{"id":161513,"date":"2015-08-21T10:07:07","date_gmt":"2015-08-21T10:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=161513"},"modified":"2015-08-21T12:59:33","modified_gmt":"2015-08-21T11:59:33","slug":"hautduenne-projektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/hautduenne-projektion-10161513\/","title":{"rendered":"&#8222;Hautd\u00fcnne&#8220; Projektion"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Objekte der K\u00fcnstlerin Marlen Seubert\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/265982-150x150.jpg\" alt=\"Objekte der Kuenstlerin Marlen Seubert\" width=\"150\" height=\"150\" \/>&#8222;Projektionsfl\u00e4che Haut&#8220;<\/p> <div>Bonner Frauenmuseum widmet Marlen Seubert EinzelausstellungMarlen Seubert gilt in der Kunstszene als eine au\u00dferordentlich originelle und einzigartige K\u00fcnstlerin. Allein das verwendete Material l\u00f6st beim Publikum Irritationen aus: Goldschl\u00e4gerh\u00e4utchen, Euter und D\u00e4rme von Tieren werden von ihr seit mehr als zwei Jahrzehnten zu feinen und filigranen Objekten transformiert.<!--more--><\/p> <p>&#8222;Die Idee der Verwendung von Wegwerfmaterial&#8220;, so sagt Seubert, &#8222;entstand in meiner Studienzeit aus der Not heraus. Auf die D\u00e4rme kam ich durch eine Zufallsgeschichte &#8211; eine alte Lampenschirmfabrik wurde aufgel\u00f6st und dort kam ich erstmalig mit Tierh\u00e4uten in Ber\u00fchrung. Fr\u00fcher wurden aus den D\u00e4rmen der L\u00e4mmer Papiere gemacht. Ich verwende die Grundlagen dieser alten Techniken bei der Materialvorbereitung noch heute.&#8220; So entstehen ihre Arbeiten: Hauchd\u00fcnn, leicht zerrei\u00dfbar und fein.<br \/> Marlen Seubert ist eine K\u00e4mpfernatur, eine politische K\u00fcnstlerin. Sie setzt sich in ihren Installationen, Objekten und Zeichnungen immer wieder mit den Themen Gewalt, Missbrauch und Frauen im Exil auseinander. Bereits als 14j\u00e4hrige hatte sie unter der Obhut der Englischen Fr\u00e4ulein im Nymphenburger M\u00e4dcheninternat ihre erste Ausstellung. Gegen den Willen der Eltern studierte sie sp\u00e4ter an der Werkkunstschule W\u00fcrzburg und an der FH-Gestaltung. Heute lebt und arbeitet sie im Westerwald und in Spanien. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen deutschen und spanischen Museen zu sehen.<\/p> <p>Das Bonner Frauenmuseum (<a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.frauenmuseum.de\"  >http:\/\/www.frauenmuseum.de<\/a>) richtet Marlen Seubert nun eine Einzelausstellung aus. Die Werkschau beginnt bereits im Treppenaufgang: &#8222;Im goldenen K\u00e4fig&#8220; zeigt einen menschlichen Kopf in einem K\u00e4fig &#8211; doch der K\u00e4fig ist nicht verschlossen. Der Mensch k\u00f6nnte also noch herauskommen. Und damit wird bereits hier eine Grund\u00fcberzeugung der K\u00fcnstlerin deutlich: Der Mensch und sein Leben sind wandelbar. Die T\u00fcren sind ge\u00f6ffnet, man muss nur hindurchgehen wollen.<\/p> <p>Die Ausstellung wird in vier Themenr\u00e4umen pr\u00e4sentiert:<br \/> Im ersten Raum &#8222;Tanz und Tod&#8220; empf\u00e4ngt den Besucher das Relief &#8222;Tanzender Christus&#8220; (1989) und eine Installation mit zehn bewegten Objekten: mit Goldschl\u00e4gerh\u00e4utchen und Lammdarm auf Dr\u00e4hte gespannte Kleider tanzen wie wei\u00dfe Figurinnen durch den Raum.