{"id":12243,"date":"2013-02-05T08:33:34","date_gmt":"2013-02-05T08:33:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=12243"},"modified":"2013-02-05T15:21:15","modified_gmt":"2013-02-05T14:21:15","slug":"das-recycling-von-flugzeugen-bzw-flugzeugteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/das-recycling-von-flugzeugen-bzw-flugzeugteilen-1012243\/","title":{"rendered":"Das Recycling von Flugzeugen bzw. Flugzeugteilen"},"content":{"rendered":"<div> <p>D<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12524\" title=\"Sie gelten als sicherstes Verkehrsmittel der Welt und sind weit \u00fcber ihren Lebenszyklus hinaus viel wert: Laut verschiedener Medienberichten hat die Industrie ausrangierte Flugzeuge als Rohstoffquelle entdeckt, da sie voller Aluminium, Titan und Kupfer stecken.\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Screenshot_27.jpg\" width=\"124\" height=\"124\" \/>ie Legende der &#8222;fliegenden Sch\u00e4tze&#8220;<\/p> <p>Flugzeug-Recycling in aller Munde<\/p> <p>Sie gelten als sicherstes Verkehrsmittel der Welt und sind weit \u00fcber ihren Lebenszyklus hinaus viel wert: Laut verschiedener Medienberichten hat die Industrie ausrangierte Flugzeuge als Rohstoffquelle entdeckt, da sie voller Aluminium, Titan und Kupfer stecken. Doch ist das Verwerten von Jumbo Jets &amp; Co. wirklich so neu? recyclingnews hat sich in der Branche umgeh\u00f6rt.<\/p> <p><!--more-->Das Szenario l\u00e4sst sich lebhaft darstellen: In den Schwellenl\u00e4ndern der Erde rosten in sengender Hitze zahlreiche Flugzeug-Wracks vor sich hin, die bis unter die Tragfl\u00e4chen mit kostbaren (Sekund\u00e4r-)Rohstoffen gef\u00fcllt sind. Medien fragen derzeit: Warum hat bisher niemand daran gedacht die &#8222;fliegenden Sch\u00e4tze&#8220; zu bergen?<\/p> <p>&#8222;Ganz so einfach wie es auf den ersten Blick scheint, verh\u00e4lt es sich mit dem Flugzeug-Recycling nicht&#8220;, erkl\u00e4rt Patrik Kalk, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der INTERSEROH Jade Stahl GmbH und Experte auf dem Gebiet des Metall-Recyclings. &#8222;Derzeit wird das Feld des Jumbo-Recyclings von vielen Unternehmen mit Interesse betrachtet, valide Zahlen, wie viele Flugzeuge derzeit in einer gewissen Gr\u00f6\u00dfenordnung zum Recycling bereit st\u00fcnden, liegen aber noch nicht vor.&#8220;<\/p> <p>Kalk spielt damit auf eine statistische Gegebenheit an: Ein Flugzeug tut 30 bis 35 Jahre seinen Dienst und der Massenverkehr in der Luft ist ein ziemlich junges Ph\u00e4nomen. Somit sei das Gros der Flugzeuge derzeit noch in Betrieb. Doch auch in Anbetracht dieser Situation ist das Recycling von Flugzeugen bzw. Flugzeugteilen keine g\u00e4nzlich neue Gesch\u00e4ftsidee:<\/p> <p>&#8222;INTERSEROH Jade Stahl \u00fcbernimmt heute schon zum Teil Schrotte von Firmen, die sich speziell mit der Verwertung von ausgesonderten Flugzeugen befassen. Es werden aus den alten Maschinen zun\u00e4chst Ersatzteile ausgebaut, die dann verkauft werden &#8211; der Rest geht in die Verschrottung&#8220;, so Kalk. Interessant seien bei der Zerlegung der Flieger vor allem Fraktionen wie Aluminium, Titan und Kupfer(kabel), die standardm\u00e4\u00dfig darin verbaut sind. Derzeit sei das Aufkommen \u00fcber Flugzeug-Verwertung als sehr unregelm\u00e4\u00dfig und gering einzusch\u00e4tzen.<\/p> <p>Dabei sitzt Jade Stahl schon fast an der Quelle: Das Unternehmen ist bereits seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren Generalentsorger der Firma Premium AEROTEC, Betreiber der gr\u00f6\u00dften Zerspanungsanlage in der EADS-Gruppe. Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist Europas gr\u00f6\u00dfter Luft- und Raumfahrt-Konzern, beispielweise mit der Marke Airbus &#8211; sowie zweitgr\u00f6\u00dfter R\u00fcstungskonzern. Im nieders\u00e4chsischen Varel, s\u00fcdlich von Wilhelmshaven, werden diverse Bauteile f\u00fcr Airbus gefertigt bei denen schon w\u00e4hrend der Herstellung Eisen- sowie Nichteisenmetalle als Produktionsabf\u00e4lle verschrottet werden. Am anderen Ende des Flugzeug-Lebenszyklus &#8211; n\u00e4mlich bei der Fertigung &#8211; scheinen derzeit also noch wesentlich gewinnbringendere Aufgaben f\u00fcr Recycling-Unternehmen anzufallen.<\/p> <p>&#8222;Immer mehr Flugzeuge werden wohl k\u00fcnftig auch in Europa nach &#8222;Ausmusterung&#8220; recycelt und als Rohstoffquelle genutzt&#8220;, sch\u00e4tzt Patrik Kalk. &#8222;Ich denke allerdings, dass ein Mix aus Ersatzteilhandel und Verschrottung erforderlich ist, um daraus ein lukratives Gesch\u00e4ft zu generieren.