{"id":1071,"date":"2011-04-14T15:14:06","date_gmt":"2011-04-14T14:14:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=1071"},"modified":"2015-06-17T13:12:58","modified_gmt":"2015-06-17T12:12:58","slug":"licht-tunnels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/licht-tunnels-101071\/","title":{"rendered":"Licht am Ende des Tunnels?"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/HALO_WEB_LOGO1.gif\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"100\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Sorben k\u00e4mpfen als \u00e4lteste Minderheit Deutschlands um das \u00dcberleben ihrer Kultur w\u00e4hrend Vattenfall &amp; Co mit durch Millionen Kampagnen gestreuten CCS M\u00e4rchen akute Menschenrechtsverletzungen und die enorme Umweltzerst\u00f6rung vertuschen. Innovation wird verhindert, denn sagenhafte Lausitzsch\u00e4tze werfen Glanz auf Deutschland und \u00f6ffnen l\u00e4ngst neue Perspektiven. &#8222;Witaj\u010de k nam&#8220; hei\u00dft willkommen in der unweit Berlins beginnenden und sich \u00fcber die L\u00e4nder Brandenburg und Sachsen streckenden Lausitz. Schon vor 1.600 Jahren wurde die Lausitz von Sorben kultiviert. <!--more-->Die Lausitz, oder \u0141u\u017eica, wie das wasserreiche Land von dessen First Nation z\u00e4rtlich genannt wird, ist eine der \u00e4ltesten und auch an Bodensch\u00e4tzen wie Gold, Platin, Kupfer und seltenen Erden reichsten Kulturlandschaften Europas. Diese Sch\u00e4tze k\u00f6nnten sich als Segen f\u00fcr die von der Kohlelobby als strukturschwach stigmatisierte Region entpuppen. Aber dazu br\u00e4uchte sie couragierte Politiker. Wie in DDR-Zeiten dominiert weiter die Kohlelobby das Land. &#8222;Ein Viertel unserer gesamten Nation ist von der Kohlelobby aus der Heimat gezwungen worden. Sorben stehen jetzt mit dem R\u00fccken zur Wand obwohl es intelligentere Technologien und Bodensch\u00e4tze im \u00dcberfluss gibt.&#8220;, warnte Jan Nuk, der Vorsitzende des sorbischen Nationalverbandes Domowina in der Londoner Foreign Press Association, dem \u00e4ltesten und gr\u00f6\u00dften Presseclub der Welt. Wenig sp\u00e4ter war Anspannung in den Gesichtern der Sorbenvertreter zu sp\u00fcren, als sich ihnen das Tor zum Buckingham Palace \u00f6ffnete. Die Sorben brachten 2002 das erste Auslandsgeschenk \u00fcberhaupt zum Golden Jubilee nach London. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wagten Sorben damit wieder einen Vorsto\u00df in London. 1946 warben sie dort vergeblich um den Anschluss des Sorbenlandes an Tschechien. Die kleinste slawische Nation und eine der \u00e4ltesten Minderheiten Deutschlands k\u00e4mpft heute ums \u00dcberleben. Doch Lausitzer Sorben sind zuversichtlich. Denn in vielen Jahrhunderten haben sie eine agile interkulturelle Kompetenz erworben. Aus der Lausitz kommt Stanislav Tillich, der erste sorbische Ministerpr\u00e4sident. Mehrheitlich von Deutschen gew\u00e4hlt, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Musiker der von M\u00fcnchen bis Hamburg gefeierten Kultband Silbermond sprechen Sorbisch, auch wenn deren deutsches Management das nicht publik machen will. Im mit &#8222;brillianten Stars&#8220; wie Daniel Br\u00fchl oder Robert Stadlober besetzten und von den FOX-Studios vertriebenen &#8222;Fantasy Abenteuerfilm&#8220; KRABAT fehlt jeglicher Hinweis, dass der &#8222;Bestseller&#8220; KRABAT urspr\u00fcnglich als sorbisches Freiheitsepos von M\u011br\u0107in Nowak-Njechor\u0144ski verfasst wurde. Ein Verh\u00fcllen und Vertuschen, so als gelte es einen Makel zu verbergen.