{"id":1398,"date":"2011-08-08T10:00:42","date_gmt":"2011-08-08T09:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=1398"},"modified":"2025-06-13T11:13:46","modified_gmt":"2025-06-13T10:13:46","slug":"geld-schiesst-tore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/geld-schiesst-tore-101398\/","title":{"rendered":"\u201eGeld schie\u00dft Tore.\u201c"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" width=\"190\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Diese gefl\u00fcgelte Aussage stammt nicht etwa aus dem Munde eines verbitterten 1860er Fans nach einer Niederlage<br \/> gegen den verhassten FC Bayern M\u00fcnchen. Dieser Ausspruch geht unter anderem auf Heribert Bruchhagen zur\u00fcck, der auf<\/p> <p>dem Gebiet des Fu\u00dfballs und des finanziellen Drumherums als Kapazit\u00e4t gesehen werden kann. Bruchhagen hat bereits als Spieler, Trainer und als Manager Bekanntheit erreicht. Vor allem als Manager tat er sich hervor und war in dieser Funktion bereits in Schalke, Bielefeld und Hamburg aktiv. <!--more-->Heute ist Bruchhagen Vorstandsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fu\u00dfball AG und seit August 2007 ist er Mitglied des DFL Vorstands. Heribert Bruchhagen war auch bereits als stellvertretender Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Ressort \u201cSpielbetrieb\u201c bei der DFL t\u00e4tig. Im Gegensatz zu vielen seiner Zunftkollegen redet Bruchhagen ziemlich unverbl\u00fcmt daher, wenn es um die wirtschaftlichen und sportlichen Zusammenh\u00e4nge des Fu\u00dfballs geht. So sagte Bruchhagen bez\u00fcglich des sportlichen Erfolgs\/Misserfolgs in der Bundesliga dereinst:<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><em>\u201e&#8230;&#8230;<\/em><em><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2002\/19\/Geld_schiesst_Tore\"  target=\"_blank\">Geld schie\u00dft in der Tat Tore<\/a>. Das k\u00f6nnen Sie daran sehen, dass das Ranking nach dem Etat auch das sportliche Ranking ist, vielleicht plus minus zwei Tabellenpl\u00e4tze. Wenn es besonders gut l\u00e4uft, steht man etwas besser da, und wenn es schlecht l\u00e4uft, steht man etwas schlechter da, aber im Prinzip k\u00f6nnen Sie die Geldrangliste auch als die sportliche Rangliste ansehen&#8230;&#8230;.\u201c<\/em><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Dass finanzielle Kapazit\u00e4ten im Profifu\u00dfball schon immer essentiell f\u00fcr langfristigen, sportlichen Erfolg waren, ist an und f\u00fcr sich nichts Neues. In den Siebzigern standen sich in Deutschland zwei Fu\u00dfballm\u00e4chte gegen\u00fcber: Borussia M\u00f6nchengladbach und der FC Bayern M\u00fcnchen. Beide Klubs waren 1965 gemeinsam aufgestiegen und dominierten in den Siebzigern die Bundesliga. Gladbach holte alle f\u00fcnf Meistertitel der Vereinsgeschichte sowie zwei UEFA Pokale in den Siebzigern. Bayern gewann drei Meisterschaften und konnte auf europ\u00e4ischer B\u00fchne gar dreimal in Folge den Pokal der Landesmeister erspielen. Bayern M\u00fcnchen und Gladbach lagen zu jener Zeit also Kopf an Kopf. Doch Bayern schaffte es schlie\u00dflich, sich in diesem Kr\u00e4ftemessen durchzusetzen, w\u00e4hrend Gladbach im Anschluss an diese gro\u00dfe \u00c4ra ins Hintertreffen geriet. Der Grund war schon damals das schn\u00f6de Geld, denn Bayern hatte mit dem Olympiastadion ein weit gr\u00f6\u00dferes Stadion als die Gladbacher und konnte folglich mehr einnehmen. Die Gladbacher hingegen konnten zwar noch eine Weile oben mitspielen, mussten aber regelm\u00e4\u00dfig einige ihrer wichtigsten Spieler an die reichere Konkurrenz aus Bayern oder aus dem Ausland abgeben, da dort die gr\u00f6\u00dferen Verdienstm\u00f6glichkeiten lockten.