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E-Book

Stresspräventionstraining für Kinder im Grundschulalter

AutorArnold Lohaus, Johannes Klein-Heßling
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl118 Seiten
ISBN9783840924316
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR

Schon im Grundschulalter leiden viele Kinder unter Stresssymptomen wie Nervosität, Unkonzentriertheit, Bauch- und Kopfschmerzen oder Schlafschwierigkeiten. Mit Hilfe des vorliegenden Stresspräventionstrainings können Kinder auf spielerische Weise lernen, akute und zukünftige Belastungen wahrzunehmen und angemessen auf sie zu reagieren.

Die dritte Auflage des Manuals gibt eine aktualisierte und erweiterte Einführung in das Thema Stresserleben und Stressbewältigungsverhalten von Kindern und stellt dazu neue Evaluationsergebnisse vor. Das Buch beschreibt ein Gruppentraining, das mit einer Vielfalt von Methoden, wie z.B. Rollenspiele, Auflockerungs- und Entspannungsübungen, Fallgeschichten und Comics versucht, der Komplexität des Stresserlebens Rechnung zu tragen. Zusätzlich enthält es eine Anleitung zur Gestaltung von trainingsbegleitenden Elternabenden. Alle Arbeitsmaterialien sind nun auch zum direktem Ausdrucken auf einer CD-ROM beigefügt.

Über den Autor:

Prof. Dr. Arnold Lohaus ist Hochschuldozent für Entwicklungspsychologie an der Universität Marburg. Er arbeitet an der Erforschung der kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern.

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Einleitung
  3. Kapitel 1: Stress und Stressbewältigung
  4. Kapitel 2: Trainingskonzeption
  5. Kapitel 3: Trainingsevaluation
  6. Kapitel 4: Veranstaltungen für Eltern
  7. Kapitel 5: Sitzungen des Kindertrainings
  8. Literatur
  9. Anhang
Leseprobe

2.2 Trainingsbausteine

Aus den Teilzielen werden vier Trainingsbausteine hergeleitet. Die Bausteine orientieren sich am Stressmodell von Lazarus. Es soll deutlich werden, dass effektive Stressbewältigung sowohl palliative wie instrumentelle Funktionen beinhaltet und dabei auf die eigene Person und auf die Umwelt einwirkt. Zu den palliativen Strategien gehört das Wissen um die Bedeutung von Entspannung, Ruhe, Erholung und Abwechslung als Belastungsausgleich. Das Gespräch mit anderen, das Ablehnen von Verpflichtungen und die positive Selbstinstruktion sind den instrumentellen Strategien zuzuordnen.
Eine altersangemessene didaktische Umsetzung für die Erprobung und Bewertung von Copingstrategien bieten das Rollenspiel und verhaltensbezogene Hausaufgaben. Durch die konkrete Umsetzung der neuen Strategien soll das Wissen über Stress und Stressbewältigung um Erfahrungen mit der Handlungsrealisation ergänzt werden. Das aktive Einüben und Bewerten von Bewältigungsstrategien während der Trainingssitzungen und zu Hause bildet deshalb einen Schwerpunkt dieses Trainings. Die Fähigkeit, sich körperlich zu entspannen und gedanklich abzuschalten, bietet die Möglichkeit, Stress palliativ zu bewältigen. Daher sollen die Kinder im Rahmen des Trainings eine Entspannungstechnik kennenlernen und einüben. Bei der Auswahl einer für Grundschüler angemessenen Entspannungstechnik wurde eine Entscheidung zugunsten der Progressiven Muskelrelaxation (nach Jacobson, 1938) getroffen, da diese Technik auch von Kindern gut und schnell erlernt werden kann.

