{"id":13827,"date":"2013-02-11T10:11:43","date_gmt":"2013-02-11T10:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=13827"},"modified":"2014-09-12T01:11:12","modified_gmt":"2014-09-12T00:11:12","slug":"zusammenhang-zwischen-monsun-und-gletscherschmelze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/zusammenhang-zwischen-monsun-und-gletscherschmelze-1013827\/","title":{"rendered":"Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze"},"content":{"rendered":"<div> <p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-14255\" title=\"\u00dcbergeordnetes Thema ist die Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen atmosph\u00e4rischen Prozessen und weiteren Kompartimenten naturnaher und anthropogen gepr\u00e4gter Geosysteme.\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Screenshot_24.jpg\" width=\"235\" height=\"115\" \/>TU Berlin: Im Schutz des Schnees<\/p> <p>Wissenschaftler erkundeten auf dem Tibet-Plateau den Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze<\/p> <p>Unter der Leitung von Prof. D. Dieter Scherer (Fachgebiet Klimatologie) von der TU Berlin ist es Wissenschaftlern gelungen, einen Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze aufzudecken. Setzt der indische Sommermonsun fr\u00fch ein, f\u00fchrt der daraus resultierende fr\u00fchzeitige Schneefall dazu, dass die Gletscher zur Zeit der st\u00e4rksten Sonneneinstrahlung bereits schneebedeckt sind. <!--more-->&#8222;Das ist ein wirklich neuer Befund&#8220;, sagt Fabien Maussion, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, &#8222;der ohne die simulierten Niederschlagsdaten aus dem TU-Fachgebiet Klimatologie nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.&#8220; Die Schneedecke reflektiert dank ihrer wei\u00dfen Oberfl\u00e4che einen Gro\u00dfteil der einfallenden Strahlung, sodass weniger Energie f\u00fcr die Gletscherschmelze zur Verf\u00fcgung steht. Der Schnee sch\u00fctzt sozusagen den Gletscher vor der Sonne.<\/p> <p>Die Untersuchungen fanden im Rahmen des von Dieter Scherer geleiteten Forschungsvorhabens &#8222;Variabilit\u00e4t und Trends der Wasserhaushaltskomponenten in Benchmark-Einzugsgebieten des Tibet-Plateaus&#8220; (WET) statt. In diesem vom Bundesforschungsministerium finanzierten Verbundprojekt von sechs deutschen Universit\u00e4ten erforschen Meteorologen, Glaziologen und Hydrologen in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern, wie die erst seit J\u00fcngstem beobachteten Ver\u00e4nderungen der Wasserverh\u00e4ltnisse auf dem Tibet-Plateau zu erkl\u00e4ren und wie sie mit dem Klima, insbesondere mit dem Monsun, gekoppelt sind.<\/p> <p>Zum groben Befund der sich ver\u00e4ndernden Wasserverh\u00e4ltnisse auf dem Tibet-Plateau geh\u00f6ren schmelzende Gletscher, tauende Permafrostb\u00f6den sowie sinkende oder steigende Wasserspiegel der abflusslosen Seen. &#8222;Hinzu kommt, dass sich diese Ver\u00e4nderungen nicht \u00fcberall gleich vollziehen. Es gibt gro\u00dfe regionale Unterschiede auf dem Tibet-Plateau. Vor allem aber lassen sich keine einfachen Zusammenh\u00e4nge der Art herstellen, dass zum Beispiel ausschlie\u00dflich schmelzende Gletscher die Seespiegel ansteigen lassen&#8220;, sagt Fabien Maussion.<\/p> <p>Die Wissenschaft steht vor vielen Fragen &#8211; etwa, ob ein regenreiches Jahr in Indien auch ein regenreiches in Tibet zur Folge hat, ob ein feuchtes, kaltes Jahr die Gletscher weniger schmelzen l\u00e4sst und warum die Schwankungen zwischen sehr feuchten und sehr trockenen Jahren so extrem sind. Das WET-Projekt soll dazu beitragen, diese hochkomplexen Prozesse zu verstehen.