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Man sieht also, dass das Geld auch schon vor den ausgehenden Achtzigern und dem exorbitanten Anstieg der Fernseh- und Sponsorengelder eine Rolle gespielt hat. Allerdings hat sich in dieser Hinsicht etwas ganz entscheidend ge\u00e4ndert, denn das Problem ist nicht die Vorteilsnahme durch mehr Geld an sich, sondern es sind die Unsummen, mit denen Spitzenvereine mittlerweile jonglieren k\u00f6nnen und die eine schier un\u00fcberwindbare Kluft zwischen ihnen und den restlichen Vereinen schaffen. Allein die Teilnahme an der Champions League bringt Millionen von Einnahmen. Und das selbst dann, wenn man in Runde eins oder zwei sang- und klanglos scheitert. Dies macht die ausgedehnte Gruppenphase (Runde 1 der Endrunde) m\u00f6glich. Bereits die Teilnahme an der ersten Runde der Champions League bringt sechs Spiele (drei Gegner je Gruppe mit Hin- und R\u00fcckspiel). Das bedeutet sechsmal Fernsehgelder absahnen, mehr Geld durch die Sponsoren aufgrund der internationalen Aufmerksamkeit, Pr\u00e4mien in H\u00f6he von \u00fcber 4 Millionen Euro (allein f\u00fcr die Teilnahme und unabh\u00e4ngig vom Erfolg) und dreimal zus\u00e4tzliche Gewinne an der Stadionkasse f\u00fcr die drei Heimspiele. Diese Heimspiele werden dann auch noch etwas \u00fcberteuert feil geboten, da es sich ja um internationale Begegnungen auf europ\u00e4ischer B\u00fchne handelt, auch wenn diese bei einer ausgedehnten Gruppenphase l\u00e4ngst bar jeden Turniercharakters sind. Erst ab Runde zwei geht es im klassischen Turniermodus (allerdings mit Hin- und R\u00fcckspiel) weiter. Man kann davon ausgehen, dass sich die meisten Favoriten (sprich Top Vereine) \u00fcber die sechs Spiele der Runde eins in ihren Gruppen durchsetzen werden. Dadurch b\u00fc\u00dft die Champions League massiv an sportlicher Brisanz ein und wird vorhersehbarer.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Wenn eine Mannschaft sich also mit viel Dusel in Runde eins durchsetzt und in der zweiten Runde erb\u00e4rmlich scheitert, dann hat sie nichts desto trotz ein exzellentes Gesch\u00e4ft gemacht. Denn wir reden hier bereits von sieben Spielen, die jeweils m\u00e4chtig Kohle bringen. Zum Vergleich: In dem Turnier der Turniere \u2013 der WM \u2013 steht man nach sieben Spielen entweder im Finale oder im Spiel um Platz drei! Es wird also nicht in erster Linie der sportliche Erfolg honoriert, sondern die blo\u00dfe Teilnahme an der ersten Runde Champions League bringt bereits wesentliche Mehreinnahmen. Wer das Achtelfinale erreicht (Runde 2) hat bereits zu diesem Zeitpunkt Einnahmen eingespielt (Pr\u00e4mien + TV Gelder), die durchaus dem Etat eines Bundesligaklubs entsprechen k\u00f6nnen. Wenn man nun in Betracht zieht, dass gewisse Top Klubs fast regelm\u00e4\u00dfig bis ins Viertelfinale der Champions League (oder dar\u00fcber hinaus) kommen, dann wird klar, was f\u00fcr ein finanzieller Selbstl\u00e4ufer die Champions League \u00fcber die Jahre hinweg f\u00fcr diese Vereine ist.<\/p> <p>Ein Beispiel: Das Erreichen des Viertelfinals bringt allein an Pr\u00e4mien \u00fcber 12 Millionen Euro. Bereits das entspricht schon bald dem Etat eines niederen Bundesligaklubs. Dazu kommen noch Fernsehgelder, Sponsorengelder, Eintrittsgelder &#8230;. Ob das mit dem sportlichen Motto: \u201cDabei sein ist alles!\u201c, so gemeint war? Es ist zu bezweifeln.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Es gab sogar eine Phase, in der die Entsch\u00e4rfung der Champions League zu einem teilnehmerfreundlichen Selbstl\u00e4ufer noch viel weiter gediegen war. So gab es zeitweise nach der ersten Gruppenphase eine weitere Gruppenphase mit sechs Spielen. Das hei\u00dft, dass es erst ab dem Viertelfinale zum Turniermodus kam \u2013 also wenn gerade noch acht Mannschaften \u00fcbrig waren. Das war den Zuschauern verst\u00e4ndlicherweise aber zu langweilig und \u00fcberstieg das Ma\u00df an zumutbarer Vorhersehbarkeit. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es von 2000 bis Anfang 2008 eine Gruppe von europ\u00e4ischen Top Vereinen gab, die sich unter dem Namen \u201cG-14\u201c zu einem Interessenverband zusammenschloss. Dies war ein Interessenverband der (zun\u00e4chst) 14 m\u00e4chtigsten Vereine Europas. Im Laufe der Zeit stie\u00dfen noch weitere starke Klubs hinzu. Aus Deutschland waren schlie\u00dflich Leverkusen, Dortmund und nat\u00fcrlich Bayern M\u00fcnchen darunter zu finden. Aus deutscher Sicht z\u00e4hlten jedoch nur die Bayern und die Dortmunder zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern. Der Name \u201cG-14\u201c spielte \u00fcbrigens auf die G-8 Staaten an und lies tief blicken, mit welchem Selbstverst\u00e4ndnis sich diese Vereinigung sah. Die UEFA sah die G-14 jedoch Gott sei Dank als den eigenn\u00fctzigen Interessenverband, der dieser zweifelsohne war und akzeptierte sie nicht als Verhandlungspartner. Entsprechend wurden die Forderungen der G-14 abgelehnt. Diese wollten n\u00e4mlich gerne wieder die Zwischenrunde (in Form der zweiten Gruppenphase) einf\u00fchren \u2013 brachte diese doch mehr Spiele und noch mehr Einnahmem\u00f6glichkeiten als ohnehin schon. Zudem sollte die sportliche Ungewissheit (aus Sicht der Top Vereine) mit gleich zwei Gruppenphasen wieder auf ein Minimum reduziert werden. Garantierte doch das blo\u00dfe Erreichen der zweiten Gruppenphase bereits zw\u00f6lf sichere Spiele mit den entsprechenden Mehreinnahmen. Die G-14 stellte ferner sogar die unverfrorene Forderung, dass die Champions League k\u00fcnftig nur noch geschlossen, zwischen den immer gleichbleibenden Teilnehmern stattfinden solle \u2013 unabh\u00e4ngig von den nationalen Meisterschaften. Die Dreistigkeit dieser Forderung ist kaum zu fassen, geht die Champions League doch auf den \u201cPokal der Landesmeister\u201c zur\u00fcck. Aber Tradition ist nach Auffassung einiger Top Klubs scheinbar etwas, das nur in die Glasvitrinen der vereinseigenen Museen passt, um damit kokettieren zu k\u00f6nnen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Die Forderungen der G-14 entlarvten jedoch sehr stark, wie sich heutige Top Klubs sehen und mit welchem unsportlichen, aber daf\u00fcr wirtschaftlichem Kalk\u00fcl gearbeitet wird. Denn was die G-14 wollte, war wieder einen Wettbewerb, der nach zwei Gruppenphasen mit Hin- und R\u00fcckspiel schon halbwegs gelaufen w\u00e4re und der zudem nur einem Kreis immer gleicher Auserw\u00e4hlter vorbehalten sein sollte. Die Gedanken dahinter \u2013 aus Sicht dieser Top Vereine \u2013 waren folgende: Ein Wettbewerb mit ausgepr\u00e4gtem Turniercharakter (beispielsweise ein K.O. System mit Hin- und R\u00fcckspiel) beinhaltet die M\u00f6glichkeit, dass man selbst gegen einen kleineren Verein oder gegen einen gleichstarken Gegner binnen zwei Spielen ausscheidet. Das ist nat\u00fcrlich extrem be\u00e4ngstigend und ung\u00fcnstig, wenn man sich einen Stab an Million\u00e4ren erhalten und selbst noch gut verdienen will. Denn die Tatsache, dass man diesen begnadeten Fu\u00dfballern auch begnadet viel Geld unterjubeln kann, um das Gros der anderen Vereine problemlos zu \u00fcberbieten, macht auch erforderlich, dass die entsprechenden Einnahmen flie\u00dfen. Also wollte man die Champions League sportlich noch weiter entsch\u00e4rfen, als sie es ohnehin schon ist und wieder die zweite Gruppenphase einf\u00fchren. Dann w\u00e4re es denkbar unwahrscheinlich, dass man \u00fcberraschend ausscheidet. In sechs Spielen darf man sich auch als Top Verein mal den einen oder anderen