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E-Book

Wie wird das Komische übersetzt?

AutorBelén Santana López
VerlagFrank & Timme
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl455 Seiten
ISBN9783865960061
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Andere Länder, anderes Lachen. Der Humor ist einer der wichtigsten Sprach- und Kulturträger und wird als solcher übersetzt – keineswegs eine leichte Aufgabe. Dieses Buch bietet eine gründliche Auseinandersetzung mit der Frage der Humorübersetzung in Theorie und Praxis. Ausgehend von der Frage Was ist Humor? wird der Begriff zunächst kultursemantisch geklärt. Das Ergebnis dient als Grundlage für ein übersetzungsrelevantes Modell des Komischen. Anhand von zwei Beispielen aus der spanischen Gegenwartsliteratur wird das Modell überprüft, um die Frage zu beantworten: Wie wird Humor übersetzt? Die Studie leistet einen wertvollen Beitrag zur Theorie der Humorübersetzung und bietet Übersetzern in der Praxis ein Instrument, das ihre Arbeit erleichtern kann.

Der Autor

Belén Santana López hat Übersetzen und Dolmetschen in Madrid und Heidelberg studiert. Nach mehrjähriger Berufserfahrung als Fachtext- und Literaturübersetzerin hat sie 2005 ihre Dissertation im Fach Translationswissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin verteidigt. Zur Zeit unterrichtet sie an der Übersetzungsfakultät der Universität Salamanca und ist als freiberufliche Übersetzerin tätig. 

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Leseprobe
4. Die GRACIA als kulturspezifisches Übersetzungsproblem – 2 Texte im Vergleich (S. 271-272)

La principal dificultad con que se encuentra un traductor –como me dijo cuando empecé a trabajar como traductor a tiempo completo en las Naciones Unidas, uno de mis maestros, hombre de cierta edad, con larga experiencia en el terreno y, por añadidura, hombre sabio–, el problema más grave de la traducción es que hay que traducir textos que están en otro idioma.

EDUARDO MENDOZA

Das vorliegende Kapitel ist der Analyse der Übersetzungen gewidmet. Dabei soll das translationsrelevante Modell des Komischen bzw. der gracia weiterhin, diesmal mithilfe des übersetzten Korpus, auf seine Anwendbarkeit geprüft werden. Vor dem Hintergrund der bereits erfolgten AT-Analyse (vgl. Kap. 3) werden zunächst die ZT einer übersetzungs-relevanten Analyse unterzogen. Diese Untersuchung fungiert als Grundlage für die nachfolgende Übersetzungskritik, die vorrangig auf die korrekte Übertragung des Komischen fokussiert ist. Das Kapitel wird mit einem Textvergleich abgeschlossen. Er soll dazu dienen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der Übersetzung des Komischen festzustellen. Darüber hinaus wird durch diesen Vergleich die Integration des translationsrelevanten Kommunikationsmodells des Komischen in den gesamten Übersetzungsprozess, der zusätzlich von textexternen Faktoren beeinflusst wird, deutlich. Dieser Struktur folgend ist das Kapitel in drei Abschnitte unterteilt: Literaturübersetzung (4.1), Literaturübersetzungs-kritik (4.2) und Literaturübersetzung im Vergleich (4.3).

4.1 Literaturübersetzung – Analyse der Zieltexte

Der eigentlichen Übersetzungsanalyse möchte ich eine terminologische Vorbemerkung in Bezug auf zwei Kernbegriffe der Translationstheorie voranstellen, die in der vorliegenden Arbeit unter Berücksichtigung des komischen Aspektes eine wichtige Rolle spielen. Diese Fachbegriffe sind Äquivalenz und Adäquatheit (vgl. 4.1.1). Danach wird die Methode der Zieltextanalyse erläutert (4.1.2), um daraufhin die Analyse selbst vorzunehmen (4.1.3-4.1.4). Diese Untersuchung steht nicht im leeren Raum, sondern ist zum einen im Anschluss an die bereits erfolgte AT-Analyse und zum anderen als Grundlage für die nachfolgende Übersetzungskritik zu verstehen.

