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Zukunft (der) Weiterbildung

Vorschläge und Expertisen - Eine Aufsatzsammlung aus dem Innovationskreis Weiterbildung

Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl196 Seiten
ISBN9783763942312
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis0,00 EUR
Der von der Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzte Innovationskreis Weiterbildung (IKWB) hat Empfehlungen für die Zukunft der Weiterbildung und das Lernen im Lebenslauf erarbeitet. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis geben Ratschläge mit dem Ziel, die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland zu erhöhen.

Der Sammelband enthält Ergebnisse und Bewertungen wissenschaftlicher Untersuchungen und ihrer Verbindung zur Praxis. In vier Arbeitskreisen wurden Themenschwerpunkte wie Verknüpfung formalen und informellen Lernens, Lernen in der Region, Wissenschaftliche Weiterbildung und Bildungsberatung diskutiert und Empfehlungen erarbeitet.

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Leseprobe
Arbeitskreis I: Verknüpfung formalen und informellen Lernens (S. 9)

Gemessen am Bedeutungszuwachs, den das informelle Lernen inzwischen erfährt, wird den Strukturen der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in Bezug auf die eigene Bildungsbiographie und Beschäftigungsfähigkeit noch zu wenig Rechnung getragen. Als Qualifikationsnachweise gelten nach wie vor überwiegend Zeugnisse zu abgeschlossenen Bildungsgängen und Prüfungen und insofern fast ausschließlich formale Zertifizierungen.

Daneben gibt es aber in Deutschland verschiedene Ansätze zur Sichtbarmachung und Anerkennung der Ergebnisse informellen Lernens, es existiert also eine breite Ausgangsbasis zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine Anerkennungspraxis. Im Rahmen des Arbeitskreises wurde in diesem Zusammenhang auch über Kompetenzfeststellungsverfahren sowie über den Themenbereich Kompetenzmanagement in Betrieben diskutiert.

In seinen Empfehlungen hat der Innovationskreis Weiterbildung darauf verwiesen, dass über die Anrechnung und Anerkennung auch informell erworbener Kompetenzen neue Zielgruppen für das Lernen im Lebenslauf erreicht werden könnten. Hierfür sei es notwendig, die Anerkennungskultur von formalen, abschlussbezogenen Qualifikationen auf Kompetenzen hin auszurichten.

Dem Aufsatz von B. Geldermann, S. Seidel und E. Severing „Die bildungspolitischen Rahmenbedingungen einer Zertifizierung informellen Lernens in Deutschland – Ergebnisse einer Studie" liegt die These zugrunde, dass bestehende Zertifizierungssysteme sich gegenüber den Resultaten informeller Lernprozesse öffnen müssten. Neben der Betrachtung deutscher Instrumente und Anerkennungsmöglichkeiten wurden auch Ansätze und Erfolgsfaktoren anderer europäischer Länder ausgewertet.

Die Frage der Anerkennung impliziert gleichzeitig die Bewertung und Nutzung von Kompetenzen, die über Erfahrungswissen sowie selbstorganisiertes und informelles Wissen erworben wurden. D. Noeres, B. Overwien, S. Seidel und L. Wohlers haben in ihrer Studie Praktika und Soziale Arbeitsgelegenheiten als Lern- und Erfahrungs- umfeld analysiert.

Sie gehen in ihrem Aufsatz der Frage nach, inwiefern sich berufsund bildungsrelevante Kompetenzen, die im Praktikum oder bei Sozialen Arbeitsgelegenheiten erworben wurden, identifizieren und perspektivisch verwerten lassen. Hierzu haben sie eine explorative Untersuchung durchgeführt.

Die bildungspolitischen Rahmenbedingungen einer Zertifizierung informellen Lernens in Deutschland – Ergebnisse einer Studie

Brigitte Geldermann, Sabine Seidel, Eckart Severing

Zusammenfassung

Die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in Deutschland


Gestiegene und veränderte Qualifikationsanforderungen in der Arbeitswelt haben veränderte Anforderungen an den Aufbau und Erhalt berufsrelevanter Kompetenzen zur Folge. Erfahrungswissen, selbstorganisiertes Lernen und informell erworbene Kompetenzen gewinnen an Bedeutung.

Das deutsche Zertifikats- und Anerken- nungswesen jedoch trägt diesem Wandel bisher wenig Rechnung. Zur Dokumentation beruflicher Kompetenzen führen in Deutschland fast ausschließlich der formelle Bildungsgang und dessen Zertifizierung. Qualifikationsnachweise beruhen weitgehend auf formalisierten Bildungsgängen und Prüfungen, haben jedoch angesichts sich schneller wandelnder Anforderungen in der Berufs- und Arbeitswelt als Basis für die Personalauswahl von Unternehmen allein nur begrenzte Aussagekraft.

Für die formale Bildung stehen standardisierte Zertifikate zur Verfügung, die den Akteuren des Arbeitsmarktes bekannt und die ausreichend differenziert sind. Lernen, das sich unterhalb der formalisierten Bildung in offenen Kontexten vollzieht, wird hingegen in nur geringem Maße dokumentiert und sehr selten zertifiziert.

Wesentliche quantitative und qualitative Ressourcen des beruflichen Lernens werden daher nicht erschlossen: Die Ergebnisse informeller Lernprozesse bleiben intransparent und ihre Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt und in der betrieblichen Arbeitsteilung eingeschränkt.

Eine Infrastruktur für die Erfassung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen ist erst zu entwickeln. Eine Reihe von Initiativen und Projekten hat zwar bereits Verfahren zu eigenständigen Dokumentation und Zertifizierung informellen Lernens vorgelegt. Dennoch ist zu konstatieren, dass die bisherigen Verfahren nicht nachhaltig wirksam sind, insbesondere deshalb, weil ihnen noch der Bezug zu den auf dem Arbeitsmarkt etablierten Standards des formalen Bildungssystems fehlt.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Einleitung zum IKWB-Expertisenband6
Die vier Arbeitskreise8
Arbeitskreis I: Verknüpfung formalen und informellen Lernens10
Die bildungspolitischen Rahmenbedingungen einer Zertifizierung informellen Lernens in Deutschland – Ergebnisse einer Studie12
Informelles Lernen im Rahmen von Praktika und Sozialen Arbeitsgelegenheiten32
Arbeitskreis 2: Lernen in der Stadt/Region50
Analyse und Dokumentation nationaler und internationaler Ansätze und Modelle zur Weiterbildung von Älteren (50+) im demographischen Wandel unter besonderer Berücksichtigung regionaler und lokaler Weiterbildungskooperationen52
Professionalitätsentwicklung des in der Weiterbildung beschäftigten Personals70
Lernen vor Ort88
Auf dem Weg zu einem kommunalen Bildungsmonitoring98
Arbeitskreis 3: Wissenschaftliche Weiterbildung110
Kompetenzentwicklung in Hightech-Feldern – Neue Wege für die wissenschaftliche Weiterbildung112
Machbarkeitsstudie WiWeiD – Zusammenführung der Datenbanken und Portale zur wissenschaftlichen Weiterbildung und zum berufsbegleitenden Studium in Deutschland130
Arbeitskreis 4: Bildungsberatung142
Qualität und Professionalität in der Bildungs- und Berufsberatung144
Stand und Perspektiven der Qualifizierungsberatung für Betriebe162
Ergebnisse der Machbarkeitsstudie: „Transparenz in der Bildungsberatung: Chancen von Informationssystemen für Bildungs- und Berufsberatung für Nutzerinnen und Nutzer sowie für Beratungsanbieter“178

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