{"id":18035,"date":"2013-02-26T14:40:43","date_gmt":"2013-02-26T13:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=18035"},"modified":"2016-03-11T14:24:43","modified_gmt":"2016-03-11T13:24:43","slug":"produktdesign-ein-elementares-kriterium-zum-kaufentscheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/produktdesign-ein-elementares-kriterium-zum-kaufentscheid-1018035\/","title":{"rendered":"Produktdesign ein elementares Kriterium zum Kaufentscheid"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_18038\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18038\" class=\"size-thumbnail wp-image-18038\" title=\"Gestaltung eines neuartigen stapelbaren Multifunktionsstuhl, Betreuung des Engineerings, ergonomische Studien, Trendstudie zu Farben, Stoffen und Materialien.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/drabert_parlando_orange_01-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-18038\" class=\"wp-caption-text\">Drabert Parlando\u00a0<br \/>Stapelbarer Multifunktionsstuhl<br \/>Pankonin &amp; Sandham GbR<br \/>D\u00fcsseldorf<\/p><\/div> <p>Wir leben heute nicht nur in einer technisch-funktional bestimmten Welt sondern in einer Welt der bewusst gestalteten technischen Formen. Design ist zu einer Sprache des Alltags geworden. Es verleiht den heutigen Massenprodukten jenes \u00e4sthetische Finish, das uns an den Objekten die uns umgeben mehr und mehr zur Gewohnheit geworden ist.<!--more--><\/p> <p>Was hei\u00dft nun Finish oder Design? Es ist uns selbstverst\u00e4ndlich geworden, dass wir das Mobiltelefon, den Laptop, das Tablet in die Hand nehmen und erwarten, dass es so funktioniert wie wir es uns w\u00fcnschen. Gleiches gilt f\u00fcr elektrische oder elektronische Hausger\u00e4te, f\u00fcr K\u00fcchenmaschinen, Waschmaschinen, Staubsauger, f\u00fcr die Home Entertainment-Anlage, das Auto oder den Fahrscheinautomaten des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs. Letzterer hat schon fast (in der Reihenfolge der willk\u00fcrlich genannten) Alltags-Produkte ausgedient in Zeiten, in denen der Fahrgast sich die Fahrkarte selbst ausdruckt oder aber das Handy Ticket nutzt. Was waren es f\u00fcr jahrelange Diskussionen als diese &#8217;neuartigen&#8216; Automaten an DB-Bahnh\u00f6fen aufgestellt wurden und die uns helfen sollten, schnell und unproblematisch eine Fahrkarte zu l\u00f6sen, um zum gew\u00fcnschten Reiseziel zu gelangen. Es brauchte seine Zeit bis das Design und die Software so nutzerbezogen gestaltet waren, dass sie zum unentbehrlichen interaktiven Helfer wurden.<\/p> <p>Und da sind wir auch schon mittendrin im Thema: Produktdesign f\u00fcr den Menschen. Das Design ist inzwischen in der Hierarchie der Planungs- und Fertigungsprozesse f\u00fcr die Produktion weit nach oben ger\u00fcckt. Warum? Marketing- und Vertriebsleute haben in den letzten Jahrzehnten erkannt, dass die \u00e4sthetische Komponente der Objekte f\u00fcr den Marktwettbewerb und die Verk\u00e4uflichkeit der Produkte eine zunehmend gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt als ihr ingenieurm\u00e4\u00dfiges Konstruktionsprinzip. Man hat schnell erkannt, dass mit der intensiven Besch\u00e4ftigung des Themas Produktgestaltung etwas Neues erreicht werden kann. Aber was genau?<\/p> <p>Kann Produktdesign ein Weg sein, den Menschen das Arbeiten einfacher und damit lebenswerter zu machen? Kann Design auch f\u00fcr den Unternehmer, der sich dem Produktdesign in seinem Unternehmen \u00f6ffnet, der Designer einstellt und der die bisherigen Produkte kreativ \u00fcberdenken l\u00e4sst, einen Vorteil bringen? Vielleicht auch einen Vorteil, der sich in barer M\u00fcnze auszahlt? Diesen Gedanken wollen wir vertiefen und sehen wohin uns diese Betrachtung bringen wird. Die Gestaltung, besser die Gestalt der auf den Markt kommenden Produkte ist es, die der Verbraucher wahrnimmt und die zunehmend mehr in den Medien auch durch emotional gestaltete Botschaften per Audio, Video, Fernsehen, Internet und die sozialen Medien transportiert wird. Der Nutzer\/ der Verbraucher reagiert darauf bewusst oder unbewusst. An der Produktgestalt werden ihm bestimmte Bedeutungen der Objekte unmittelbar plausibel noch ehe er den Nutzen im Gebrauch erf\u00e4hrt.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Produktdesign und seine Herkunftsbezeichnung<\/b><\/p> <p>Das Design allgemein vereint eine Reihe von Disziplinen wie die des klassischen Industrial Design von Investitionsg\u00fctern oder das Produktdesign von Konsumg\u00fctern. Die herzustellenden G\u00fcter unterliegen zun\u00e4chst einer Ideenfindungsphase, einem konkreteren Produktplanungsprozess und werden in einen Design-Managementprozess eingebunden. Zumeist werden im Gestaltungsprozess selbst eine Reihe von Prototypen erstellt die mit Probanden gestestet, vielleicht sogar in Meinungsumfragen mit einbezogen werden, bevor die finale Entscheidung \u00fcber die Produktion getroffen wird. Die visuelle Kommunikation spielt heute eine ebenso starke Rolle in der Vermittlung von Botschaften \u00fcber Produktdesign und neu gestaltete Produkte. Auch die Konstruktion, unter anderem wenn vorfabrizierte Bauteile integriert werden, ist als ein wichtiger Part bei der Produktgestaltung anzusehen.