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Vom Nehmen und Genommenwerden

Für eine neue Beziehungserotik

AutorDoris Christinger, Peter A. Schröter
VerlagPiper Verlag
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl288 Seiten
ISBN9783492950770
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis10,99 EUR
Begehren und begehrt werden, geben und nehmen, genießen und verwöhnen - die Facetten der Lust entstehen immer durch ein Spiel von Nähe und Distanz. Die Sexual- und Paartherapeuten Doris Christinger und Peter A. Schröter sehen in der Öffnung für wahre Weiblichkeit und Männlichkeit den Schlüssel zu einer erfüllenden Sexualität. Ein Buch, das Mut macht, sexuelle Fantasien zu leben und sich beim Sex lustvoll (ver)führen zu lassen.

Doris Christinger, geboren 1953, diplomierte Paar-, Sexual- und Körperpsychotherapeutin mit tantrischem Schwerpunkt, arbeitet seit 1988 in eigener Praxis. 1990 gründete sie die erste und einzige Liebesschule für Frauen im deutschsprachigen Raum. Zudem leitet sie zusammen mit ihrem Partner Peter Schröter in Zürich ein Institut für Persönlichkeitsentfaltung und Sexualtherapie, das Institut S+C Persönlichkeitstraining. Zuletzt erschien von ihr 'Vom Nehmen und Genommenwerden. Für eine neue Beziehungserotik' (gemeinsam mit Peter A. Schröter).

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Leseprobe

Feminin und Maskulin – das Spiel der Polariät

Yin und Yang – Die treibenden Kräfte für heißen Sex

Nach der Phase der Leidenschaft kommt es in der Regel zu einer Abkühlung. Neben dem Bedürfnis nach hemmungslosem Sex verspüren wir den Wunsch nach Geborgenheit, Verbindlichkeit und Nähe. Das Bedürfnis nach Intimität schiebt sich jetzt in den Vordergrund und überdeckt immer mehr die Leidenschaft. Doch Intimität und heißer Sex schließen einander nicht aus. Wir können das feurige Lieben weiterhin genießen – wenn wir das Spiel der Polarität kennen und die Urkräfte von Mann und Frau nutzen. Das ist das Geheimnis, heißen Sex mit Intimität zu verbinden.

Die Welt, in der wir leben, basiert auf dem kosmischen Prinzip der Polarität. Leben auf der Erde wäre ohne dieses Gesetz unmöglich. Jeder noch so kleine Baustein der Welt beruht auf der Anziehung zweier Pole gegensätzlicher Ladung. Das Universum fiele augenblicklich in sich zusammen, würden die Pole miteinander verschmelzen. Es gäbe keine Bewegung, keine Dynamik, kein Leben mehr. Es ist wie beim elektrischen Strom: Dieser kann bekanntlich nur zwischen dem Plus- und dem Minuspol fließen. Der Pluspol gibt Energie ab, der Minuspol zieht Energie an. Wir sprechen von der Anziehung zwischen Yin und Yang, dem Geheimnis von Starkstromsex.

Yin ist der feminine, aufnehmende Aspekt, Yang der maskuline, abgebende. Das Yin-Yang-Symbol veranschaulicht diese Polarität über eine helle und eine dunkle Seite. Doch jede Hälfte trägt in sich einen Punkt in der jeweils anderen Farbe. Yin und Yang existieren also nie in einer Reinform. Beide tragen einen Anteil des anderen Pols in sich. Yin und Yang sind gleichwertig und bedingen einander. Ist Yang voll, entleert es sich in das Yin, bis dieses wiederum voll ist, und wenn dieses voll ist, entleert es sich wieder zurück in das Yang. Es ist ein fließendes, dynamisches Wechselspiel der Energien.