4.1.1 Terminologische Vorbemerkungen – Äquivalenz vs. Adäquatheit

Einer konstruktiven Übersetzungskritik mit dem Ziel, die Äquivalenzbeziehungen (in diesem Fall des Komischen) zwischen einem bestimmten Ausgangs- und einem bestimmten Zieltext zu eruieren und zu evaluieren, muss stets eine eingehende Übersetzungsanalyse zugrunde liegen. Davor ist eine terminologische Klärung vonnöten. Sie besteht in der kurzen Auseinandersetzung mit zwei Schlüsselbegriffen der Translatologie, die in der Übersetzungskritik stets Anwendung finden: Äquivalenz und Adäquatheit. Im Rahmen dieser Arbeit werden beide Termini unter dem Aspekt der Übersetzung des Komischen beleuchtet. Die folgenden Überlegungen beruhen auf Reiß' Beitrag zur Adäquatheit und Äquivalenz als Schlüsselbegriffe der Übersetzungstheorie und - praxis (1995).
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis10
Vorwort16
0. Einleitung: Die Übersetzung des Komischen – Ein Problem im Schnittpunkt von Linguistik, Literaturwissenschaft, Rhetorik, Kultur- und Translationswissenschaft18
1. Literaturüberblick zur Übersetzung des Komischen30
1.1 Das 'Komische' vs. der 'Humor' – Antithesen vs. Korrelative31
1.2 Übersetzbarkeit des Komischen33
1.3 Dichotomie 'Kultur' vs. 'Sprache'34
1.4 Humour Studies36
1.5 Sprachwissenschaftliche Ansätze40
1.6 Literaturwissenschaftliche Ansätze46
1.7 Kulturwissenschaftliche Ansätze47
1.8 Medienwissenschaftliche Ansätze50
1.9 Kritische Stellungnahme zum Forschungsstand und Selbstortung der Arbeit53
2. Methodologische Voraussetzungen – Begriffssysteme58
2.1 Analyse-Instrumentarium59
2.1.1 Wortfeldtheorie59
2.1.2 Translationswissenschaftliches Kommunikationsmodell62
2.2 Interkulturelle Semantik67
2.2.1 Analyse des Wortfelds des KOMISCHEN69
2.2.1.1 Zielsetzung69
2.2.1.2 Methodische Vorgehensweise70
2.2.1.3 Festlegung des Archilexems und tabellarische Darstellung der Synonyme71
2.2.1.4 Festlegung der Relationen von Hyper- und Hyponymie73
2.2.1.5 Hierarchisierung von Hyperonymen76
2.2.1.6 Einordnung der Begriffe in das translationswissenschaftliche Kommunikationsmodell80
2.2.1.7 Kultursemantik der Begriffe83
2.2.1.7.1 Heiterkeit83
2.2.1.7.2 Spott84
2.2.1.7.3 Gattungsbegriffe85
2.2.1.7.3.1 Komödie86
2.2.1.7.3.2 Parodie87
2.2.1.7.3.3 Farce88
2.2.1.7.3.4 Posse88
2.2.1.7.3.5 Satire88
2.2.1.7.3.6 Humoreske89
2.2.1.7.3.7 Witz90
2.2.1.7.3.8 Travestie91
2.2.1.7.3.9 Groteske91
2.2.1.7.3.10 Karikatur92
2.2.1.7.3.11 Gattungssystematik93
2.2.1.7.4 Lächerlichkeit99
2.2.1.7.5 Humor100
2.2.1.7.6 Lachen102
2.2.1.7.7 Ironie und Sarkasmus104
2.2.1.7.8 Das KOMISCHE107
2.2.1.8 Ergebnisse109
2.2.2 Analyse des Wortfelds der111
2.2.2.1 Zielsetzung111
2.2.2.2 Methodische Vorgehensweise112
2.2.2.3 Festlegung des Archilexems und tabellarische Darstellung der Synonyme113
2.2.2.4 Festlegung der Relationen von Hyper- und Hyponymie115
2.2.2.5 Hierarchisierung von Hyperonymen118
2.2.2.6 Einordnung der Begriffe in das translationswissenschaftliche Kommunikationsmodell125
2.2.2.7 Kultursemantik der Begriffe128
2.2.2.7.1 Alegría128
2.2.2.7.2 Burla129
2.2.2.7.3 Gattungsbegriffe130
2.2.2.7.3.1 Comedia131
2.2.2.7.3.2 Sainete133
2.2.2.7.3.3 Farsa134
2.2.2.7.3.4 Sátira136
2.2.2.7.3.5 Parodia137
