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E-Book

Technisches SEO

Mit nachhaltiger Suchmaschinenoptimierung zum Erfolg

AutorDominik Wojcik, Stephan Czysch, Benedikt Illner
VerlagO'Reilly Verlag
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl304 Seiten
ISBN9783955617172
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,99 EUR
Eine gute Platzierung in den Suchmaschinen ist für den Erfolg eines Webauftritts von größter Bedeutung, deshalb hat die Suchmaschinenoptimierung längst einen festen Platz im Online-Marketing. Viele SEO-Maßnahmen greifen jedoch erst dann richtig, wenn der Webauftritt die entsprechenden technischen Voraussetzungen aufweist. Das beginnt bei einer für SEO optimierten Informationsarchitektur und reicht bis zur Kommunikation zwischen dem Webserver und dem Suchmaschinen-Bot (Crawler). Somit ist Technisches SEO ein großer und wichtiger Teil des Onpage-SEO, also der Optimierung innerhalb der eigenen Website. Es sorgt dafür, dass Suchmaschinen und auch Nutzer die Inhalte eines Webauftritts besser finden und einordnen können, und schafft das Fundament, auf das die weiteren SEO-Maßnahmen aufbauen sollten. Die Maßnahmen des Technischen SEO wirken langfristig. Idealerweise werden sie bereits bei der Entwicklung eines Webauftritts berücksichtigt, sie lassen sich aber auch nachträglich, Stück für Stück, umsetzen. Wer sich diese Mühe macht, ist auch für die Zukunft bestens gerüstet.

Stephan Czysch ist geschäftsführender Gesellschafter der Online Marketing Agentur Trust Agents (http://www.trustagents.de ). Die Berliner Agentur mit dem Schwerpunkt SEO unterstützt namhafte Unternehmen dabei, ihre Reichweite im Internet zu erhöhen. Der studierte Informationswissenschaftler arbeitete vor Gründung der Trust Agents im Online-Marketing Team der Rocket Internet GmbH (unter anderem Zalando, eDarling, Groupon) und unterstützte dabei viele Beteiligungen bei der Konzeption und Umsetzung von SEO-Strategien. Stephan Czysch lehrt Suchmaschinenoptimierung an der Hochschule Darmstadt und veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge in einschlägigen Medien. Zudem ist er als Referent auf Online-Marketingkonferenzen aktiv.

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Leseprobe

Kapitel 3. URL-Design


In diesem Kapitel:

Suchmaschinenoptimierung beginnt immer mit der Erstellung für Suchmaschinen und Nutzer erreichbarer Webadressen, also URLs. Das Akronym URL steht für Uniform Resource Locator, auf Deutsch »einheitlicher Quellenanzeiger«. Wenn einer Suchmaschine eine Adresse nicht bekannt ist, kann diese nicht als potenzieller Suchtreffer für die auf der Adresse verfügbaren Inhalte infrage kommen.

Bei der Erstellung von URLs sind einige Dinge zu beachten. Welche genau, das erfahren Sie in diesem Kapitel.

Suchmaschinenoptimierung beginnt mit der Erstellung von URLs


Bei der automatischen Analyse von Webseiten, dem sogenannten Crawling, generieren Suchmaschinen eine Vielzahl von Signalen. Diese beziehen sich immer auf einzelne Adressen – oder von diesen ausgehend auf andere.

Die zentralen Fragen, die Suchmaschinen zu beantworten versuchen, sind folgende:

  • Für welche Suchanfragen ist der auf genau dieser Adresse zu findende Inhalt relevant?

  • Wie populär ist dieser Inhalt im Vergleich zu anderen Adressen, die zum selben oder zumindest zu einem sehr ähnlichen Thema als Suchtreffer infrage kommen?

Vereinfacht gesagt, bewerten Suchmaschinen zum einen »Relevanz« und zum anderen »Popularität«.

Grundsätzlich ist es Suchmaschinen egal, ob URLs sprechend gestaltet sind (»sprechend« bedeutet, dass der Name der URL bereits einen Rückschluss auf den Inhalt zulässt). Aus ihrer Sicht ist es wesentlich entscheidender, dass URL-Strukturen statisch sind, sich also nach Möglichkeit nicht ändern. Und falls doch, sollten Suchmaschinen über die neue Adresse der Seite informiert werden. Denn der Wegfall einer Adresse ohne Einrichtung einer Weiterleitung führt dazu, dass Suchmaschinen jegliche Rankingsignale der URL verlieren – entweder vorübergehend, falls die Adresse später wieder verfügbar wird, oder permanent, wenn dies nicht geschieht.

Wie Suchmaschinen arbeiten


Jede Suchmaschine, egal ob Google, Bing, Yandex oder Baidu, verwendet eigene Algorithmen zur Rankingbestimmung. Doch das grundsätzliche Vorgehen unterscheidet sich nicht: Suchmaschinen folgen Verweisen, die sie entweder aus bereits bekannten Dokumenten extrahieren oder von deren Existenz sie durch explizite Anmeldung erfahren. Voraussetzung ist, dass die über URLs repräsentierten Inhalte erreichbar sind und es Suchmaschinen erlaubt ist, die Adressen zu analysieren (»crawlen«).

Durch die automatische Analyse des Quelltexts von Seiten – in den meisten Fällen sind das HTML-Dokumente – extrahieren Suchmaschinen Signale, die ihnen dabei helfen, das Thema eines Seiteninhalts zu erfassen. Signale, die direkt aus der Analyse eines Seiteninhalts generiert werden, werden als Onpage-Signale beschrieben. Den Gegenpart stellen Offpage-Signale dar. Unter diesem Begriff sind vor allem Verlinkungen zu verstehen, die sich entweder von anderen Seiten derselben Domain oder von fremden Webauftritten aus auf eine Adresse beziehen.

