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E-Book

Therapie gastroenterologischer Krankheiten

VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl676 Seiten
ISBN9783540266600
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis70,00 EUR

Therapie – Was? Wann? Warum?

Die Therapie ist häufig langwierig und komplex
Konservativ oder operativ?
Welche Therapie in welchem Stadium?
Was ist bei Versagen der Therapie zu tun?
Welche Nebenwirkungen, Folgezustände und Komplikationen sind zu bedenken?
Gesicherte, evidenzbasierte Therapiestrategien für Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes und des Pankreas Stufentherapie individuell abgestimmt auf Ihre Patienten Komplexe
Therapie für multimorbide Patienten
Therapiekonzepte auch für seltene Erkrankungen
Schnelle Orientierung durch Kernaussagen und Warnhinweise

Umfassend

Inklusive Stomaversorgung, Sonden- und Applikationstechniken, Interaktionen zwischen Arzneistoffen und Nährstoffen, heimenterale Ernährung, stationäre und ambulante Rehabilitation ...

Von renommierten Experten aus der Inneren Medizin, Chirurgie, Radiologie, Transplantationsmedizin verfasst. Klare, kompakte, praxisgerechte Information zur sofortigen Anwendung für Gastroenterologen, Internisten und Chirurgen. Konzentriert auf Therapie – interdisziplinär, sicher und vollständig

Geschrieben für:
Gastroenterologen, Internisten, Allgemeinmediziner, Chirurgen

Schlagworte: Darmkrankheiten
Gastroenterologie
Magenerkrankungen
Pankreatitis

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Leseprobe

52 Anorexia nervosa und Bulimia nervosa (S. 525-526)

H. Csef
Die Anorexia nervosa und die Bulimia nervosa sind als die Prototypen der psychogenen Essstörungen typische psychosomatische Krankheitsbilder. Nach zahlreichen epidemiologischen Studien nimmt die Häufigkeit beider Essstörungen in den westlichen Zivilisationsländern erheblich zu. Bei der multifaktoriellen Ätiologie und Pathogenese lassen sich relevante biologische, psychische und soziale Faktoren identifizieren.

Die Leitsymptome der psychogenen Essstörungen wie Untergewicht, Erbrechen, Durchfälle oder abdominelle Schmerzzustände und gastrointestinale Komplikationen führen nicht selten zu Konsultationen beim Internisten oder Gastroenterologen. Die Hauptsäulen der Therapie bestehen aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie (Psychopharmaka). Unbehandelt führen Magensucht und Bulimie zu einem chronischen bis letalen Verlauf. Die Gesamtmortalität liegt trotz verbesserter Therapiestrategien noch bei 10–15%. Prävention, frühzeitige Diagnosestellung und unverzügliche effektive Therapie dieser potenziell heilbaren Krankheitsbilder sind wichtig.

52.1 Grundlagen

Die Magersucht und die Bulimia nervosa sind klassische psychosomatische Krankheiten,sie haben jedoch für klinisch tätige oder niedergelassene Gastroenterologen, für Stoffwechselexperten und Ernährungsberater gleichermaßen große Bedeutung. Die häufig vorkommenden Symptome wie Untergewicht,Erbrechen, Durchfälle oder abdominelle Schmerzzustände führen nicht selten zur Konsultation beim Gastroenterologen, sodass es durchaus sein kann, dass er die entsprechende Erstdiagnose oder klinische Verdachtsdiagnose stellt. Gastrointestinale Komplikationen wie Ileus, Peritonitis, Pankreatitis, Darmulzera oder Magenruptur erfordern den Gastroenterologen als Spezialisten.

Die Anorexia nervosa kann bei zunehmendem Untergewicht in der somatischen Dekompensation zum internistischen Notfall werden. Der Ausschluss gastroenterologischer Erkrankungen bei den klinischen Leitsymptomen Erbrechen, Untergewicht, Durchfällen und Abdominalschmerzen sowie die Behandlung gastroenterologischer Komplikationen bei Magersucht und Bulimie stellen die Hauptaufgabe des Gastroenterologen dar. Es gibt Komorbiditäten von Essstörungen und gastroenterologischen Erkrankungen, z. B. Komorbidität von Anorexia nervosa und Morbus Crohn [Jenkins 1988,Wellmann 1981] sowie von Bulimia nervosa und Diabetes mellitus Typ I [Herpertz 2000,Yaryura- Tobias 2001]. Die Koinzidenz oder Kombination der genannten Erkrankungen wirft erhebliche behandlungstechnische Probleme auf und erfordert eine gute interdisziplinäre Kooperation von Gastroenterologie und Psychosomatik. Die psychogenen Essstörungen Anorexia nervosa und Bulimia nervosa gehören zu den »Lieblingskrankheiten « der Psychosomatiker.