<\/p> <p>Im Design f\u00e4llt es im Gegensatz zu anderen Disziplinen nicht leicht, unter wissenschaftstheoretischen Gesichtspunkten den Gegenstand und die daf\u00fcr notwendigen Methoden zu benennen. Treffen mehrere Designer zusammen, und werden diese nicht nur entwerfen, sondern wollen sie eine theoretische Kl\u00e4rung des Begriffs Design herbeif\u00fchren, wird wohl recht schnell darum gerungen werden, um eine einheitliche Definition \u00fcber den Begriff Design zu erlangen (6). Das klassische Design bezeichnet seit dem Ursprung des Bauhauses in Dessau (1919 durch Henry van der Velde und Walter Gropius reorganisiert), (1) und der Gr\u00fcndung der Ulmer Hochschule f\u00fcr Gestaltung in den 70er des letzten Jahrhunderts Design als einen Produktentstehungsprozess und verbindet den Begriff eng mit der Produktsprache.<\/p> <p>Heute ist der Begriff vielschichtiger geworden: es gibt heute Produkt-Designer, Automobildesigner, Interface-Designer, Webseiten- und Multimedia-Designer, Textil- und Modedesigner, Schmuckdesigner, Schuhdesigner, Grafik-Designer und Designer f\u00fcr Visuelle Kommunikation bis hin zum Gamedesigner (2).<\/p> <p>Produktplanung wird durch technologische und konstruktive Parameter bestimmt, weiter durch die Fertigungsmethoden, durch \u00f6konomische Faktoren, durch rechtliche oder patentrechtliche Gegebenheiten und nicht zuletzt spielen Marketing mit Marktforschung und operative Parameter des produzierenden Unternehmens eine Rolle. Produktplanung ist nie Selbstzweck, sondern immer darauf bedacht die Grundlagen zur Herstellung aller Parameter zu implementieren (2). Zieht man die Grundlagenforschung zu Rate, werden auch psychologische, insbesondere wahrnehmungspsychologische, soziologische und symbolische Faktoren bei der Produktplanung mit einbezogen. Kulturgeschichtliche und p\u00e4dagogische, ja sogar politische Faktoren k\u00f6nnen Design beeinflussen. Die Zukunftsforschung, die Kybernetik, ethische und wirtschaftswissenschaftliche Fragen sind ebenso in den Gestaltungsprozess einzubinden.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung<\/b><\/p> <p>In den 80er Jahren r\u00fcckte verst\u00e4rkt die Ergonomie in den Vordergrund. Diese Wissenschaft befasst sich mit den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten menschlicher Arbeit unter Ber\u00fccksichtigung von Arbeitsabl\u00e4ufen, Arbeitsbedingungen und der Anordnung der Bedienelemente oder Gegenst\u00e4nde im industriellen Fertigungsprozess oder am B\u00fcroarbeitsplatz. Auch hier entstanden erste Ans\u00e4tze am Bauhaus; unter anderem befassten sich die Lehrer dieser ersten Design-Ausbildungsst\u00e4tte mit der Anthropometrie, also der Erfassung des menschlichen K\u00f6rpers, mit K\u00f6rperbau und den K\u00f6rperkr\u00e4ften. Hintergrund war, durch Messungen am menschlichen K\u00f6rper herauszufinden und zu erfahren wie eine menschengerechte Gestaltung eines Mensch-Maschine-Systems zu erfolgen h\u00e4tte.<\/p> <table border=\"0\" width=\"230\" cellspacing=\"0\"> <tbody> <tr> <td valign=\"top\"> <p><div id=\"attachment_18046\" style=\"width: 199px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18046\" class=\"size-full wp-image-18046\" title=\"Industrial Design f\u00fcr das Terminal Mueller TouchME \u2013 das universelle ISOBUS-Terminal mit 12-Zoll Touch-Screen\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/0_Mueller-Elektronik_TouchME-Terminal_Design-2-150x120.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-18046\" class=\"wp-caption-text\">M\u00fcller Elektronik GmbH &amp; Co. KG<br \/>Geh\u00e4usedesign, Geh\u00e4usekonzeption, Ergonomie<\/p><\/div><\/td> <td valign=\"top\"> <p><div id=\"attachment_18048\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18048\" class=\"size-full wp-image-18048\" title=\"Auf der R\u00fcckseite wurde der VESA-Anschluss mit den Steckerbuchsen kombiniert. Die Anschlusskabel werden in diesem \u00bbDom\u00ab geb\u00fcndelt und entlang der A-S\u00e4ule des Schleppers abgef\u00fchrt, so dass der Kabelstrang weitgehend unsichtbar ist und die Bedienung nicht beeintr\u00e4chtigt. Insgesamt werden durch das innovative Design sehr klare Linien und Strukturen in der Fahrerkabine geschaffen, die wesentlich zu einer angenehmen Arbeitsatmosph\u00e4re beitragen.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/4_Mueller-TouchME-Bedienung_Rueckseite-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-18048\" class=\"wp-caption-text\">Pankonin &amp; Sandham GbR<br \/>40215 D\u00fcsseldorf<\/p><\/div><\/td> <td valign=\"top\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18047\" title=\"Das Mueller Elektronik TouchMe Terminal soll als universelles Steuerungsger\u00e4t f\u00fcr Landmaschinen, das hersteller\u00fcbergreifend einsetzbar ist, entwickelt werden. Dabei soll sich das Design bewusst vom 2001 auf den Markt gebrachten M\u00fcller Elektronik Basic Terminal abheben und ein innovatives Zukunftszeichen setzen.