<\/p> <p>Ausgel\u00f6schte D\u00f6rfer<br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p> <p>Werner Domain und seine Frau waren die letzten Bewohner des Dorfes Horno. Das Rentnerpaar hatte den mit funkelnden Angeboten umkr\u00e4nzten Einsch\u00fcchterungen der Kohlelobby bis zuletzt widerstanden. Das alte Paar, beide schon \u00fcber siebzig, pflanzte selbst noch einen Lindenbaum vor das Haus, als sich die riesigen Kohlebagger schon mit brachialem L\u00e4rm und in \u00e4tzenden Staubwolken an ihren Familiensitz herangefressen hatten. Horno war da verlassen und zerst\u00f6rt wie nach einem Krieg. \u00dcber einhundert D\u00f6rfer wurden allein f\u00fcr die Ausbeutung der Lausitzer Kohlevorkommen zerst\u00f6rt, was die Zersetzung des sorbischen Volkes trotz verfassungsrechtlicher Garantien kultureller Integrit\u00e4t rasant beschleunigte. In der Lausitz wurden damit mehr D\u00f6rfer ausgel\u00f6scht als etwa im Rheinischen Kohlerevier, wo 47 Siedlungen devastiert wurden. Wenn ein Mensch verschwindet, bricht zu Recht ein fieberhafter Medientaumel los. Was aber wenn ein ganzes Dorf samt Menschen, H\u00e4usern, Kinderg\u00e4rten, Kirchen, Friedh\u00f6fen, B\u00e4chen, Wiesen und B\u00e4umen verschwindet? Was, wenn nicht ein, nicht zehn, sondern \u00fcber 136 D\u00f6rfer mitten in Deutschland, dem Land der Technologie- und \u00d6koweltmeister, in Tagebauen verschwinden? Eine Liste mit \u00fcber 136 Namen Sorbisch-Deutscher Orte ist eine lange Liste. Wer sie auf dem Portal www.verschwundene-orte.de liest, wird vielleicht von deren Klang angesprochen. Die Namen schweben als Schatten \u00fcber einer in Kohlegruben versunkenen Welt. Nur vier ausgel\u00f6schte D\u00f6rfer seien kurz erinnert: Bei einem Bericht f\u00fcr Publik Forum liegt es auf der Hand, das kleine D\u00f6rfchen Publik zu erw\u00e4hnen. Publik lag s\u00fcd\u00f6stlich der Glasmacherstadt Wei\u00dfwasser in Sachsen und wurde 1986 f\u00fcr den Tagebau Reichwalde zerst\u00f6rt. Der Name des Dorfes Bukowina (Buchholz) erinnert noch an die einstige sorbische Urheimat in den Karpaten. Bukowina lag an der alten Poststra\u00dfe nach Spremberg, just dem Landstrich der Anfang 2011 wegen der Entdeckung milliardenschwerer Kupfervorkommen weltweit Schlagzeilen machte. Bukowina wurde 1964 f\u00fcr den Tagebau Greifenhain zerst\u00f6rt. Horno lag 11 Km nordwestlich der Stadt Forst auf einem Berg. Trotz internationaler Proteste und der Tatsache, dass unter dem Hornoer Berg nicht einmal erschlie\u00dfbare Kohlevorkommen waren, wurde Horno 2006 vom schwedischen Staatskonzern Vattenfall zerst\u00f6rt. Eine Umfahrung des \u00fcber 650 Jahre alten und unter Denkmalschutz stehenden Dorfes w\u00e4re technisch machbar gewesen. Das abgebaggerte Dorf Barak (Vorberg) lag nahe dem Spreewald Tourismuszentrum L\u00fcbbenau. Heute ist vor allem die sorbische Schleife Region durch Braunkohle bedroht. Neben dem Ort Rowno (Rohne) soll auch das \u00f6kologisch und kulturell wertvolle Gebiet Lacoma f\u00fcr den Vattenfall Tagebau Cottbus-Nord zerst\u00f6rt werden.