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E-Book

Tyrannen müssen nicht sein

Warum Erziehung allein nicht reicht - Auswege.

AutorMichael Winterhoff
VerlagGütersloher Verlagshaus
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl240 Seiten
ISBN9783641028213
FormatePUB/PDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,99 EUR
Auswege: Wie unsere Kinder wieder zukunftsfähig werden können

- Wie aus Kindern psychisch gesunde Kinder werden, die unsere Gesellschaft tragen können
- Nach der bestürzenden Analyse jetzt die Grundlagen für die Auswege aus der Krise
- Fortsetzung der rasanten Medienpräsenz garantiert

In seinem neuen Buch weist Michael Winterhoff Wege aus der Krise: Wenn Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen ihre Verantwortung für die Psyche der Kinder ernst nehmen, können sie alle dazu beitragen, dass aus den kleinen Tyrannen wieder fröhliche und gesunde Kinder werden. Der klassische Erziehungsbegriff muss dringend abgelöst werden durch ein Modell, das die psychische Reifeentwicklung des Kindes in Einklang bringt mit seinem körperlichen Alter. So kann ein erhebliches gesellschaftliches Konfliktpotenzial entschärft werden, und es wird wieder glückliche Kinder geben, die sich zu beziehungs- und arbeitsfähigen Erwachsenen entwickeln können.



Dr. Michael Winterhoff, geboren 1955, Dr. med., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapie in Bonn. In seinen bisherigen sehr erfolgreichen Büchern analysiert er gesellschaftliche Entwicklungen mit Schwerpunkt auf den gravierenden Folgen veränderter Eltern-Kind-Beziehungen für die psychische Reifeentwicklung junger Menschen und bietet Wege aus diesen Beziehungsstörungen an. Winterhoff lebt und arbeitet in Bonn.

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Leseprobe
Kapitel 7 (S. 111-112)

Die öffentliche Sphäre – Gesellschaftliche Erwartungen und Druck

Ein weiteres Zitat aus der bereits erwähnten Studie »Eltern unter Druck« spricht eine gesellschaftliche Realität an, die wie kaum eine zweite so stark ideologischen Konfrontationen ausgesetzt ist, dass ein sinnvolles Gespräch darüber kaum noch zu führen ist: Eine Mutter, die auch nach dem dritten Lebensjahr des Kindes »nur« Hausfrau und Mutter sein will, ist unter Rechtfertigungsdruck – ebenso wie Mütter, die versuchen, Familie und Berufstätigkeit früher zu vereinbaren.

Beide in diesem kurzen Zitat angesprochenen Lebensformen haben etwas mit dem Faktor Zeit zu tun. Auf der einen Seite wird der Anspruch erhoben, es sich leisten zu können, daheim zu bleiben, schlicht und ergreifend als Mutter zu fungieren und damit automatisch ausreichend Zeit für die Kinder zu haben (die ideologisch noch tiefer greifende Frage der »Hausfrau« lasse ich an dieser Stelle weg, da sie mit meinem Thema nichts zu tun hat und den Blick aufs Eigentliche ver-stellt). Auf der anderen Seite steht die Forderung, nach der Geburt früh wieder in den Beruf einsteigen zu können und trotzdem noch genug Zeit für die Kinder zur Verfügung stellen zu können.

Das Zitat aus der Studie verweist auf den mittlerweile unmöglichen Spagat zwischen beiden Polen. Betrachtet man die gesellschaftliche Realität mit den Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes, stellt die Berufstätigkeit von Müttern spätestens nach dem dritten Lebensjahr mehr und mehr die Regel dar. Sowohl die politischen Rahmenbedingungen als auch die enge Personalsituation in vielen Unternehmen und die mangelhafte finanzielle Ausstattung von Familien lassen es kaum zu, dass die klassische Begleitung der Reifeentwicklung hauptsächlich in den Familien stattfinden kann.

Stattdessen sind außerfamiliäre Institutionen in zunehmendem Maße gefordert, ihren Beitrag zu dieser Reifeentwicklung beizutragen. Angesprochen ist damit in der Tat nicht weniger als die Manifestierung eines Paradigmenwandels innerhalb der deutschen Gesellschaftsordnung. Erforderlich ist zweierlei: das Umdenken in den Köpfen hinsichtlich der Elternrolle, speziell der Mütter, für die Kindesentwicklung sowie eine Neuausrichtung in den Konzepten von Kindergärten und Grundschulen. Dazu ist definitiv auch auf politischer Ebene eine größere Flexibilität in der Bildungs- und Familienpolitik gefordert. Parteiübergreifend wären hier sofortige Maßnahmen notwendig, um die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer in den Institutionen die wichtige anstehende Arbeit getan werden kann.
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