{"id":157352,"date":"2015-07-23T12:27:11","date_gmt":"2015-07-23T12:27:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=157352"},"modified":"2015-07-24T12:17:15","modified_gmt":"2015-07-24T11:17:15","slug":"die-maschine-mensch-kann-15-bis-20-jahre-ueberlastet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/die-maschine-mensch-kann-15-bis-20-jahre-ueberlastet-werden-10157352\/","title":{"rendered":"Die &#8222;Maschine Mensch&#8220; kann 15 bis 20 Jahre \u00fcberlastet werden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Schlafmangel f\u00fchrt zu erheblichen Deviziten in der Konzentration und kann mitunter sogar gef\u00e4hrlich werden \" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/263416-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>M\u00fcde Manager handeln wie Betrunkene<\/p> <p>Viele F\u00fchrungskr\u00e4fte br\u00fcsten sich mit ihren immensen Arbeitspensum und vergessen dabei, wie wichtig die Erholung durch Schlaf und vor allem dem Erreichen von Tiefschlafphasen im n\u00e4chtlichen Schlafzyklus ist.<br \/> Ein Betroffener berichtet: &#8222;Obwohl ich ein recht sportlicher Typ bin, hat sich die Dauerbelastung im Job k\u00f6rperlich niedergeschlagen&#8220;, erz\u00e4hlt Bleicher. <!--more-->Das Asthma, das er als Kind hatte, brach wieder aus. &#8222;Zwei Jahre lang konnte ich jede Nacht nur wenige Stunden schlafen. Um halb vier wurde ich wach. Und das Gedankenkarussell kreiste: Was muss ich alles erledigen, was steht an? Ich konnte einfach nicht abschalten von der Arbeit.&#8220; Der heute 51-J\u00e4hrige erkannte: &#8222;Die Firma war immer in meinem Kopf, der Druck allgegenw\u00e4rtig.&#8220; Der einzige Ausweg, den Bleicher sah, war der R\u00fccktritt. Im letzten Juli gab er \u00fcberraschend seinen Chefposten auf. Im besten Jahr der Firmengeschichte mit stabilen Aussichten.<br \/> Bert Bleicher ist l\u00e4ngst kein Einzelfall. Doch kaum ein Manager spricht wie er so offen \u00fcber dieses Tabuthema. Tatsache ist: 81 Prozent der deutschen F\u00fchrungskr\u00e4fte leiden in schwierigen beruflichen Situationen unter Schlafst\u00f6rungen. Und heikle Situationen sind in den Top-Etagen eher die Regel als die Ausnahme &#8211; nicht erst seit der Finanzkrise.<br \/> Welche beruflichen Situationen qu\u00e4len Manager aber am meisten? &#8222;Hohe vorgegebene Leistungsziele nicht erreicht&#8220; &#8211; dies nennen die Befragten an erster Stelle. Bedrohungen f\u00fcr die Karriere oder f\u00fcr die pers\u00f6nliche Lebensgrundlage rangieren auf Platz zwei und drei der Liste der schlafraubenden Situationen.<br \/> 15 bis 20 Jahre kann ein Mensch Stress ertragen<br \/> Denn Spitzenleister sind meist sehr ehrgeizig. F\u00fcr langfristige Ziele k\u00f6nnen Menschen kurzfristige Unannehmlichkeiten durchaus gut ertragen. Die &#8222;Maschine Mensch&#8220; kann 15 bis 20 Jahre \u00fcberlastet werden durch zu viel Arbeit und zu wenig Schlaf. Aber mit Mitte 50 droht der Zusammenbruch. Viele Manager werden in den Firmen heute regelrecht verschlissen, stehen st\u00e4ndig unter Strom und haben einen zu hohen Stresshormonpegel mit Adrenalin und Kortisol.<br \/> So wie Bleicher. &#8222;Manchmal habe ich 70 Stunden pro Woche gearbeitet&#8220;, erinnert er sich. Seine &#8222;zwischenmenschlichen Antennen&#8220; habe er eingezogen, auch gegen\u00fcber seiner Frau und den Kindern: &#8222;Meine Frau sagte: &#8222;Entspann Dich mal! Ich selbst habe das gar nicht gemerkt. Ich war ein Getriebener.