Weil der Onpage-Bereich inklusive der internen Verlinkung sich normalerweise vollständig im Einflussbereich eines Webmasters befindet, stellen externe Signale in aller Regel ein objektiveres Kriterium dar. Aus diesem Grund ist es verständlich, dass externen Signalen ein besonders hoher Einfluss auf das Ranking eingeräumt wird. Da der Einfluss von Verweisen auf die Platzierung in der Suche bekannt ist, ist die Verbesserung des sogenannten Backlinkprofils eine häufig anzutreffende SEO-Maßnahme.

Um natürliche und unnatürlich entstandene Linksignale voneinander zu trennen, investieren Suchmaschinen einen enormen Aufwand, denn es soll nicht das am besten optimierte Ergebnis auf Platz 1 stehen, sondern das objektiv beste.

Welche Faktoren Suchmaschinen genau auswerten und wie diese untereinander gewichtet sind, ist nicht öffentlich bekannt. Und es ist nicht davon auszugehen, dass dieses von Suchmaschine zu Suchmaschine unterschiedliche Betriebsgeheimnis jemals veröffentlicht wird. Zudem entwickeln Suchmaschinenkonzerne ihre Algorithmen kontinuierlich weiter, fügen der Rankingberechnung neue Faktoren hinzu, entfernen möglicherweise andere wieder und ändern die relative Gewichtung der einzelnen Signale.

Aufbau einer URL


Die Adresse einer Ressource – ob Bild, Textdokument, Video oder etwas anderes – setzt sich immer aus unterschiedlichen Teilen zusammen. Beispielhaft hier der Aufbau einer URL, die einen bestimmten Inhalt repräsentiert (s. Abbildung 3.1):

Abbildung 3.1 Aufbau und Bezeichnung einzelner Teile einer URL

Die einzelnen Teile sind dabei:

  1. Protokoll: http

  2. Hostname: http://www.trustagents.de

  3. Subdomain: www

  4. Domainname: trustagents.de

  5. Top-Level-Domain (TLD): .de

  6. Verzeichnis: blog

  7. Dateiname: natuerliche-ankertexte-linkaufbau

  8. Parameter: nc

  9. Parameterwert: 1

  10. Anker: #

Wie bereits beschrieben, ist es Suchmaschinen erst einmal egal, ob eine URL sprechend gestaltet ist, also Rückschlüsse auf den Seiteninhalt zulässt, oder aus vielen unterschiedlichen Parametern mit nicht inhaltsbeschreibenden Werten besteht.

Auswahl des Domainnamens


Bereits die Wahl des Domainnamens kann den späteren SEO-Erfolg mit beeinflussen. Viele eingängige Domainnamen sind bereits vergeben und teilweise auch mit Inhalten befüllt. In manchen Fällen haben Sie aber die Möglichkeit, eine Domain dem bisherigen Besitzer abzukaufen.

Es kann lohnend sein, den Domainnamen so zu wählen, dass er das Hauptsuchwort enthält. Das wird dann als Keyword-Domain bezeichnet. Ein Beispiel wäre seo.berlin. Bei der Wahl des Domainnamens ist die Verfügbarkeit (oder alternativ der Kaufpreis) von entscheidender Bedeutung. Internetnutzer sind an bestimmte Top-Level-Domains gewöhnt, weshalb Sie länderspezifischen TLDs wie .de, .ch oder .co.uk sowie häufig verwendeten generischen Endungen wie .com, .net, .org und .info den Vorzug vor eher exotischen TLDs wie .biz oder .ws geben sollten.

Worauf Sie bei der Erstellung von URLs achten sollten


Wie beschrieben, werden Ihre Inhalte von URLs repräsentiert. Dabei ist ein wichtiger Faktor, dass ein bestimmter Inhalt im Idealfall nur unter genau einer crawl- und indexierbaren URL zur Verfügung stehen sollte.

Suchmaschinen crawlen URLs, die

  • aufgrund von Verweisen oder Anmeldung bekannt sind,

  • verfügbar oder nicht verfügbar sind,

  • weitergeleitet werden und/oder

  • nicht vom Crawling ausgeschlossen wurden.

Es ist dabei enorm wichtig zu wissen, dass jede anders geschriebene URL von Suchmaschinen als einzigartig angesehen wird. Für Suchmaschinen sind die folgenden Adressen alle unterschiedlich:

All diese Schreibvarianten stellen einzigartige URLs dar – selbiges muss allerdings nicht für deren Inhalt gelten. Es ist also möglich, dass derselbe Inhalt unter unterschiedlichen Adressen gefunden wird. Dies wird als Duplicate Content bezeichnet und sollte verhindert werden. Aber warum? Dadurch, dass Suchmaschinen durch die Analyse von URLs Signale generieren, sollten sich Signale, die sich auf denselben Inhalt beziehen, nicht auf verschiedene URLs verteilen. Betrachten wir dazu das folgende Beispiel.

Im in Tabelle 3.1 dargestellten Beispiel wird davon ausgegangen, dass die beiden Adressen /unterseite und /Unterseite denselben Seiteninhalt anzeigen. Es wird im Beispiel keine der technischen Möglichkeiten verwendet, die die Übertragung von Signalen von einer URL auf die andere bewirken. Die beiden Adressen konkurrieren mit /wettbewerber, der Adresse einer anderen Website zum gleichen Thema, im Ranking.

Aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Schreibweisen verteilen sich eingehende Links:

Adresse

Eingehende interne Links

Eingehende externe Links

Links insgesamt

/unterseite

15

2

17

/Unterseite

7

1

8

/wettbewerber

18

2

20

Der Einfachheit halber werden...

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