<\/p> <p>Publik, Bukowina, Horno, Barak, Rowno, Lacoma und noch 128 weitere D\u00f6rfer, alle mitten im Herzen des sorbischen Siedlungsgebietes. Ausgel\u00f6scht f\u00fcr einen Fortschritt der keiner ist. Tagebaue werfen selbst den Grundwasserspiegel aus der Balance. So stehen in D\u00f6rfern Keller unter Wasser. In weiten Landstrichen breitet sich dagegen brandgef\u00e4hrliche Trockenheit aus. Kohle enth\u00e4lt fast immer radioaktives Uran, Thorium und Radium. Einige Tagebaugruben sind mit Schwermetallen und Algen verseucht, so dass Baden dort riskant und Fisch ungenie\u00dfbar ist. Zudem bedrohen Erdrutsche H\u00e4user. Die Lausitzer Bergbau AG (Laubag) erkl\u00e4rt, dass sie seit Beginn des Kohleabbaus \u00fcber 750 Quadratkilometer Land &#8222;in Anspruch genommen h\u00e4tte&#8220; &#8211; ein recht k\u00fchner Euphemismus f\u00fcr die Zerst\u00f6rung eines Gebietes von der Gr\u00f6\u00dfe des Stadtstaates Hamburg. Prof. Joachim Katzur, Leiter des Forschungsinstitutes f\u00fcr Bergbaufolgelandschaften, wird in einem ZEIT-Gespr\u00e4ch konkreter: &#8222;Eigentlich beeintr\u00e4chtigt der Lausitzer Bergbau eine viermal so gro\u00dfe Fl\u00e4che, wenn die Landstriche, in denen der Fluss des Grundwassers gest\u00f6rt ist, dazu gerechnet werden.&#8220; Und weiter hei\u00dft es dort: &#8222;Was die Bagger hinterlassen, ist Abraum, ausgekohlte, nutzlose Erde. Was der Mensch nicht ben\u00f6tigt, spucken F\u00f6rderbr\u00fccken wieder aus, werfen es auf zu Streifenhalden, die bald der Regen zerfurcht. Von wegen Mondlandschaft: Der Mond ist eine Idylle verglichen mit ausger\u00e4umten Tagebauen&#8220;. Um die Kohlegruben wasserfrei zu halten, pumpte die Laubag allein im Jahr 1992 \u00fcber eine Milliarde Kubikmeter Wasser rund um die Tagebaue ab. F\u00fcr jede Tonne Rohkohle verbraucht der Kohlestromer 105 Tonnen Wasser. Nach einem F\u00f6rderstopp w\u00fcrde es etwa drei\u00dfig Jahre dauern, bis sich der Grundwasserspiegel wieder normalisiert.<\/p> <p>M\u00e4rchen von sauberer CCS-Kohle<br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p> <p>Wegen ihres niedrigen Wirkungsgrads sind Braunkohlekraftwerke extrem klimafeindlich. Keine Industrie befeuert so den Klimawandel. Die sich \u00fcber hunderte Quadratkilometer ins fruchtbare Land fressenden Braunkohlekrater sind die tiefgreifendste Umw\u00e4lzung der Erdoberfl\u00e4che seit der letzten Eiszeit vor 130.000 Jahren. &#8222;Carbon Capture &amp; Storage&#8220; ist nun das aufgeblasene Zauberwort von Kohlestromern wie Vattenfall oder RWE. Ziel der CCS-Technik soll die Verringerung von CO2-Emissionen durch ein Abscheideverfahren mit unterirdischer Lagerung sein. Laut Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften soll es in Deutschland gar 408 Standorte geben, die geologisch als CO2-Endlager geeignet seien. &#8222;Es ist keine zukunftsf\u00e4hige Strategie f\u00fcr Brandenburg, die Kohleverstromung durch den schwedischen Energiekonzern Vattenfall gegen die Menschen im Land mittels CO2-Verpressung k\u00fcnstlich am Leben zu erhalten&#8220;, warnt Sabine Niels, die gr\u00fcne Abgeordnete des von der CO2-Verpressung betroffenen Lausitzer Landkreises Oder-Spree. CCS ist eher ein Instrument, Investitionen in regenerative Energien zu blockieren und so oligarchische Strukturen zu zementieren. In Sachsen wurde eine CCS-Landtagsanh\u00f6rung k\u00fcrzlich zum Offenbarungseid. Der dort als Sachverst\u00e4ndiger geladene Vattenfall-Vorstand Hubertus Altmann gestand, dass die CCS-Technologie erst Mitte des n\u00e4chsten Jahrzehnts gro\u00dftechnisch verf\u00fcgbar sein k\u00f6nne. Zudem wurde best\u00e4tigt, dass es nicht einmal Nachr\u00fcstungspl\u00e4ne f\u00fcr die bestehenden s\u00e4chsischen  Braunkohlekraftwerke g\u00e4be.