Sie sind hier
E-Book

Verhandlungsmoral als Folge von Individualisierung

AutorJulia Knauer
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2004
Seitenanzahl13 Seiten
ISBN9783638283571
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis3,99 EUR
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Soziologie - Kinder und Jugend, Note: 1,7, Universität Leipzig (Soziologie), Sprache: Deutsch, Abstract: In der vormodernen Gesellschaft waren Frau und Mann voneinander abhängig. Sie bildeten eine Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft, die sogenannte Produktionsfamilie. Die Familie lebte in einem Haus. Jedes Mitglied hatte seinen Platz und Aufgabe mit der er betraut war. Sie alle arbeiteten nicht für sich, sondern ihr Tun war dem großen Ziel, ihre Existenz zu erhalten, unterstellt. Es war eine engverbundene Gemeinschaft, mit wenig Raum für Privates. In diesem Zusammenhang war die vorindustrielle Familie eher eine Notgemeinschaft, zusammengehalten durch zwanghafte Solidarität. Mit beginnender Industrialisierung verlor die Familie ihre Produktionsaufgabe. Die kleinen Bauern wurden von ihrem Land , das sie ernährte, freigesetzt, und mussten sich nach Arbeit in Fabriken umsehen. Arbeits- und Wohnplatz wurden getrennt, die traditionellen Bindungen aufgelöst. Es entstand die bürgerliche Kleinfamilie, und somit auch die traditionelle Ehe. Der Mann wurde zum Ernährer der Familie und die Frau war für Haushalt und Kinder zuständig. Folglich kam eine neue Art der Abhängigkeit der Ehepartner zustande: die Frau wurde abhängig vom Geld ihres Mannes, und der Mann brauchte sie zur Haushaltsführung und Versorgung um funktionsfähig und leistungsbereit zu sein. Der Familienzusammenhalt blieb durch die permanente Unterdrückung der Rechte der Frau gewahrt, während sich der Mann individuell beruflich entfalten konnte, durfte sie dies nicht. Man kann dies auch als halbierte Moderne bezeichnen. Der Zwang zur Gemeinschaft blieb in veränderter Weise bestehen. ( Beck/ Beck-Gernsheim 1994: 120/121 ) Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts verlor die Familie, entstanden durch den steigenden Wohlstand und die technische Weiterentwicklung, auch zunehmend die Versorgungsfunktion. Kindertagesstätten wurden eingerichtet, Fast-Food-Ketten eröffnet, Fernheizung eingeführt und dies alles erleichterte das alltägliche Leben. ( Schmidt 1996: 32-36 ) Mit der zunehmenden Entfunktionalisierung wird immer größerer Wert auf die gefühlsbetonte Seite des Zusammenlebens zweier Menschen gelegt. Das 'Aufeinanderangewiesensein' entfiel zunehmend, und somit ging der wirtschaftliche Hauptinhalt der damaligen Beziehungen verloren. Diese Tendenz wurde durch die Tatsache unterstützt, dass es seit den 60iger Jahren auch in immer größer werdendem Maße Frauen möglich war, sich beruflich und privat frei zu entfalten, wenn auch noch immer in einem anderen Umfang als Männer dies tun. [...]

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Blick ins Buch

Weitere E-Books zum Thema: Management - Wirtschaft - Coaching

Theater, Krise und Reform

E-Book Theater, Krise und Reform

Theater, Krise und Reform gibt einen Überblick über die aktuelle Situation der deutschen Theater, ihrer Krisen und Entwicklungsoptionen. Es beschreibt den Übergang vom hierarchisch organisierten ...

Wissen, was Recht ist

E-Book Wissen, was Recht ist

Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Martin MorlokPeter Stegmaier (Dr. phil.) ist Assistant Professor am Department of Science, Technology, and Policy Studies, School of Managment and Governance an der ...

Weitere Zeitschriften

ARCH+.

ARCH+.

ARCH+ ist eine unabhängige, konzeptuelle Zeitschrift für Architektur und Urbanismus. Der Name ist zugleich Programm: mehr als Architektur. Jedes vierteljährlich erscheinende Heft beleuchtet ...

Arzneimittel Zeitung

Arzneimittel Zeitung

Die Arneimittel Zeitung ist die Zeitung für Entscheider und Mitarbeiter in der Pharmabranche. Sie informiert branchenspezifisch über Gesundheits- und Arzneimittelpolitik, über Unternehmen und ...

Ärzte Zeitung

Ärzte Zeitung

Zielgruppe: Niedergelassene Allgemeinmediziner, Praktiker undInternisten.Charakteristik: Die Ärzte Zeitung liefert 3 x pro Woche bundesweitan niedergelassene Mediziner den ...

BMW Magazin

BMW Magazin

Unter dem Motto „DRIVEN" steht das BMW Magazin für Antrieb, Leidenschaft und Energie − und die Haltung, im Leben niemals stehen zu bleiben.Das Kundenmagazin der BMW AG inszeniert die neuesten ...

Card Forum International

Card Forum International

Card Forum International, Magazine for Card Technologies and Applications, is a leading source for information in the field of card-based payment systems, related technologies, and required reading ...

DSD Der Sicherheitsdienst

DSD Der Sicherheitsdienst

Der "DSD – Der Sicherheitsdienst" ist das Magazin der Sicherheitswirtschaft. Es erscheint viermal jährlich und mit einer Auflage von 11.000 Exemplaren.Der DSD informiert über aktuelle Themen des ...

VideoMarkt

VideoMarkt

VideoMarkt – besser unterhalten. VideoMarkt deckt die gesamte Videobranche ab: Videoverkauf, Videoverleih und digitale Distribution. Das komplette Serviceangebot von VideoMarkt unterstützt die ...