{"id":153508,"date":"2018-05-04T13:45:14","date_gmt":"2018-05-04T12:45:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=153508"},"modified":"2020-06-30T09:36:07","modified_gmt":"2020-06-30T08:36:07","slug":"gefahrstoffe-risikofaktoren-fuer-arbeitnehmer-und-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/gefahrstoffe-risikofaktoren-fuer-arbeitnehmer-und-umwelt-10153508\/","title":{"rendered":"Gefahrstoffe \u2013 Risikofaktoren f\u00fcr Arbeitnehmer und Umwelt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-153608 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/011-150x150.jpg\" alt=\"011\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Von Unf\u00e4llen mit Gefahrstoffen wird in den Medien nur sehr selten berichtet. Ist doch davon zu lesen, sind die Folgen f\u00fcr Mensch und Natur oft verheerend. Dass es nicht so h\u00e4ufig vorkommt, dass Unf\u00e4lle in Zusammenhang mit Gefahrstoffen publik werden, liegt unter anderem daran, dass sie, zum Gl\u00fcck, eher selten das weitere Umfeld beeinflussen &#8211; in solchen F\u00e4llen aber mitunter gravierende Ausma\u00dfe und Folgen haben.<\/p> <p><!--more-->Ein weiterer Grund ist, dass die Handhabung von Gefahrstoffen wie Chemikalien aufgrund des hohen Risikos streng geregelt ist. Dadurch befindet sich die chemische und verwandte Industrien auch im unteren Durchschnitt sowohl bei s\u00e4mtlichen meldepflichtigen Arbeitsunf\u00e4llen, als auch bei jenen mit t\u00f6dlichen Folgen.<\/p> <p>Repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Gefahr durch das Handling mit Gefahrstoffen sind diese Statistiken jedoch nicht. Zum einen beziehen sie sich nur auf einzelne Branchen und sind daher kein Indikator f\u00fcr den Einsatz von Gefahrstoffen, zum anderen treten die Folgen mitunter erst sp\u00e4ter auf und fallen dadurch aus der Statistik. In weitere folge kann es also zu widerspr\u00fcchlichen Aussagen kommen, Gefahrstoffe auch ein Gro\u00dfteil der Arbeitsunf\u00e4lle zugerechnet wird. Bei 3.500 Arbeitsunf\u00e4llen durch Br\u00e4nde oder Explosionen ist aber klar, dass noch Potenzial f\u00fcr Verbesserungen besteht.<br \/> Ein weiterer Grund warum die Unfallzahlen in diesem Zusammenhang nur schwer zu ermitteln sind liegt darin, dass Gefahrstoffunf\u00e4lle oftmals in andere, allgemeinere Unfallstatistiken einflie\u00dfen. Zum Beispiel wenn diese im Zusammenhang mit Reparaturen, Bedienungen von Ger\u00e4ten oder Transporten stehen. Als konkrete Ursachen scheinen diese dann beispielsweise nur als &#8222;Verbrennungen&#8220; auf.<\/p> <p><strong>Totale Zahlen verteilen sich auf unterschiedliche Statistiken<br \/> <\/strong>Grunds\u00e4tzlich ist zwischen zwei Begriffen zu unterscheiden: Gefahrstoffe und Gefahrgut. Letztendlich handelt es sich dabei immer um Gefahrstoffe. Als Gefahrgut werden Gefahrstoffe dann bezeichnet, wenn sie sich im Logistiksystem befinden, also transportiert bzw. f\u00fcr den Transport zwischengelagert werden. Aus den Statistiken f\u00fcr Arbeitsunf\u00e4lle mit Gefahrstoffen ist n\u00e4mlich nicht ersichtlich, dass auch Gefahrgutunf\u00e4lle eingeschlossen w\u00e4ren. Vielmehr werden Transportunf\u00e4lle gesondert erfasst. Das ist interessant, denn von 2001 bis 2010 haben sich laut Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) j\u00e4hrlich zwischen 203 und 341 Gefahrstoffunf\u00e4lle mit Todesfolge ergeben. Das entspricht im Durchschnitt rund 5 Prozent aller erfassten Arbeitsunf\u00e4lle mit Todesfolge.<br \/> Die h\u00e4ufigste Todesursache ist dabei die Verbrennung mit rund 42 Prozent, gefolgt von rund 15 Prozent Vergiftungen durch Einatmung und knapp 14 Prozent durch Vergiftung.