<br \/> Im zweiten Raum &#8222;Gib uns unser t\u00e4glich Brot&#8220; zeigt Seubert die Wandinstallation &#8222;Wandlungen&#8220; &#8211; eine Euterarbeit in Form von kleinen Broten auf Stahlrahmen. In einer Bodeninstallation auf schwarzem Teppich werden 2000 Oblaten dargeboten.<br \/> Der dritte Raum &#8222;Stra\u00dfenstrich Spanien&#8220; f\u00fchrt das Publikum in die Gegenwart. Seubert bearbeitet in dieser Installation ein politisch hochbrisantes Thema: Seit der Wirtschaftskrise in Spanien prostituieren sich viele junge M\u00e4dchen &#8211; auch hochqualifizierte Studentinnen -, um ihre Familien zu ern\u00e4hren. 30 Fotos dokumentieren diese Situation. Den Raum dominiert jedoch ein schwarzes Holzbett und die davor am Boden liegenden K\u00f6rper aus Hautfetzen. Diese wirken papierartig &#8211; auch hier wieder Goldschl\u00e4gerh\u00e4utchen und gemahlener Darm. Entsetzen l\u00f6sen aber vor allem die Stahlobjekte mit Hautk\u00f6pfen aus, die l\u00fcstern auf das Bett blicken.<\/p> <p>Im vierten Raum &#8222;Religionen&#8220; befindet sich ein riesiger Stahlk\u00e4fig, in dem eine Burka gefangen ist, wiederum gekn\u00fcpft aus D\u00e4rmen und ein kleines, hauchd\u00fcnnes Kreuz mit einer kleinen Mitra. Hier finden sich auch Seuberts neueste Arbeiten: 12 Wandobjekte &#8222;Seelen&#8220; wirken wie ein Fries. Davor, am Boden, zwei bewegliche Objekte &#8222;Himmel und H\u00f6lle &#8211; Gut und B\u00f6se&#8220;. Die Raum ist eine Art Widerspiegelung der vorausgegangenen Stationen. Hier finden sich komprimiert die Kernaussagen von Seuberts Werk: &#8222;Bewegung ist Wandlung, Befreiung aus der (selbst-)verschuldeten Unm\u00fcndigkeit unserer Existenz&#8220;.<\/p> <p>Vernissage: 23.8.2015 um 15 Uhr<\/p> <p>Begr\u00fc\u00dfung Marianne Pitzen<br \/> Einf\u00fchrung Dr. Ulrike Fuchs, Kunsthistorikerin<br \/> Lesung: Dr. Ulrike Fuchs liest aus ihrem neuen Buch: &#8222;Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath&#8220;<\/p> <p>\u00d6ffentliche F\u00fchrungen:<br \/> Sonntags um 13 Uhr sowie nach Vereinbarung<\/p> <p>Pressekonferenz: 21.8.2015 um 11 Uhr<\/p> <p>Die Ausstellung wird unterst\u00fctzt von der Stadt Bonn (http:\/\/www.bonn.de) und dem Landschaftsverband Rheinland (http:\/\/www.lvr.de)<\/p> <p>Das erste Frauenmuseum weltweit zeigt Kunst und Geschichte von Frauen &#8211; interdisziplin\u00e4r und international. Themenausstellungen greifen aktuelle Diskussionen und wissenschaftliche Forschungsergebnisse auf. Insbesondere die Geschichte der Frauen von matriarchaler Vorzeit bis in unsere Gegenwart wird lebendig dargestellt.<\/p> <p>Wer zum ersten Mal in dieses Museum kommt, der staunt in der Regel nicht schlecht: Das Bonner Frauenmuseum ist mit Sicherheit kein Museum, das sich in die Phalanx der rheinischen Museumslandschaft nahtlos einf\u00fcgt. Warum nicht?