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/1_Mueller-Elektronik_TouchME_Design-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/td> <\/tr> <tr> <td colspan=\"3\"><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>&nbsp;<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Damit r\u00fcckte der Mensch, der Nutzer von Alltagsgegenst\u00e4nden oder Hilfsmitteln verst\u00e4rkt ins Blickfeld. Die Ergonomie befasst sich auch mit der menschengerechten Gestaltung der Mensch-Computer-Interaktion. Zum Beispiel wurden Reihenmessungen von unterschiedlichen Personengruppen vorgenommen, um die Arbeitsaufgabe, die Arbeitsumgebung im interdisziplin\u00e4ren wissenschaftlichen Betrachtungsfeld zu erfassen. Daraus entwickelten sich unter anderem Leitlinien f\u00fcr interaktive rechnerbasierte Arbeitsbedingungen und Systeme (3). Die wissenschaftliche Betrachtung wurde vorgenommen, um den richtigen Blickwinkel der t\u00e4tigen Person zur Arbeitsfl\u00e4che, die H\u00f6hen- und Sitzwinkeleinstellung sowie die geeignete R\u00fcckenst\u00fctze des Arbeitsstuhls, den geeigneten Abstand der Person zum Bildschirmarbeitsplatz zu ermitteln und die m\u00f6glichst blendfreie Beleuchtung des Arbeitstisches zu kl\u00e4ren. Nat\u00fcrlich standen neben den gesundheitsf\u00f6rdernden Aspekten der wissenschaftlichen Untersuchungen auch Aspekte zur Betrachtung an wie die Ergonomie zur besseren Organisation in der Montage eingesetzt werden konnte. Auch wenn ein kleiner Beigeschmack durch die Forschung blieb, vermutete man doch, dass man die Erkenntnisse einsetzen k\u00f6nne, um Menschen beliebiger im Produktionsprozess einzusetzen zu k\u00f6nnen und damit dem Unternehmer einen Vorteil zu verschaffen.<\/p> <p>Auch hauswirtschaftliche T\u00e4tigkeiten wie Arbeiten in der K\u00fcche, am B\u00fcgelplatz oder auch Schlafuntersuchungen wurden in das Feld der Ergonomie einbezogen, immer um Erkenntnisse abzuleiten und diese in die Produktgestaltung des jeweiligen Ger\u00e4tes, Arbeitsplatzes oder der Maschine (Fahrzeug, Computer, Werkzeug- oder K\u00fcchenmaschine) einflie\u00dfen zu lassen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Betriebswirtschaft erkennt die Bedeutung der Produktentwicklung<\/b><\/p> <p>In der Betriebswirtschaftslehre hatte man die Bedeutung der Produktentwicklung schon sehr fr\u00fch erkannt. Rasch einhergehend mit dem strukturellen Wandel der Arbeitswelt mit den Neuen Technologien in den 80er Jahren, mit dem wachsenden Einsatz des Computers und das intensive Vordringen der Neuen Medien (CD-ROM, Internet, Intranet), kam die Diskussion um die Produktsprache und seine Erkenntnisse aus der Wahrnehmungspsychologie erneut auf. Schnell war klar geworden, dass eine zus\u00e4tzliche Funktion des Produktes im au\u00dferbetrieblichen Bereich die \u2019Informationsfunktion\u2019 war (6). Darunter ist zu verstehen, dass das Ger\u00e4t\/ das Erzeugnis vermag, eine zus\u00e4tzliche Information \u00fcber sich selbst in die Marktsph\u00e4re auszustrahlen die \u00fcber die urspr\u00fcnglich zugedachte F\u00e4higkeit und Aufgabe hinausgeht. Dieser Kontext ist um so beachtlicher als sich die Wahrnehmung des Design \u00fcber das erfahrbare Informationsverhalten hinaus entwickelt. So geh\u00f6ren zur Produktsprache unterschiedlichste Ausdrucksformen, wie die Dimension, die Form als solche, die Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit, die Art und Weise der Funktionserf\u00fcllung, Farben, die graphische Gestaltung der Oberfl\u00e4che, die Materialwahl, Ger\u00e4usche und T\u00f6ne, Geschmack und Geruch, die Verpackung und die Widerstandf\u00e4higkeit gegen\u00fcber Au\u00dfeneinfl\u00fcssen. Alle diese Faktoren wirken positiv oder negativ &#8211; bewusst oder unbewusst auf den potentiellen K\u00e4ufer ein.<\/p> <p>Wir werden dies sp\u00e4ter an dem Beispiel des Produktdesign eines Apple iPhone intensiver betrachten. Vorausgeschickt sei, dass das Produkt \u00fcber eine vielschichtige, auch symbolbehaftete Sprache verf\u00fcgt, die weitaus umfassender ist als die normale Sprache (7). Vor diesem Hintergrund lag es nahe das Industrial Design in eine neue Wertigkeit zu heben. Nicht zuletzt durch Einfl\u00fcsse des italienischen und des schwedischen M\u00f6beldesign (beginnend mit Alvar Aalto und dem D\u00e4nen Arne Jacobsen) wurde die Produktsprache in der Hinsicht gesch\u00e4rft, dass Design mehr und mehr zum Wettbewerbsfaktor wurde. Die Produkte wurden mit Attributen wie \u201eOriginal italienisches Design\u201c oder \u201eOriginal schwedisches Design\u201c versehen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Interfacedesign oder das Design der Schnittstelle<\/b><\/p> <p>Wie zuvor schon festgestellt, hatte der Einzug der Neuen Technologie der Mikroelektronik und die fortschreitende Miniaturisierung derselben in den 90ern einen gewaltigen Umbruch in der Industrie und in der Gesellschaft zur Folge. Das Interfacedesign kam mehr und verst\u00e4rkt zum Tragen. Computerbasierte Produkte sollten mit der Lebenswelt des Menschen verbunden werden. Der Bedarf an Visualisierungen nahm sprunghaft zu. Das Spektrum des Gegenst\u00e4ndlichen wurde bis hin ins Virtuelle ausgedehnt, sozusagen ein Quantensprung in der Vorstellungswelt der Menschen.