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Übeltäter Kiefergelenk

Endlich wieder entspannt und schmerzfrei: 60 Übungen mit Soforteffekt

AutorKay Bartrow
VerlagTrias
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl112 Seiten
ISBN9783830481676
FormatPDF/ePUB
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis17,99 EUR
Wirksame Alternativen zu Knirscherschiene, Migränemittel und Co. Knackt und knirscht es beim Sprechen, Lachen oder herzhaften Beißen in einen Apfel? Leiden Sie häufig unter Kopfschmerzen, für die keine Erklärung gefunden werden kann? Haben Sie Schmerzen am Ohr, Ohrgeräusche oder leiden Sie unter Tinnitus? Die Ursache kann eine Störung an einem kleinen Gelenk mit großer Wirkung sein: dem Kiefergelenk. Übungen mit Soforteffekt Mit kleinen Übungen, die sich perfekt in den Alltag einbauen lassen, können Sie Kiefer-, Kopf- und Nackenschmerzen gezielt selbst mindern. Diagnose-Test fürs Kiefergelenk: Finden Sie heraus, ob die Beweglichkeit eingeschränkt ist und wo genau es klemmt. Ein Fragebogen und ein Motoriktest helfen Ihnen dabei. Die passenden Übungen genau für Ihr Problem: Ob Seiltrick, Geldtransporter oder Mundwinkelheber: Stellen Sie sich ein Übungsprogramm zusammen, das speziell auf Ihre Beschwerden abgestimmt ist. Auch wenn wir zugeben, dass Sie sich bei einigen Übungen wirklich nicht erwischen lassen sollten, weil Sie bei Zuschauern für herzhafte Lacher sorgen könnten: Ihr Kiefer wird es Ihnen danken. Effizienter und einfacher haben Sie noch nie gegen Kiefersperre, Kopfschmerzen und Zähneknirschen angeübt. Kay Bartrow ist Physiotherapeut in einer großer Praxisgemeinschaft in Balingen und hat sich auf Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) spezialisiert. Er ist Lehrbeauftrager für Physiotherapie und gibt seit 2006 Fortbildungs-Kurse für Physiotherapeuten.

Kay Bartrow ist Physiotherapeut in einer großer Praxisgemeinschaft in Balingen und hat sich auf Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) spezialisiert. Er ist Lehrbeauftrager für Physiotherapie und gibt seit 2006 Fortbildungs-Kurse für Physiotherapeuten.

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Leseprobe

Klein, aber mächtig


Wenn das Kiefergelenk geschädigt ist, kann das ausstrahlen auf Auge, Ohr und ganze Bewegungsabläufe. Wie aber kann das sein? Zum einen ist das bedingt durch die räumliche Nähe, zum anderen kann, z. B. eine schwere Verspannung zu einer Fehlhaltung führen, die sich auf den ganzen Körper auswirkt. Lassen Sie sich das näher erklären!

Lage und Einfluss auf andere Körperregionen


Das Kiefergelenk liegt recht zentral im Gesichts- bzw. im Schädelbereich und hat viele Einflüsse auf den gesamten Körper und seine Funktionen. Angrenzende Körperregionen wie z.B. die Augen, Ohren, der Halswirbelsäulenbereich oder auch der vordere Hals und die Schultern sind über Muskeln und die zugehörigen Nerven direkt mit dem Kiefergelenk verbunden und können durch Störungen in der Kiefergelenksfunktion beeinträchtigt werden.

Wichtig

Eine Kiefergelenksstörung kann sich hinter anderen Beschwerden wie Kopf-, Gesichts- oder Zahnschmerzen, Sehstörungen oder auch Ohrproblemen verbergen.

Das führt häufig dazu, dass Kiefergelenksstörungen (sogenannte Cranio-Mandibuläre Dysfunktionen) nicht erkannt und deshalb auch nicht behandelt werden können. In der Tabelle auf ? Seite 11 sind mögliche Symptome (Krankheitszeichen) in den Körperregionen aufgeführt, die eine Kieferstörung hervorrufen kann. Diese Tabelle zeigt schon, welche umfangreichen Probleme vom Kiefergelenk ausgehen können. Natürlich ist es ebenso wichtig und erforderlich, bei entsprechenden Symptomen in einem dieser Bereiche einen Facharzt aufzusuchen und die Krankheitszeichen untersuchen zu lassen. Bei Sehstörungen etwa sollte ein Augenarzt untersuchen, ob es sich um eine Erkrankung der Augen handelt. Kann der Facharzt keine direkte Störung oder Erkrankung erkennen, ist eine gestörte Kiefergelenksfunktion als Ursache für die Beschwerden durchaus möglich.

Wenn man den neuesten medizinischen Untersuchungen zum Thema Kieferstörungen Glauben schenkt, sind immerhin bei über 70 % der Bevölkerung in Deutschland Symptome einer Kiefergelenksstörung zu finden. Bei 10 bis 15 % (mit steigender Tendenz) dieser Gruppe ist der Leidensdruck durch Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen so groß, dass eine Behandlung der Kiefergelenke erforderlich wird, um eine weitreichende Beeinträchtigung der Lebensqualität zu vermeiden. Weil Störungen der Kiefergelenksfunktion so unterschiedliche Krankheitszeichen haben, ist das auch eine der größten Schwierigkeiten, mit denen die Betroffenen und die beteiligten Ärzte zu kämpfen haben. Häufig sind die Symptome in anderen Körperregionen deutlicher oder intensiver zu finden, und es lässt sich kein direkt erkennbarer Zusammenhang zum Kiefergelenk herstellen. Deshalb muss man zuerst wissen, wonach man suchen muss.