<br \/> Dieses Museum ist definitiv n\u00e4her am Puls der Zeit: Die Ausstellungen greifen aktuelle Fragen, wissenschaftliche Forschungsergebnisse und politische Diskussionen auf. Darunter brisante Themen wie Sexhandel, Mythos Mutter, Frauenwahlrecht, Alleinerziehende, Frauen der Weltreligionen. Das Frauenmuseum ist schneller als andere: Die Themenausstellungen wechseln im Schnitt alle drei Monate. Und es ist ein Museum, das weit mehr unternimmt als klassische Ausstellungst\u00e4tigkeit. Die Kunstmesse im November und die Mode- und Kunstkleidermesse im M\u00e4rz sind solche Highlights. Sp\u00e4testens an solchen Wochenenden wird auch dem letzten Besucher klar: Das Frauenmuseum ist ein offenes Haus, ein Labor, bereit f\u00fcr viele Experimente und noch nicht Erprobtes. Hier gibt es die innovativen Dinge zu sehen, die noch nicht unter dem Diktat des Kunstmarktes stehen, sondern noch frisch (im wahrsten Sinne des Wortes) sind. Klar, diese Museumsphilosophie ist auch eine Herausforderung f\u00fcr Besucher. Hier geht es nicht um Kunstkonsum, sondern vor allem um das aktive Kunsterlebnis &#8211; leichter ist: ein Picasso ist eben ein Picasso, ein Picasso&#8230;<\/p> <p>D\u00fcrfen M\u00e4nner ins Frauenmuseum? Klar: F\u00fcr nur 4,50EUR d\u00fcrfen sie sich bilden und inspirieren lassen und mittlerweile erlauben die Museumsfrauen ausgew\u00e4hlten K\u00fcnstlern sogar im Haus auszustellen.<br \/> Gegr\u00fcndet wurde das Museum 1981 von Marianne Pitzen, der heutigen Direktorin, und einer Gruppe interdisziplin\u00e4r arbeitender Frauen. Getragen wird es unter anderem vom Verein &#8222;Frauenmuseum &#8211; Kunst, Kultur, Forschung e.V.&#8220; mit knapp 400 Mitgliedern. Mittlerweile schaut das Frauenmuseum auf \u00fcber 600 Ausstellungen zur\u00fcck und ist mit seinen umfangreichen Begleitprogrammen, dem Kinderatelier und drei unterschiedlichen Archiven l\u00e4ngst zu einer auch international anerkannten Institution geworden. Den Modellcharakter des Museums als Werkstatt, Ideenpool und Laboratorium unterst\u00fctzen zus\u00e4tzliche Atelierr\u00e4ume f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen. Seit Bestehen des Museums wurden Arbeiten von mehr als 2500 K\u00fcnstlerinnen gezeigt. Viele von ihnen konnten sich inzwischen auf dem internationalen Kunstmarkt etablieren. Das Frauenmuseum Bonn ist au\u00dferdem Sitz des 2012 gegr\u00fcndeten Verbandes International Association of Women&#8217;s Museums.<\/p> <p>Ausstellungen:<\/p> <p>19.4. bis 8.11.2015<br \/> Frauen in Krieg und Frieden 15 &#8211; 45 &#8211; 15. Geschichte, Dokumente und zeitgen\u00f6ssische Kunst.<\/p> <p>23.8. &#8211; 11.10.2015<br \/> Marlen Seubert: Projektionsfl\u00e4che Haut<\/p> <p>13.11. &#8211; 15.11.2015<br \/> 25. Kunstmesse<\/p> <p>Kontakt<br \/> Frauenmuseum<br \/> Dr. Klaudia Nebelin<br \/> Im Krausfeld<br \/> 53111 Bonn<br \/> 0228 92 89 45 27<br \/> klaudia.nebelin@frauenmuseum.de<br \/> http:\/\/www.frauenmuseum.de<\/p> <\/div> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Projektionsfl\u00e4che Haut&#8220; Bonner Frauenmuseum widmet Marlen Seubert EinzelausstellungMarlen Seubert gilt in der Kunstszene als eine au\u00dferordentlich originelle und einzigartige K\u00fcnstlerin. 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