung des Lebenswerks198
B. Die Stiftung im Erbfall199
§ 11 Besonderheiten bei Stiftungen im Unternehmensbereich205
A. Einsatzmöglichkeiten der Stiftung bei der Unternehmensnachfolge205
B. Besonderheiten der Stiftung & Co. KG209
C. Die„Doppelstiftung“ im Unternehmensbereich210
§ 12 Ausländische Familienstiftungen und Trusts212
A. Steuerliche Besonderheiten bei ausländischen Familienstiftungen und Trusts212
B. Die österreichische Privatstiftung217
C. Die liechtensteinische Familienstiftung220
D. Der angloamerikanische Trust223
§ 13 Entwicklungen und Perspektiven des deutschen und europäischen Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrechts225
A. Entwicklungen des deutschen Stiftungs-und Gemeinnützigkeitsrechts225
B. Europäische Perspektiven des Stiftungs-und225
B. Europäische Perspektiven des Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrechts225
§ 14 WeiteresWissenswertes232
A. Gesetzliche Grundlagen232
B. Ausgewählte Links für Stiftungen und Stifter249
C. Ausgewählte Stiftungsverwaltungen252
C. Ausgewählte Stiftungsverwaltungen und Stiftungstreuhänder252

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