Krankheitszeichen, die auf eine Kieferstörung hinweisen können.


Körperregion

Krankheitszeichen mit möglicher Beteiligung des Kiefergelenks

Kopf

  • Kopfschmerzen
  • Druckgefühl, Spannungsgefühl
  • Kribbeln
  • Schwindel

Gesicht

  • Gesichtsschmerzen
  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln

Kiefergelenk (lokal)

  • Kiefergelenkschmerzen
  • Mundsperre
  • Aufbissschmerz
  • Schmerzen bei direktem Druck
  • Kauschmerzen

Zähne

  • Zahnschmerzen

Augen

  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen)
  • verstärktes Tränen der Augen
  • verstärktes Druckgefühl hinter den Augen
  • Schwindel

Ohren

  • plötzlich auftretende Hörprobleme
  • Ohrgeräusche (Tinnitus: z. B. Rauschen, Pfeifen, Dröhnen, Summen usw.)
  • Schwindel

Hals

  • Schluckbeschwerden
  • vermehrt auftretende Heiserkeit
  • Kloßgefühl im Hals
  • raues Gefühl im Hals

Nacken

  • Verspannungen im Nacken
  • Nackenschmerzen
  • Bewegungseinschränkungen bei Kopfbewegungen (vor allem Drehbewegungen können sich steif zeigen)

Schulter

  • Schulterschmerzen
  • Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich
  • ausstrahlende Schmerzen von der Schulter in den Hals-Kopf-Bereich

WISSEN

Was ist eine CMD (Cranio-Mandibuläre Dysfunktion)?

Von einer sogenannten CMD spricht man bei Funktionsstörungen zwischen Ober- und Unterkiefer und an den beteiligten Muskeln und Nerven. Dabei können örtlich begrenzte Krankheitszeichen (lokale Symptome) oder auch Krankheitszeichen in entfernter gelegenen Körperabschnitten (entfernte Symptome) auftreten (vergleiche dazu die Tabelle oben). Das heißt, diese Funktionsstörungen können sich von Patient zu Patient (von Mensch zu Mensch) in verschiedener Art und Weise zeigen und auswirken.

Was kann das Gelenk stören?


Die Kiefergelenke stellen die bewegliche Verbindung von Oberkiefer und Unterkiefer dar, mit deren ungestörter Funktion der Mensch sprechen, essen und schlucken kann. Diese primären Funktionen werden durch eine optimal eingestellte Zusammenarbeit aller beteiligten Strukturen, wie z.B. der Muskeln und Nerven, aber auch der Zähne gewährleistet.

Wichtig

Wie in den meisten anderen Körperregionen wird auch die Funktion der Kiefergelenke häufig durch Überbeanspruchung oder direkte Verletzung gestört.

Eine lange andauernde Überbeanspruchung kann dabei die Funktionen genauso stören wie eine direkte Verletzung durch einen Unfall. Bei lange bestehenden Belastungen der Kiefergelenke drohen auch in diesem kleinen Gelenk verstärkte Abnutzungserscheinungen, die dann die Entstehung einer Arthrose und andere einschränkende Veränderungen begünstigen können. Auch werden dabei die umgebenden Muskeln und Nerven negativ in ihrer Funktion verändert. Solche Veränderungen werden unter anderem auch durch einen sogenannten Fehlgebrauch (Parafunktionen) begünstigt und beschleunigt. Dazu gehört z.B.

  • Zähneknirschen (die Zähne von Ober- und Unterkiefer schieben übereinander),
  • Zähnepressen (die Zähne werden stark aufeinander gepresst),
  • Wangen- und Lippenbeißen.
  • Wangen ansaugen.

Eine Kiefergelenksstörung (CMD) ist jedoch oft nicht nur durch eine einzelne Ursache oder einen einzigen Auslöser entwickelt. Das Kiefersystem ist eines der sensibelsten Systeme unseres Körpers und es reagiert auf kleinste Veränderungen. Jeder, der schon einmal ein kleines Stück Apfelschale (mit einer Stärke von etwa 0,1 Millimeter) zwischen den Zähnen stecken hatte, weiß, wie sehr dieses kleine Stück quälen kann. So existieren viele auslösende Faktoren, die das Kiefersystem negativ beeinflussen können – bzw. auch das Kiefergelenk stören – und die damit zum Entstehen von Funktionsstörungen in dieser Region beitragen oder bereits bestehende Fehlfunktionen aufrechterhalten können. Die wichtigsten Faktoren, die bei der Entstehung von gestörten Kieferfunktionen beteiligt sein können, sind in der Tabelle unten dargestellt.

Was die Kiefergelenke stark beansprucht oder verletzt.


Überbeanspruchungen

direkte Verletzungen

  • langes ungewohntes Kauen (auch durch exzessives Kaugummikauen)
  • langes ungewohntes Mundöffnen (z.B. bei längeren Zahnbehandlungen)
  • festes bzw. hartes Zubeißen, zu schnelle und zu große Unterkieferbewegungen (Mundbewegungen wie z.B. das Gähnen)
  • Knochenbrüche (Unterkieferbruch) als Unfall- oder Sturzfolge
  • Kapsel-, Bänderverletzungen durch extreme Belastungen (z.B. Sportverletzung: Ball an den Kopf bekommen oder im Kontaktsport: ein Schlag/Tritt an den Unterkiefer)
  • Muskelverletzungen (wie z.B. Zerrung,...
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