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Sucht – Alter – Pflege

Praxishandbuch für die Pflege suchtkranker alter Menschen

AutorAndreas Kutschke
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl240 Seiten
ISBN9783456950679
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis25,99 EUR
Zwei Millionen ältere Menschen in Deutschland rauchen. 400'000 haben ein Alkoholproblem. Ein bis zwei Millionen nehmen regelmäßig psychoaktive Medikamente – Tendenz steigend. Ist die Pflege auf diese Entwicklung vorbereitet? Für Andreas Kutsche steht fest: Pflegende wissen zu wenig über Sucht im Alter und es fehlt eine einheitliche Strategie im Umgang mit suchmittelabhängigen alten Menschen. Der Pflegewissenschaftler und Pflegefachmann für geriatrische Rehabilitation schließt diese Lücken und liefert mit seiner praxisorientierten Einführung die fehlenden und notwendigen Leitlinien sowie ein umfassendes Konzept. Nach einer prägnanten Definition des Alters in Zusammenhang mit Suchterkrankungen stellt er die Ansätze zur Erklärung von Abhängigkeit im Alter vor. Kutschke fokussiert die Problembereiche Alkohol, Tabak, Medikamente und Opiate und stellt dazu pflegerische Interventionsmöglichkeiten vor. Die Beschreibung der Probleme, Folgen und Interventionen orientiert sich an folgenden Fragen: Welche Auswirkungen haben diese Substanzen auf den alternden Körper? Welches sind die gesundheitlichen und sozialen Folgen der Sucht? Welche kann man Sucht im Altern erkennen? Wie lauten die betreffenden Pflegediagnosen? Wie sinnvoll sind ambulante Betreuung und Pflege? Welche Pflegeinterventionen sind auf Basis welcher Pflegebeziehung in welchem Setting angebracht? Kutschke erläutert zusammenfassend übergreifende Strategien sowohl betreffend interprofessioneller Zusammenarbeit als auch Prävention in der Pflege und ebnet damit den Weg zu einer effektiven Betreuung von alten Menschen mit Suchterkrankungen. Abschließend erläutert der Autor wie Pflegende mit anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten können und was sie zur Prävention beitragen können. Damit ebnet er den Weg zu einer effektiven Betreuung von alten Menschen mit Suchterkrankungen. Wer etwas über Sucht sucht, wird in Kutschke fündig.

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Horizontale Tabs

Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis, Geleitwort, Abkürzungsverzeichnis
  2. Einleitung
  3. 1. Eine Herausforderung: Sucht im Alter
  4. 2. Missbrauch und Abhängigkeit im Alter
  5. 3. Alkohol
  6. 4. Medikamentenabhängkeit und Missbrauch
  7. 5. Nikotinabhängigkeit
  8. 6. Opiatabhängigkeit
  9. 7. Übergreifende Strategien
  10. Exkurs: Ethische Aspekte in der Behandlung suchtkranker älterer Menschen
  11. Glossar
  12. Literaturempfehlungen und Literaturverzeichnis
  13. Autoren- und Sachwortverzeichnis, Medikamente: Substanzen/Substanzgruppen und Handelsnamen
Leseprobe
Fazit und Diskussion der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung

Das Thema Sucht wird von den Pflegefachkräften in der stationären Altenhilfe zwar nur als durchschnittlich häufig, aber als von großer Bedeutung wahrgenommen. Der Kenntnisstand am Beispiel von entsprechenden Assessments oder Fortbildungsveranstaltungen ist eher gering bzw. variiert zwischen den verschiedenen Mitarbeitern. Interessant ist die unterschiedliche Wahrnehmung, ob Alkohol regelmäßig ausgeschenkt werden soll oder nicht. Ob beispielsweise ein Bewohner zum Abendessen Bier bekommt, hängt im Wesentlichen davon ab, welcher Mitarbeiter im Dienst ist oder in welchem Wohnbereich der Betroffene lebt. Dies könnte bedeuten, dass der Umgang mit und die Ausgabe von Alkohol rein zufällig ist. Verstärkt wird diese Hypothese von Klein und Jess (2002), die in ihrer Studie über die verschiedenen Taktiken im Umgang mit Alkoholproblemen in Altenheimen in den USA zu einem ähnlichen Ergebnis gelangen. Für die Autoren ist es ein «unzweifelhaftes Problem», dass die Begriffe «alcoholism», «abusive drinking» oder «problem drinking» nicht einheitlich verwendet werden. Diese Uneinheitlichkeit wirke sich außerdem auf den Umgang mit den Bewohnern aus. Die Antworten der hier vorgestellten Befragung deuten auf ein ähnliches Ergebnis hin. Sehr differenziert ist der Bereich der hauptsächlichen Beratungen dargestellt; bei einer Folgebefragung könnten die jeweiligen Beratungsinhalte erfragt und ausgewertet werden. Aufschlussreich ist überdies, dass ein überwiegender Teil der Befragten sich für eine Einschränkung der Ausgabe von Suchtmitteln (Medikamente, Alkohol und Tabak) ausspricht. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie dies mit dem Wunsch nach Biografieorientierung und persönlicher Freiheit korreliert. Diese Gratwanderung wird für Mitarbeiter ein Spannungsfeld darstellen; einerseits die persönliche Freiheit und Autonomie des Betroffenen sicherzustellen und andererseits seinen Schutz vor Alkoholabhängigkeit. Facettenreich sind die Aussagen zum Umgang mit abhängigen oder missbrauchenden Bewohnern. Diese werden dominiert von Verständnis, Toleranz und aktiven Gesprächsangeboten für die Betroffenen – eine Tendenz, die auf eine überwiegend positive und konstruktive Grundhaltung hinweist.