Dieses Wechselspiel ist uns aus vielen Lebensbereichen vertraut: Auf das Ausatmen folgt das Einatmen, auf die Spannung die Entspannung, auf das Vorpreschen das Zurückziehen. Und was für das Leben generell gilt, gilt auch für Liebe und Sexualität. Wenn Mann und Frau zusammen sind, begegnet das Maskuline dem Femininen. Wenn wir die Energie zwischen dem aktiv-abgebenden und dem passiv-rezeptiven Pol fließen lassen, entsteht das pulsierende Spiel aus Lust, Erregung und Leidenschaft. Das ist die Grundlage der Anziehung zwischen Mann und Frau, zwischen den beiden archetypischen Kräften des Maskulinen und Femininen. Wenn der Mann mit seiner phallischen Kraft verbunden ist und ganz zu Yang wird und seine Partnerin mit ihrer vulvischen Kraft verbunden ist und ganz Yin wird, finden beide den Weg zu einem erfüllten, ekstatischen, leidenschaftlichen Sex, zum feurigen Lieben.

Herausforderung – Der Weg des Maskulinen

Frauen und Männer, beide tragen eine maskuline Seite in sich. Sie als Leserin werden sicherlich einige Aspekte des Maskulinen wiedererkennen, auch wenn es sich Ihnen anders zeigen wird – eben, weil Sie eine Frau sind.

Die Energie des Maskulinen bewegt sich von oben nach unten, vom Himmel durch den Körper in die Erde, vom Geist über die Gefühle zu den Empfindungen. Es ist der Weg des Geistes, der die Materie berührt und befruchtet. Archetypische Qualitäten des Maskulinen sind Bewusstsein, Präsenz, Führung, Achtsamkeit und Zielgerichtetheit.

Präsenz bedeutet, ganz im Augenblick zu sein, konzentriert und gleichzeitig entspannt. Übernimmt der Mann die Führung, dann besitzt er den Mut, Risiken einzugehen und sich dem Wagnis neuer Aufgaben zu stellen. Um präsent zu bleiben und seine Ziele zu verfolgen, braucht er Wachheit und Klarheit. Wenn er konsequent seinen Weg geht, zeigt der Mann Verantwortung und Zivilcourage. Er gewinnt an Ausstrahlung und natürlicher Autorität. Das Maskuline sucht die Herausforderung, denn es wächst am Widerstand, will Grenzen verschieben und überwinden. Letztendlich sucht der Mann Freiheit und Ungebundenheit, Frieden und Leere. Auf der körperlich-sexuellen Ebene will sich das Maskuline entleeren, auf der energetisch-psychischen Ebene strebt es nach Entspannung, Offenheit und Weite. Wenn wir entspannt sind, haften wir weniger an den Gedanken, sondern lassen sie einfach weiterziehen. Bis das Maskuline diesen Zustand erreicht hat, ist sein Weg jedoch von erbitterten Konkurrenzkämpfen und Wettbewerb geprägt.

Aggression ist zunächst nichts anderes als die Fähigkeit, sich tatkräftig auf etwas zuzubewegen, um es sich zu nehmen. Alle Menschen brauchen diese Fähigkeit, um zu überleben. Solange der Mann jedoch seine Aggressionen ungefiltert auslebt, berührt seine maskuline Kraft die negativen Seiten der Aggression. Das Maskuline äußert sich dann in Zwanghaftigkeit, Besessenheit, Perfektion, Macht, Gewalt und Krieg. Diese dunkle Seite des Maskulinen macht vielen Männern verständlicherweise Angst. Wird sie jedoch einfach nur verdrängt oder abgelehnt, dann schlägt das Pendel zur andern Seite aus. Die Angst vor der eigenen Zerstörungskraft äußert sich jetzt in Schwäche. Er wird überkorrekt, angepasst, nimmt sich zurück und kastriert sich praktisch selbst. Kurzum, er wird zu einem sanften Mann.

