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Wirtschaftswunder 2010

Deutschlands Familienunternehmer erobern die Weltmärkte

AutorInga Michler
VerlagCampus Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl220 Seiten
ISBN9783593407234
FormatPDF/ePUB
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis20,99 EUR
Die Weltwirtschaftskrise ist eine Chance für Deutschland. Unser Land wird gestärkt aus ihr hervorgehen. Denn seine Wirtschaft wird in hohem Maße von Unternehmen getragen, die für die Krise optimal gerüstet sind: mittelständische Familienunternehmen. Sie sind unabhängig von den Turbulenzen an der Börse, verfügen über große Innovationskraft und betreiben eine nachhaltige Unternehmenspolitik, ohne dabei behäbig zu sein. Die renommierte Journalistin Inga Michler beschreibt, mit welchen Stärken Familienunternehmen wie Deichmann, Hipp, Bree, Roeckl und Rossmann unsere Wirtschaft zu neuer Blüte bringen werden. Sie zeigt, wie ein neues Erfolgsmodell »Made in Germany« entsteht und was Unternehmen im In- und Ausland davon lernen können. Spannende und informative Fallbeispiele und Porträts runden ihr Buch ab.

Inga Michler, Jahrgang 1970, ist promovierte Volkswirtin und Journalistin. Sie arbeitet seit 1998 bei der Welt, zunächst als Wirtschaftsredakteurin, später als Wirtschaftsreporterin. Dort berichtete sie vor allem über die großen volkswirtschaftlichen Trends sowie Deutschlands Familienunternehmer und ihre Strategien in den Zeiten der Globalisierung.