<\/p> <p>Schatzgr\u00e4ber unter panamaischer Flagge<br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p> <p>Sorbenvertreter, wie Jan Nuk, fordern jetzt einen halbwegs angemessenen Ausgleich f\u00fcr aus der Lausitz abgef\u00fchrte Milliardenwerte und m\u00fcssen deswegen auch ausstehende Grundrechte erk\u00e4mpfen. In der Sorbenheimat wurden Edelmetalle im mehrstelligen Milliardenwert entdeckt, so auch \u00fcber 2,7 Millionen Tonnen Kupfer und andere Edelmetalle wie Gold, Platin, Silber und Zink. Schon f\u00fcr eine einzige Tonne Kupfer lassen sich Weltmarktpreise von bis zu 10.000 Euro erzielen. Als Tochter der panamaischen Minera S.A. wirbt die KSL Kupferschiefer GmbH um Sch\u00fcrfrechte in der Lausitz. Doch noch dominiert dort das Matrjoschka Prinzip. Denn die KSL GmbH ist nur eine Tochter der unter panamaischer Flagge sch\u00fcrfenden Minera S.A.; die wiederum nur eine Tochter der kanadischen Inmet Mining Firma ist. Inmet Mining steht pikanter Weise unter Leitung eines Aachener Geologen, dem CEO Jochen Tilk. Eine dubios vernetzte Welt. Mehr B\u00fcrgerbeteiligung m\u00fcsste hier erstmal f\u00fcr etwas Vertragstransparenz sorgen. Ein Happy End wird die euphorische Schatzsuche ohnehin nur finden, wenn neben Arbeitspl\u00e4tzen auch satte Gewinne in die Region flie\u00dfen; so Investitionen in Bildung, in Lausitzer Hochschulen oder die sorbisch-deutsche WITAJ Sprachinitiative. Hier setzt auch der dynamische Nuk Nachfolger David Statnik den Hebel an: &#8222;Wenn Sch\u00fcrfrechte an Konzerne f\u00fcr Kohle, Kupfer, Gold oder Platin vergeben werden, m\u00fcsste man wie im Ruhrgebiet auch in der Lausitz einen Obolus f\u00fcr jede Tonne gef\u00f6rderter Bodensch\u00e4tze aus Steuereinnahmen entrichten.&#8220; Damit lie\u00dfen sich dann Infrastrukturen, Berufsschulen und Universit\u00e4ten finanzieren, in denen zwei- und mehrsprachige Angestellte Arbeit finden und zukunftstr\u00e4chtige Branchen aufbauen. Statnik ist erst 27 Jahre und in einer sorbischen Familie aufgewachsen. Weniger belastet von historischem Gep\u00e4ck, schwebt dem designierten Domowina Chef auch ein entspannteres Miteinander zwischen Sorben und Deutschen vor.<\/p> <p>Aus der Diktatur flink in die gelenkte Demokratie<br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p> <p>&#8222;Sorben haben nur \u00fcberlebt, weil sie sich nie gegen die herrschende Regierung gestellt, immer Repressalien hingenommen haben&#8220;, so Jan Nuk. In den Jahrhunderten deutscher Feudalherrschaft wurde die sorbische Sprache unterdr\u00fcckt. Sorben war es sogar verboten, Hunde oder Pferde zu halten. Die Aufkl\u00e4rung brachte Erleichterung. Auf eine kurze Bl\u00fctezeit folgte wieder massiver Assimilierungsdruck im Jahrhundert der deutschen Diktaturen. Tausende Lausitzer Familien wurden unter Zwang germanisiert. Ein Schl\u00fcsselereignis datiert auf das Jahr 939. Da hatte Markgraf Gero martialisch Karierre gemacht. Seinen Aufstieg verdankte Gero einem blutigen Gastmahl. Mit Hinterlist lud er drei\u00dfig Sorbenf\u00fcrsten zu einem Festmahl auf die Magdeburg und lie\u00df sie meucheln. So beraubte Gero die dem deutschen Expansionsdrang widerstehenden Slawen der F\u00fchrungsschicht. \u00dcber seinen letzten Kreuzzug gegen Niederlausitzer Sorben im Jahr 963 berichtete der Chronist Widukind: &#8222;In dieser Zeit besiegte Markgraf Gero mit h\u00e4rtester Kampff\u00fchrung die Slawen, welche sich Lusizer nennen und unterwarf sie sich vollst\u00e4ndig, obgleich nicht ohne eigene schwere Verwundung und unter Verlust auch vieler anderer M\u00e4nner.