<\/p> <p>Daf\u00fcr arbeiten die einen an der atmosph\u00e4rischen, hydrologischen und glaziologischen Satellitenfernerkundung: Sie klassifizieren Wolken, dokumentieren die Seespiegel\u00e4nderungen und erforschen die Bewegungen und Volumen\u00e4nderungen der Gletscher. Die anderen besch\u00e4ftigen sich mit der atmosph\u00e4rischen, hydrologischen und glaziologischen Modellierung, bei der die wesentlichen Prozesse des zu untersuchenden Systems vereinfacht abgebildet werden, um Zusammenh\u00e4nge und Wechselwirkungen zu erkl\u00e4ren.<\/p> <p>Der Part der TU-Wissenschaftler um Prof. Dr. Dieter Scherer ist die atmosph\u00e4rische Modellierung. &#8222;Auf dem Tibet-Plateau gibt es nur wenige Wetterstationen, die lange Zeitreihen liefern. Au\u00dferdem liegen diese Stationen meist deutlich tiefer als die zu untersuchenden Gletscher. Sie geben also keine Auskunft \u00fcber die Bedingungen in h\u00f6heren Regionen, aber es gibt Satellitendaten, die die Gro\u00dfwetterlage wiedergeben. Aus den gro\u00dfskaligen Informationen errechnen wir mit unserem numerischen Modell unter anderem Temperatur, Niederschlag, Druck, Feuchtigkeit und Windgeschwindigkeit f\u00fcr ein kleineres Gebiet mit einer hohen r\u00e4umlichen Aufl\u00f6sung von zehn Kilometern. Wir k\u00f6nnen das f\u00fcr einem bestimmten Tag r\u00fcckwirkend f\u00fcr den Zeitraum 2001 bis 2011 tun&#8220;, erkl\u00e4rt Fabien Maussion, Koordinator des WET-Projektes. &#8222;Oder wie wir sagen &#8211; reanalysieren&#8220;, erg\u00e4nzt Julia Curio, Meteorologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, die im August 2012 mit ihren Kollegen zu Forschungszwecken auf dem Plateau war. Das Modell schlie\u00dft die Datenl\u00fccke und gew\u00e4hrleistet, dass die Daten in der n\u00f6tigen r\u00e4umlichen und zeitlichen Aufl\u00f6sung zur Verf\u00fcgung stehen. Dadurch gelang es einen Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze auf dem Tibet-Plateau zu beschreiben.<br \/> 4065 Zeichen<\/p> <p>Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Fabien Maussion, TU Berlin, Fachgebiet Klimatologie, Rothenburgstr. 12, 12165 Berlin, Tel.: 030\/314-71495, E-Mail: fabien.maussion@tu-berlin.de und Julia Curio, TU Berlin, Fachgebiet Klimatologie; Rothenburgstr. 12, 12165 Berlin, Tel.: 030\/314-71378, E-Mail: julia.curio@tu-berlin.de, http:\/\/www.klima.tu-berlin.de<\/p> <p>Die TU Berlin versteht sich als international renommierte Universit\u00e4t in der deutschen Hauptstadt, im Zentrum Europas. Eine scharfe Profilbildung, herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine moderne Verwaltung stehen im Mittelpunkt ihres Agierens. Ihr Streben nach Wissensvermehrung und technologischem Fortschritt orientiert sich an den Prinzipien von Exzellenz und Qualit\u00e4t.<\/p> <p>Kontakt<br \/> TU Berlin, Stabsstelle Presse, \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Alumni<br \/> Stefanie Terp<br \/> Stra\u00dfe des 17. Juni 135<br \/> 10623 Berlin<br \/> 030\/314-23922<br \/> pressestelle@tu-berlin.de<br \/> http:\/\/www.tu-berlin.de<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> TU Berlin, Fachgebiet Klimatologie<br \/> Fabien Maussion<br \/> Rothenburgstra\u00dfe 12<br \/> 12165 Berlin<br \/> 030\/314-71495<br \/> fabien.maussion@tu-berlin.de<br \/> http:\/\/www.pressestelle.tu-berlin.de\/menue\/service_fuer_journalisten\/<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TU Berlin: Im Schutz des Schnees Wissenschaftler erkundeten auf dem Tibet-Plateau den Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze Unter der Leitung von Prof. D. 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