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Untersuchungen zu Sanierungsstrategien von Abwasserkanalnetzen und deren Auswirkungen auf Wertentwicklung und Abwassergebühren

AutorMartin Wolf
VerlagOldenbourg Industrieverlag GmbH
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl173 Seiten
ISBN9783835631175
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,90 EUR

In diesem Heft will man dem Leser den monetären Wert der Kanalnetze darstellen. Zur Erhaltung und Sicherstellung des Substanzwertes sind deshalb Sanierungsstrategien erforderlich, die über die reine Berücksichtigung der technischen und rechtlichen Anforderungen sowie die Substanzwertentwicklung berücksichtigen. Es werden unterschiedliche in der Praxis häufig anzutreffende Sanierungsstrategien untersucht. Ihre Auswirkungen im Hinblick auf Substanzwert-, Gebühren- und Sanierungsbudgetentwicklung werden ebenfalls hin untersucht Gleichzeitig werden die Wechselwirkungen aufgezeigt sowie Hinweise zum nachhaltigen Netzerhalt gegeben.

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Leseprobe

5.1 Einfluss des Sanierungsumfangs (S. 63-64)

5.1.1 Untersuchte Szenarien
Grundsätzlich sind nach DIN EN 752-5 [43] bei der Sanierung eines Kanalnetzes alle vorhandenen baulichen, hydraulischen und umweltrelevanten Defizite zu ermitteln, durch ganzheitliche Betrachtung im Sinne einer generellen Sanierungsplanung Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass vom Netzbetreiber lediglich die Beseitigung eines eingeschränkten Sanierungsumfangs angestrebt oder durchgeführt wird. Gründe dafür können sein:

Überforderung der finanziellen und/oder organisatorischen Kapazitäten, Einstufung von Defiziten als nicht vordringlich, Ignorieren von Defiziten.

Durch die Wahl des Sanierungsumfanges ergeben sich Auswirkungen auf die Verteilung der Sanierungsarten, Sanierungskosten und deren Entwicklung sowie Substanzwert- und Gebührenverlauf. Zur Analyse der Auswirkungen des gewählten Sanierungsumfangs wurden deshalb die in Tabelle 5.3 dargestellten Szenarien untersucht, wobei wegen der in den Netzen unterschiedlich vorhandenen Defizite nicht alle Szenarien an beiden Untersuchungsgebieten betrachtet werden konnten.

Der bauliche Schadensumfang orientierte sich an den Schadensklassen SK 1 bis 4. Bei eingeschränktem Sanierungsumfang (z. B. Behebung nur der Schadensklassen SK 1 und 2, SK1+2) wird das Ziel verfolgt, im Sinne der Gefahrenabwehr die Sanierung auf die Behebung dringendster Schäden (in kurzer Zeit) zu beschränken. Nur bei Netz A sind erhebliche Undichtheiten vorhanden, die über den optisch sichtbaren Schadensumfang hinausgehen. Hydraulische Defizite in nennenswertem Umfang sind ebenfalls nur bei Netz A vorhanden. Deshalb wurden die Untersuchungen des Einflusses der optisch nicht feststellbaren Undichtheiten sowie der hydraulischen Defizite nur an Netz A durchgeführt.

Bei den Varianten ohne weitergehende Bearbeitung (SK-Szenarien) erfolgte die Wahl des Sanierungsverfahrens ausschließlich auf der Grundlage der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Im Gegensatz dazu wurden bei den GSP-Szenarien weitergehende Einflüsse und Defizite bei der Wahl der Sanierungsart berücksichtigt. Es wurden zusätzlich zum Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsberechungen Nachbarhaltungen, Projektkostenbarwertdifferenzen sowie detaillierte örtliche Randbedingungen, soweit verfügbar, eingearbeitet. Bei Netz A wurde im Rahmen der GSP zudem eine Mehrspartenstrategie (s. Kapitel 2.1.4.4) verfolgt, bei der eine Abstimmung der Sanierungsart mit den Spartenbetreibern Strom und Wasser erfolgte. Durch die Gegenüberstellung der SK- mit den GSP-Szenarien soll der Einfluss der Bearbeitungsschritte in der GSP ermittelt werden.