&#8220; Sorben waren zu jener Zeit also wehrhaft. Aber wie schaut es heute aus?  &#8222;Auch zwei Jahrzehnte nach der friedlichen Revolution gibt es keine echten Selbstbestimmungsrechte. Wir Sorben sind weiterhin fremdbestimmt&#8220;, bringt es Benedikt Dyrlich auf den Punkt. Dyrlich ist bestens im Bilde. Als Chefredakteur von Serbske Nowiny und Vorsitzender des Sorbischen K\u00fcnstlerbundes ist er gegen die &#8222;gelenkte Demokratie&#8220; aufgebracht. Die wird vornehmlich vom deutschen Innenministerium dem Sorbenland oktroyiert. Bei der Domowina ruht man sich derweil noch etwas auf aus DDR-Zeiten \u00fcberkommenen Strukturen aus. Die Domowina lie\u00df selbst die vom unabh\u00e4ngigen Netzwerk HALO ENERGY und dem Autor 1992 initiierten Kontakte zum Buckingham Palace und zur Londoner Foreign Press Association einschlafen. Wenn es Druck aus dem Innenministerium gab, h\u00e4tte man sich widersetzen k\u00f6nnen. Markus Meckel ist in der Materie bewandert. Nahm er doch als DDR-Au\u00dfenminister an den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen mit den Siegerm\u00e4chten des Zweiten Weltkriegs teil. Wie wenige Politiker ist Meckel auch auf das Verh\u00e4ltnis zu den osteurop\u00e4ischen Nachbarn spezialisiert. Und es war Meckel der die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur initiierte. Spitz bemerkt der erste frei gew\u00e4hlte und letzte DDR-Au\u00dfenminister k\u00fcrzlich in Br\u00fcssel: &#8222;Die Sorben k\u00f6nnten doch besser fahren, wenn sie sich als First Nation samt der Lausitzer Bodensch\u00e4tze selbst\u00e4ndiger machen.&#8220; Als Meckel daher nach dem von Innenminister Sch\u00e4uble 1990 mit hei\u00dfer Nadel zusammengeflickten Einigungsvertrag gefragt wird, weicht er aus. Der Einigungsvertrag &#8222;w\u00e4re als Au\u00dfenminister nicht so seine Baustelle gewesen&#8220;. Doch die uralten und eben auch von der DDR-F\u00fchrung zynisch pervertierten Fragen nach Grund und Boden sind weiter das Z\u00fcnglein an der Waage. Denn wer die rechtm\u00e4\u00dfigen Eigner der Lausitz und ihrer Bodensch\u00e4tze sind, ist noch nicht belastbar gekl\u00e4rt und damit auch nicht die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Sch\u00fcrfrechte.<\/p> <p>Licht am Ende des Tunnels?<br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p> <p>Sorbenvertreter wie Nuk, Statnik, Dyrlich oder auch der Autor nehmen die Auspl\u00fcnderung ihrer Heimat nicht hin. Deswegen werden Kontakte nicht mehr nur in Berlin oder Prag gekn\u00fcpft, sondern auch in Br\u00fcssel. So war der Schirmherr der diesj\u00e4hrigen Internationalen Konferenz sorbischer Musik niemand Geringeres als der Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Parlaments Jerzy Buzek. Dabei k\u00f6nnte auch noch aus ganz unerwarteter Richtung Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Region kommen. Denn der aus Rum\u00e4nien kommende Agrarkommissar Dacian Ciolos baut die EU-Landwirtschaft gr\u00fcndlich um. Sie soll dezentraler, nachhaltiger und gr\u00fcner werden. Sollten die Reformen gegen das