<\/p> <p>In Berichten zu Gefahrstoffen, die Wasserreserven bedrohten, sind in einer anderen Statistik aus Baden-W\u00fcrttemberg ebenfalls Unfallzahlen eingeflossen. Diese Unf\u00e4lle beziehen sich aber nur auf die Lagerung und den Transport von Gefahrstoffen, die Auswirkungen auf Verunreinigungen von Wasser in dem Bundesland haben. Dort wurden im selben Zeitraum j\u00e4hrlich zwischen 450 und 500 Unf\u00e4lle erfasst. Gr\u00f6\u00dftenteils ereigneten sich diese Unf\u00e4lle beim Transport im Stra\u00dfenverkehr. Rund zwei Drittel weniger werden gebildet durch Unf\u00e4lle in gewerblichen und nicht gewerblichen Lagerhallen sowie in Abf\u00fcll- und Umschlaganlagen. Hier zu sehen, dass die Unf\u00e4lle in nicht gewerblichen Lagerhallen drastisch zur\u00fcckgegangen sind.<\/p> <p><strong>Die Statistiken zeigen deutlich Verbesserungsm\u00f6glichkeiten<br \/> <\/strong>Die zu verfolgende Entwicklung l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass sich bei vielen Menschen ein verst\u00e4rktes Bewusstsein im Umgang mit Gefahrgut gebildet hat. Gleichzeitig ist aber auch zu sehen, dass im Transportbereich die Unf\u00e4lle auf der Schiene einen fast nicht erw\u00e4hnenswerten Bruchteil gegen\u00fcber den Gefahrgutunf\u00e4llen auf der Stra\u00dfe ausmachen. Das k\u00f6nnte bedeuten, dass zielgerichtete neue Gesetzentw\u00fcrfe, die Unternehmen zum Transport von Gefahrgut auf die Schiene bringen, das Unfallpotenzial massiv eingeschr\u00e4nkten w\u00fcrden. Denn obwohl der Anteil an Gefahrguttransporten auf der Stra\u00dfe geringer ausf\u00e4llt, ist die Unfallh\u00e4ufigkeit ein Vielfaches h\u00f6her. Aus diesen Statistiken geht aber auch hervor, dass die gewerblichen Lagerhallen, Umschlag- und Abf\u00fcllanlagen noch enormes Potenzial zum Risikoabbau besteht. Diese Gefahr sollte durch eine seit 2010 g\u00fcltige weltweit einheitliche Kennzeichnung von Chemikalien reduziert werden. Ein Problem dabei ist aber dass sich die Bedeutung einiger Kennzeichnungen, f\u00fcr Personen ohne einschl\u00e4gigen fachlichen Hintergrund, nicht zwangsl\u00e4ufig sinngem\u00e4\u00df ergibt. Beispielsweise sind die Warnungen f\u00fcr gesundheitssch\u00e4dliche oder reizende Stoffe dieselben, mit dem Unterschied dass es einmal den Zusatz &#8222;Xn&#8220; und einmal &#8222;Xi&#8220; beinhaltet. Gerade f\u00fcr Personen die durch Ihre T\u00e4tigkeit nicht zwangsl\u00e4ufig mit der Kennzeichnung vertraut sind ergibt sich dadurch ein nicht absch\u00e4tzbares Risiko. Das ist auch einer der Gr\u00fcnde, warum Ausstatter eigene Ratgeber in diesem Zusammenhang anbieten und entsprechende Legenden gut ersichtlich aufliegen sollten.<\/p> <p><strong>Den Kontakt zu Gefahrgut von der \u00d6ffentlichkeit in Fachkreise lenken<br \/> <\/strong>Die Schwierigkeit besteht hier in der Vereinheitlichung durch die EU, somit ergeben sich Buchstabenbezeichnungen, die von in der deutschen Sprache nicht auf die ausgehende Gefahr schlie\u00dfen lassen. Betrachtet man nun noch die Unf\u00e4lle in Betrieben (Lagerhallen, Umschlagpl\u00e4tze usw.), scheint hier zwar ebenfalls noch Schulungsbedarf zu bestehen, aber nur eingeschr\u00e4nkt. Doch alle Verbraucher mit diesen Giftstoffbezeichnungen vertraut zu machen, w\u00e4re ein Unding. Auch das w\u00e4re ein Grund, der daf\u00fcr spricht, dass Gefahrguttransporte vornehmlich \u00fcber Schiene und Wasserstra\u00dfe bef\u00f6rdert werden, da dann wirklich Menschen mit entsprechendem Fachwissen mit den Gefahrstoffen arbeiten. Werden diese wenigen Fachkr\u00e4fte dann noch besser geschult, lie\u00dfe sich sicherlich ein Gro\u00dfteil der heutigen Gefahrgutunf\u00e4lle vermeiden. Denn der gr\u00f6\u00dfte Teil der Gefahrgutunf\u00e4lle betrifft nicht die Lagerung selbst, sondern den Transport vom einem zum n\u00e4chsten Lagerort, einschlie\u00dflich des Einlagerns, Umschlages und Abf\u00fcllens f\u00fcr den Transport.<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/impressum\"  >Impressum<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Unf\u00e4llen mit Gefahrstoffen wird in den Medien nur sehr selten berichtet. Ist doch davon zu lesen, sind die Folgen f\u00fcr Mensch und Natur oft verheerend. 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