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Zum Einsatz von Lernspielen an einer Schule für Lernhilfe: Mit der Vorstellung eines ausgearbeiteten Lernspiels zum Thema 'Märchen'

AutorSabine Arnold
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl94 Seiten
ISBN9783842848924
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR
Spielen ist eine Form des Lernens, die eine Ausbildung von Lernprozessen auf kindgerechter Ebene gestaltet. Der Aspekt der Eigenaktivität von Kindern im Spiel stellt einen wichtigen Gegenpol zu deren relativ passiven Rolle bei der Wissensvermittlung im Unterricht dar. Im Gegensatz zur Unterrichtssituation rücken die Schüler im Lernspiel in den Vordergrund. Ihr aktives Handeln kann die Ausbildung von Lernprozessen ermöglichen, die ihr Gefühlsleben, ihre Lernmotivation und ihre kognitiven Fähigkeiten positiv beeinflussen. Für die Lernhilfeschulen ist ein Rückgriff auf die unzähligen, im Handel erhältlichen Lernspielangebote zu verschiedensten Themenbereichen oft nicht ausreichend. Vorgefertigte Lernspiele sind in der Regel so allgemein ausgerichtet, dass sie den spezifischen Bedürfnissen einer individuellen Schülergruppe mit ihren jeweiligen Defiziten nicht in genügendem Maße gerecht werden können. Die Grundlage dieses Buches ist die Herausarbeitung aller wichtigen Kriterien, die in Abgrenzungen zu anderen Ansichten ein Lernspiel definieren sollten. Es stellt außerdem Anregungen für Lehrer und Lehrerinnen zur Gestaltung einer auf die jeweiligen Bedürfnisse der Klasse zugeschnittenen spielerischen Umwelt vor.