kleinen Ausrutscher erlauben. Und mit einer zweiten Gruppenphase w\u00fcrde selbst ein Ausscheiden in Runde zwei (mit insgesamt 12 sicheren Champions League Partien) durchaus zu verschmerzen sein. Es ging also nur darum, die millionenschweren Sch\u00e4flein alle im Trockenen zu halten. Denn mit zw\u00f6lf Spielen ab Runde zwei h\u00e4tte sich einfach verdientes Geld einspielen lassen k\u00f6nnen. Und die Beschr\u00e4nkung der Champions League auf einen Kreis immer gleichbleibender Auserw\u00e4hlter h\u00e4tte daf\u00fcr gesorgt, dass man sich auch keine Sorgen dar\u00fcber h\u00e4tte machen m\u00fcssen, infolge einer etwas schlechteren Saison mal die lukrative Champions League zu verpassen. Denn das w\u00e4re dann von vorneherein ausgeschlossen gewesen<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Auch wenn die Forderungen der G-14 abgeschmettert wurden, hat die Champions League Endrunde viel vom einstigen Turniercharakter eingeb\u00fc\u00dft. Es setzen sich oft die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen durch und spielen es wieder mal unter sich aus. Denn in der Gruppenphase der Vorrunde ist nahezu kein Raum f\u00fcr \u00dcberraschungen. Wenn ein potenzieller Au\u00dfenseiter sechs Spiele lang \u00fcber seine Rolle als Au\u00dfenseiter hinauswachsen soll und dabei \u2013 im Gegensatz zur direkten Konkurrenz \u2013 nicht auf eine Garde aus Weltstars zur\u00fcckgreifen kann, dann muss man sich nicht wundern, wenn dieser Au\u00dfenseiter sich nicht durchsetzen wird. Die Struktur der Champions League beg\u00fcnstigt die Vereine, die mit viel Geld und somit gro\u00dfen Namen auftrumpfen k\u00f6nnen \u00fcber alle Ma\u00dfen! Dadurch werden die ohnehin reichen Vereine immer noch reicher, da die regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme und das tendenziell gute Abschneiden an der Champions League stets erhebliche Einnahmen sichern. Und selbst dann, wenn es im Wettbewerb sportlich einmal nicht so l\u00e4uft, kann man sich eines Mindestkontingents von sechs Spielen sicher sein. Was f\u00fcr fatale Auswirkungen dies auf den sportlichen Wettbewerb (sowohl national als auch International) hat, sieht man auch in diesem Fall an der \u201cst\u00e4rksten Liga der Welt\u201c: der Premier League.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Die englische Premier League besteht seit 1992 und wurde damals anstelle der First Division (der heutigen zweiten Liga Englands) als neue h\u00f6chste Spielklasse ins Leben gerufen. Ihren Ruf als st\u00e4rkste Liga der Welt verdankt die Premier League dem Umstand, dass sie die meisten (hoch bezahlten) Weltstars des Profifu\u00dfballs besch\u00e4ftigt. Zudem schneiden die Klubs der Premier League in den letzten Jahren international nicht selten sehr gut ab. Allerdings ist das Ganze eher ern\u00fcchternd, wenn man in Betracht zieht, welche Clubs dies sind. In der Premier League qualifizieren sich n\u00e4mlich die ersten zwei Klubs automatisch f\u00fcr die Champions League und selbst die Dritt- und Viertplazierten m\u00fcssen erst ab der dritten (und letzten) Qualifikationsrunde f\u00fcr die Champions League Endrunde einsteigen (aufgrund der guten F\u00fcnfjahreswertung). Und auf den R\u00e4ngen eins bis vier standen in den letzten Jahren, bis auf eine einzige Ausnahme, stets die selben vier Mannschaften: FC Chelsea, FC Liverpool, Arsenal London und Manchester United! Und da zeigt sich, wie sehr die Champions League zum Geldmotor f\u00fcr diese Mannschaften wird. Denn die regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme bringt stets viele Millionen. Diese wiederum bringen neue Weltstars. Und diese wiederum sichern den Erfolg in der Premier League und die n\u00e4chste Teilnahme an der Champions League. Denn mit einem Aufgebot von Weltklasse und einem Etat von \u00fcber 100 Millionen Euro und mehr ist es \u00fcber 38 Spieltage auch in der Premier League kein Hexenwerk, unter die ersten vier zu kommen. Dies zeigten die vergangenen Jahre \u00fcberdeutlich.