Blick in die Zukunft: Datenbrillen und Virtual-Reality in der Industrie

Sind Datenbrillen und Virtual Reality nicht Dinge, die man zwar aus Science-Fiction-Filmen kennt, für die es in der Realität – außer vielleicht für neue Computerspiels – kaum sinnvolle Einsatzmöglichkeiten gibt? Keineswegs: Entwickler auf der gesamten Welt arbeiten unter Hochdruck an der Entwicklung von Datenbrillen, Head-up-Displays und weiteren Virtual-Reality-Systemen. Sie sind sich sicher, dass Virtual-Reality-Technologie schon bald unsere gesamte Arbeitswelt einmal mehr komplett umkrempeln wird.

Ein einfaches Prinzip mit großen Möglichkeiten

So futuristisch eine Datenbrille erscheint, so simpel ist eigentlich das ihr zugrunde liegende Prinzip: Mithilfe eines kleinen Displays wird ein Bild erzeugt, welches über ein Glasprima in das Sichtfeld des Trägers projiziert wird. Dieses Bild enthält nützliche Informationen, welche die durch die Brille erblickte Realität derart überlagern und die gewöhnliche Alltagsrealität um virtuelle Zusatzinformationen erweitern. Aus diesem Grunde spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Augmented Reality (von eng. „augmented“ = angereichert oder „erweitert“). Neben solchen zusätzlichen visuellen Informationen kann eine Datenbrille über ein integriertes Mikrofon ebenfalls akustische Zusatzinformationen bieten.

Schon jetzt arbeiten Entwickler daran, dass diese visuellen und akustischen Zusatzinformationen per Sprachbefehl oder per einfachem Tippen mit dem Finger an den Brillenbügel zu steuern sein werden. Für industrielle Anwendungen besonders interessant ist, dass auf diese Weise beide Hände für andere Tätigkeiten frei bleiben. Das Gleiche gilt für ein Head-up-Display. Im Gegensatz zur Datenbrille ist solch ein VR-System vollkommen immersiv: Hier ersetzt das Eintauchen in die virtuelle Realität komplett den Blick in die Alltagsrealität. Beim diesjährigen Wissenschaftstag der TU Darmstadt wurde beispielsweise bereits ein dort entwickeltes Head-up-Display präsentiert, das zur Schulung von Feierwehrleuten für besonders gefährliche Einsätze dient.

VR hat vielfältige Anwendungen für die Industrie

Datenbrillen und verwandte Virtual-Reality-Systeme sind ebenfalls für die Industrie äußerst interessant: Sie eröffnen revolutionäre neue Möglichkeiten für die Logistik, die Automobilindustrie, für die Anbieter von Industrierobotern sowie für zahlreiche weitere Industriebereiche. So könnten beispielsweise Produktionsmitarbeiter im Automobilbau bei der Montage eine Datenbrille tragen, welche ihnen anzeigt wo bestimmte Teile einzubauen sind.

Besonders hilfreich können Datenbrillen auch bei der Lagerverwaltung eingesetzt werden. Hierzu stelle man sich nur ein Lager mit Tausenden von unterschiedlichen Artikeln vor. Insbesondere neuen Mitarbeitern wäre es eine unschätzbare Hilfe, wenn sie über das Display einer Datenbrille angezeigt bekämen, wo genau ein bestimmter Artikel zu finden ist. Die bei der Suche eingesparte Zeit führt zu einer starken Kostenersparnis welche dazu führt, dass sich die Investition in solch ein VR-System recht schnell amortisiert.

Was wie Zukunftsmusik klingt, wird bei DHL bereits in einigen Frachtzentren mit Erfolg erprobt. Bei diesem Versuch kommen Datenbrillen zum Einsatz, welche an das zentrale Lagersystem angeschlossen sind und die über eine Indoor-Navigation sowie einen Strichcodescanner verfügen. Dieses Navigationssystem erleichtert insbesondere in sehr großen Lagern deutlich die Orientierung und berechnet bei jeder Suche immer den kürzesten Weg zu einem bestimmten Artikel.

Die Zukunft hat bereits begonnen

Dies sind nur einige wenige Anwendungsbeispiele, welche einen Eindruck davon geben, weshalb führende Experten bereits heute prophezeien, dass der Einsatz von Datenbrillen und VR sehr bald zu einer neuen industriellen Revolution führen wird, welche unsere Arbeitswelt umwälzen wird. Aus diesem Grunde arbeiten auf der ganzen Welt führende High-Tech-Firmen wie Google, Microsoft, Samsung und Zeiss mit allen Kräften an der Entwicklung neuer innovativer Datenbrillen, Head-up-Displays und weiterer VR-Systeme. Was in Sci-Fi-Filmen, wie „Minority Report“ (2002) noch nach reiner Fantasy aussah, könnte sehr bald schon sehr ähnlich Einzug in unsere Arbeitswelt und Alltagsrealität halten.

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