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E-Book

Yajnavalkya's Gesetzbuch

Philosophie des Ostens

VerlagJazzybee Verlag
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl400 Seiten
ISBN9783849600167
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Der Brahmane Yajnavalkya war ein Schüler von Aruni, nach anderen Quellen von Bhaskali. Bei einem philosophischen Redewettstreit unter Gelehrten am Hofe Janakas von Videha, zeigte Yajnavalkya sich im spirituellen Wissen allen anderen Teilnehmern weit überlegen und gewann als Sieger ein Kuhherde. Er wurde Priester und Berater von König Janaka, dem Vater von Sita und ehelichte zwei Frauen, Katyayani und Maitreyi, letztere ist auch unter dem namen Gargi bekannt. Als der schon gealterte Yajnavalkya entschloss, sich in den Wald zurückzuziehen, um dort in der Einsamkeit zu meditieren, teilte er sein Vermögen zwischen seinen beiden Frauen auf. Katyayani war damit zufrieden. Maitreyi aber fragte ihn, ob sie denn mit diesem Vermögen Unsterblichkeit erlangen könne. Yajnavalkya verstand die Frage und führte sie in sein heiliges Wissen ein. (aus wikipedia.de)

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Leseprobe

 

1. Den fürsten der andächtigen Yâjnavalkya verehrt habend sprachen die Munis: »Sage uns die pflichten der kasten, der orden und der anderen, sämmtlich

 

2. Der herr der andächtigen, in Mithilâ weilend, sann einen augenblick nach, und sprach zu den Munis: »In welchem lande die schwarze gazelle ist1, dessen pflichten vernehmt

 

3. Die vier Vedas mit den Purânas, dem Nyâya, der Mîmânsâ, den gesetzbüchern und den sechs Angas sind die vierzehn örter der wissenschaften und des rechtes.

 

4. Manu, Atri, Vishnu, Hârîta, Yâjnavalkya, Usanas, Angiras, Yama, Apastamba, Samvarta, Kâtyâyana, Brihaspati,

 

5. Parâsara, Vyâsa, Sankha, Likhita, Daksha, Gautama, Sâtâtapa und Vasishtha sind die verfasser von gesetzbüchern.

 

6. Wenn eine sache an irgend einem orte, zu einer gewissen zeit, durch irgend ein mittel, mit glauben einer person übergeben wird, so fallen alle diese umstände unter den begriff des rechtes.

 

7. Vedas, rechtsbücher, sitte der guten, was einem selbst lieb ist2 und der wunsch, welcher aus gehöriger überlegung entstanden, dies wird als wurzel des rechtes angesehen.

 

8. Ueber die ausübung von opfer, sitte, bezähmung, sanftmuth, geben und lesen ist die höhere pflicht das schauen des geistes durch andacht.3

 

9. Vier der Vedas und des rechts kundige sind eine versammlung (parshat) oder ein Traividya.4 Was diese sagt, das soll recht sein, oder was ein einziger sagt,5 welcher des übergeistigen besonders kundig ist.

 

10. Brâhmanas, Kshatriyas, Vaisyas und Sûdras sind die kasten; die drei ersten sind zwiegeborne6. Ihre heiligen handlungen von der besprengung bis zur beerdigung geschehen mit Mantras7.

 

11. Die empfängniss-handlung8 zur zeit der monatlichen reinigung; das Punsavana vor der bewegung des kindes; im sechsten oder achten monat die haarschlichtung, und wenn das kind gekommen, die geburtshandlung9.

 

12. Am eilften tage die namengebung10; im vierten monat das ausgehen11; im sechsten monat das essen-geben; die haarflechte12 ist zu machen nach dem gebrauche der familie.

 

13. So gelangt zur beruhigung die sünde, welche aus dem samen und dem mutterleibe entspringt13. Diese handlungen sind stillschweigend zu vollziehen bei frauen14, die heirath15 aber mit Mantras.

 

14. Im achten jahre nach der empfängniss oder im achten nach der geburt ist die umgürtung des Brâhmana zu vollziehen; bei den Râjâs im eilften, bei den Vaisyas im zwölften16; nach einigen nach der sitte der familie.