Befragung der Leitungskräfte
Die Ergebnisse der 18 ausgewerteten Fragebögen werden in Tabelle 0-2 dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Sucht – Alter – Pflege2
Inhaltsverzeichnis6
Danksagung12
Geleitwort14
Abkürzungsverzeichnis16
Einleitung18
1. Eine Herausforderung: Sucht im Alter28
1.1 Geriatrische und gerontopsychiatrische Pflege29
1.2 «Das ist doch ein Penner» – Ein Fallbeispiel31
2. Missbrauch und Abhängigkeit im Alter34
2.1 Pflegerische Bedeutung von Abhängigkeitserkrankungen im Alter35
2.2 Epidemiologie40
2.3 Begriffsbeschreibung: Sucht, Abhängigkeit, Missbrauch, Sucht im Alter47
2.4 Klassifikationen der Suchterkrankungen49
2.5 Entzugssymptome erkennen und adäquat reagieren52
2.6 Pflegediagnosen im Zusammenhang mit einer Abhängigkeit oder einem Missbrauch55
2.7 Wie kommt es zu einer Abhängigkeit?55
3. Alkohol62
3.1 Alkohol im Überblick63
3.2 Auswirkungen des Suchtmittelkonsums auf Pflege und Betreuung69
3.3 Umgang mit dem Rückfall (Relaps)81
3.4 Verfahren zur Erkennung von Alkoholabhängigkeit83
3.5 Pflegekonzepte und Strategien im pflegerischen Umgang90
3.6 Pflege109
3.7 Kommunikation124
4. Medikamentenabhängkeit und Missbrauch130
4.1 Alter und Medikamentenabhängigkeit131
4.2 Warum werden so oft und so viele Psychopharmaka verordnet?133
4.3 Medikamente mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial135
4.4 Entstehung einer Medikamentenabhängigkeit138
4.5 Wirkung und Auswirkung von Medikamenten auf den älteren Körper139
4.6 Gesundheitliche und soziale Folgen bei Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit141
4.7 Missbrauch und Abhängigkeit von Medikamenten erkennen und einschätzen142
4.8 Symptome bei einem Benzodiazepin-Entzug148
4.9 Leitlinien und Ziele in der Behandlung einer Benzodiazepin-Abhängigkeit150
4.10 Prophylaxe der Medikamentenabhängigkeit162
4.11 Medikamente in eigener Sache163
5. Nikotinabhängigkeit166
5.1 Wirkstoffe des Tabaks167
5.2 Wirkung von Tabak auf den Organismus älterer Menschen168
5.3 Einschätzen der Nikotinabhängigkeit171
5.4 Reduzieren des Nikotinkonsums und Rauchstopp175
5.5 Medikamentöse Behandlung der Tabakabhängigkeit183
5.6 Nichtraucherschutz187
5.7 Brandgefahr durch Rauchen im Altenheim und andere Alltagsfragen in der stationären Altenhilfe187
6. Opiatabhängigkeit190
6.1 Einleitung190
6.2 Häufige Erkrankungen älterer Opiatabhängiger191
6.3 Betreuung und Pflege älterer opiatabhängiger Menschen192
7. Übergreifende Strategien196
7.1 Interprofessionelle Zusammenarbeit196
7.2 Prävention196
7.3 Abhängigkeit und Pflegende197
Exkurs: Ethische Aspekte in der Behandlung suchtkranker älterer Menschen200
Einleitung200
Begriffserklärungen201
Die Pflege-Charta203
Moralische Konflikte oder Dilemmata206
Methoden zur Entscheidungsfindung207
Weiterführende Informationen213
Glossar216
Literaturempfehlungen220
Literaturverzeichnis222
Autorenverzeichnis232
Sachwortverzeichnis234
Medikamente: Substanzen/Substanzgruppen und Handelsnamen238

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