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E-Book

Wie man sie alle rumkriegt!

Andere überzeugen in den Zeiten von Fake News

AutorScott Adams
VerlagRedline Verlag
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl240 Seiten
ISBN9783962670054
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis13,99 EUR
Man mag vom Mann mit der irren Föntolle halten, was man will - er ist erstaunlicherweise von vielen Menschen gewählt worden. Und nicht etwa, weil er die besten Argumente und die beste Mannschaft hätte oder ein netter Kerl wäre. Oder weil er Worte wie 'bigly' populär machte. Nein, er ist schlicht ein meisterhafter Beeinflusser, wie es nur alle Generationen einen gibt. Unabhängig von allen Fehlern, alternativen Fakten und fragwürdigen Tweets: Er weiß, was seine Leute hören wollen, er drückt die richtigen Knöpfe und setzt auf Emotionen statt auf Fakten. Wer anders als der Dogbert-Schöpfer Scott Adams weiß, wie man selbst auch zum großen Beeinflusser wird? Er liefert humorvoll und absolut praxistauglich nichts weniger als das Admin-Passwort zur menschlichen Psyche.

Scott Adams wurde nach 17 Jahren schnöden Angestelltendaseins zum Schöpfer eines der beliebtesten Comics aller Zeiten - von Dilbert, Dogbert & Co. Doch der erfolgreiche Comic-Zeichner ist zudem gelernte Hypnotiseur und weiß, wie man die Massen erreicht. Von ihm sind im Redline Verlag u.a. Das Dilbert-Prinzip und Die Kunst des erfolgreichen Scheiterns erschienen.

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WIE MAN SIE ALLE RUMKRIEGT!


EINLEITUNG (IN DER ICH SIE AUF DEN REST VORBEREITE)


Ich bin ausgebildeter Hypnotiseur.

Und jetzt erzähle ich Ihnen vom gruseligsten Jahr meines Lebens. Es war zwischen Juni 2015 und November 2016. Okay, das ist etwas mehr als ein Jahr.

Alles, was Sie in diesem Buch lesen werden, entspricht der Wahrheit, soweit ich weiß. Ich gehe nicht davon aus, dass Sie alles davon glauben. (Wer würde das schon?) Aber ich verspreche, dass es stimmt, nach bestem Wissen und Gewissen.

Ich habe jahrzehntelang darauf gewartet, die in diesem Buch enthaltene Botschaft zu vermitteln. Ich habe gewartet, weil die Welt noch nicht bereit dafür war, aber auch weil der Sender - also meine Wenigkeit - nicht die Fähigkeit besaß, sie richtig zu vermitteln. Die Geschichte war zu schwer zu erzählen. Doch sie war wichtig, und sie musste erzählt werden.

Also wartete ich.

Und lernte.

Und übte.

Und wartete noch ein bisschen.

Und dann passierte es.

Am 16. Juni 2015 fuhr Donald J. Trump mit einem goldenen Aufzug den Trump Tower abwärts bis in die Lobby, wo er seine Kandidatur für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten verkündete. Wie die meisten Beobachter damals begriff ich nicht ganz, was ich da sah. Erst bei der ersten Wahldebatte der Republikaner realisierte ich, was sich vor unseren Augen abspielte. Trump war kein normaler Politiker. Er war nicht mal ein normaler Geschäftsmann. Genau genommen war er in keinem Sinne des Wortes normal.

Trump ist das, was ich einen Meister der Überzeugung nenne. Das bedeutet, dass er eine waffenartige Überzeugungskraft besitzt. Wegen meines diesbezüglichen Hintergrunds erkannte ich seine Talente schon frühzeitig, und nachdem ich ihn während des Wahlkampfs in Aktion erlebt habe, muss ich sagen, dass Trump der überzeugendste Mensch ist, den ich jemals beobachtet habe.

Präsident Trump trug all diese Überzeugungsfähigkeit ins Weiße Haus, wo er nach Aussagen seiner Unterstützer eine Menge vorangebracht hat und nach Aussagen seiner Kritiker nicht. Die Unterstützer verwiesen auf einen Rückgang der illegalen Einwanderung, einen starken Aktienmarkt (zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Buchs), ein großes Verbrauchervertrauen, Fortschritte im Kampf gegen den IS, einen soliden Kandidaten für den Obersten Gerichtshof und eine unerwartet starke Außenpolitik. Kritiker erkannten »Chaos« in der Verwaltung, langsame Fortschritte in der Reform des Gesundheitswesens und möglicherweise irgendwelche ruchlosen Russland-Connections.