 

15. Wenn der Guru den schüler umgürtet hat, indem er die grossen worte ausspricht, soll er ihn den Veda lesen lassen und ihn die reinheitsgebräuche lehren17.

 

16. Bei tage und in den dämmerungen soll er, die Brahmanenschnur am rechten ohre tragend, nach norden sehend, urin und unrath ausleeren; wenn es bei nacht ist, nach süden sehend18.

 

17. Das männliche glied anfassend, soll er aufstehen und mit erde oder aufgeschöpftem wasser unverdrossen sich so reinigen, dass er geruch und schmutz entfernt19.

 

18. Zwischen den knieen, an einem reinen orte sitzend, nach norden sehend oder nach osten, soll der zwiegeborne den mund ausspülen mit der stelle der hand, welche Brahman heilig ist20.

 

19. Die wurzel des kleinen fingers, die des zeigefingers, die des daumen und die spitze der hand sind der reihe nach die heiligen stellen des Prajâpati, der väter, des brahman und der götter21.

 

20. Nachdem er dreimal wasser geschluckt, und zweimal den mund gespült, soll er die öffnungen des kopfes berühren22, aber mit wasser von natürlicher beschaffenheit, frei von schaum und blasen23.

 

21. Durch wasser, welches bis zum herzen oder bis zur kehle oder zum gaumen gelangt, werden die zwiegeborenen der reihe nach gereinigt; eine frau aber und ein Sûdra durch wasser, welches einmal mit dem gaumen berührt wird24.

 

22. Baden, abreiben des körpers unter Mantras, welche an das wasser gerichtet sind, anhalten des athems25, anbeten der sonne und täglich das hersagen der Gâyatrî.

 

23. Er soll die Gâyatrî hersagen mit ihrem haupte, die heiligen wörter voran, jedes von der silbe Om begleitet26). Dieses anhalten des athems soll er dreimal vollziehen.

 

24. Nachdem er den athem angehalten und sich besprengt hat, indem er die drei Ric an das wasser hersagt27, soll er sitzen, die Sâvitrî hersagend, gegen westen gerichtet bis zum aufgang der sterne28.

 

25. Morgens in der dämmerung soll er gegen osten gerichtet eben so stehen, bis die sonne sichtbar ist29. Dann soll er das feueropfer der beiden dämmerungen vollziehen30.

 

26. Dann soll er die alten begrüssen, indem er sagt: »Ich, der und der, bin hier«31; und seinem Guru aufwarten, zu seiner lesung gesammelt.

 

27. Gerufen lese er32, und übergebe jenem, was er empfangen33, und handle stets freundlich gegen ihn, mit geist, stimme, körper und that.

 

28. Dankbare, nicht hassende, verständige, reine, gesunde, freundliche, sind zu unterrichten dem rechte nach; gute, fähige, vertraute, wissen und reichthum spendende34.

 

29. Stab, fell, schnur und gürtel trage er35; unter tadellosen Brâhmanas36 gehe er umher um nahrung bittend37 zu seinem unterhalte.

 

30. In der bitte um nahrung stelle der Brâhmana, Kshatriya und Vaisya das wort »Herr der reihe nach zu anfang, in die mitte und ans ende38.

 

31. Wenn er das feueropfer vollzogen, esse er, die rede hemmend, auf des Guru's erlaubniss39, das Aposâna voranschickend, das essen ehrend, nicht tadelnd40.

 

32. Keuschheit beobachtend esse er nicht eine speise41, ausser in der noth. Der Brâhmana esse nach belieben bei einem Srâddha, ohne sein gelübde zu brechen42.

 

33. Honig, fleisch, salben, harz, harte worte, frauen, tödten lebender wesen, anblicken der sonne, unwahrheit, üble nachrede und dergleichen vermeide er43.

 

34. Der ist sein Guru44, welcher die heiligen handlungen verrichtet hat und ihm den Veda übergiebt. Wer ihn bloss mit der schnur umgürtet hat und ihm den Veda giebt, wird lehrer45...

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