<\/p> <p>Interfacedesign befasst sich mit der Gestaltung kommunikativer (medialer) Schnittstellen aus der Sicht des Nutzers, des Konsumenten. Waren zuvor noch Kn\u00f6pfe auf den Ger\u00e4ten oder waren Piktogramme und Kurzzeichen zur besseren Verst\u00e4ndigung auf den Ger\u00e4ten aufgedruckt, treten verst\u00e4rkt bildschirmbasierte Interfaces mit ihren semantischen (zeichenhaften), ergonomischen und kognitiven Aspekten, Codierungen, Informationsarchitekturen und formalen Qualit\u00e4ten in den Mittelpunkt (5). Das Ziel eines gut gemachten Interfacedesign besteht darin, eine Schnittstelle zum Anwender, zum Kunden hin zu schaffen, so dass ein m\u00f6glichst gro\u00dfer Benutzerkreis sich optimal orientieren kann. Inzwischen sind auch die zuvor genannten DB-Fahrkartenautomaten auf ein verbessertes Interfacedesign hin optimiert worden.<\/p> <p>Auch Interfaces bei der elektronisch geregelten Heizungstherme oder beim Fernseher m\u00fcssen auf geringstem Raum eine Vielzahl an Funktionen f\u00fcr den Nutzer plausibel machen. Der Interfacedesigner ist aufgerufen sich in den Nutzer des Ger\u00e4tes zu versetzen, um optimale Steuerungsprozesse mittels der interaktiven Bedieneroberfl\u00e4che zu gestalten. Die audiovisuelle Gestaltung der Elemente eines Interface wie Texte, Grafiken, Navigationselemente auf dem Display bilden den Schwerpunkt der sensorialen Codierungs- und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten.<\/p> <p>Hierbei wird der Designer unterst\u00fctzt von Fachkollegen weiterer Disziplinen die ein Nutzungsszenario entwickeln, und die im Team von Softwaredesignern, Usability-Spezialisten, Grafik-Designern, Webdesignern die Aufgabe haben, das Produktdesign klar, eindeutig, sinnvoll strukturiert und f\u00fcr den Nutzer verst\u00e4ndlich umzusetzen. Eine klare nutzerorientierte Gestaltung der Bedienqualit\u00e4t steht bei allen zu treffenden Schritten im Produktentwicklungsprozess auf der Agenda oben an.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Design im Prozess der Ma\u00dfnahmenoptimierung<\/b><\/p> <p>Inzwischen hatten auch deutsche Firmen, wie Braun (mit Professor Dieter Rams), Wilkhahn, Villeroy &amp; Boch, Miele, Grohe und andere festgestellt, dass Designprodukte in Deutschland durchaus einen Markt finden. Das Markenzeichen \u2019made in Germany\u2019 wurde noch mit dem Attribut \u2019German Design\u2019 aufgewertet.<\/p> <p>Und Dieter Zec, Chef des Essener Design Zentrums Nordrhein-Westfalen stellt im Juli 2011fest, das sich deutsche Firmen von einer Randposition in die zentralen Entscheidungsr\u00e4ume der Unternehmen vorgek\u00e4mpft haben: \u201eDeutsche Unternehmen sind vorbildlich, wenn es um Designmanagement geht\u201c. Auch der deutsche Mittelstand sieht Industrial Design als Chance, wieder st\u00e4rker in Designprodukte zu investieren. Hierzu seien beispielhaft medizinische Ger\u00e4te und Apparaturen, Bad- und Keramikprodukte genannt, Sitzm\u00f6bel und B\u00fcrost\u00fchle, Utensilien des t\u00e4glichen Bedarfs von der elektrischen Zahnb\u00fcrste bis zur High-End-Entertainment-Anlage.<\/p> <p>Design kann dann erfolgreich sein, wenn der Designer Sitz und Stimme im Entscheidungsgremium hat in dem \u00fcber neue Produkte entschieden wird. Hier werden die W\u00fcnsche und Parameter aus der Konstruktion, der Produktion, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, des Marketing, des Vertriebs, der Logistik und der Werbung und Produktkommunikation zusammentreffen. Ziel der Veranstaltung sollte immer sein, den Produktentstehungsprozess auf seine urspr\u00fcngliche Produktidee, auf die Vision, auf die Machbarkeit hin auszurichten und in jeder Phase des Entwicklungsstadiums zu hinterfragen. Optimalerweise hat der Designer das Zusammenspiel der Facts Hardware, Ergonomie, Interface Design und des Produktgestaltungsprozesses stets vor sich, um korrigierend eingreifen zu k\u00f6nnen. Der Designer selbst sollte sich als \u201eAnwalt des Verbrauchers\u201c sehen und entsprechend handeln.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Der Mythos einer Marke<\/b><\/p> <p>Der Hersteller Apple zelebriert die Markteinf\u00fchrung seiner neuen Produkte jedes Mal wieder neu. Und ist magisch. Oder etwa doch nicht?<\/p> <p>Als vor kurzem nach der Vorstellung eines iPhone 5 eine junge Designerin in einer Fernsehsendung gezeigt wurde und nach dem \u00d6ffnen der Schachtel gebeten wurde, eine Bewertung zum Design abzugeben, sagte sie sinngem\u00e4\u00df: \u201eJa, so muss das. Man sieht ja schon wie das pr\u00e4sentiert wird, fast wie auf einem Altar. Sieht einfach sch\u00f6n aus.