{"id":18290,"date":"2013-02-28T12:19:37","date_gmt":"2013-02-28T12:19:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=18290"},"modified":"2013-02-28T16:55:13","modified_gmt":"2013-02-28T15:55:13","slug":"proaktive-formen-des-jugendmedienschutzes-gewinnen-zunehmend-an-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/proaktive-formen-des-jugendmedienschutzes-gewinnen-zunehmend-an-bedeutung-1018290\/","title":{"rendered":"Proaktive Formen des Jugendmedienschutzes gewinnen zunehmend an Bedeutung"},"content":{"rendered":"<div> <p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-18393\" title=\"Medien sind f\u00fcr Kinder faszinierend und ein fester Bestandteil ihrer Lebenswelt. Sie machen Spa\u00df, sind informativ und erm\u00f6glichen kreative Erfahrungen.\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Screenshot_21.jpg\" width=\"113\" height=\"126\" \/>Deutsches Kinderhilfswerk fordert neue gesetzliche Regelungen im Jugendmedienschutz<\/p> <p>Das Deutsche Kinderhilfswerk ist besorgt \u00fcber die wachsende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit des gesetzlichen Jugendmedienschutzes und fordert mehr Transparenz f\u00fcr Eltern und Kinder. Daf\u00fcr muss es nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes eine enge Zusammenarbeit und Harmonisierung der verschiedenen Selbstkontrolleinrichtungen unterschiedlicher Medienanbieter in Deutschland geben.<\/p> <p><!--more-->&#8222;Kinder- und jugendgef\u00e4hrdende Inhalte werden heutzutage auf vielen Wegen verbreitet, im Kino, im Fernsehen, in Computerspielen oder im Internet. Darum wird die Trennung von Zust\u00e4ndigkeiten im gesetzlichen Jugendmedienschutz nach Verbreitungswegen der heutigen Realit\u00e4t des Medienmarktes und der Mediennutzung von Kindern nicht mehr gerecht. Wir brauchen deshalb eine neue Gesetzesinitiative, um den Jugendmedienschutz in Deutschland einheitlich zu regeln&#8220;, betont Thomas Kr\u00fcger, Pr\u00e4sident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Die Selbstkontrolleinrichtungen von Kino, DVD, Computerspielen, Fernsehen oder Internet sollten ihre unterschiedlichen Kompetenzen b\u00fcndeln und nach au\u00dfen gemeinsam auftreten. Denn die Vielzahl an Institutionen der Aufsicht und der Selbstkontrollen dient momentan eher der Verwirrung des Nutzers als seiner Orientierung. &#8222;Zwar lassen sich durch die im Grundgesetz festgeschriebene Kompetenzaufteilung zwischen Bund und L\u00e4ndern die f\u00fcr den Jugendmedienschutz relevanten Gesetze nicht ohne weiteres zusammenfassen. Umso wichtiger ist es daher, dass Selbstkontrollen und Aufsicht dieses Problem durch ein gemeinsames und abgestimmtes \u00f6ffentliches Auftreten minimieren. Dazu geh\u00f6rt auch die Einbeziehung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehens in das System der freiwilligen Selbstkontrolle&#8220; so Kr\u00fcger weiter.<\/p> <p>Der Jugendmedienschutz steht mit dem Internet heute zudem vor einer ganz neuen Herausforderung. &#8222;Im Kino oder auf DVD d\u00fcrfen Filme ohne Altersfreigabe grunds\u00e4tzlich nicht an Minderj\u00e4hrige abgegeben werden. Im Fernsehen sind strenge Sendezeitenbeschr\u00e4nkungen einzuhalten. Dagegen wird im Internet fast alles mehr oder weniger legal ungehindert verbreitet&#8220; beklagt Thomas Kr\u00fcger. &#8222;Zwar herrschen im Internet theoretisch \u00e4hnliche Regeln wie f\u00fcr das Fernsehen, diese sind allerdings aufgrund der Masse des Angebots und der Beschr\u00e4nkung auf Angebote aus Deutschland praktisch nicht durchsetzbar&#8220;, stellt Kr\u00fcger fest. Identische Inhalte, die in den klassischen Medien einer Altersbeschr\u00e4nkung durch Sendezeitgrenzen unterliegen, entziehen sich der nationalen Gesetzgebung einfach dadurch, dass der Anbieter ins benachbarte europ\u00e4ische Ausland umzieht. Daher gilt es, Jugendschutz pragmatisch an den aktuellen Stand der Technik und der Produktionszusammenh\u00e4nge anzupassen. Dabei k\u00f6nnen technische Jugendschutzfilter Eltern unterst\u00fctzen, ihre Kinder zu sch\u00fctzen. Allerdings m\u00fcssen f\u00fcr kommerzielle Anbieter die entsprechenden Verpflichtungen geschaffen werden, um Eltern die n\u00f6tigen Informationen und technischen Voraussetzungen f\u00fcr solche Filter zur Verf\u00fcgung zu stellen. Wichtig sind dar\u00fcber hinaus internationale Initiativen, um entsprechende Standards zumindest auf europ\u00e4ischer Ebene durchzusetzen.