Die Kritiker von Präsident Trump (und von mir) fragten mich, wie ich den Präsidenten als Meister der Überzeugung bezeichnen könne, wo doch seine Wertschätzung durch die Öffentlichkeit im Keller sei. Die knappe Antwort lautet, dass diese geringen

Unterstützungswerte ihn nicht daran gehindert haben, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Gemäß seiner Unterstützer haben sie ihn auch nicht daran gehindert, seinen Aufgaben gerecht zu werden. Alles, was er dazu brauchte, war seine Überzeugungskraft, kombiniert mit der Macht der Präsidentschaft. Denken Sie daran, dass die Ablehnung von Trumps Stil und Persönlichkeit eine soziale Anforderung für Menschen ist, die sich eine zivilere Welt wünschen. Wirksamkeit und Überredungskunst sind zwei verschiedene Dinge.

Aber jetzt kommt das Lustige: Ich glaubte auch, dass Trump - der Meister der Überzeugung - weitaus mehr tun würde, als nur die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Ich erwartete, dass Trump ein Loch in die Realität reißen würde, durch das wir eine tiefer liegende Wahrheit über die menschliche Erfahrung erspähen könnten.

Und genau das hat er getan - aber nicht jeder hat es bemerkt. Deshalb habe ich es zum Thema dieses Buchs gemacht.

Die allgemeine Meinung, die von den meisten Menschen geteilt wird, besagt, dass es eine objektive Realität gibt, und wir Menschen können diese Realität durch die rigorose Anwendung von Fakten und Vernunft verstehen. Diese Weltsicht geht davon aus, dass einige Menschen bereits eine Art tatsachenbasierte Erkenntnis erlangt haben, die mit Wissenschaft und Logik übereinstimmt, und dass sie uns anderen zu helfen versuchen, die Welt auf die »richtige« Art zu sehen. Soweit ich das beurteilen kann, wird diese Interpretation der Welt von den meisten Menschen geteilt. Der einzige Haken an dieser Weltsicht ist, dass wir alle glauben, wir wären die Erleuchteten. Und wir nehmen an, diejenigen, die nicht mit uns einig sind, bräuchten einfach bessere Fakten und vielleicht bessere Gehirne, um uns Recht zu geben. Dieser Lebensfilter macht die meisten von uns glücklich - weil wir uns selbst als die Klugen betrachten - und ist gut dazu geeignet, die Zukunft zu prognostizieren, aber nur weil der Bestätigungsfehler (also unsere Neigung, Informationen als Bestätigung unserer

Sichtweise zu interpretieren) die Zukunft so darstellt, wie wir sie sehen wollen, im angemessenen Rahmen.

Ich sah, dass Trumps Präsidentschaftskandidatur den »angemessenen« Teil unseres Realitätsverständnisses verändern würde, und zwar sehr. Ich wusste, dass die Überredungskünste des Kandidaten Trump die Fähigkeit der Allgemeinheit, das Gesehene zu begreifen, auslöschen würden, weil ihre Beobachtungen nicht mit ihrer mentalen Vorstellung einer rationalen Welt übereinstimmten. Es würde ein Wandel stattfinden vom Glauben - mit absoluter Gewissheit -, dass »dieser Clown unmöglich gewinnen kann«, hin zu einem »Hallo, Präsident Trump«. Für diesen Wandel musste jeder Film, der in den Köpfen der Öffentlichkeit gespielt wurde, neu gedreht werden. Um es einfach auszudrücken: Trumps einzige Möglichkeit zu gewinnen bestand darin, dass alles falsch war, was seine Kritiker über die wahre Beschaffenheit der Realität begriffen hatten.

Dann gewann Trump.

Das ist es, was ich mit »ein Loch in die Realität reißen« meine. Stellen Sie es sich als den Moment vor, in dem Ihre komplette Weltsicht sich vor Ihren Augen in Nichts auflöst und Sie sie von Grund auf neu errichten müssen. Als geschulter Rhetoriker fand ich diese Situation unbeschreiblich aufregend. Und viele würden sich mir zugesellen, sobald die Leute erst mal realisierten, was da geschah.