Zusätzlich wurde das Szenario „keine Maßnahmen" ermittelt, bei dem angenommen wird, dass keinerlei Sanierungen durchgeführt werden und das Kanalnetz auf Grund des Alterseinflusses bei der Substanzwertbestimmung an Wert verliert.

Unter Berücksichtigung des vollständigen Schadensumfanges (SK1-4), der optisch nicht feststellbaren Undichtheiten, ggf. vorhandener hydraulischer Defizite sowie weiterer Belange (z.B. Mehrspartenstrategie) wurden haltungsweise die zustandsabhängigen Nutzungsdauern sowohl für defizitäre als auch für nicht-defizitäre Haltungen ermittelt (s. Kapitel 4.1.2.3) .Sie bilden, unabhängig vom untersuchten Sanierungsumfang, die Grundlage für die Auswertungen. Mit den erarbeiteten Sanierungskonzeptionen (GSP-Szenarien) bzw. den neu ermittelten Konzeptionen (SK-Szenarien) liegen Informationen über durchzuführende Maßnahmen, Sanierungskosten, Zeitpunkte von ggf. notwendigen Wiederholungen von Maßnahmen und Zeitpunkt der Außerbetriebnahme von Haltungen (Erneuerung, ggf. Erweiterung oder Neubau bzw. Reinvestition) vor. Damit sind alle Voraussetzungen gegeben, um die künftige Entwicklung einer Haltung und die daraus entstehenden Kosten zu beschreiben.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort4
Inhaltsverzeichnis6
1 Einleitung10
2 Grundlagen und Stand der Wissenschaft12
2.1 Definitionen, einschlägige Normen und bisherige Praxis12
2.1.1 Entwässerungssystem12
2.1.2 Anwendungsbereich12
2.1.3 Sanierung13
2.1.3.1 Definition und Anforderungen13
2.1.3.2 Sanierungsarten und -verfahren15
2.1.3.3 Ganzheitliche generelle Sanierungsplanung (GSP)16
2.1.4 Sanierungsstrategien18
2.1.4.1 Gebietsbezogene Strategie19
2.1.4.2 Substanzwertstrategie20
2.1.4.3 Zustandsstrategie20
2.1.4.4 Mehrspartenstrategie20
2.1.4.5 Funktionsbedingte Strategie21
2.1.4.6 Feuerwehrstrategie21
2.1.5 Wert des Kanalnetzes21
2.1.5.1 Wiederbeschaffungszeitwert (WBW)21
2.1.5.2 Anschaffungskosten oder Herstellkosten (AHK)22
2.1.5.3 Restbuchwert (RBW)23
2.1.5.4 Substanzwert (SW) und Verkehrswert (VW)23
2.1.5.5 Allgemeine Grundsätze zur Wertermittlung24
2.1.6 Nutzungsdauer (ND)25
2.1.6.1 Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (NDbetr)25
2.1.6.2 Kalkulatorische Nutzungsdauer (NDkalk)26
2.1.6.3 Technische Nutzungsdauer (NDtechn)26
2.1.6.4 Wirtschaftliche Nutzungsdauer (NDwirtsch)26
2.1.6.5 Verfahrenstechnische Nutzungsdauer (NDverf)27
2.1.6.6 Zustandsabhängige Nutzungsdauer (NDzust)27
2.1.6.7 Nutzungsdauer der Sanierungsverfahren (NDSan. Verf)27
2.1.7 Gebührenkalkulation29
2.1.7.1 Betriebs- und Investitionskosten29
2.1.7.2 Kalkulatorische Kosten31
2.1.7.3 Abwassergebühr32
2.2 Zustand der Kanalisation und Handlungsbedarf32
2.3 Stand der Wissenschaft34
2.3.1 Zustandsprognosemodelle34
2.3.2 Zustandsbewertung37
2.3.3 Nutzungsdauer38
2.3.4 Substanzwertprognosen39
2.3.5 Schlussfolgerungen aus dem Stand der Wissenschaft39
2.4 Datengrundlage40
2.4.1 BMBF-Verbundforschungsprojekt KANSAS40
2.4.2 Verwendete Informationen42
2.4.3 Ausgewählte Untersuchungsgebiete43
3 Zielsetzung44
4 Modellentwicklung46
4.1 Ansatz46
4.1.1 Substanzwertermittlung46