2.2.2.7.3.6 Humorada139
2.2.2.7.3.7 Astracanada140
2.2.2.7.3.8 Chiste140
2.2.2.7.3.9 Caricatura141
2.2.2.7.3.10 Gattungssystematik142
2.2.2.7.4 Ridiculez146
2.2.2.7.5 Humor147
2.2.2.7.6 Risa150
2.2.2.7.7 Ironía und sarcasmo151
2.2.2.7.8153
2.2.2.8 Ergebnisse156
2.2.3 Kontrastive Analyse158
2.2.3.1 Heiterkeit158
2.2.3.2 Spott vs.159
2.2.3.3 Lächerlichkeit vs. ridiculez und Lachen vs. risa159
2.2.3.4 Witz vs. chiste und Humor vs. humor161
2.2.4 Applikation auf die spanische Literatur als Träger der162
3. Die GRACIA in der spanischen Literatur des 20. Jh.164
3.1 Literaturgeschichte165
3.1.1 Historische Einflüsse auf die Entstehung der165
3.1.1.1 Der humor cervantino im Quijote166
3.1.1.2 Rezeption und Einfluss des humor cervantino in der spanischen Nachfolgeliteratur168
3.1.1.3 Burla quevedesca172
3.1.1.4 Rezeption und Einfluss Quevedos in der spanischen Nachfolgeliteratur174
3.1.2 Historischer Überblick – Die GRACIA im 20. Jh.175
3.1.2.1 Die Kunst des malhumorismo175
3.1.2.2 Ramón und la otra Generación del 27176
3.1.2.3 Gracia auf der Flucht178
3.1.2.4 Transición und desencanto183
3.1.2.5 Gracia zum Ausklang des Millenniums187
3.2 Literatur als Forschungsfeld190
3.2 Literatur als Forschungsfeld - Vorstellung des Korpus190
3.2.1 Eduardo Mendoza: El misterio de la cripta embrujada (1979)191
3.2.1.1 Bio-bibliographische Angaben des Autors191
3.2.1.2 Inhaltsangabe und historischer Kontext des Romans192
3.2.1.3 Einordnung der Textstellen in den Roman195
3.2.2 Javier Marías: Corazón tan blanco (1992)197
3.2.2.1 Bio-bibliographische Angaben des Autors197
3.2.2.2 Inhaltsangabe und historischer Kontext des Romans199
3.2.2.3 Einordnung der Textstelle in den Roman203
3.3 Literaturübersetzung – Analyse der Ausgangstexte203
3.3.1 Terminologische Vorbemerkungen – Sprachbewertung204
3.3.2 Methode der Ausgangstextanalyse207
3.3.3 Eduardo Mendoza: El misterio de la cripta embrujada (1979)209
3.3.3.1 Eine etwas andere Taufe209
3.3.3.2 Das Schönheitsideal einer Schwester225
3.3.4 Javier Marías: Corazón tan blanco (1992)236
3.3.5 Ergebnisse285
4. Die GRACIA als kulturspezifisches Übersetzungsproblem – 2 Texte im Vergleich288
4.1 Literaturübersetzung – Analyse der Zieltexte289
4.1.1 Terminologische Vorbemerkungen – Äquivalenz vs. Adäquatheit289
4.1.2 Methode der Zieltextanalyse291
4.1.3 Eduardo Mendoza: El misterio de la cripta embrujada (1979)292
4.1.3.1 Eine etwas andere Taufe292
4.1.3.2 Das Schönheitsideal einer Schwester308
4.1.4 Javier Marías: Corazón tan blanco (1992)321
4.2 Literaturübersetzungskritik365
4.2.1 Eduardo Mendoza: El misterio de la cripta embrujada (1979)368
4.2.1.1 Eine etwas andere Taufe368
4.2.1.2 Das Schönheitsideal einer Schwester374
4.2.2 Javier Marías: Corazón tan blanco (1992)383
4.3 Literaturübersetzung im Vergleich392
4.3.1 Vergleichsparameter nach dem Kommunikationsmodell392
4.3.2 Ausgangstexte im Vergleich395
4.3.3 Zieltexte im Vergleich405
5. Zusammenfassung und Perspektivenspektrum420
6. Bibliographie436
6.1 Primärliteratur436
6.2 Wörterbücher und Nachschlagewerke436
6.3 Sekundärliteratur437
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis452

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