Ich helfe Ihnen, das Loch zu finden, das Trump durch das Universum geschlagen hat, damit Sie gemeinsam mit mir auf die andere Seite schauen können. Schnallen Sie lieber Ihr Gehirn an - das wird nötig sein.

Ehe wir fortfahren, muss ich Ihnen sagen, dass Trumps politische Aussagen während des Wahlkampfs nicht mit meinen politischen Vorlieben übereinstimmen. Ebenso wenig stimmt meine Sichtweise mit Clintons politischen Aussagen im Wahlkampf überein. Ich weiß, das ist schwer zu glauben, deshalb muss ich Ihnen ein paar Beispiele geben, um es näher zu erläutern. Dieser kleine Schlenker ist notwendig, damit Sie meine politische Einstellung beurteilen können. Das ist wichtiger Kontext, denn die Botschaft ist immer an den Sender gekoppelt. Wenn Sie ein regelmäßiger Leser meines Blogs sind, können Sie diesen Teil wahrscheinlich überspringen.

Ich bezeichne mich selbst als ultraliberal, und damit meine ich, dass die Liberalen mir zu konservativ sind. Hier ein paar Beispiele:

Allgemein betrachtet wollen die Konservativen die Abtreibung verbieten, während die Liberalen wollen, dass sie legal bleibt. Ich gehe einen Schritt weiter und sage, dass Männer von dieser Frage Abstand nehmen und in Sachen Fortpflanzungsmedizin die Führung den Frauen überlassen sollten. (Natürlich sollten Männer weiterhin am Gespräch über ihr eigenes Geld beteiligt sein.) Frauen tragen die Hauptlast der menschlichen Fortpflanzung, einschließlich aller beruflichen Nachteile, und das schließt sogar Frauen ein, die gar nicht die Absicht haben, Kinder zu bekommen. Mein persönlicher Sinn für Moral besagt, dass diejenigen, die die größte Verantwortung für wichtige soziale Ergebnisse tragen, auch die größte Entscheidungsgewalt haben sollten. Meine männliche Sichtweise auf die Reproduktionsgesundheit von Frauen trägt nichts zur Qualität der Entscheidung bei. Sie wird vollständig von Frauen abgedeckt. Die glaubwürdigsten Abtreibungsgesetze sind jene, die von den meisten Frauen unterstützt werden. Und wenn es um Fragen von Leben und Tod geht, ist Glaubwürdigkeit entscheidend für ein reibungsloses gesellschaftliches Miteinander. Meine Meinung trägt nichts zur Glaubwürdigkeit des Systems bei. Wenn ich nicht von Nutzen sein kann, halte ich mich gerne raus und stehe nicht im Weg.

Allgemein gesagt lehnen Konservative die Legalisierung von Cannabis ab, während die Liberalen sie eher unterstützen. Ich gehe einen Schritt weiter und schlage vor, dass Ärzte alten Menschen Freizeitdrogen verschreiben sollten, um ihnen ihre letzten Lebensjahre zu versüßen. Was haben sie schon zu verlieren? (Ja, ich meine es ernst. Ich weiß, das ist bei mir manchmal schwer zu erkennen.)

Was komplizierte wirtschaftliche und außenpolitische Fragen angeht, so bin ich der Meinung, dass ich niemals genügend Informationen habe, um mir eine kompetente Meinung zu bilden, und auch niemand sonst. Meine Überzeugung der eigenen Grenzen deckt sich nicht mit jener der meisten Politiker. Sie geben vor, genügend Informationen zu besitzen, um fachgerechte Entscheidungen zu treffen.

Allgemein formuliert glauben die Konservativen, dass wir in einem Land leben, in dem Chancengleichheit herrscht. Die Liberalen finden im Allgemeinen, dass die Regierung mehr tun sollte, um diese zu gewährleisten. Ich gehe einen Schritt weiter und schlage vor, dass den Afroamerikanern in Form von kostenlosen Universitäts- und Berufsausbildungen Reparationszahlungen für die Sklaverei gezahlt werden, finanziert durch eine 25-Jahres-Steuer...

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