<\/p> <p>Durch die Struktur der Champions League (die Gruppenphase, die wenig sportliche Brisanz daf\u00fcr aber sicheres Geld verspricht) und den ungleichen Teilnahmeschl\u00fcssel (F\u00fcnfjahreswertung) werden die gro\u00dfen Vereine ganz klar mit Vorteilen \u00fcbersch\u00fcttet. Die Entwicklung, die \u00fcber die letzten Jahre in England stattgefunden hat, ist eine klare Konsequenz dessen. Fu\u00dfball wird somit in einem Ausma\u00df durch wirtschaftliche Gesichtspunkte entschieden, wie es vorher noch nicht gegeben war.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Die Premier League ist \u00fcbrigens seit ihren Anf\u00e4ngen (1992) nur mittels Pay-TV zu verfolgen. Dort ging die Rechnung jedoch auf. Denn die neu eingef\u00fchrte Premier League brachte ja einen Innovationseffekt mit sich, der die meisten Zuschauer dazu bewog, auch das Pay-TV in Anspruch zu nehmen. Dies ist \u00fcbrigens mit ein Grund daf\u00fcr, dass die TV Gelder in der Premier League sogar noch wesentlich h\u00f6her ausfallen, als in der Bundesliga. Die englische zweite Liga hingegen erh\u00e4lt aus dieser Richtung viel weniger Zuwendungen. Das Gef\u00e4lle zwischen Erst- und Zweitklassigkeit ist im englischen Fu\u00dfball enorm! H\u00e4ufig haben Aufsteiger es viel schwerer die Klasse zu halten, als es in der Bundesliga der Fall ist. Es kam sogar schon vor, dass alle drei Aufsteiger wieder postwendend in die Zweitklassigkeit abgerutscht sind (das war 1997\/98). Die Saison 2001\/02 hingegen markiert die einzige Saison in der bisherigen Geschichte der Premier League, in der alle drei Aufsteiger die Klasse halten konnten. Ansonsten stieg immer mindestens einer der Aufsteiger wieder ab. Das Gef\u00e4lle nach unten ist in der Premier League also \u00fcberaus steil. W\u00e4hrend immer h\u00e4ufiger die selben Klubs die Tabellenspitze dominieren, schmieren unten immer wieder regelm\u00e4\u00dfig ein bis zwei Aufsteiger ab. Nicht selten werden sie zu regelrechten Fahrstuhlmannschaften, da sie am Geldsegen der Premier League schnuppern und so zu stark f\u00fcr viele Mitbewerber der zweiten Liga werden, in der Premier League selbst aber immer noch nicht bestehen k\u00f6nnen. Und das, obwohl (nein \u2013 eher gerade weil!) die Premier League die reichste Liga der Welt ist. Das Gesch\u00e4ft \u201cPay-TV\u201c hat es m\u00f6glich gemacht.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Dass das Ganze hierzulande nicht so einwandfrei funktioniert, liegt vor allem daran, dass Herr Kirch einfach etwas aufgekauft hat, das vorher als gesellschaftliches Allgemeingut galt und f\u00fcr jeden verf\u00fcgbar war, der ein Fernsehger\u00e4t sein Eigen nannte. Scheinbar ging Kirch davon aus, dass sein dahind\u00fcmpelndes Pay-TV im selben Ma\u00dfe von der Bundesliga profitieren k\u00f6nnte, wie dereinst die privaten TV-Sender. Doch damit hat er sich ordentlich versch\u00e4tzt, denn viele Fans zeigen dem Pay-TV die kalte Schulter. Und es bleibt zu hoffen, dass die quotenfreundlichen Ansto\u00dfzeiten der Bundesliga, die wir der DFL zu verdanken haben, nicht Wesentliches daran \u00e4ndern. Bis her taten sie das jedoch nicht.<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/seite\/p\/impressum\"  >IMPRESSUM<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese gefl\u00fcgelte Aussage stammt nicht etwa aus dem Munde eines verbitterten 1860er Fans nach einer Niederlage gegen den verhassten FC Bayern M\u00fcnchen. 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