Wie Petermann und Petermann (1993) feststellen, ist die Durchführung von Entspannungstechniken bei Kindern allerdings nicht unproblematisch. Insbesondere Kindern mit Sprachproblemen, mit wenig Fantasie, mit motorischer Unruhe oder Konzentrationsschwierigkeiten fällt es schwer, sich auf Entspannungsübungen einzulassen. Obwohl versucht wurde, die Progressive Muskelrelaxation auf eine für Kinder attraktive Weise umzusetzen, kann es daher vorkommen, dass die Entspannung manche Teilnehmer langweilt oder überfordert und so eine Durchführung in den Trainingssitzungen unmöglich wird. Um den Trainingsablauf nicht zu stark von solchen Unwägbarkeiten abhängig zu machen, ist deshalb der Entspannungsanteil in den einzelnen Sitzungen auf ein geringes Maß reduziert. Damit Kinder, die die Progressive Muskelrelaxation lernen möchten, beim Üben unterstützt werden, können die Teilnehmer zusätzlich eine Audio-CD mit Entspannungsinstruktionen erhalten.

Um allzu lange Phasen der Konzentration zu vermeiden, werden die Sitzungen durch Bewegungsspiele aufgelockert. Bei der Einführung dieser Auflockerungsübungen sollte der Zusammenhang mit dem Trainingskontext „Stress“

Bausteine des Stressbewältigungstrainings
? Kennenlernen eines Stressmodells
? Wahrnehmung eigener Stressreaktionen
? Erkennen von Stresssituationen
? Einsatz von Bewältigungsstrategien:
? Sich über eigenes Stresserleben mitteilen
? Entspannung/Ruhepausen
? Spielen/Spaß haben
? Kognitive Strategien

Bei der Auswahl eines anschaulichen Stressmodells ist zu beachten, dass das transaktionale Stressmodell von Lazarus in seinem Umfang und in seiner Komplexität von Kindern im Grundschulalter nicht zu erfassen ist. Eine Vereinfachung dieses Modells soll deshalb die gemeinsame theoretische Grundlage des Trainings bilden:

In Form einer Waage werden die Zusammenhänge zwischen Stresssituationen, Stressreaktionen und Bewältigungsstrategien veranschaulicht. Im Laufe des Trainings wird die Wahrnehmung von potenziellen Stresssituationen geschärft, und die Kinder lernen neue Stressbewältigungsstrategien kennen. Dabei wird bei der Erarbeitung von Stressbewältigungsstrategien auf die Erfahrung der Kinder zurückgegriffen. Effektive Stressbewältigung hängt allerdings nicht allein von den Kindern ab und deshalb sollen auch die Eltern an diesem Stressbewältigungsprogramm für Kinder beteiligt werden. An zwei Elternabenden werden das transaktionale Stressmodell von Lazarus und die Stresswaage vorgestellt. Die Wahrnehmung der Eltern für Stresssymptome und potenzielle Stresssituationen soll geschärft werden. Darüber hinaus lernen die Eltern die Bewältigungsmöglichkeiten, die mit den Kindern erarbeitet werden, kennen.

2.3 Rahmenbedingungen

Für die Kommunikation mit Kindern und Eltern trägt das Training den Namen „Bleib locker“. Diese Bezeichnung ist sehr einprägsam und spiegelt zugleich die positive Zielsetzung des Trainings wider. Das Arbeitsund Präsentationsmaterial (vgl. Anhang und CD-ROM) sowie die Entspannungs-CD sind daher mit dem Titel „Bleib locker“ überschrieben.

Das Training ist für Gruppengrößen von 8 bis maximal 12 Kindern konzipiert. Es umfasst acht Doppelstunden (90 Minuten), die in wöchentlichem Abstand stattfinden können. Diese Gruppengrößen stellen in der Regel eine Obergrenze dar, damit alle Kinder hinreichend Gelegenheit haben, an den Übungen zu partizipieren. Günstiger sind eher kleinere Gruppengrößen von 6 bis 8 Kindern. Zielgruppe sind Kinder, die aktuell durch Stress belastet sind oder die in Zukunft primärpräventiv von einem solchen Training profitieren können. Auswahlkriterium für die Teilnahme ist in erster Linie die Anmeldung der Kinder durch ihre Eltern.