&#8220;<br \/> Es gibt aus Sicht der Schlafforschung vier Faktoren, die die kognitive Leistung beeinflussen. Der Mensch hat ein hom\u00f6ostatisch bedingtes Schlafbed\u00fcrfnis weil der K\u00f6rper danach strebt, ein Gleichgewicht zwischen Schlaf- und Wachphasen aufrechtzuerhalten. Deshalb steigt das Bed\u00fcrfnis nach Schlaf, je gr\u00f6sser die Anzahl Stunden sind, die wir am St\u00fcck wach sind. Was zur Folge hat, dass der Drang zu schlafen immer st\u00e4rker wird. Die Meinung das wir in der Lage w\u00e4ren, dass Schlafbed\u00fcrfniss zu steuern, ist eine Illusion. Unser Hirn \u00fcbernimmt, sozusagen wie ein Autopilot, die Kontrolle und schaltet auf Schlaf und f\u00fchrt zum bekannten Sekundenschlaf. Wenn man dann im Auto sitzt oder eine Maschine steuert sind die Folgen meist schlimmer Natur. Ein sich \u00fcber mehrere Tage aufbauendes Schlafdefizit hemmt die Funktionsf\u00e4higkeit des Gehirns und es kommt zu kognitiven Ausfallerscheinungen und man befindet sich in einem Zustand, der dem der Trunkenheit \u00e4hnelt. Wer in diesem Zustand dann noch Alkohol konsumiert reduziert seine Leistungs- und Entscheidungsf\u00e4higkeit massiv. Experimente der Klinik f\u00fcr Neurologie der Universit\u00e4t Z\u00fcrich haben gezeigt, dass bei chronischem Schlafmangel h\u00f6here Risiken in Kauf genommen werden. Das Fazit der Neurologen ist, dass hinter so manchem gewagten Finanzentscheid oder heiklen Vertrag wohl chronisch \u00fcberm\u00fcdete Entscheidungstr\u00e4ger stehen d\u00fcrften.<br \/> Wer jede Nacht zum Beispiel zwischen 3 und 4 Uhr aufwacht, der hat ein Problem; denn wenn diese wichtige Phase des Tiefschlafes so massiv gest\u00f6rt ist, dann kann sich der Betroffene nicht mehr erholen. Ein Mangel an Tiefschlaf, verbunden meist mit einem zu hohen Kortisolspiegel f\u00fchrt dazu, dass zu wenig Immunbotenstoffe produziert werden, die den K\u00f6rper vor viralen Infekten sch\u00fctzen. Auch die Produktion von Serotin, bekannt als das Gl\u00fcckshormon, wird behindert. Depressive Personen haben bekanntlich einen Mangel an Serotin, der dann mit medikament\u00f6ser Behandlung wieder aufgebaut wird. Die Zellerneuerung funktioniert nicht richtig, die Erlebnisse des Tages k\u00f6nnen nicht vollst\u00e4ndig verarbeitet werden.<br \/> Der Konsum von Schlafmitteln kann auf Dauer aber nicht die L\u00f6sung sein. Die merkbaren Symptome sind Antriebsschw\u00e4che, Kraftlosigkeit, die Lebensfreude verabschiedet sich nach und nach und wir haben es schnell mit dem Teufelskreis: &#8222;hoch pflichtbewusst parat stehen und dabei extrem unerholt zu sein&#8220;, zu tun.<br \/> Vor allem mentale Kraft sch\u00f6pft der Mensch, der sich ausgiebigem Schlaf hingibt. Der K\u00f6rper, isoliert betrachtet, k\u00e4me mit weniger aus: Muskelzellen zum Beispiel brauchen nur kurze Ruhephasen, um sich zu regenerieren. Anders das Gehirn: Dauerhaftes Erinnern und Lernen gelingt nur, wenn sich Traum- und Tiefschlafphasen oft genug und ungest\u00f6rt abwechseln k\u00f6nnen.<br \/> Schlaflosigkeit zu glorifizieren ist wie wenn man die Alkoholvertr\u00e4glichkeit mit dem Begriff &#8222;geeicht sein&#8220; verherrlicht. \u00dcbern\u00e4chtigte Mitarbeiter bergen f\u00fcr das Unternehmen Risiken und erf\u00fcllen Aufgaben, die kein Chef bei Verstand ihnen \u00fcbertragen sollte. Wenn chronisch \u00fcberm\u00fcdete Mitarbeiter an gef\u00e4hrlichen Maschinen arbeiten, Fahrzeuge auf der Schiene, auf der Strasse oder in der Luft steuern oder f\u00fcr die Sicherheit von Einrichtungen und Geb\u00e4uden zust\u00e4ndig sind, dann k\u00f6nnen die Folgen verheerend sein. Dazu kommt noch, dass \u00fcberm\u00fcdete Manager sich launisch benehmen, falsche Entscheidungen treffen und nicht mehr fokussiert und konzentriert arbeiten. Gem\u00e4ss einer repr\u00e4sentativen Studie sind \u00fcber eine Million bzw. ein Viertel aller Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz &#8222;ziemlich stark oder stark&#8220; ersch\u00f6pft.<br \/> Ein Autofahrer, der zu wenig Schlaf hat, ist etwa so zurechnungsf\u00e4hig wie ein Lenker mit 0.5 Promille! In einem schwedischen Versuch hat man auch Piloten auf Langstreckenfl\u00fcgen getestet und es wurde mit Schrecken festgestellt, dass w\u00e4hrend langen Phasen niemand das Flugzeug fliegt, weil n\u00e4mlich Pilot und Co-Pilot am Schlafen sind, ohne dies zu merken. Die haben aber wenigstens noch, im Gegensatz zum Fahrzeuglenker, einen Autopiloten.