{"id":2479,"date":"2012-05-16T16:31:07","date_gmt":"2012-05-16T15:31:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=2479"},"modified":"2015-08-18T11:32:47","modified_gmt":"2015-08-18T10:32:47","slug":"kein-motivationsverlust-durch-cybertraining","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/kein-motivationsverlust-durch-cybertraining-102479\/","title":{"rendered":"Kein Motivationsverlust durch Cybertraining"},"content":{"rendered":"<p>Ein guter virtueller Trainingspartner kann die Motivation f\u00f6rdern und die Teamleistung verbessern<\/p> <p>Eine neue Studie \u00fcber den Einfluss von virtuellen Trainingspartnern zeigt, dass das gemeinsame Trainieren mit einem etwas leistungsf\u00e4higeren Radfahrer die Motivation steigert und dabei hilft, ein Trainingsprogramm durchzuhalten. Die Arbeit von Brandon Irwin und seinen Kollegen von der Michigan State University in den USA erscheint in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Annals of Behavioral Medicine.<\/p> <p><!--more-->F\u00fcr viele Menschen ist fehlende Motivation eine H\u00fcrde, die sie daran hindert sowohl die empfohlene Menge als auch die erforderliche Intensit\u00e4t eines Sporttrainings zu verwirklichen. Ausgehend von den Grunds\u00e4tzen eines Gruppentrainings, das nachweislich die Motivation von Menschen f\u00fcr ein Trainingsprogramm erh\u00f6ht, untersuchten die Forscher, ob ein virtuell vorhandener Partner Teilnehmer so motivieren kann, dass sie l\u00e4nger trainieren.<\/p> <p>Insgesamt 58 junge Studentinnen, allesamt Teilnehmerinnen von Uni-Sportkursen, machten bei der Untersuchung mit. Sie absolvierten auf einem Hometrainer an sechs unterschiedlichen Tagen eine festgelegte Trainingseinheit. Die Teilnehmerinnen wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe trainierte einzeln neben einer virtuellen Person. In der zweiten Gruppe trainierten die Teilnehmerinnen ebenfalls neben einem virtuellen Partner, allerdings in einem Teamverbund, wobei die Leistung des Teams an dem schw\u00e4cheren Glied bemessen wurde, d.h. an der Person, die das Training zuerst abbrach. Die Teilnehmerinnen der dritten Gruppe trainierten alleine.<\/p> <p>Zu Beginn des Experiments wurde den Frauen der ersten beiden Gruppen eine \u201evirtuell anwesende Trainingspartnerin\u201c f\u00fcr das Radtraining zugewiesen. Ihnen wurde gesagt, dass ihre Partnerin zur gleichen Zeit in einem anderen Labor mit einem vergleichbaren Fahrrad trainiere. Die Frauen lernten ihre Trainingspartnerin \u00fcber einen zuvor aufgezeichneten Videochat kennen; ihnen wurde weiterhin mitgeteilt, dass die Leistung ihrer Partnerin etwas besser sei als ihre eigene. W\u00e4hrend des Trainings waren die Teilnehmerinnen in der Lage, den Fortschritt Ihrer Trainingspartnerin \u00fcber eine Live-Einspielung zu verfolgen &#8211; tats\u00e4chlich handelte es sich dabei aber um eine Aufzeichnung.<\/p> <p>Alle Studentinnen fuhren w\u00e4hrend der gesamten Untersuchung ein Videospiel-Trainingsfahrrad, jedoch nur solange, wie sie sich k\u00f6rperlich fit f\u00fchlten. Anschlie\u00dfend wurden sie gebeten, ihre Absicht f\u00fcr ein erneutes Training einzusch\u00e4tzen, ihre Leistung zu beurteilen und zu sagen, wie m\u00fcde sie sich f\u00fchlten. Die Wissenschaftler ermittelten dar\u00fcber hinaus die Intensit\u00e4t des Trainings.<\/p> <p>Insgesamt verbesserte sich die Trainingsleistung durch die Anwesenheit des virtuellen Trainingspartners: Die Teilnehmerinnen, die zusammen mit dem etwas besseren Trainingspartner Rad fuhren, trainierten l\u00e4nger als beim Einzeltraining. Im Durchschnitt trainierten die Frauen im Team zwei Minuten l\u00e4nger als diejenigen, die einzeln mit der Partnerin trainierten (22 gegen\u00fcber 20 Minuten) und doppelt so lang wie die Frauen, die ohne Partnerin trainierten (22 gegen\u00fcber 11 Minuten).<\/p> <p>Was die Motivation f\u00fcr ein weiteres Training anging, war bei den allein trainierenden Frauen ein deutlicher R\u00fcckgang zu verzeichnen. Bei den Studentinnen, die mit der virtuellen Partnerin trainierten, war im Gegensatz dazu kein Motivationsverlust festzustellen.<\/p> <p>Die Autoren kommen zur Schlussfolgerung: \u201eF\u00fcr alle, die versuchen, sich sportlich mehr zu bet\u00e4tigen, ist die M\u00f6glichkeit, die eigene Leistung mehr als zu verdoppeln, ein wesentlicher Gewinn. Diese Forschungsergebnisse sind ermutigend und lassen darauf schlie\u00dfen, dass das durch sechs einst\u00fcndige Trainingseinheiten verbesserte Leistungsniveau bei einem Langzeittrainingsprogramm langfristig gehalten werden k\u00f6nnte. Dies k\u00f6nnte besonders bei k\u00fcnftigen Bem\u00fchungen wertvoll sein, wenn es darum geht, Menschen dabei zu unterst\u00fctzen, sich auf Empfehlungen hin sportlich zu bet\u00e4tigen.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> Irwin BC et al (2012). Aerobic exercise is promoted when individual performance affects the group: a test of the K\u00f6hler motivation gain effect. Annals of Behavioral Medicine;<br \/> DOI 10.1007\/s12160-012-9367-4<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<\/p> <p>Kontakt: Renate Bayaz, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a> | Tel.: +49-6221-487-8531, E-Mail: renate.bayaz@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein guter virtueller Trainingspartner kann die Motivation f\u00f6rdern und die Teamleistung verbessern Eine neue Studie \u00fcber den Einfluss von virtuellen Trainingspartnern zeigt, dass das gemeinsame Trainieren mit einem etwas leistungsf\u00e4higeren Radfahrer die Motivation steigert und dabei hilft, ein Trainingsprogramm durchzuhalten. 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