\u201c Und nach dem Einstecken der SIM-Card: \u201eEs lebt jetzt irgendwie das erste mal so richtig. Ich finde toll wie sich das gut anf\u00fchlt. Ich nehme es nachher bestimmt mit ins Bett \u2013 und hab\u2019s bei mir\u201c (ARD vom 04. Febr. 2013 ). Diese Sequenz zeigt wie dieses Designprodukt Mobiltelefon mit einer Symbolik, mit einer Emotion aufgeladen ist und mit Werten versehen ist, die \u00fcberh\u00f6ht erscheinen. Der Hersteller hat es durchaus geschafft, das Produkt so zu \u00fcberh\u00f6hen bis es selbst ein &#8218;Wert&#8216; wird.<\/p> <p>Der Kulturwissenschaftler und Professor Volker Fischer stellt in einer Ausstellung \u00fcber &#8222;Die Macht, den Mythos und die Magie von Apple&#8220; heraus, dass es an eine &#8222;Glaubensform erinnert, quasi eine religi\u00f6se Verehrung erf\u00e4hrt&#8220;. \u00c4sthetik und Benutzerlogistik sind in positiver Weise vereint worden und heben die Wertigkeit des Produktes. Und nicht zuletzt kommen die eingesetzten Materialien Metall und Glas einer \u201eerotischen Bet\u00e4tigung\u201c entgegen wenn man bei der Bedienung die Oberfl\u00e4che streichelt. Wenn also der Kunde die Schachtel \u00f6ffnet und das iPhone auf einem schwarzen Kunststofftray liegen sieht, fast wie auf einem Altar, kommt dies einer Faszination gleich, die von dem amerikanischen Hersteller gewollt ist: \u201eAllein die Faszination schon vor dem Gebrauch\u201c.<\/p> <p>V. Fischer sagt zum Mythos Apple: \u201eProdukte f\u00fcr Bed\u00fcrfnisse zu entwickeln f\u00fcr Nutzer, die zum Zeitpunkt der Produktentwicklung noch gar nicht wissen dass sie dieses Bed\u00fcrfnis haben&#8220;.<\/p> <p>Und es kommt noch besser.<\/p> <p>Professor J\u00fcrgen Gallinat (ARD-Markencheck; Sendung von 2012) wies anhand von MRT-Messungen (Magnetresonanztomographie) an 25 Testpersonen die Apple und Samsung-Fans sind nach, welche Gehirnbereiche beim Zeigen eines Produktabbildes aktiver sind.<br \/> J. Gallinat: \u201eDas MRT-Verfahren zeigt wo im Gehirn Aktivit\u00e4t entsteht. Zeigen wir dem Probanden ein bestimmtes Produkt, sehen wir ob eine bestimmte Stimulation erzeugt wird. Wir sehen ob ein Emotionsnetzwerk anspringt, ob so etwas wie Begehrlichkeit aktiviert wird, ob Emotion an sich vorhanden ist.\u201c<\/p> <p>Das Ergebnis war \u00fcberraschend. Bei den gezeigten Samsung-Ger\u00e4ten stellt er fest, dass insbesondere die vordere Hirnregion, der sogenannte Pr\u00e4frontale Kortex aktiver ist. Dies scheint dem Forscher zufolge auf eine Aktivierung eines wichtigen Hirnareals hinzuweisen, welches mit Entscheidungsfindung, mit Abw\u00e4gung und planerischem Handeln zu tun hat. Er stellt fest, dass das Zeigen von Samsung-Ger\u00e4ten bei den untersuchten Personen \u201emehr die Vernunft anspricht\u201c.<\/p> <p>Beim Zeigen von Apple-Produkten hingegen wird ein Hirn-Areal aktiviert, welches stark mit dem M\u00f6gen und dem positiven Bewerten von Personen in Verbindung gebracht wird. J. Gallinat: &#8222;Apple ist eher ein Produkt welches mit dem Bauchgef\u00fchl zu tun hat. Und ein weiteres Novum: zwei weitere Hirnregionen fallen beim Betrachten von Apple-Produkten auf. Die Regionen im Temporallappen, eine sehr spezialisierte Hirnregion wird w\u00e4hrend des Versuchs aktiv, d. h. diesen Bereich des Gehirns aktivieren wir dann, wenn wir ein Gesicht sehen, wenn wir emotionale Gesichter bewerten.&#8220;<\/p> <p>Diese Ergebnisse sieht der Wissenschaftler als au\u00dfergew\u00f6hnlich an \u201eweil Apple kein Gesicht hat. Es ist ein technisches Produkt. Demnach hat es Apple geschafft, ein Ger\u00e4t zu vermenschlichen\u201c. Es k\u00f6nnte sogar eine Parallele daraus gezogen werden, dass Apple \u201emein Baby\u201c ist. Apple hat es geschafft, ein Ger\u00e4t in die menschliche Dimension zu r\u00fccken, es hat eine Seele bekommen. Das w\u00fcrde in \u00fcbertragenem Sinne bedeuten, der Nutzer geht eine Verbindung mit dem Produkt ein.<\/p> <p>Prof. G\u00fcnter Horntrich, K\u00f6ln International Design School will dem Ph\u00e4nomen auf die Spur kommen. Er erkl\u00e4rt das Prinzip der Selbst\u00e4hnlichkeit einer Produktlinie: \u201cEin Radius am Ger\u00e4t, an der Ger\u00e4teau\u00dfenlinie st\u00f6\u00dft auf eine gerade Kante. Und das ist bei jedem Produkt wiederkehrend.\u201c Herausgehoben wird auch die Wertigkeit der eingesetzten Materialien wie Glas und Aluminium. Das Produkt weist kaum Spaltma\u00dfe auf und gilt damit beim Verbraucher als dicht und unverw\u00fcstlich. Ein Wettbewerbsprodukt schneidet nicht so gut ab, weil die Anmutung von glattem Kunststoff einfach keine haptischen Werte vermittelt.