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Leseprobe
Vorwort
Wirtschaftswunder 2010 - geht es nicht eine Spur bescheidener? In der tiefsten Weltwirtschaftskrise seit 80 Jahren scheint selbst der nächste Aufschwung fern, von einem Wirtschaftswunder ganz zu schweigen. Und dann soll dieses 'Wunder' auch noch von Familienunternehmern getragen sein? Ausgerechnet von jenen, die in Zeiten von Globalisierung und weltumspannenden Kapitalmärkten als Auslaufmodell galten - zu langsam, zu behäbig, zu altbacken?
Rund 95 Prozent aller über 3,1 Millionen deutschen Unternehmen sind Familienunternehmen, also solche Firmen, in denen der Eigentümer direkten Einfluss auf die Unternehmensführung nimmt. Diese hohe Zahl ist nicht weiter verwunderlich, zählt doch jeder Kioskbesitzer, jede selbstständige Frisörin dazu. Interessant wird es aber, wenn man sich einen bestimmten Teil aus dieser Gruppe genauer ansieht: den sogenannten gehobenen Mittelstand. Von solchen Unternehmen, die mehr als 50 Millionen Euro im Jahr umsetzen, gibt es in Deutschland etwa 10?000. Auch hier ist die große Mehrheit in Familienbesitz. Es sind Unternehmen, die feste Wurzeln haben in ihrer Heimat und stark sind auf den Weltmärkten.
Um diese Firmen geht es in diesem Buch. Es geht um die Trumpfs und Mieles, Otto Bocks und Deichmanns im Land. Sie sind die treibende Kraft der deutschen Wirtschaft. Sie halten das gesamte System wendig und flexibel und verfügen doch über die notwendige Größe, um auch im Ausland Gewicht zu haben. Sie beschäftigen qualifizierte Mitarbeiter, sind hoch innovativ, werfen aber alte Traditionen und Werte nicht über Bord. Sie haben viel Geld, nutzen teils auch moderne Finanzierungsinstrumente, und sind doch weitgehend unabhängig von den Turbulenzen an den Börsen.
Es sind die gehobenen Familienunternehmen, die Deutschland besonders machen. Kein anderes Land der Welt hat einen so starken, exportorientierten Mittelstand. Kaum sonst irgendwo ruht der volkswirtschaftliche Erfolg auf so vielen kräftigen Schultern. Kein Wunder, dass das Modell des deutschen Familienunternehmers längst internationales Ansehen genießt.
Und doch sind Familienunternehmer, auch solche, die in der zweiten, dritten oder vierten Generation stehen, nicht vor Fehlern gefeit. Es gibt sogar besondere familiäre Fehlerquellen. Das Verlagshaus Suhrkamp oder der Getränkeclan Berentzen etwa wurden geschwächt durch den Streit ihrer Erben. Die ehemaligen Eigner des Modelleisenbahnbauers Märklin schätzten Märkte falsch ein, hielten zu lange an überkommenen Konzepten fest und mussten schließlich verkaufen. Und auch unter den Firmenchefs gibt es Zocker wie den legendären Adolf Merckle, der ein Imperium mit Firmen wie ratiopharm, Phoenix, Kässbohrer und HeidelbergCement erst aufgebaut und dann an der Börse verspielt hat.
Familienunternehmer sind nicht die besseren Menschen. Allerdings sind Misswirtschaft mit System, Zockerei und Korruption in eigentümerdominierten Firmen grundsätzlich weniger wahrscheinlich als in Publikumsgesellschaften. Viele angestellte Topmanager wagen eine besonders riskante, besonders eigenwillige Unternehmensstrategie. Sie haben im besten Fall Ruhm und hohe Boni zu gewinnen, im schlechtesten Fall aber nur ihren Job zu verlieren. Unternehmer, die mit ihrem eigenen Geld jonglieren, achten auf den nachhaltigen Einsatz ihrer Mittel. Sie planen langfristig, haben klare Strategien und pflegen in aller Regel eine Kultur der Bescheidenheit. Und selbst wenn die Firmenübergabe von einer Generation an die nächste bei manchen Betrieben nicht gelingt, sorgen Gründer für Nachwuchs bei den deutschen Familienunternehmen. Dieses Buch beruht auf Gesprächen mit einer Vielzahl von Mittelständlern. Manche sind namentlich genannt, andere wollten das nicht. Viele haben sich erstaunlich weit geöffnet. Entwaffnend ehrlich beschrieb etwa Nicola Leibinger-Kammüller, Erbin des weltgrößten Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf und Chefin von rund 8?000 Mitarbeitern, die Belastungen der Krise. Schlimm sei es, sagte sie. Schlimmer als alles, was sie sich je ausgemalt hätte. Nicht um 10 oder 15 Prozent, um über 40 Prozent seien die Aufträge eingebrochen. Und ja, schwer drücke die Last der Verantwortung. Kurz ringt die Unternehmerin und Mutter von vier Kindern um Fassung, dann wird ihr Blick trotzig, die Stimme entschlossen. Krise hin oder her, Lehrlinge wolle sie übernehmen und um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Das sei sie ihren Leuten schuldig.
Viele kleine Puzzleteile geben Einblicke in das Denken und Handeln von Deutschlands Unternehmern und ihren Erben. Teil I des Buches räumt auf mit den gängigen Irrtümern über Familienunternehmen. Was genau macht diese Unternehmensform stark? Warum hat sie trotz aller Unkenrufe überlebt? Teil II stellt sieben Unternehmer und Unternehmerteams vor, die vieles richtig gemacht haben. Es sind unterschiedliche Menschentypen aus unterschiedlichen Branchen, die unterschiedliche Antworten gefunden haben auf die Herausforderungen der Globalisierung. Jeder Einzelne von ihnen hat etwas Einzigartiges, etwas Herausragendes. Teil III fahndet nach Gemeinsamkeiten. Welches sind die wichtigen, unverzichtbaren Zutaten zum Erfolg? Und was macht Deutschlands Familienunternehmen für ausländische Investoren und Politiker so interessant?
Das Buch nimmt die Leser mit auf eine Expedition durch Deutschland, von Pfaffenhofen über Ditzingen und Duderstadt bis nach Berlin. Es zeigt, wie neue wirtschaftliche Dynamik entsteht und stellt die Menschen vor, die den neuen Aufschwung im Land schaffen können - ein Wirtschaftswunder 2010.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt7
Vorwort10
Teil I - Der Familienunternehmer ist tot – es lebe der Familienunternehmer!14
Irrtum 1: Nur die Börse gibt Kraft – Kapitalgesellschaften bremsen Familien aus16
Irrtum 2: Kult der Veränderung – Traditionen braucht keiner mehr26
Irrtum 3: Effizienz um jeden Preis – Unternehmer sind pure Nutzenmaximierer37
Irrtum 4: Big is beautiful – Banken können nur an den Großen verdienen45
Irrtum 5: Billig sticht – Standorte rund um den Globus sind austauschbar52
Familienunternehmer weisen den Weg aus der Krise62
Teil II - Neue, alte Köpfe – sieben Unternehmer und ihre Strategien für den Erfolg68
Die Christen – Heinz-Horst und Heinrich Deichmann (Schuhe)70
Die Vermittlerin – Nicola Leibinger-Kammüller (Trumpf Werkzeugmaschinen)82
Der Lebensfrohe – Hans Georg Näder (Otto Bock Prothesen)93
Der Kämpfer – Dirk Roßmann (Drogerien)103
Der Biopionier – Claus Hipp (Babynahrung)113
Der Gemütliche – Karl-Rudolf Mankel (Dorma Türen)122
Das ungleiche Paar – Markus Miele und Reinhard Zinkann (Miele Haushaltsgeräte)131
Teil III - Familienunternehmen: Vorbild »Made in Germany«142
Fünf Bausteine des Erfolgs144
Was kluge Konzernchefs kopieren162
Neidische Blicke: Franzosen und Amerikaner wünschen sich mehr Mittelstand173
Wirtschaftspolitiker aus Entwicklungs-ländern schauen auf das deutsche Modell182
Investoren aus aller Welt zeigen Interesse191
Wirtschaftswunder 2010203
Dank209
Anmerkungen211
Irrtum Nummer 1: Nur die Börse gibt Kraft – Kapitalgesellschaften bremsen Familien aus211
Irrtum Nummer 2: Kult der Veränderung – Traditionen braucht keiner mehr211
Irrtum Nummer 3: Effizienz um jeden Preis – Unternehmer sind pure Nutzenmaximierer212
Irrtum Nummer 4: Big is beautiful – Banken können nur an den Großen verdienen212
Irrtum Nummer 5: Billig sticht –Standorte rund um den Globus sind austauschbar212
Familienunternehmer weisen den Weg aus der Krise213
Die Christen – Heinz-Horst und Heinrich Deichmann (Schuhe)214
Die Vermittlerin – Nicola Leibinger-Kammu¨ller (Trumpf Werkzeugmaschinen)214
Der Lebensfrohe – Hans Georg Näder (Otto Bock Prothesen)214
Der Kämpfer – Dirk Roßmann (Drogerien)215
Der Biopionier – Claus Hipp (Babynahrung)215
Der Gemu¨tliche – Karl-Rudolf Mankel (Dorma Tu¨ren)215
Das ungleiche Paar – Markus Miele und Reinhard Zinkann (Miele Haushaltsgeräte)215
Fu¨nf Bausteine des Erfolgs215
Was kluge Konzernchefs kopieren217
Neidische Blicke: Franzosen und Amerikaner wu¨nschen sich mehr Mittelstand217
Wirtschaftspolitiker aus Entwicklungsländern schauen auf das deutsche Modell218
Investoren aus aller Welt zeigen Interessen218
Wirtschaftswunder 2010218
Register219

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