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E-Book

Strategisches Ersatzteilmanagement in Closed-Loop Supply Chains

Ein systemdynamischer Ansatz

AutorMarcus Schröter
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl287 Seiten
ISBN9783835090378
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis79,99 EUR
Marcus Schröter analysiert die rechtlichen, technischen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei der Gestaltung von Closed-Loop Supply Chains. Im Mittelpunkt steht die Wiederverwendung von Produktkomponenten zur Sicherstellung der Ersatzteilversorgung in der Nachserie. Auf der Basis von System Dynamics entwickelt er ein strategisches Planungsinstrument zur Simulation und betriebswirtschaftlichen Bewertung von Closed-Loop Supply Chains.



Dr. Marcus Schröter promovierte bei Prof. Dr. Thomas Stefan Spengler am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Produktionswirtschaft, der TU Braunschweig. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe.

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Leseprobe
1 Einleitung (S. 1)

1.1 Ausgangslage und Problemstellung

Durch die industrielle wirtschaftliche Leistungserstellung wird unsere natürliche Umwelt vielfältig beansprucht. Sie dient zum einen als Ressourcenlieferant und zum anderen als Aufhahmebecken für Stoffe, die aus dem Wirtschaftskreislauf ausscheiden. Da sowohl die Abgabe- Fähigkeit als auch die Aufnahmekapazität der natürlichen Umwelt begrenzt sind, sind menschliche Produktions- und Konsummuster so zu gestalten, dass eine nachhaltige Entwicklung möglich wird [Brundtland 1987]. In der von der Weltumweltkonferenz von Rio 1992 verabschiedeten Agenda 21 wurden so genannte „Nachhaltigkeitsregeln" formuliert.

Zu diesen zählt, dass erneuerbare Ressourcen nicht übernutzt und der Abbau nicht-regenerativer Ressourcen verlangsamt werden sollten. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist, die Ressourcenproduktivität von Gütetn und Materialien durch die Verringerung des Abfallaufkommens und eine vermehrte erneute Verwendung von Produkten zu erhöhen [Conference on Environment and Development 1992 Rio de Janeiro United Nations 1993].

Auf europäischer und nationaler Ebene wurden hierzu in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe rechtlicher Regelwerke zur Rücknahme und zum Recycling von Produkten am Ende ihrer Lebensdauer vorgelegt oder bereits in Kraft gesetzt. Ein wichtiger Kernpunkt dieser produktbezogenen Regelwerke ist die vorgesehene Erweiterung der Produktverantwortung der Hersteller für die von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte über den gesamten Lebenszyklus, die zukünftig die Rücknahme und das Recycling am Ende der Produktlebensdauer mit einschließt.

Zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen kommt somit der frühzeitigen Entwicklung produktspezifischer Rücknahme- und Recyclingstrategien eine große Bedeutung zu. Neben dem heutzutage üblichen Materialrecycling zur Rückgewinnung metallischer oder synthetischer Rohstoffe werden in Zukunft die erneute Verwendung von kompletten Gerüsten sowie von Produktkomponenten als Ersatzteile oder Substitute für Primärteile in der Produktion eine zunehmende Rolle spielen.

Insbesondere die beiden letztgenannten Strategien erfordern eine enge Kooperation der an der Wertschöpfungskette beteiligten Akteure, wie dies bisher produktions- und distributionsseitig oftmals durch Einführung eines untemehmensübergreifenden Supply Chain Managements (SCM) eireicht wird. Die explizite Einbeziehung von Demontage- und Recyclingunternehmen und die gezielte Rückführung demontierter Produktkomponenten oder kompletter aufzuarbeitender Produkte in die Wertschöpfungskette führt nun zu einer Closed-Loop Supply Chain (CLSC), die mittels geeigneter Instrumente des Closed-Loop Supply Chain Managements (CLSCM) koordiniert werden muss.

Hierzu gehärt neben einem durchgängigen Informationsmanagement für die gesamte CLSC insbesondere auch die modellbasierte Unterstützung strategischer, taktischer und operativer Entscheidungen. Im Rahmen dieser Arbeit wird die strategische Entscheidungsunterstützung der Hersteller im Hinblick auf die erneute Verwendung von Produktkomponenten zur Sicherstellung der Ersatzteilversorgung in der Nachserienphase behandelt.

Für viele Produzenten stellt die Sicherstellung der Ersatzteilversorgung eine der wichtigsten Dienstleistungen dar, die sie ihren Kunden bieten. Kürzer werdende Produktlebenszyklen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass immer mehr Produktgenerationen, die bereits nicht mehr in Serie produziert werden, mit Ersatzteilen zu versorgen sind. Die Ersatzteilversorgung in der so genannten Nachserienphase ist aufgrund rechtlicher, vertraglicher und wettbewerbsbedingter Anforderungen langfristig zu garantieren, oftmals über Zeiträume von 7 bis 15 Jahren.