&#8220;<\/p> <p>Dennoch g\u00e4be es bereits Unternehmen in Deutschland, die sich auf die Schrottverwertung von alten Flugzeugen spezialisiert haben. Die Herausforderung sei dabei, dass grunds\u00e4tzlich zwar alle Teile von Maschinen entsorgt werden k\u00f6nnten, \u00e4ltere Maschinen aber Probleme machen mit so genannten Aluminium-Lithium-Legierungen. Ob und wie dieses Material recycelt werden kann, wird derzeit in diversen Forschungsprogrammen gepr\u00fcft. Eine letztendliche L\u00f6sung sei aber noch nicht in Sicht. Insofern h\u00e4lt sich der Hype, den diverse Medien um das Thema Flugzeug-Recycling geschaffen haben, in der Branche derzeit noch in Grenzen.<\/p> <p>Auch wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema &#8211; wie beispielweise von der TU Clausthal &#8211; ergeben, dass das Recycling heute noch sehr unzureichend in den unterschiedlichen Lebenszyklusphasen von Flugzeugen verankert ist &#8211; was aber auch an deren Fertigung liegt. Aufgrund der Langlebigkeit von Flugzeugen fand bisher in der Entwicklung von Flugzeugen kaum eine Ber\u00fccksichtigung der Recyclingf\u00e4higkeit der verbauten Materialien statt. Dies liege unter anderem daran, dass Flugzeuge, die noch flugtauglich sind, bei ihrer Au\u00dferdienststellung \u00fcber zahlreiche zertifizierte und im Flugbetrieb einsetzbare Teile verf\u00fcgen. Daher \u00fcbersteigt ihr Wert in der Regel das f\u00fcr das Materialrecycling zu vertretende Preisniveau.<\/p> <p>Au\u00dferdem m\u00fcssten Flugzeuge, die in Deutschland recycelt werden sollen, aufgrund der Witterungsverh\u00e4ltnisse sehr schnell demontiert werden, da sonst Korrosionsprozesse einsetzen. Aus diesem Grunde werden Flugzeuge in Europa nicht langfristig &#8222;geparkt&#8220; und stehen &#8211; im Gegensatz zu so genannten Flugzeug-Friedh\u00f6fen wie in Afrika oder Amerika &#8211; f\u00fcr das Recycling vor Ort nicht zur Verf\u00fcgung. Desweiteren kommt hinzu, dass bereits ausgeschlachtete Altflugzeuge, die direkt f\u00fcr das Recycling in Frage kommen, meist auf verteilten Standorten weltweit &#8222;geparkt&#8220; und fast zu einhundert Prozent nicht flugtauglich sind. Daher sind sie f\u00fcr den deutschen Markt kaum zu aktivieren.<\/p> <p>Die beschriebenen &#8222;fliegenden Sch\u00e4tze&#8220; sind also derzeit nicht g\u00e4nzlich im Land der M\u00e4rchen zu verorten &#8211; bleiben aber f\u00fcr die Schatzsucher, zumindest in Europa, derzeit schwer zu heben.<\/p> <p>Erstver\u00f6ffentlichung im Branchenmagazin <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.recyclingnews.info\/\" title=\"Das Magazin der Recyclingbranche\" >recyclingnews<\/a>.<\/p> <p>recyclingnews ist das Kundenmagazin mit allen Branchennews, das schon heute<br \/> rund 12.000 Abonnenten hat.<\/p> <p>&#8211; Die wichtigsten News rund um Recycling und Rohstoffe.<br \/> &#8211; Ein gro\u00dfer Service-Teil, exklusive Interviews, Hintergru\u0308nde und Reportagen im Online-Magazin.<br \/> &#8211; Individueller Newsletter an Ihre Interessen angepasst.<\/p> <p>Bleiben Sie informiert und abonnieren Sie kostenlos unseren Newsletter unter www.recyclingnews.info.<\/p> <p>Die einzigartige Kombination aus Online-Magazin und Newsletter bringt Nachrichten und Themen der Branche fu\u0308r Sie zusammen &#8211; immer aktuell und u\u0308ber die ganze Bandbreite der Recycling-Branche, von Recycling und Rohstoffen bis zu Nachhaltigkeit und Politik. Der Newsletter passt sich jedes Mal individuell Ihren Interessen an und enth\u00e4lt praktische Informationen.<\/p> <p>Kontakt:<br \/> recyclingnews &#8211; Das Branchenmagazin<br \/> Susanne Jagenburg<br \/> Knesebeckstr. 56-58<br \/> 10719 Berlin<br \/> +49 30 35182-5080<br \/> susanne.jagenburg@albagroup.de<br \/> http:\/\/www.recyclingnews.info<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> ALBA Group plc &amp; Co. KG<br \/> Susanne Jagenburg<br \/> Knesebeckstr. 56-58<br \/> 10719 Berlin<br \/> +49 30 35182-5080<br \/> susanne.jagenburg@albagroup.de<br \/> http:\/\/www.recyclingnews.info<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Legende der &#8222;fliegenden Sch\u00e4tze&#8220; Flugzeug-Recycling in aller Munde Sie gelten als sicherstes Verkehrsmittel der Welt und sind weit \u00fcber ihren Lebenszyklus hinaus viel wert: Laut verschiedener Medienberichten hat die Industrie ausrangierte Flugzeuge als Rohstoffquelle entdeckt, da sie voller Aluminium, Titan und Kupfer stecken. 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