<\/p> <p>Wenn ein Hersteller bei bestimmten Designmerkmalen wiederkehrende Gestaltungselemente einsetzt, also im Duktus immer wieder die gleiche Linie oder Konturf\u00fchrung einsetzt, dann zeugt das von stringentem Handeln hinsichtlich der eigenen engen Gestaltungslinie. Es entsteht ein sogenannter Gestaltungskanon. Man k\u00f6nnte daraus ableiten: auch wenn einmal der Chefdesigner nicht im Hause ist, k\u00f6nnten die Mitarbeiter im Grunde genommen nichts falsch machen, weil die Leitlinie der Gestaltung einmal festgelegt wurde.<\/p> <p>Es ist dieses \u00fcberzeugende Merkmal in der Kommunikation intern im Unternehmen, welches sich Gestaltungs-Leitlinien gegeben hat. Ein vorhandenes CI (Corporate Design) hilft im t\u00e4glichen Arbeiten, weil hier ein Common Sense f\u00fcr das Gestalten am Produkt, an der Grafik des Erscheinungsbildes oder des Unternehmensbildes geschaffen wurde. Dieses Beispiel zeigt, dass das Produkt beim Benutzer oder Verbraucher bereits als &#8218;Zeichen&#8216; wirkt, es wirkt als ein wortloses Element in einer Art von Sprache, deren Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit und Wirkung nicht jederzeit offen erkennbar werden. Erich Geyer: \u201eDas Produkt kann \u00fcber eine vielschichtige, auch symbolhafte &#8218;Sprache&#8216; verf\u00fcgen, die weitaus umfassender ist als die normale Wortsprache\u201c (5).<\/p> <p>Unabh\u00e4ngig vom Milliardengesch\u00e4ft mit mobilen Ger\u00e4ten soll nicht verschwiegen werden, dass auch kritische Stimmen bez\u00fcglich der Beschaffung von Zuliefererteilen zu h\u00f6ren sind. Im Kontext des Designs sollte im Grunde genommen auch hier eine soziologische Komponente erf\u00fcllt werden, n\u00e4mlich die gerechte Bezahlung und das Achten fairer Arbeitsbedingungen aller am Produktionsprozess beteiligten Personen. Nun ist der internationale Wettbewerb in der Beziehung knallhart und schaut vorrangig auf die Profitabilit\u00e4t. Der Konsument kauft diese Arbeitsbedingungen mit und muss sich als politisch verantwortlicher Mensch dar\u00fcber im Klaren sein.<\/p> <p>Die sozio-\u00f6kologische Komponente kommt in neuesten Studien zum Ansatz. Es ist die These, dass ein Produkt von der Wiege bis zur Wiege (from cradle to cradle, 2002) \u00f6kologisch einwandfrei und Ressourcen schonend erzeugt wird.<\/p> <p>Wenn wie oben geschildert, dass optimale Zusammenspiel von Hardware-Engineering, Ergonomie, Software, Interface Design und dem Industrial Design in seiner \u201ereinsten Philosophie\u201c entsteht, dann kann man von einem produktoptimierten Designprozess sprechen (5).<\/p> <p>Mit einem weiteren Beispiel aus dem PKW-Sektor soll hier auf die emotionalen Faktoren aufmerksam gemacht werden und darstellen wie ein Hersteller sich eine Vorrangposition durch gute Anmutungsqualit\u00e4t der im Fahrzeug verwendeten Materialien verschafft, bzw. einen Mitbewerber schnell in den Schatten stellt.<\/p> <p>Untersucht wurden drei kompakte Edel-SUV aus deutscher Produktion (autobild, Nr. 7; Febr. 2013). Ein SUV wird von den Testern wie folgt bewertet: \u201eDas Fahrzeug gl\u00e4nzt mit lupenreinem Qualit\u00e4tseindruck und dem luftigsten Raumgef\u00fchl. Insgesamt ein hohes Qualit\u00e4tsniveau.\u201c<\/p> <p>Ein Wettbewerbsfahrzeug wird hingegen bewertet mit: \u201eQualit\u00e4tsanmutung nicht immer top. Gegen\u00fcber den Fahrzeugen der Mitbewerber l\u00e4sst sich zudem nicht verkennen, das die Materialqualit\u00e4t hier und da vom Sparwillen \u00fcberholt wurde.\u201c<\/p> <p>In der dritten Bewertungsstufe eines weiteren Fahrzeugs kann man lesen: \u201e\u2026 zusammen mit der verbesserten Verarbeitung wirkt das Fahrzeug hochwertiger und wohnlicher. Das Ablesen der hinterleuchteten Instrumente f\u00e4llt bei D\u00e4mmerung schwer, der Kontrast ist zu gering.\u201c<\/p> <p>Erraten Sie welches Fahrzeug die beste Wertung erhalten hat? Wir sprachen doch gerade \u00fcber Anmutungsqualit\u00e4t und emotionale Faktoren. Als Autonutzer w\u00fcrde man sich w\u00fcnschen, dass bei Preisen um 40.000 \u20ac pro Fahrzeug der Augenmerk st\u00e4rker auf die gew\u00fcnschte Sorgfalt und auf die Anmutungsqualit\u00e4t gelegt werden sollte. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf. Nur gut, dass die Autotester den gro\u00dfen Herstellern immer mal wieder einen Fingerzeig geben.<\/p> <p>Vorteile einer ausgepr\u00e4gten Produktqualit\u00e4t durch externe Designer erlangen<\/p> <p>Produktgestaltung unter Einsatz von externen Designern f\u00fcr interne Projekte ist die wohl gebr\u00e4uchlichste Vorgehensweise, sofern keine eigene Designabteilung im Unternehmen besteht. Externe Designer haben den Vorteil, dass sie Aufgabenstellung als &#8217;neutrale&#8216; Beobachter von au\u00dfen mit anderen Ma\u00dfst\u00e4ben beobachten und beurteilen k\u00f6nnen als wenn ein im Unternehmen angestellter Designer das eventuell tut.<\/p> <p>Zudem ergibt sich ein Kostenvorteil, weil ein externer Designer f\u00fcr projektbezogene Aufgaben je nach zeitlichem Bedarf herangezogen werden kann. Die f\u00fcr die Produktentwicklung entstehenden Mehrkosten machen sich rasch bezahlt. Zudem kommt hinzu, dass ein externer Designer auch \u00fcber den Tellerrand hinaus schaut und auch Aspekte in seine Arbeit integrieren kann die aus bislang unbeachteten Blickwinkeln stammen. Insofern darf allgemein von einer Bereicherung des Designprozesses ausgegangen werden.