{"id":23620,"date":"2013-04-09T09:07:39","date_gmt":"2013-04-09T09:07:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=23620"},"modified":"2025-11-04T10:33:32","modified_gmt":"2025-11-04T09:33:32","slug":"lokalisierung-der-kernprobleme-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/lokalisierung-der-kernprobleme-der-krise-1023620\/","title":{"rendered":"Lokalisierung der Kernprobleme der Krise"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Wirtschaftspsychologe und Autor Winfried Neun\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/postie-media398-150x150.jpg\" width=\"125\" height=\"125\" \/>&#8222;Der schlimmste Teil der Krise steht uns noch bevor!&#8220;<\/p> <p>Laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap sind 75 Prozent der befragten Bundesb\u00fcrger der Ansicht, dass uns der schlimmste Teil der europ\u00e4ischen Wirtschaftskrise noch bevorsteht. Der Wirtschaftspsychologe und Autor Winfried Neun erkl\u00e4rt, warum diese Angst durchaus begr\u00fcndet ist.<br \/> Was ist das Besondere an dieser \u00fcber Jahre hinweg andauernden Finanz-, Schulden- und Vertrauenskrise?<\/p> <p><!--more-->Seit Jahren jagt nun eine Krise die n\u00e4chste. Das Besondere an diesen Krisen ist, dass sie, so unterschiedlich sie auch erscheinen m\u00f6gen, eines gemeinsam haben &#8211; und zwar die Ursache: ein verst\u00e4rktes Misstrauen. In den letzten Jahren l\u00e4sst sich nicht nur ein zunehmendes Misstrauen der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber den Finanzm\u00e4rkten feststellen, sondern vor allem auch gegen\u00fcber den politischen Kr\u00e4ften, denen es nicht gelingt, die Krisen zu bew\u00e4ltigen. Die psychologische Komponente spielt hierbei eine ganz entscheidende Rolle. Eine nicht stringente Kommunikation, Intransparenz und nicht eingehaltene Versprechen f\u00fchren zu einem Verlust an Glaubw\u00fcrdigkeit und somit zu einer gro\u00dfen Verunsicherung. Nicht rein \u00f6konomische Faktoren wie etwa der Zusammenbruch eines Industriezweiges oder eines ganzen Sektors hat in der Vergangenheit die verschiedenen Eskalationsstufen erzeugt, sondern vielmehr die psychologische Verunsicherung der Gesellschaft.<\/p> <p>Warum kommt der Wirtschaftspsychologie gerade in Krisenzeiten besondere Bedeutung zu?<\/p> <p>Die Wirtschaftspsychologie spielt besonders in Zeiten solcher Krisen, die nicht \u00f6konomisch fundiert, sprich durch Kriege oder beispielsweise den Zusammenbruch einer Wirtschaftsmacht bedingt sind, eine zentrale Rolle. Denn die Verunsicherung und die \u00c4ngste, die sich infolge einer Krise in den K\u00f6pfen der Menschen breitmachen, tragen ganz entscheidend zu deren Verlauf bei. Deshalb muss die psychologische Komponente an allererster Stelle Einzug in die Bearbeitung einer solchen Krise finden. Die Wirtschaftspsychologie mit ihren Untersuchungen zu den Verhaltensmustern von Anlegern, Immobilienk\u00e4ufern, F\u00fchrungskr\u00e4ften und Wirtschaftspolitikern kann einen entscheidenden Beitrag zur L\u00f6sung einer bestehenden Krise leisten.<\/p> <p>Warum nehmen Politiker und Wirtschaftslenker die wirtschaftspsychologischen Erkenntnisse zur Krisenbew\u00e4ltigung so schwer an?<\/p> <p>Die Psychologie als Wissenschaft ist in Wirtschaftskreisen f\u00fcr viele noch immer ein rotes Tuch. Nur allzu oft werden wirtschaftspsychologische Ans\u00e4tze mit der Begr\u00fcndung abgelehnt, es handle sich dabei nur um Scharlatanerie oder Couchdenken. Hinzu kommt das Problem, dass die Wirtschaftspsychologie h\u00e4ufig f\u00fcr Ausreden und Pseudoerkl\u00e4rungen missbraucht wird, die aber letztlich nicht wissenschaftlich belegt sind &#8211; leider! Denn darunter leidet die Glaubw\u00fcrdigkeit dieses Wissenschaftszweiges unn\u00f6tig. Zudem weisen viele der Lenker keine fundierte Ausbildung im Bereich der Wirtschaftspsychologie auf. Doch gl\u00fccklicherweise zeichnet sich derzeit eine Trendwende ab &#8211; immer mehr Universit\u00e4ten und Hochschulen bieten eigenst\u00e4ndige Studieng\u00e4nge der Wirtschaftspsychologie an. Ein klares Anzeichen daf\u00fcr, dass die Wirtschaftspsychologie sich bew\u00e4hrt und k\u00fcnftig noch mehr Beachtung in der Ausbildung von Managern finden muss.