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Zum Unterhaltungswert des Daily Talk

Das institutionelle Scheitern der Kommunikation

AutorDeborah Weinbuch
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl135 Seiten
ISBN9783842802063
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Als Folge von Talkshowproduktionen hat es in den USA schon den einen oder anderen Mord gegeben und auch hierzulande endet so manch verbaler Vernichtungszug in physischer Gewalt. Die Wurzel dieser Aggressionen liegt in den dramaturgischen Mitteln der Produzenten. Vor einem Millionenpublikum empfinden die Gäste ein besonderes Verlangen, positive Imagearbeit zu betreiben. Doch viele der alltäglichen Strategien zur Imagepflege werden unterbunden. Den Gästen bleibt nur ein enges Repertoire an vornehmlich negativen Strategien, durch das sie ihre Person als wertvoll präsentieren können: Beleidigungen, Vorwürfe, Zurückweisungen und sogar Drohungen. Im Sog der Umstände, Regieanweisungen und Verführungen durch die Gesprächsleitung verzichten die Gäste auf einen kompromissorientierten Gesprächsverlauf. Stattdessen wird die Unvereinbarkeit ihrer einzelnen Positionen betont und der Streit aufrecht erhalten. Beiträge werden nicht aneinander ausgerichtet, Akteure bewusst getäuscht - ein Verhalten völlig entgegengesetzt zu Grices Kooperationsprinzip, dessen Ziel ja ein optimaler Informationsaustausch ist. Hier zeigt sich, dass das Kooperationsprinzip nicht bei allen Formen der verbalen Interaktion befolgt wird. Schritt für Schritt werden Verstösse gegen Grices Maximen offenbart, die keine konversationellen Implikaturen, sondern vielmehr die Herabsetzung anderer Personen und Meinungen zum Ziel haben. Die Regelhaftigkeit dieser Verstösse legt nahe, dass die Akteure hier ebenfalls einem ungeschriebenen Gesetz folgen: dem Nicht-Kooperationsprinzip.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Zum Unterhaltungswert des Daily Talk1
Inhaltsverzeichnis6
Abbildungsverzeichnis8
1 Einleitung: Anspruch und Realität des Daily Talks9
2. Herkunft und Öffentlichkeitsinteresse des Daily Talks12
2.1 Ursprung des Fernsehtalks12
2.2 Zur Themenauswahl des Daily Talks14
2.3 Die unterhaltende Darstellung von Informationen und zwischenmenschlichen Konflikten17
2.4 Talkshows als Spiegelbild und Katalysator kultureller Identität20
2.4.1 Kollektive Selbstvergewisserungen20
2.4.2 Medienvermittelte Identität21
2.4.3. Stereotype Rollendarstellung24
2.4.4. Die öffentliche Verhandlung des Privaten24
2.5 Talkshows: Inszenierungen angewandter Demokratie?26
3. Künstlichkeit mit Alltagscharakter: Die Inszenierung einer Talkshow28
3.1 Die spezifische Mehrfachadressierung der Talkshowsituation28
3.2 Die Rolle der Akteure32
3.2.1 Die Gesprächsteilnehmer32
3.2.2 Der Gesprächsleiter38
3.2.3 Das Studiopublikum44
3.2.4 Der Experte45
3.2.5 Die Fernsehzuschauer45
3.2.6 Redaktion und Regie: Spontaneität nach Drehbuch48
3.2.7 Der Verhaltenskodex von Talkshows51
4 Die Verhandlung von Beziehungen im Daily Talk53
4.1 Beziehungskommunikation53
4.1.1 Die verschiedenen Aspekte einer Äußerung53
4.1.2 Illokution vs. perlokutive Effekte: Komplikationen der Beziehungskommunikation57
4.2.2 Das Grice´sche Kooperationsprinzip57
4.2.3 Sprecherintentionen erkennen59
4.2.4 Para- und nonverbale Kommunikation61
4.3 Selbstmitteilung und Fremdbeurteilung durch Sprechakte63
4.3.1 Der Beziehungsaspekt in Searles Klassifikation63
4.3.2 Kennzeichen des Daily Talk: das Nicht-Kooperationsprinzip66
4.3.3 Kooperative und nicht-kooperative Verhaltensweisen69
4.3.4 Das Image79
4.4 Die Pathologie der Talkshowkommunikation: Imagearbeit durch Herabsetzung des anderen92
4.4.1 Aggressionen und sprachliche Diskrimination92
4.4.2 Imagearbeit des Formats auf Kosten seiner Gäste95
5 Fazit und Ausblick: Der Überdruss am Nicht-Kooperationsprinzip und die Abkehr vom Konfro-Talk102
6. Literaturverzeichnis107
7 Anhang115
7.1 Formatbesonderheiten115
7.1.1 Sat.1115
7.1.2 RTL: Die Oliver Geissen Show116
7.2 Transkripte116

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