<br \/> Voraussetzung f\u00fcr eine externe Beauftragung ist eine klar formulierte Aufgabenstellung, ein sogenanntes Briefing. Darin werden allgemeine aber auch spezifische Arbeitsschritte festgelegt, und es wird fixiert in welchem Zeitraum etwaige Zwischenergebnisse zu welchen Kosten abzurechnen sind.<\/p> <p>Grunds\u00e4tzlich ist davon auszugehen, dass ein klar strukturierter Arbeitsauftrag, ein Werkvertrag vereinbart wird. Es kann nat\u00fcrlich auch ein Beratungsauftrag erteilt werden, wenn nur die begleitende Beratung zu designspezifischen Fragestellungen gew\u00fcnscht wird. Im Designprozess mit externen Designern sollten Zwischenziele vereinbart werden, um die Arbeit zu dokumentieren. Zumeist sind auch die Konstruktion, die Fertigung, das Marketing und gegebenenfalls weitere Personen im Unternehmen die Gespr\u00e4chspartner des extern t\u00e4tigen Designers.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Marketingaspekte<\/b><\/p> <div id=\"attachment_18060\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18060\" class=\"size-full wp-image-18060\" title=\"Industrial Design, Ergonomie und Interface Design einer Ladestation f\u009fr Elektroautos durch Pankonin, Sandham, Schr\u009ader, 2012\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/05_KARABAG-eCar-Fiat-500-E-wird-induktiv-geladen-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-18060\" class=\"wp-caption-text\">Paul Vahle GmbH &amp; Co. KG<br \/>Projekt: <br \/>Mobility Ladestation<br \/>Pankonin &amp; Sandham GbR<br \/>40215 D\u00fcsseldorf<\/p><\/div> <p>So wie das interdisziplin\u00e4re Zusammenspiel zwischen den Agierenden im Designprozess stattfindet, so sollte man die Wertigkeit der Produktgestaltung auf das eigene Unternehmen hin in mehreren Disziplinen betrachten. Zun\u00e4chst gilt es Zielgr\u00f6\u00dfen zu formulieren, die im Unternehmen in den jeweiligen Zielsegmenten eine Rolle spielen. Marketing ist dabei als ein wichtiger Teil des unternehmerischen Gesamtprozesses zu sehen. Durchaus kann die Aufnahme von neu gestalteten Produkten zun\u00e4chst Mehrkosten bei der Markteinf\u00fchrung mit sich bringen. Dem gegen\u00fcber k\u00f6nnten rein monet\u00e4re Ziele stehen: Legal ist es, sich einen Wettbewerbsvorteil durch das Design seiner eigenen Produkte zu verschaffen. Im positiven Fall kann erreicht werden, dass eine Kostenminimierung mit dem in den Markt neu einzubringenden Produkt einhergeht. Frei nach dem Motto: zwei alte Produkte werden ausgelistet, daf\u00fcr kommt ein neu gestaltetes Produkt in den Katalog\/ die Kollektion.<\/p> <p>Oben bereits wurde gesagt, dass die Betriebswirtschaftslehre sich die Bedeutung der Produktentwicklung zu Eigen gemacht hat. Die Neuen Technologien brachten mit sich, dass die Kommunikation der neu in den Markt gebrachten Produkte alle Spielarten der Verbreitung \u00fcber Internet zu nutzen verstand. Marketing als Unternehmensfunktion richtig zu nutzen hei\u00dft, alle unterst\u00fctzenden Prozesse wie die Darstellung der Innovation und der kommunikativen M\u00f6glichkeiten des neuen Industrieproduktes auszuloten und entsprechend forciert einzusetzen. Dies kann durch Direktmailings, durch Rundfunk- oder Fernsehwerbung, durch Werbung in der Tagespresse, durch PR-Veranstaltungen etc. ausgesch\u00f6pft werden.<\/p> <p>Kurzfristig werden diese Ma\u00dfnahmen die hohe Qualit\u00e4t und den Verbrauchernutzen in den Vordergrund stellen. Schaltet man eine Werbeagentur ein, dann wird diese auch versuchen die \u201ehinter der Oberfl\u00e4che steckenden Qualit\u00e4ten\u201c entsprechend zu kommunizieren. Hier sollte man sich der &#8218;ureigenen Produktsprache&#8216; bedienen und die das Produkt kennzeichnenden Vorteile integriert herausstellen. Dazu geh\u00f6ren die Form des Produkts, sein Einsatzzweck und verbesserter Nutzen, die Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit, die Art und Weise der Funktionserf\u00fcllung, die Produktfarben, die graphische Gestaltung der Oberfl\u00e4che und die Materialwahl. Auch rezeptorische Facts wie Ger\u00e4usche und T\u00f6ne, Geschmack und Geruch oder auch die Verpackung und die Widerstandf\u00e4higkeit gegen\u00fcber Au\u00dfeneinfl\u00fcssen k\u00f6nnen integral kommuniziert werden.<\/p> <p>Man muss sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass eine gute angelegte Kommunikation versuchen wird, langfristig die &#8218;inneren Werte&#8216; des Designprodukts herauszuarbeiten. Es kann jedoch auch Entt\u00e4uschungen geben. Auch Werbung ist sich manchmal nicht aller Kauffaktoren bewusst, die den Kaufvorgang beim Endkunden, ob positiv oder negativ \u2013 ob bewusst oder unbewusst steuern. In dem Filmbeitrag um Apple-Produkte wurde zum Beispiel festgestellt, dass die Produkte kaum beworben werden, aber \u201esie finden einfach statt, sie sind gegenw\u00e4rtig\u201c.