4.1.2 Zustandsabhängige Nutzungsdauer48
4.1.2.1 Ermittlung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer50
4.1.2.2 Ermittlung der verfahrenstechnischen Nutzungsdauer52
4.1.2.3 Haltungen ohne Defizite53
4.1.3 Abwassergebühren55
4.2 Entwicklung des EDV-Programms INKA60
4.2.1 Benötigte Ausgangsdaten und Schnittstellen60
4.2.2 Zeitliche Umsetzung61
4.2.3 Berechnung62
4.2.4 Ergebnisse64
4.3 Bewertung des Substanzwertes64
5 Variantenuntersuchungen66
5.1 Einfluss des Sanierungsumfangs68
5.1.1 Untersuchte Szenarien68
5.1.2 Verteilung der Sanierungsarten70
5.1.3 Sanierungskosten72
5.1.4 Substanzwertverlauf73
5.1.5 Kostenverläufe77
5.1.6 Gebührenverläufe80
5.1.7 Vergleich und Bewertung83
5.2 Einfluss der Netzdefizite84
5.3 Einfluss der Strategie zur Auswahl der Sanierungsart86
5.3.1 Untersuchte Szenarien86
5.3.2 Sanierungskosten88
5.3.3 Substanzwertverlauf89
5.3.4 Kostenverläufe90
5.3.5 Gebührenverläufe93
5.3.6 Vergleich und Bewertung95
5.4 Werterhöhung durch Reparaturen und Renovierungen96
5.5 Einfluss der zeitlichen Umsetzung99
5.5.1 Untersuchte Szenarien99
5.5.2 Substanzwert- und Gebührenverlauf99
5.5.3 Vergleich und Bewertung101
5.6 Maßnahmen zur Werterhöhung102
5.6.1 Untersuchte Szenarien102
5.6.2 Substanzwert- und Gebührenentwicklung104
5.6.3 Vergleich und Bewertung106
5.7 Einfluss der Nutzungsdauer106
5.7.1 Vorgehensweise106
5.7.2 Vergleich unterschiedlicher Nutzungsdauern für ungeschädigte Kanäle107
5.7.3 Berücksichtigung des Kanalzustandes108
5.7.4 Differenzierter Ansatz109
5.7.5 Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer111
6 Schlussfolgerungen für die Anwendung115
6.1 Bewerten des Substanzwertverlaufes115
6.2 Substanzwertberechnung als Kontroll- und Regelinstrument117
6.2.1 Sanierungszeiträume und -budgets118
6.2.2 Defizite und Sanierungsumfang120
6.2.3 Auswahl der Sanierungsart122
6.3 Empfehlung zur Substanzwertstrategie124
6.4 Netzverkauf / Netzkonzessionen125
6.5 Sonderabschreibungen und betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer125
6.6 Generelle Sanierungsplanung als Grundlage zum Substanzwertmodell126
7 Diskussion127
7.1 Berücksichtigung der Schadensentwicklung und Netzalterung127
7.2 Berücksichtigung der Kanaldichtheit128
7.3 Ermittlung der Nutzungsdauer ungeschädigter Kanäle129
7.4 Gebührenberechnung130
7.5 Interventionspunkte131
7.6 Betrachtungshorizont und Prognosegenauigkeit131
7.7 Preissteigerung132
8 Zusammenfassung und Ausblick134
8.1 Anlass und Zielsetzung134
8.2 Modellaufbau und Umsetzung135
8.3 Untersuchte Szenarien136
8.3.1 Einfluss des Sanierungsumfanges136
8.3.2 Einfluss der Netzdefizite137
8.3.3 Einfluss der Strategie zur Verfahrensauswahl137
8.3.4 Einfluss von Reparatur und Renovierung auf die Wertentwicklung138
8.3.5 Einfluss der zeitlichen Umsetzung139
8.3.6 Möglichkeiten einer gezielten Werterhöhung des Kanalnetzes139
8.4 Einfluss der Nutzungsdauer ungeschädigter Haltungen140
8.5 Anwendungsmöglichkeiten140
8.6 Ausblick142
Abkürzungsverzeichnis144
Literaturverzeichnis148
Abbildungsverzeichnis154
Tabellenverzeichnis158
Anhangverzeichnis159

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