Auf der sexuellen Ebene hat dies einen hohen Preis. Das Maskuline will eindringen, penetrieren und ist somit von Natur aus eher aggressiv. Verleugnet der Mann im Liebesleben diese Aggression, verliert er zugleich seine phallische Kraft. Er ist seiner Frau dann mehr ein Bruder als ein feuriger Liebhaber. Will ein Mann also heißen Sex haben, muss er sich seiner phallischen Kraft und somit seiner aggressiven Anteile bewusst werden. Das bedeutet jedoch, zwischen Aggression und Gewalt zu unterscheiden, um diese leidenschaftliche Energie kontrolliert ins Liebesleben einfließen zu lassen. Denn Aggression ist Lebenskraft pur, wenn sie gezügelt und gelenkt wird. Gelingt es ihm, sie für sich zu nutzen, hat er wieder Zugang zu einer Kraftquelle, die ihm zuvor noch Angst einflößte. Ist der Mann in seiner phallischen Kraft, dann ist er authentisch, strahlt eine natürliche Autorität aus und setzt seine Träume und Visionen in die Tat um. Gleichzeitig ist er einfühlsam und stark – er ist »in Liebe«. Im Austausch mit seiner Partnerin fürchtet er nicht mehr, vom Femininen überwältigt oder überflutet zu werden. Er ruht in seiner maskulinen Mitte, ohne Angst vor dem Weiblichen, aber auch ohne den Drang, die Frau mit seiner animalischen, aggressiven Natur zu vergewaltigen. Er kann seine Partnerin nehmen und weiß, dass sie ihn genau dafür liebt. Der Verbindung mit seiner femininen Herzenskraft steht nun nichts mehr im Wege.

Hingabe – Der Weg des Femininen

Der Weg des Femininen ist der Weg der Hingabe, und auch wenn wir ihn am Beispiel der Frau beschreiben, werden Sie als Leser einiges davon in sich entdecken können. Doch weil Sie ein Mann sind, wird sich das Feminine natürlich auf eine etwas andere Weise zeigen.

Die Energie des Femininen bewegt sich von unten nach oben, von der Erde durch den Körper in den Himmel, von den Empfindungen über die Gefühle in den Geist. Archetypische Qualitäten des Femininen sind Eros, Liebe, Mitgefühl, Intuition, das Wissen um die großen Mysterien von Geburt, Leben und Tod. Das Feminine ist reine Lebenskraft, ist Strahlen, Anmut, Lebensfreude, Schönheit, Wildheit, Ekstase. Wir erkennen es aber auch in Mütterlichkeit, Empfänglichkeit, Liebe, Entspannung und Öffnung. Es zeigt sich sinnlich, nährend, gebärend, genussvoll, aber auch wild, hemmungslos und chaotisch. Das Feminine will Liebe empfangen und schenken, es will sich absolut hingeben, ohne Angst, ohne Wenn und Aber, denn es ist dem Leben tief im Sein verbunden.

Der Weg der Hingabe führt durch das Hier und Jetzt. Das Feminine kennt nur den Augenblick. Es will atmen, sich bewegen, sich verströmen, alles berühren. Es sehnt sich danach, alles mit seiner Strahlkraft zu erreichen, zärtliche Lust zu verströmen, zu verführen und zu locken. Es will nicht haben oder besitzen, es will einfach nur sein.

Das Feminine sucht nach der Liebe, doch wenn es unbewusst gelebt wird, dann bettelt es förmlich nach Zuwendung und Anerkennung. Es tut alles, um die Sehnsucht nach Liebe zu stillen. Liebt er mich, oder liebt er mich nicht? Das ist die Kernfrage des »unerlösten« Femininen. Das Feminine zeigt sich dann von seiner hässlichen Seite: spinnt Intrigen, sinnt auf Rache, manipuliert und zerstört. »Hüte dich vor dem Zorn einer verschmähten Frau«, lautet ein orientalisches Sprichwort. Wird sich die Frau der zerstörerischen Kraft des unerlösten Femininen nicht bewusst, wächst ihre Sehnsucht nach Hingabe und bleibt doch unerfüllt. Sie möchte sich öffnen, aber ohne Risiko, ohne Schmerz und Verletzungen. So öffnet sie sich immer wieder nur wenig, ohne die Kontrolle aufzugeben. Sie stellt Bedingungen, um Risiken auszuschließen, sie verweigert sich, manipuliert und straft. Dies führt in einen unaufhörlichen Kreislauf von Öffnen und Sich-Verschließen, der für beide Partner äußerst anstrengend ist und am Ende beide verletzt...

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