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 2. 2, Die Lernbehinderung: Eine Lernbehinderung liegt vor, wenn in mehreren Lerngebieten eine schwerwiegende, umfängliche und langandauernde Beeinträchtigung zu erkennen ist. Die schulischen Leistungen des betroffenen Kindes oder Jugendlichen liegen bei einer Lernbehinderung deutlich unterhalb der Norm gleichaltriger Mitschüler, so dass es einer gesonderten Förderung bedarf. Auffällige Merkmale von lernbehinderten Kindern sind unter anderem verzögertes, nicht altersgemäßes Verhalten, Mangel an Aufmerksamkeit, Gedächtnisschwäche und fehlerhafter Sprachgebrauch. Von der Lernbehinderung ist die Lernschwierigkeit, auch als Lernstörung oder Lernbeeinträchtigung definiert, abzugrenzen, die nur vorübergehend auftritt. Es handelt sich hier um nicht so schwerwiegende Störungen, die mittels geeigneter Fördermaßnahmen grundsätzlich zu beheben sind. Durch Nichtbeachtung oder falschen Umgang können sie sich allerdings zur Lernbehinderung ausbilden. Frühe Auffassungen von Lernbehinderung haben fehlende Anstrengungsbereitschaft, mangelnde Intelligenz und Begabung als Ursache angesehen. Die heutige Forschung geht dagegen davon aus, dass es einer genauen Prüfung auf falsch erworbene Lernstrategien der Schüler, unqualifizierte Lehrverfahren, psychische, physische oder außerschulisch soziale Aspekte bedarf, um eine solche Störung zu beurteilen. Lernbehinderungen werden meist an der Schulleistung sichtbar. Häufige Misserfolge der Schüler sind oft gekoppelt mit Auswirkungen auf ihr Verhalten und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Solche Auswirkungen können beispielsweise Schulangst, aggressives Verhalten, mangelndes oder fehlendes Selbstvertrauen, abfallende oder fehlende Lernmotivation, Verschlossenheit, bis hin zum Boykottieren des Unterrichts sein. Diese Verhaltensnebenwirkungen ziehen wiederum andere Schwierigkeiten, wie z. B. Hänselei durch die Mitschüler, Antipathie des Lehrers oder Unverständnis der Eltern nach sich. 2. 2. 1, Der Zusammenhang von Lernbehinderungen und Verhaltensauffälligkeiten: 'Beeinträchtigungen des Lernens stehen häufig primär oder sekundär mit Verhaltensproblemen in Beziehung.' In der pädagogischen Literatur findet man neben vielfachen Begriffen zur Eingrenzung von lernbehinderten Kindern unter anderem die Bezeichnung der Schulschwäche. Sie steht für eine Reihe von Problembereichen, die Schüler betreffen können: Lernstörungen, Verhaltensstörungen, Teilleistungsschwächen, Sprachprobleme, verschiedene leichte oder schwere Behinderungen stellen nur einige Teilbereiche dar, die unter diesem Oberbegriff summiert sind. Der Begriff der Schulschwäche macht deutlich, dass bei der Begriffsbestimmung der Lernbehinderung neben dem Aspekt der Leistungsbeeinträchtigung auch eine Berücksichtigung der aus ihr resultierenden Verhaltensausprägungen wichtig ist. So wurde beispielsweise in Kapitel 2.2 deutlich, dass sich durch eine Lernbehinderung auch Verhaltensauffälligkeiten manifestieren können und somit ebenfalls zum Erscheinungsbild des lernbehinderten Kindes gehören. Um den Begriff der Verhaltensauffälligkeit zu verdeutlichen und darzulegen, dass im umgekehrten Fall auch Verhaltensauffälligkeiten häufig Lernschwierigkeiten zur Folge haben, soll im Anschluss eine Definition dieses Störungsbildes geliefert werden: 2. 2. 1. 1, Die Verhaltensauffälligkeit: 'Eine Verhaltensstörung ist die äußerlich sichtbare Reaktion des Körpers oder des Verhaltens auf belastende, krankmachende Erziehungseinflüsse, Umweltsituationen oder auch auf Fehleinstellungen der Umwelt gegenüber versteckten Hirnschädigungen.' Synonym zum Begriff der Verhaltensstörung findet man bei verschiedenen anderen Autoren auch Termini wie 'abweichendes Verhalten', 'schwererziehbar', 'entwicklungsgehemmt- und gestört', 'verwahrlost', und Ähnliches. Um Kategorisierungen in 'normal', 'krank' oder 'gestört' zu vermeiden und nur auf das wirklich auffällige Verhalten hinzuweisen, hat sich die Bezeichnung der Verhaltensauffälligkeit etabliert. Dabei gilt ein Verhalten dann als auffällig, wenn es nicht mit der Erwartung des Beobachters übereinstimmt. In einem Großteil der wissenschaftlichen Literatur wird also gestörtes bzw. auffälliges Verhalten als eine Abweichung von einer bestimmten Norm verstanden.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
INHALT5
1 Einleitung9
2 Lernbehinderte Kinder11
2.1 Die Schule für Lernhilfe als Teilbereich der Sonderschule11
2.2 Die Lernbehinderung11
3 Der Begriff des Spiels und seine Bedeutung für das Lernen22
3.1 Spiel im Wandel der Zeit22
3.2 Wesensmerkmale der Spieltätigkeit24
3.3 Klassifikationsversuche des Spiels26
3.4 Das Verhältnis von Spielen und Lernen27
3.5 Spiel und kognitive Entwicklung29
4 Das Lernspiel30
4.1 Begriffsbestimmung des Lernspiels30
4.2 Das Lernspiel – didaktisches Arbeitsmittel oder didaktisches Spielmittel?31
4.3 Das Lernspiel und seine Berechtigung für den pädagogischen Einsatz32
4.4 Anforderungen an das Lernspiel im Unterricht35
4.5 Der Einsatz von Lernspielen an der Schule für Lernhilfe37
4.6 Förderung lernbehinderter Kinder durch Lernspiele39
4.7 Möglichkeiten der Differenzierung durch Lernspiele51
5 Geeignete Lernspielformen für den Unterricht mit lernbehinderten Kindern53
5.1 Regelspiele53
5.2 Rollenspiele54
5.3 Simulationsspiele56
5.4 Bewegungsspiele57
5.5 Sprachspiele59
6 Anforderungen an den Spielleiter60
6.1 Organisatorische und spielbegleitende Anforderungen60
6.2 Die Festsetzung eines geregelten Spielrahmens63
6.3 Die Wahl des Spielortes64
6.4 Die Auswahl des Spielmaterials65
6.5 Das Festlegen der Spielzeit65
7 Vorstellung eines selbstentwickelten Lernspiels unter Berücksichtigung der erarbeiteten Kriterien66
7.1 Die Bezugsgruppe66
7.2 Die Stellung des Lernspiels innerhalb der Unterrichtseinheit66
7.3 Der Spielaufbau66
7.4 Überlegungen zur Spielplanung69
7.5 Die Durchführung72
7.6 Beobachtungsauswertung79
8. Abschließende Betrachtung83
LITERATUR85
ANHANG89
A. Spezielle Inhalte des selbstentwickelten Lernspiels zu Kapitel 7.89

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