Lobbying der deutschen Gro\u00dfagrarindustrie auch nur teilweise umgesetzt werden, w\u00e4re das auch ein Aufbruchssignal f\u00fcr die zweisprachige Lausitz. \u00dcber 55 Milliarden Euro gibt die EU  j\u00e4hrlich allein f\u00fcr Landwirtschaft aus. &#8222;Doch bei der Debatte geht es um viel mehr als nur um Geld. Bei keiner anderen EU-Gesetzgebung wurde so umfassend konsultiert. Der Entwurf wird durch das Gesetzgebungsverfahren gehen&#8220;, sagte Ciolos unl\u00e4ngst entschlossen im Br\u00fcsseler Parlament. Auch die Lausitz w\u00fcrde vitalisierend  Impulse bekommen, wenn nach der D\u00f6rferausl\u00f6schung wieder Lebensqualit\u00e4t und dezentrales Wirtschaften in den Mittelpunkt r\u00fcckt.<\/p> <p>Bo\u017eemje &#8211; Worte des Vaters<br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p> <p>Seit \u00fcber sechzehn Jahrhunderten werden die sorbisch klingenden Worte der \u0141u\u017eica gesprochen und gesungen. Dieser vitale Wortstrom verstummte trotz wiederholter Missionierungswellen, zahlreicher Kriege und Diktaturen nie. Anfang des 21igsten Jahrhunderts stockt der sorbische Sprachfluss. Auch weil die manische Fixierung auf den zentralisierten Kohleraubbau die Landschaft verschwinden lassen, die das Sorbische bis heute hervorbringen konnte. Beim Sorbenempfang im Buckingham Palace wurde ein blau gebundenes Buch mit dem Titel &#8222;Dw\u011b Lubos\u010di Ja Mam &#8211; Zwei Lieben trage ich in mir&#8220; von Jan Nuk und dem Autor \u00fcberreicht, die ins Sorbische \u00fcbertragenen Sonette Shakespeares. In Anlehnung an Worte des Philosophen Peter Sloterdijk liesse sich nach vorn blickend ausrufen, Deutsche und Sorben m\u00fcssen nun erstmals die &#8222;Techniken des gemeinsamen \u00dcberlebens ein\u00fcben&#8220; und nachhaltig applizieren. Die Lausitz w\u00fcrde so zu einem kosmopolitischen CleanTech Land neben den aufstrebenden Regionen Tschechiens und Polens aufsteigen. Davon w\u00fcrde ironischer Weise auch die Mehrheit der Deutschen profitieren. Vater hatte gegen Ende seines Lebens immer \u00f6fter auch sorbische Worte gebraucht. Nach seinem Ableben fand sich auf dem Wohnzimmertisch seiner wie f\u00fcr einen Besuch aufger\u00e4umten Stube ein Quittungszettel. Auf dem Vater nichts weiter notiert hatte als: &#8222;Witaj\u010de k nam&#8220; und in der Zeile darunter ebenfalls auf Sorbisch: &#8222;Gl\u00fcck dem Heimkehrenden&#8220;.<\/p> <p>Ralph Th. Kappler \/ Tomas Kappa<\/p> <p>Firmenkontakt<br \/> HALO ENERGY<br \/> Ralph Thomas Kappler<br \/> Chaussee de Waterloo 206<\/p> <p>1060 Brussels<br \/> Belgium<\/p> <p>E-Mail: rkappler@halo-energy.com<br \/> Homepage: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.halo-energy.com\"  >http:\/\/www.halo-energy.com<\/a><br \/> Telefon: 0032-474010557<\/p> <p>Pressekontakt<br \/> HALO ENERGY<br \/> Ralph Thomas Kappler<br \/> Chaussee de Waterlooi 206<\/p> <p>1060 Brussels<br \/> Belgium<\/p> <p>E-Mail: rkappler@halo-energy.com<br \/> Homepage: http:\/\/www.halo-energy.com<br \/> Telefon: 0032-474010557<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorben k\u00e4mpfen als \u00e4lteste Minderheit Deutschlands um das \u00dcberleben ihrer Kultur w\u00e4hrend Vattenfall &amp; Co mit durch Millionen Kampagnen gestreuten CCS M\u00e4rchen akute Menschenrechtsverletzungen und die enorme Umweltzerst\u00f6rung vertuschen. 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