Für den reibungslosen Ablauf ist darüber hinaus eine gewisse Gruppenhomogenität bezüglich der kognitiven Entwicklung und der Symptomatik zu fordern. Ähnliche Lernvoraussetzungen sollen dadurch gewährleistet sein, dass die Trainings für Kinder im dritten und vierten Grundschuljahr angeboten werden. Eine Ausdehnung des Alters bereiches auf das zweite und fünfte Schuljahr ist möglich, wobei Kinder des zweiten Schuljahres unter Umständen Schwierigkeiten beim Lesen des Arbeitsmaterials haben. Für Kinder des fünften Schuljahres könnten manche Trainingselemente zu „kindlich“ sein. Derartige Probleme sollten in einem Vorgespräch mit den Eltern geklärt werden. Die Beteiligung der Kinder an den Sitzungen und an einzelnen Übungen und Spielen ist freiwillig.

Dem Training geht eine Elterninformationsveranstaltung voraus und es wird durch zwei Elternabende nach der ersten und letzten Sitzung des Kindertrainings begleitet. Die Elternveranstaltungen dauern ebenfalls jeweils 90 Minuten.

Kontraindikationen

Hinsichtlich der Symptomatik ist wünschenswert, dass (a) die Kinder durch die Gruppensituation nicht zu stark belastet werden und (b) die Gruppenarbeit durch einzelne Kinder nicht gestört wird. Daraus ergibt sich, dass die Teilnahme von hyperaktiven oder aggressiven, aber auch von extrem sozial ängstlichen Kindern problematisch sein könnte. Weiter kann durch ein Stressbewältigungstraining keine Therapie ersetzt werden. Daher ist das Training als ausschließliche Maßnahme nicht geeignet für Kinder, die wegen einer stark beeinträchtigenden chronisch psychischen oder somatischen Erkrankung psychotherapeutische oder medizinische Hilfe benötigen. In jedem Fall sollte der Teilnahme eine Absprache mit den behandelnden Personen vorausgehen.

Die Eltern werden auf dem Elterninformationsabend über diese Teilnahmevoraussetzungen informiert. Sollten Kinder aus oben genannten Gründen nicht am Training teilnehmen können, sollten den Eltern nach Möglichkeit Alternativen angeboten werden (z.B. Adressen von Beratungsstellen oder Fachärzten in der Nähe des Wohnortes).

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis7
Einleitung9
Kapitel 1: Stress und Stressbewältigung11
1.1 Ein Modell zur Beschreibung des Stressgeschehens11
1.2 Stress erfolgreich bewältigen12
1.3 Stress bei Kindern im Grundschulalter12
1.4 Diagnostische Verfahren16
1.5 Stressbewältigungstrainings für Kinder18
Kapitel 2: Trainingskonzeption19
2.1 Trainingsziele19
2.2 Trainingsbausteine20
2.3 Rahmenbedingungen21
2.4 Material22
2.5 Das Training im Überblick23
Kapitel 3: Trainingsevaluation25
3.1 Evaluation des Stresspräventionstrainings25
3.2 Wirksamkeit von Entspannungsverfahren bei Kindern30
3.3 Konsequenzen aus den Evaluationsstudien32
Kapitel 4: Veranstaltungen für Eltern33
4.1 Elterninformationsveranstaltung33
4.2 Erster Elternabend35
4.3 Zweiter Elternabend37
Kapitel 5: Sitzungen des Kindertrainings39
5.1 Erste Doppelstunde40
5.2 Zweite Doppelstunde48
5.3 Dritte Doppelstunde52
5.4 Vierte Doppelstunde56
5.5 Fünfte Doppelstunde62
5.6 Sechste Doppelstunde67
5.7 Siebte Doppelstunde71
5.8 Achte Doppelstunde75
5.9 Zusatzspiele und -übungen78
Literatur81
Anhang85
A Folienvorlagen für Elternabende85
B Gefühlekarten (Kopiervorlagen)93
C Kindermaterial (Kopiervorlagen)97

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