<\/p> <p>In einem weiteren Versuch kam heraus, dass ein auf Apple-Produkte ausgerichteter Nutzer im MRT-Scan sogar \u201eGl\u00fccksgef\u00fchle\u201c entwickelte und Dopamin aussch\u00fcttete, wenn ihm Produktabbilder seines Lieblingsherstellers gezeigt wurden. Auch wenn Apple hier als ein herausragender Einzelfall dargestellt wird, muss man sich vergegenw\u00e4rtigen, dass die Produktdesigner von Apple nichts anderes gemacht haben als ein technisches Produkt zu designen. Aber sie haben es nach ganz klaren Merkmalen und mit hohem Wiedererkennungswert getan. Die anderen Attribute die f\u00fcr die Produkte von Apple wie jung, kreativ, revolution\u00e4r, eben einfach \u201ecool\u201c stehen, sind Emotionen die mitschwingen und die das Produkt mit Werten \u00fcberh\u00f6hen bis das Produkt selbst ein Wert wird.<\/p> <p>In jedem Fall sollte im Idealfall das Produktdesign darauf ausgerichtet sein, die \u00fcberzeugenden Werte, die sich durch den Mix und den Gestaltungsprozess ergeben haben, langfristig tragf\u00e4hig zu halten und das Produkt im Markt erfolgreich zu machen.<\/p> <p>Marken-Image und Markenidentifikation<\/p> <p>Ein attraktives Marken-Image verhilft den Wirkungsgrad einer Marke signifikant zu steigern. Wenn das neu gestaltete Produkt in eine bestehende Markenkategorie integriert werden kann, ist das ein Gl\u00fccksfall. Zumeist sind seine \u201einneren Werte\u201c aber \u00fcberzeugend anders. So macht es Sinn, den USP (unique selling proposition) bewusst anders auszulegen und eine h\u00f6herwertige Strategie zu fahren. Wichtig ist immer die Betrachtung und R\u00fcckbesinnung auf die Werte. So wird ein neu gestaltetes Produkt auch nicht gleich unter Wert gehandelt und beh\u00e4lt seinen Marken-Status.<\/p> <p>Eine Markenidentifikation entsteht dann in optimaler Weise wenn in der Psyche von K\u00e4ufergruppen ein fest verankertes Vorstellungsbild von einem Produkt, einem Design, einer Marke oder zu einem Unternehmen besteht. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Produktdesign in der Anerkennung des Stellenwertes in der \u00d6ffentlichkeit verst\u00e4rkt zugenommen hat. Produktdesign ist damit zum elementaren Kriterium geworden, um den Kaufappel im Verbraucher auszul\u00f6sen. Wenn man es also schafft, eine starke Beziehung zwischen Unternehmen, den Designprodukten und dem Kunden herzustellen, k\u00f6nnte damit die Kaufentscheidung positiv beeinflusst werden. Eine solche tiefe Verbundenheit zwischen Unternehmen und Konsument entsteht dann, wenn sich der Nutzer mit dem Unternehmen in dem Sinne identifiziert, dass er einen h\u00f6heren Nutzen in der Selbstdefinition findet.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><b>Ausblick<\/b><\/p> <p>Das Produktdesign wird sich in den n\u00e4chsten Jahren weiterentwickeln. Nicht zuletzt durch CAD\/ CAE-Programme (computer aided design\/ computer aided engineering) werden dem Designer neue M\u00f6glichkeiten in der Gestaltung er\u00f6ffnet.<\/p> <p>Weiter sind derzeit neuartige Herstellverfahren im Einsatz. Hier ist die Herstellung von Prototypen im Designprozess zu erw\u00e4hnen, insbesondere das sogenannte \u2019Rapid Prototyping\u2019 mittels 3-D Printing. Hierbei werden computergesteuert aus einem oder mehreren fl\u00fcssigen oder pulverf\u00f6rmigen Werkstoffen nach CAD-Vorgabe dreidimensionale Prototypen erzeugt, die dem Designer eine erste Entscheidungshilfe im Designprozess geben k\u00f6nnen.<\/p> <p>\u00c4hnliche Verfahren f\u00fcr die Herstellung von Anschauungsmustern sind das selektive Laserschmelzen, bzw. Lasersintern. F\u00fcr lichtaush\u00e4rtende Kunststoffe wie Epoxidharz wird die Stereolithografie eingesetzt.<\/p> <p>Quellenhinweise:<\/p> <p>(1) Bauhaus, aus Wikipedia.org, 2012<br \/> (2) Designer, aus Wikipedia.org, 2012<br \/> (3) Ergonomie, aus Wikipedia.org, 2013<br \/> (4) Interfacedesign, aus Wikipedia.org, 2013<br \/> (5) Erich Geyer, Industrial Design, Sonderdruck aus \u201eManagement-<br \/> Enzyklop\u00e4die\u201c, Bd.3, S 466ff., 1970<br \/> (6) Berhard E. B\u00fcrdek, Design-Theorie, Methodische und systematische<br \/> Verfahren im Industrial Design, Berhard E. B\u00fcrdek-Stuttgart,<br \/> Selbstverlag, 1971<br \/> (7) Theodor Ellinger, Die Informationsfunktion des Produktes.<br \/> Einzelver\u00f6ffentlichung aus Produktionstheorie und<br \/> Produktionsplanung, K\u00f6ln 1966, S. 259<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><strong>Produktdesigner PANKONIN &amp; SANDHAM GbR<\/strong><br \/> Oberbilker Allee 6, 40215 D\u00fcsseldorf, Deutschland (NRW) Germany<\/p> <p>+49 \/ Tel (0)211 1713913 &#8211; Fax (0)211 1713 803<br \/> Produktdesigner &#8211; pankonin-sandham.de<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben heute nicht nur in einer technisch-funktional bestimmten Welt sondern in einer Welt der bewusst gestalteten technischen Formen. Design ist zu einer Sprache des Alltags geworden. 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