{"id":2448,"date":"2012-05-03T11:26:19","date_gmt":"2012-05-03T10:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=2448"},"modified":"2015-08-18T11:32:47","modified_gmt":"2015-08-18T10:32:47","slug":"nachhaltige-forstwirtschaft-die-zuverlaessigste-und-oekologisch-wirksamste-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/nachhaltige-forstwirtschaft-die-zuverlaessigste-und-oekologisch-wirksamste-strategie-102448\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Forstwirtschaft die zuverl\u00e4ssigste und \u00f6kologisch wirksamste Strategie"},"content":{"rendered":"<p>Klimawandel f\u00f6rdert den Borkenk\u00e4ferbefall von Fichtenw\u00e4ldern<br \/> Gem\u00e4\u00df einer neuen Studie des italienischen Wissenschaftlers Lorenzo Marini von der Universit\u00e4t Padua und seinem Team scheint der Klimawandel f\u00fcr den sch\u00e4dlichen Borkenk\u00e4fer eine gute Nachricht zu sein. Ihre Forschungsergebnisse sind in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Climatic Change erschienen und zeigen, dass in einem Zeitraum von 16 Jahren, in denen die Temperatur stieg und die Niederschlagsmenge sank, alpine Fichtenw\u00e4lder in Europa st\u00e4rker vom Fichtenborkenk\u00e4fer befallen wurden.<br \/> <!--more-->\u00c4nderungen von Temperatur, Niederschlagsmenge, atmosph\u00e4rischer Gaskonzentration sowie zerst\u00f6rerische Aktivit\u00e4ten von Sch\u00e4dlingen und Krankheitserregern wirken sich erheblich auf das \u00d6kosystem des Waldes aus. Insbesondere der Fichtenborkenk\u00e4fer Ips typographys (Buchdru-cker, Gro\u00dfer achtz\u00e4hniger Fichtenborkenk\u00e4fer) ist einer der zerst\u00f6rerischsten Sch\u00e4dlinge in den europ\u00e4ischen W\u00e4ldern und man geht davon aus, dass er sich rasch an den Klimawandel anpasst. Die Waldsch\u00e4den, die dieser Borkenk\u00e4fer verursacht, haben in den letzten Jahrzehnten in ganz Europa deutlich zugenommen.<br \/> Die Wissenschaftler untersuchten das Muster und den Einfluss des Borkenk\u00e4ferbefalls, indem sie das Ausma\u00df des Holzverlustes in einer Berggegend an der s\u00fcdlichen Grenze der europ\u00e4ischen Alpen bewerteten. Sie beschrieben Gr\u00f6\u00dfe und Verteilung der befallenen Gebiete, die in Regionen mit starken Temperaturspr\u00fcngen in einer Zeitspanne von 16 Jahren (1994-2009) auftraten sowie die Klimaver\u00e4nderungen im selben Zeitraum.<br \/> Zwei Arten von W\u00e4ldern wurden identifiziert: W\u00e4lder, in denen die Fichte in ihrem nat\u00fcrlichen Klimaraum beheimatet ist, also in h\u00f6heren Lagen, in denen die Temperaturen normalerweise niedrig sind; und W\u00e4lder, in denen die Fichte au\u00dferhalb ihrer nat\u00fcrlichen Klimabedingungen w\u00e4chst, also in tiefer gelegenen Gebieten mit w\u00e4rmerem Klima.<br \/> Anschlie\u00dfend stellten die Forscher den Zusammenhang zwischen Umfang und Ort des Holzver-lustes und den Klimaschwankungen her. Trockene Sommer in Kombination mit hohen Temperaturen waren signifikante Ausl\u00f6ser f\u00fcr einen schweren Borkenk\u00e4ferbefall. Die Waldsch\u00e4den pro Hektar waren durchschnittlich siebenmal h\u00f6her in Gebieten, in denen die Temperaturen h\u00f6her waren als im nat\u00fcrlich angestammten Klimabereich der Fichten. Obwohl die B\u00e4ume in den Gebie-ten au\u00dferhalb ihrer nat\u00fcrlichen Klimabedingungen wesentlich schneller wuchsen, wurde ihre Abwehr gegen den Borkenk\u00e4fer, wahrscheinlich durch die geringe Niederschlagsmenge und die warmen Temperaturen, geschw\u00e4cht. Die trockenen Bedingungen des Vorjahres f\u00fchrten dazu, dass der Borkenk\u00e4fer in Folgejahr in h\u00f6her gelegene Gebiete gewandert war. Die geringe Nie-derschlagsmenge in diesen h\u00f6heren Gebieten er\u00f6ffneten den Borkenk\u00e4fern neue M\u00f6glichkeiten, geeignete schw\u00e4chere Wirtsb\u00e4ume zu finden, die bei normalen Niederschlagsbedingungen weni-ger anf\u00e4llig f\u00fcr Borkenk\u00e4ferangriffe gewesen w\u00e4ren.<br \/> Die Autoren kommen zur Schlussfolgerung: \u201eUnter Ber\u00fccksichtigung der zunehmenden Anf\u00e4lligkeit von Fichtenw\u00e4ldern f\u00fcr Borkenk\u00e4ferbef\u00e4lle ist eine nachhaltige Forstwirtschaft die zuverl\u00e4ssigste und \u00f6kologisch wirksamste Strategie, um den Befall durch den lps. typographus zu reduzieren. Nachhaltige Forstwirtschaft hei\u00dft hier, dass die Pflanzung von Fichten au\u00dferhalb ihres nat\u00fcrlichen Klimabereichs vermieden werden muss.\u201c<br \/> Reference<br \/> Marini L et al (2012). Climate affects severity and altitudinal distribution of outbreaks in an eruptive bark beetle. Climatic Change; DOI 10.1007\/s10584-012-0463-z<br \/> Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<br \/> Kontakt: Renate Bayaz, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8531, E-Mail: renate.bayaz@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 HeidelbergTelefon: +49 (0) 6221 487 0Email: webmaster@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimawandel f\u00f6rdert den Borkenk\u00e4ferbefall von Fichtenw\u00e4ldern Gem\u00e4\u00df einer neuen Studie des italienischen Wissenschaftlers Lorenzo Marini von der Universit\u00e4t Padua und seinem Team scheint der Klimawandel f\u00fcr den sch\u00e4dlichen Borkenk\u00e4fer eine gute Nachricht zu sein. Ihre Forschungsergebnisse sind in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Climatic Change erschienen und zeigen, dass in einem Zeitraum von 16 Jahren, in<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":44157,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[107],"tags":[],"class_list":["post-2448","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-umwelt-klima-energie"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2448"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":160963,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2448\/revisions\/160963"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}