Verschiedene Restriktionen führen jedoch dazu, dass eine effiziente Ersatzteilversorgung über diese Zeitspanne stark risikobehaftet ist. Die erneute Verwendung von Produktkomponenten aus Altgerüsten kann in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Beschaffungsoption darstellen, die sowohl zur Effizienz des aus rechtlichen Gründen aufzubauenden Recyclingsystems als auch zur Effizienz der Ersatzteilversorgung beitragen kann.

Der Aufbau solcher CLSCs zur Ersatzteilversorgung ist mit vielfätigen Herausforderungen für die verantwortlichen Entscheidungsträger verbunden. Schon im SCM liegt die Hauptherausforderung in der dynamischen Komplexität von Wertschöpfungsketten begründet.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Gliederungsübersicht10
Inhaltsverzeichnis14
Abbildungsverzeichnis20
Tabellenverzeichnis26
Abkürzungsverzeichnis28
1 Einleitung30
1.1 Ausgangslage und Problemstellung30
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise32
2 Rahmenbedingungen von Closed-Loop Supply Chains in der Elektro( nik) industrie36
2.1 Closed-Loop Supply Chains36
2.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen der EIektro(nik)industrie38
2.3 Konstituierende Bestimmungsfaktoren der Gestaltung von Systemen zum Recycling elektr( on) ischer Produkte41
2.4 Produktrückflüsse55
2.5 Recyclingarten58
2.6 Prozessschritte in Systemen zum Recycling elektr(on)ischer Geräte59
2.7 Grundlegende organisatorische Erscheinungsformen von Systemen zum Recycling elektr( on) ischer Geräte63
2.8 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen von Recyclinguntemehmen für Elektro( nik) altgeräte in Deutschland68
2.9 Erkenntnisse aus den Rahmenbedingungen von Closed-Loop Supply Chains in der Elektro( nik) industrie70
3 Strategisches Management von Closed-Loop Supply Chains72
3.1 Charakteristika der strategischen Planung72
3.2 Supply Chain Management als Ausgangspunkt des Closed-Loop Supply Chain Managements74
3.3 Ziele und Anforderungen an das Closed-Loop Supply Chain Management81
3.4 Strategisches Closed-Loop Supply Chain Management84
3.5 Entwicklung und Bewertung von Closed-Loop Supply Chain Strategien zur Intensivierung von Stoffkreisläufen106
3.6 Ansätze zur Entscheidungsunterstützung zur Umsetzung ädaquater Closed- Loop Supply Chain Strategien112
3.7 Ergebnisse der bisherigen Ausführungen115
4 Rahmenbedingungen und Planungsaufgaben der Ersatzteilversorgung für Industriegüter118
4.1 Begriffsbestimmungen118
4.2 Bedeutung der Ersatzteilversorgung für elektr(on)ische Industriegüter123
4.3 Rahmenbedingungen der Ersatzteilversorgung eIektr(on)ischer Industriegüter125
4.4 Die Nachserienphase im Rahmen des Ersatzteilversorgungszeitraums133
4.5 Ersatzteilversorgungsstrategien auf der Basis neuer Teile136
4.7 Planungsansätze aus dem Ersatzteilmanagement143
5 Anforderungsermittlung und Methodenwahl148
5.1 Anforderungen an eine Entscheidungsunterstützung148
5.2 Strategische Entscheidungsunterstützungssysteme150
5.3 Systemkybernetische Lösungsansätze154
6 Konzeption und Implementierung eines Entscheidungsunterstützungsinstruments zur strategischen Planung von Closed-Loop Supply Chains zur Ersatzteilversorgung168
6.1 Ziele des strategischen Planungsinstrumentes168
6.2 Methodisches Vorgehen169
6.3 Problemdefinition171
6.4 Entwicklung einer dynamischen Hypothese174
6.5 Qualitative Entwicklung von Strategieelelementen177
6.6 Struktur des Simulationsmodells182
6.7 Implementierung des strategischen Planungsinstruments218
7 Exemplarische Anwendung des Planungsinstruments224
7.1 Darstellung der Closed-Loop Supply Chain224
7.2 Rahmenbedingungen des Fallbeispiels227
7.3 Referenzlauf233
7.4 Simulationsstudien233
7.5 Zusammenfassendes Ergebnis248
8 Würdigung und Ausblick252
8.1 Kritische Wiürdigung252
8.2 Weitere Einsatzbereiche des Planungsinstruments256
8.3 Forschungsbedarf257
9 Zusammenfassung260
Literaturverzeichnis264
Anhang: Modellgleichungen des System Dynamics Modells288

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