<\/p> <p>Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ist zudem die Einf\u00fchrung einer intuitiv verst\u00e4ndlichen Kennzeichnung von Internetseiten sinnvoll. Diese sollte sich nicht nur in einer Altersempfehlung ersch\u00f6pfen, sondern auch Aufschluss \u00fcber Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Empfehlung bieten (Gewalthaltigkeit, sexuelle Darstellungen, menschenverachtende Sprache etc.). &#8222;Es sollte Eltern und den jungen Internetnutzern m\u00f6glich sein, sofort zu erkennen, ob ein Inhalt ihrem Alter aus Jugendschutzperspektive angemessenen ist. So erm\u00f6glichen wir Kindern und Jugendlichen die Entwicklung einer Urteilsf\u00e4higkeit, welche Inhalte ihren individuellen Bed\u00fcrfnissen und Kompetenzen entsprechen. Empfehlungen sollten durch Seitenanbieter selbst vorzunehmen sowie durch nutzerautonome Jugendschutzprogramme auslesbar sein. Damit h\u00e4tten Erziehungsberechtigte die Wahl, ob sie Kindern bestimmte Inhalte im Internet zug\u00e4nglich machen oder nicht&#8220;, erkl\u00e4rt Hans-Joachim von Gottberg, Vizepr\u00e4sident des Deutschen Kinderhilfswerkes.<\/p> <p>Das Deutsche Kinderhilfswerk geht davon aus, dass mittelfristig Medienp\u00e4dagogik und Elterninformationen als proaktive Formen des Jugendmedienschutzes zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Um medienp\u00e4dagogische Angebote optimal zu f\u00f6rdern und zu koordinieren wird die Gr\u00fcndung einer gemeinsam von Bund und L\u00e4ndern getragenen Stiftung Medienkompetenz bef\u00fcrwortet. &#8222;An der Finanzierung dieser Stiftung sollten auch die Landesmedienanstalten, freie Tr\u00e4ger und die Medienwirtschaft beteiligt werden. Die Aufgabe der Stiftung sollte in der finanziellen Unterst\u00fctzung medienp\u00e4dagogischer Projekte und in der Vernetzung bestehender Ideen und Erfahrungen bestehen. Gleichzeitig k\u00f6nnte durch eine solche Stiftung die Evaluierung und die Begleitforschung von Projekten zur F\u00f6rderung von Medienkompetenz koordiniert werden&#8220; so von Gottberg abschlie\u00dfend.<\/p> <p>Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., Interessenvertreter f\u00fcr ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in M\u00fcnchen gegr\u00fcndet. Als Initiator und F\u00f6rderer setzt sich der gemeinn\u00fctzige Verein seit mehr als 40 Jahren f\u00fcr Kinderrechte, Beteiligung und die \u00dcberwindung von Kinderarmut in Deutschland ein.<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Deutsches Kinderhilfswerk e.V.<br \/> Uwe Kamp<br \/> Leipziger Stra\u00dfe 116-118<br \/> 10117 Berlin<br \/> 030-308693-11<br \/> presse@dkhw.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.dkhw.de\" title=\"Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich seit 1972  f\u00fcr Kinderrechte, Beteiligung und die \u00dcberwindung von Kinderarmut ein.\" >http:\/\/www.dkhw.de<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsches Kinderhilfswerk fordert neue gesetzliche Regelungen im Jugendmedienschutz Das Deutsche Kinderhilfswerk ist besorgt \u00fcber die wachsende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit des gesetzlichen Jugendmedienschutzes und fordert mehr Transparenz f\u00fcr Eltern und Kinder. Daf\u00fcr muss es nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes eine enge Zusammenarbeit und Harmonisierung der verschiedenen Selbstkontrolleinrichtungen unterschiedlicher Medienanbieter in Deutschland geben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18393,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[123],"tags":[134],"class_list":["post-18290","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-familie-jugend-erziehung","tag-default"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18290\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}