{"id":142145,"date":"2015-04-24T15:12:12","date_gmt":"2015-04-24T14:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=142145"},"modified":"2015-08-04T09:38:40","modified_gmt":"2015-08-04T08:38:40","slug":"lernen-von-den-ameisen-kein-verkehrsstau-bei-zunehmender-verkehrsdichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/lernen-von-den-ameisen-kein-verkehrsstau-bei-zunehmender-verkehrsdichte-10142145\/","title":{"rendered":"Lernen von den Ameisen &#8211; Kein Verkehrsstau bei zunehmender Verkehrsdichte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-142627\" title=\"Springer-Fachzeitschrift The Science of Nature \u2013 Naturwissenschaften\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Screenshot_14.jpg\" alt=\"Springer-Fachzeitschrift The Science of Nature \u2013 Naturwissenschaften\" width=\"134\" height=\"183\" \/>Mehr Tiere und h\u00f6here Geschwindigkeiten &#8211; eine Herausforderung, die kleine Insekten auf ihren Stra\u00dfen selber meistern<\/p> <p>Bei zunehmender Verkehrsdichte auf der Ameisenstra\u00dfe reagieren die Tiere mit erh\u00f6hter Geschwindigkeit, anstatt diese zu reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die in der Springer-Fachzeitschrift The Science of Nature \u2013 Naturwissenschaften erscheint. <!--more-->Nachdem die Wissenschaftler das Angebot mit Nahrung durch zus\u00e4tzlich neben den Ameisenstra\u00dfen ausgebrachtes Futter erh\u00f6hten, steigerten die Ameisen ihre Geschwindigkeit um 50 Prozent. Die Ameisen zeigten dieses Verhalten trotz einer mehr als doppelt so hohen Verkehrsdichte.<\/p> <p>Bei zunehmendem Nahrungsangebot werden zus\u00e4tzliche Arbeiterinnen ausgesandt, um das Futter zum Nest zu bringen. Die dadurch ansteigende Ameisendichte f\u00fchrt zu einer erh\u00f6hten Anzahl von Begegnungen zwischen jenen Tieren, die das Nest verlassen oder betreten. Wissenschaftler von der Universit\u00e4t Halle-Wittenberg vermuten, dass diese Begegnungen M\u00f6glichkeiten zum Informationsaustausch bieten und die Ameisen ihr Verhalten so an die Umgebungsbedingungen anpassen.<\/p> <p>Die Wissenschaftler identifizierten auch Regeln der Verhaltensetikette der Ameisen. Beispielsweise weichen Arbeiterinnen auf dem Weg zum Nest h\u00e4ufiger nach links als nach rechts aus, um Kollisionen mit entgegenkommenden Ameisen zu vermeiden. Anstatt einer strikten Aufteilung in einzelnen Bahnen zu folgen, wie etwa im menschlichen Stra\u00dfenverkehr \u00fcblich, teilen sich Ameisen nur begrenzt in Bahnen auf. Es wurde deutlich, dass die Ameisen, die zum Nest zur\u00fcckkehren, h\u00e4ufiger die linke Seite der Ameisenstra\u00dfe benutzen.<\/p> <p>Die Beobachtungen wurden bei der Gro\u00dfen Wiesenameise Formica pratensis gemacht. Die Ameisenart lebt haupts\u00e4chlich im offenen Grasland und ihr dient der Honigtau von Blattl\u00e4usen als Kohlenhydratquelle. Die Ameisen dieser Art bauen ihre Kolonien in der N\u00e4he bevorzugter Sammelstellen, in denen sie Blattl\u00e4use kultivieren und besch\u00fctzen. Durch die Nutzung bereits ausgetretener Ameisenstra\u00dfen erh\u00f6hen die Tiere ihre Effizienz beim h\u00e4ufigen Zur\u00fccklegen der Wegstrecken zwischen Sammelstelle und Kolonie. Solche Ameisenstra\u00dfen bestehen mitunter mehr als ein Jahrzehnt.<\/p> <p>Auf einem 15 cm langen Wegst\u00fcck wurden insgesamt 1.865 Ameisen gefilmt. Im Intervall von 50 Bildern wurde das Video angehalten und die Anzahl der Ameisen auf jeder Spur gez\u00e4hlt. Bei geringer und mittlerer Verkehrsdichte bevorzugen die Ameisen die zentralen Bahnen. Insgesamt wurden 496 Ameisen bez\u00fcglich ihrer Geschwindigkeit untersucht.<\/p> <p>Bei den Begegnungen zwischen Ameisen ber\u00fchrten sich die Tiere auch mit ihren Antennen oder tauschten Fl\u00fcssigkeiten aus. Die H\u00e4ufigkeit der Begegnungen nahm mit der Dichte des Verkehrs auf der Ameisenstra\u00dfe zu, f\u00fchrte aber nicht zu einer Beeintr\u00e4chtigung des Verkehrsflusses.<\/p> <p>\u201eSelbst bei den h\u00f6chsten Verkehrsdichten, die wir erzeugen konnten, wurden keine Verkehrsstaus beobachtet\u201c, sagt Christiane H\u00f6nicke, Co-Autorin der Studie. \u201eDie Ameisen erh\u00f6hten ihre Geschwindigkeit und wurden von den zentralen Bahnen der Ameisenstra\u00dfe verdr\u00e4ngt, was zu einer selbstorganisierten Optimierung des Verkehrsflusses f\u00fchrte.\u201c<\/p> <p>Quelle:<br \/> H\u00f6nicke, C. et al (2015). Effect of density on traffic and velocity on trunk trails of Formica pratensis. The Science of Nature &#8211; Naturwissenschaften DOI 10.1007\/s00114-015-1267-6<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/de\/ueber-springer\/media\/pressemitteilungen\" title=\"Verlagsmeldungen zu unseren Aktivit\u00e4ten, Produkten und Partnern ab 2014\" >http:\/\/www.springer.com\/de\/ueber-springer\/media\/pressemitteilungen<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Tiere und h\u00f6here Geschwindigkeiten &#8211; eine Herausforderung, die kleine Insekten auf ihren Stra\u00dfen selber meistern Bei zunehmender Verkehrsdichte auf der Ameisenstra\u00dfe reagieren die Tiere mit erh\u00f6hter Geschwindigkeit, anstatt diese zu reduzieren. 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