<br \/> Ein Schlafdefizit hat verheerende Folgen bei wichtigen Entscheidungen<br \/> Ursache f\u00fcr Schlafprobleme ist h\u00e4ufig Stress. Dieser wirkt sich \u00fcber kurz oder lang auf den K\u00f6rper aus. Deshalb ist es wichtig, Zeit f\u00fcr Entspannung und Erholung in den Alltag zu integrieren: &#8222;Wer sich nicht bewusst Auszeiten vom Stress nimmt, wird schnell die Stresssymptome zu sp\u00fcren bekommen&#8220;, erkl\u00e4rt Prof. Ingo Frob\u00f6se von der Deutschen Sporthochschule K\u00f6ln. &#8222;Verspannungen im Nackenbereich und die folgenden Kopfschmerzen k\u00f6nnen durch aktive Entspannung vermieden werden.&#8220; Die \u00fcber den Tag ausgesch\u00fctteten Stresshormone lassen sich nach Feierabend au\u00dferdem gut durch Bewegung abbauen. Durch einfache Aktivit\u00e4ten wie Spazierengehen, Radfahren, Inlineskaten, Golf- oder Tennisspiel kann der Stresspegel reguliert werden. Entspannungssportarten wie autogenes Training, Yoga, Qigong und Progressive Muskelrelaxation (PMR) k\u00f6nnen ebenfalls bei Verspannungen helfen. Eine sehr effektive Methode ist die Neuroimagination, siehe: www.neuroimagination.ch<br \/> Mit dieser Methode lernt man seine Stresshormone so zu steuern, dass man immer so viel zur Verf\u00fcgung hat wie f\u00fcr die optimale Leistungserf\u00fcllung notwendig sind um in der Stretch-Zone zu bleiben und nicht in die Stress-Zone zu fallen. Ein zertifizierter Neuroimaginationscoach\u00ae kann Betroffenen im Coaching helfen mit Druck und Belastungssituationen so umzugehen das ein Ausbrennen vermieden und eine ausgeglichene Energiebilanz erm\u00f6glicht wird um im Schlaf wieder eine Regeneration erreichen zu k\u00f6nnen.<br \/> Kasten<br \/> Die Methode Neuroimagination\u00ae Eine Kombination aus l\u00f6sungsorentierten Gespr\u00e4chstechniken mit:<br \/> -K\u00f6rper\u00fcbung und Atemtechnik<br \/> -Rechts-links-Verkn\u00fcpfung zur Stoffwechselanregung beider Gehirnh\u00e4lften<br \/> -Entspannung und Sinnesaktivierung<br \/> -Aufmerksamkeitsfokussierung<br \/> -angeregter und dissoziierter Imagination<br \/> -imaginativer Verankerung<br \/> Selbststeuerung mit Neuroimagination\u00ae bedeutet: Auch unter hoher Belastung die Regenerations- und Denkf\u00e4higkeit sowie den Zugang zur Kraft erhalten oder wieder herzustellen. Neuroimagination\u00ae wurde in der Schweiz in interdisziplin\u00e4rer Forschungsarbeit von Traumaforscher Horst Kraemer entwickelt. Methodische Ans\u00e4tze, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse der<br \/> -Neurobiologie<br \/> -Stressforschung<br \/> -Psychotraumatologie<br \/> -Systempsychotherapie<br \/> -K\u00f6rpertherapie<br \/> -Musiktherapie<br \/> wurden zu einem neuen Coachingansatz synthetisiert. Die Wirksamkeit von Neuroimagination\u00ae konnte durch neueste neurobiologische Forschungsergebnisse genau beschrieben werden.<br \/> Heinz Leon Wyssling, www.burn-out-praevention.net. Zertifizierter Neuroimaginationscoach\u00ae, Mitglied des Berufsverbandes f\u00fcr Supervisoren und Organisationsberater BSO<\/p> <p>Als Business Coach unterst\u00fctze ich Menschen und Organisationen in der Transformation, inkl. Angebote zu:<br \/> &#8211; Stresskompetenz<br \/> &#8211; Leaderschip<br \/> &#8211; Karriereberatung<\/p> <p>Kontakt<br \/> Coaching &amp; Entwicklung<br \/> Heinz L\u00e9on Wyssling<br \/> Wibichstrasse 76<br \/> 8037 Z\u00fcrich<br \/> +41 78 661 87 15<br \/> hwyssling@bluewin.ch<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.hwyssling.ch\"  >www.hwyssling.ch<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcde Manager handeln wie Betrunkene Viele F\u00fchrungskr\u00e4fte br\u00fcsten sich mit ihren immensen Arbeitspensum und vergessen dabei, wie wichtig die Erholung durch Schlaf und vor allem dem Erreichen von Tiefschlafphasen im n\u00e4chtlichen Schlafzyklus ist. 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