<\/p> <p>Steht die Eurozone vor dem Aus?<\/p> <p>Ja, denn wenn wir die Krise nicht auf psychologischer Ebene in den Griff bekommen, zieht das reale, \u00f6konomische Probleme nach sich. Schon jetzt zeigt sich an unterschiedlichen Beispielen wie an den Diskussionen um Managergeh\u00e4lter oder um den Umgang mit Steueroasen, dass hier kein Weiterkommen ist. Denn mithilfe derartiger Neiddiskussionen um Reglementierungen von Geh\u00e4ltern wird man den psychologischen Faktoren nicht gerecht werden k\u00f6nnen. Zudem geht diese Diskussion am eigentlichen Problem vorbei. Zun\u00e4chst einmal muss Vertrauen aufgebaut werden: das Vertrauen in die Zuverl\u00e4ssigkeit der Aussagen von Politik, Finanzwirtschaft und so weiter muss sukzessive wiederhergestellt werden. Leider ist in diese Richtung bisher jedoch nur wenig Engagement zu erkennen, weswegen es nicht verwundert, dass die Bev\u00f6lkerung Zyperns oder auch Griechenlands Deutschland scharf kritisiert. Es werden Schuldige f\u00fcr die finanziellen Sanktionen gesucht. Wir laufen Gefahr, dass sich die K\u00f6pfe auf politischer Ebene der EU auseinanderdividieren und es somit zu einem Bruch der Eurozone kommt.<\/p> <p>Was empfehlen Sie Politik und Wirtschaft, um das Aus der Eurozone zu vermeiden?<\/p> <p>Es muss aufgeh\u00f6rt werden, an Symptomen herumzudoktern. Wichtig ist, dass man die Kernursache der Krisen lokalisiert. Und diese Ursache liegt in einem immer st\u00e4rker werdenden Vertrauensverlust in marktwirtschaftliche Systeme. Man glaubt nicht mehr, dass eine Marktwirtschaft in der Lage ist, sich selbst zu regulieren, weshalb das Prinzip der freien Marktwirtschaft von vielen in der Bev\u00f6lkerung in Frage gestellt wird.<\/p> <p>Die Politik sollte jetzt daran arbeiten, die soziale Marktwirtschaft als sozial nachhaltige Marktwirtschaft zu reformieren. Hier sind Zeit, aber auch Kreativit\u00e4t und Ideen gefragt. Denn den Leuten muss wieder klargemacht werden, dass die Kr\u00e4fte der M\u00e4rkte wichtig sind und dass sie auch kontrolliert werden. Nachhaltiges Wirtschaften hinsichtlich der Gesamtwirtschaftsentwicklung der Eurozone muss in den Vordergrund r\u00fccken.<\/p> <p>Das Interview ist zum Abdruck unter Nennung der Quelle freigegeben.<\/p> <p>Kontakt Presse:<br \/> Quadriga Communication GmbH<br \/> Kent Gaertner<br \/> gaertner@quadriga-communication.de<br \/> +49-30-30308089-13<\/p> <p>Bildrechte: Winfried Neun<\/p> <p>Investment Alternativen bietet relevante Informationen f\u00fcr den aktiven Investor, f\u00fcr die erfolgreiche Eigenanlage und eine zielgenauere Produktauswahl. Schwerpunkt sind dabei Instrumente zur aktiven Eigenanlage und Alternative Investments.<\/p> <p>Kontakt<br \/> Investment Alternativen<br \/> Kent Gaertner<br \/> Potsdamer Platz 5<br \/> 10785 Berlin<br \/> 030 30 30 80 89 0<br \/> gaertner@quadriga-communication.de<br \/> http:\/\/www.investment-alternativen.de\/<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> Quadriga Communication GmbH<br \/> Kent Gaertner<br \/> Potsdamer Platz 5<br \/> 10785 Berlin<br \/> 030-30308089-0<br \/> gaertner@quadriga-communication.de<br \/> http:\/\/www.quadriga-communication.de<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der schlimmste Teil der Krise steht uns noch bevor!&#8220; Laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap sind 75 Prozent der befragten Bundesb\u00fcrger der Ansicht, dass uns der schlimmste Teil der europ\u00e4ischen Wirtschaftskrise noch bevorsteht. Der Wirtschaftspsychologe und Autor Winfried Neun erkl\u00e4rt, warum diese Angst durchaus begr\u00fcndet ist. 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