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Training für multikulturelle Teams. Grundlagen – Entwicklung – Evaluation

AutorJonas F. Puck
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl171 Seiten
ISBN9783866181427
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis17,99 EUR
Multikulturelle Teams sind in vielen Anwendungsbereichen zu finden. Studien zeigen jedoch, dass der Einsatz multikultureller Teams oft mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. Bisher liegen aber nur wenige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vor, wie der Erfolg dieser Teams aktiv beeinflusst werden kann. Unter Rückgriff auf die Grundlagen der Teamarbeit und die Erkenntnisse zu kulturellem Training allgemein wird daher in diesem Buch ein kulturelles Training für Teams entwickelt. Die abschließende Evaluation macht deutlich, dass der Erfolg multikultureller Teams durch ein gezieltes Training erheblich gesteigert werden kann.

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Leseprobe
2 MULTIKULTURALITÄT IN TEAMS (S. 27)

In diesem Kapitel werden durch eine Analyse der Wirkungen von Multikulturalität in Teams die Anforderungen an ein Training für multikulturelle Teams erarbeitet. Hierfür wird zunächst in Abschnitt 2.1 ein Modell der Teamarbeit aus der bestehenden Literatur aufgegriffen und weiterentwickelt. Ziel der Modellentwicklung ist es, die Wirkungen von Multikulturalität in Teams in einen systematischen Bezugsrahmen einzuordnen. Diese Wirkungsanalyse erfolgt in Abschnitt 2.2 des Kapitels durch eine intensive und detaillierte Analyse existierender empirischer Studien zu den Auswirkungen kultureller Diversität auf der Prozessebene. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und der Ableitung von Anforderungen für die Trainingsentwicklung in Abschnitt 2.3.

2.1 Entwicklung eines Bezugsrahmens

2.1.1 Grundlagen


Grundlage der Modellentwicklung sind einerseits die Erkenntnisse bisheriger Studien zur Funktionsweise von Teams und andererseits die Arbeiten von Steiner (1972), McGrath (1984) und Hackman (1987), welche die Ergebnisse der Teamleistung (Output) in ihren Arbeiten mit Hilfe eines Input-Prozess-Output-Modells darstellen. In diesem Modell führen Input-Faktoren zu Prozessen innerhalb eines Teams. Diese führen ihrerseits zu einem bestimmten Output (vgl. Ilgen et al. 2005, S. 519).

Das zentrale Element dieses Modells sind demnach die Prozesse, die zwischen den Teammitgliedern ablaufen (vgl. Hackman 1987, S. 320), wobei im Rahmen einer Zeitpunktbetrachtung ein kausaler Zusammenhang zwischen Input, Prozessen und Output angenommen wird (vgl. Abbildung 2-1, Modell A). Die von Steiner (1972) in diesem Rahmen aufgestellte Gleichung (aktuelle Produktivität = potenzielle Produktivität minus Prozessverluste) macht ebenfalls die Prozesse für mögliche Variationen des Outputs verantwortlich (vgl. Guzzo/Shea 1992, S. 280 f.).

Die Tatsache, dass Teams trotz unterschiedlicher Bedingungen zu identischen Leistungen fähig sind (sog. „Equifinality-Prinzip"3), erschwert die Entwicklung eines ganzheitlichen, den Arbeitsprozess umfassenden Modells. Das hier entwickelte Modell muss deshalb als temporär angesehen werden. Da die interaktive Beziehung zwischen den Variablen zu einer ständigen Veränderung der Einflussgrößen führt, können die Beziehungen nur im Rahmen einer „Ein-Zeitpunkt"-Betrachtung als gegeben angesehen werden (vgl. Hackman 1990, S. 8).

Zudem sind die Wirkungen der einzelnen Faktoren und deren Zusammenhänge in der Realität nicht immer einfach voneinander zu trennen – vor allem, da sie meist nicht absolut voneinander unabhängig sind (vgl. Hackman 1990, S. 8). So sind auch alternative Zusammenhänge der Input-, Prozess- und Output-Faktoren denkbar. Input- Faktoren könnten etwa sowohl einen direkten Einfluss auf die Prozesse als auch auf die Teamleistung haben.

In dieser Alternative (B) korreliert die Qualität der Teamprozesse zwar mit dem Output, sie determiniert ihn aber nicht. Die dritte Möglichkeit verkörpert Alternative (C), in der die Input-Faktoren erneut sowohl die Prozesse als auch die Teamleistung beeinflussen, diese aber zudem einen reziproken Einfluss aufeinander ausüben. Dies bedeutet, dass die ablaufenden Prozesse eine starke Wirkung auf den Output entfalten, dass aber die Teamleistung ihrerseits als Output auf zukünftige Prozesse einwirkt.

Darüber hinaus basiert das Modell auf zahlreichen weiteren Studien, welche den Einfluss einzelner Input-Faktoren auf die Prozesse und den Erfolg von Teams untersucht haben.
Inhaltsverzeichnis
GELEITWORT6
VORWORT8
INHALTSVERZEICHNIS10
1 PROBLEMSTELLUNG ZIELSETZUNG UND AUFBAU16
1.1 Relevanz und Zielsetzung16
1.2 Problemgegenstand20
1.3 Aufbau und Methodik29
2 MULTIKULTURALITÄT IN TEAMS32
2.1 Entwicklung eines Bezugsrahmens32
2.2 Stand der empirischen Forschung47
2.3 Zusammenfassung und Implikationen75
3 KULTURELLES TRAINING FÜR MULTIKULTURELLE TEAMS80
3.1 Grundlagen80
3.2 Formen des Trainings für multikulturelle Teams82
3.3 Zusammenfassung der Erkenntnisse101
4 TRAININGSENTWICKLUNG UND -EVALUATION104
4.1 Aufbau und Ablauf des Trainings104
4.2 Experimentelle Überprüfung der Trainingswirkung114
5 ZUSAMMENFASSUNG UND IMPLIKATIONEN FÜR PRAXIS UND FORSCHUNG132
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse132
5.2 Implikationen für die Unternehmungspraxis134
5.3 Implikationen für die Forschung135
LITERATURVERZEICHNIS138
ANHANG162

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