Über sie wird im Vergleich zu anderen psychosomatischen Krankheitsbildern ausgesprochen zahlreich geforscht und publiziert [Franke 1994].Diese Vorreiterfunktion im Fachgebiet der Psychosomatik hat einige plausible Gründe: ,

-  ,Die Magersucht ist vermutlich das erste Krankheitsbild überhaupt,das unter psychosomatischen Gesichtpunkten beschrieben und erklärt wurde [Bruch 1980, Franke 1994].
- Magersucht und Bulimia nervosa gelten primär als psychogene Erkrankungen. Sie können jedoch massive somatische Folgen haben [Brotmann 1985, Fichter 1991, Goebel 1994]. Die aktuell in Langzeitkatamnesen erhobenen Mortalitätsraten von 5–15% [Herzog 1992,Hewitt 2001] für die Magersucht belegen, dass die biologischen Folgen einer psychischen Störung hier in einer Weise deutlich werden, wie wir es von keinem anderen psychosomatischen Krankheitsbild kennen. ,

- Es besteht international Übereinstimmung darin, dass es in den vergangenen 2 Jahrzehnten zu einem rapiden Anstieg der Inzidenz von psychogenen Essstörungen gekommen ist [Becker 1999, Csef 1997].
- Anorexia und Bulimia stimulieren den therapeutischen Optimismus dadurch,dass Psychotherapie hier in einem kurativen Ansatz erfolgt: Psychotherapie ist das Mittel der Wahl [Peterson 1999,Zwaan 1996].

Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsverzeichnis7
Autorenverzeichnis11
I Ösophaguserkrankungen14
1 Gastroösophageale Refluxkrankheit16
2 Nichtrefluxbedingte Ösophaguskrankheiten28
3 Ösophagustumoren37
4 Fremdkörper und chemische Verletzungen44
5 Motilitätsstörungen des Ösophagus52
6 Ösophagusvarizenblutung62
II Gastroduodenale Krankheiten76
7 Gastritis78
8 Peptisches Ulkus, Ulkusblutung83
9 Der operierte Magen93
10 Tumoren des Magens102
11 Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und Sarkome des GI-Trakts110
12 Therapie neuroendokriner gastroenteropankreatischer (GEP) Tumoren115
13 Medikamentös induzierte Gastroenteropathien124
III Krankheiten des Dünn- und Dickdarms136
14 Infektionskrankheiten des Dünn- und Dickdarms138
15 Darmerkrankungen bei HIV-Infektion und Aids167
16 Antibiotikaassoziierte Diarrhö und pseudomembranöse Kolitis181
17 Einheimische, tropische Sprue, Autoimmunenteropathie189
18 Nahrungsmittelallergie199
19 Intestinale Lymphome207
20 Dünndarmtumoren214
21 Therapiebedingte Nebenwirkungen222
22 Vaskuläre Krankheiten von Dünn- und Dickdarm232
23 Bakterielle Überbesiedlung des Dünndarms245
24 Pneumatosis cystoides intestinalis (PCI)252
25 Amyloidose des Darms256
26 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen261
27 Atypische Kolitiden301
28 Divertikulose und Divertikulitis des Dickdarms310
29 Appendizitis319
30 Polyposissyndrome324
31 Hereditäres nichtpolypöses kolorektales Karzinom (HNPCC)332
32 Kolorektales Karzinom339
33 Kolorektale Endometriose355
34 Motilitätsstörungen des Dickdarms359
35 Krankheiten des Anorektums368
36 Stomaversorgung – Ileostomie, Kolostomie384
IV Peritoneum390
37 Peritonitis392
38 Intraabdominelle Abszesse401
V Pankreaserkrankungen406
39 Akute Pankreatitis408
40 Chronische Pankreatitis417
41 Pankreasneoplasien428
VI Syndrome436
42 Übelkeit und Erbrechen438
43 Funktionelle Dyspepsie und Reizdarmsyndrom448
44 Diarrhö461
45 Kurzdarmsyndrom479
46 Obstipation491
47 Anale Inkontinenz502
48 Eiweißverlustsyndrom508
49 Meteorismus und Flatulenz513
50 Ileus520
51 Obere und untere gastrointestinale Blutung527
VII Ernährung536
52 Anorexia nervosa und Bulimia nervosa538
53 Sonden- und Applikationstechniken550
54 Indikationen unterschiedlicher Sondendiäten571
55 Medikamentenapplikation über Sonden579
56 Komplikationen589
57 Heimenterale Ernährung603
VIII Klinische pharmakologische Aspekte610
58 Prokinetika, Antiemetika612
59 Ulkustherapeutika618
60 Grundlagen der Chemotherapie625
61 Grundlagen der Strahlentherapie631
62 Prinzipien der Immunsuppression640
IX Therapie von iatrogenen Komplikationen650
63 Therapie von Komplikationen bei gastroenterologischen Untersuchungsmethoden und Behandlungstechniken652
X Sozialmedizinische Aspekte666
64 Indikationen zur Anschlussrehabilitation bei gastrointestinalen Krankheiten668
Sachverzeichnis676

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