{"id":254304,"date":"2016-10-18T07:13:33","date_gmt":"2016-10-18T07:13:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=254304"},"modified":"2024-05-17T09:51:07","modified_gmt":"2024-05-17T08:51:07","slug":"mietpreisbremse-forciert-wohnraumverknappung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/mietpreisbremse-forciert-wohnraumverknappung-10254304\/","title":{"rendered":"Mietpreisbremse forciert Wohnraumverknappung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-254305\" title=\"Wird die Immobilie f\u00fcr Anleger bald uninteressant?\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/302552-1-e1476802322730.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"328\" height=\"164\" \/>Mietpreisbremse &#8211; Antitransparente Schale und fauler Kern<\/p> <div> Die Situation am Immobilienmarkt spitzt sich zu. Sie&#8230;die Mietpreisbremse, der Schalter zum &#8222;Armageddon&#8220; in den St\u00e4dten, wurde in so einigen Bundesl\u00e4ndern schon gezogen und verursacht ihren Schaden da, wo sie nur kann. Das schlimmste daran ist&#8230;keiner tut etwas dagegen! Durch diese gravierenden \u00c4nderungen in der Wohnungspolitik schadet der Staat vor allem Mietern und Privatpersonen.<\/p> <p><!--more--><\/p> <p>Die revolution\u00e4re Idee &#8222;Mietpreisbremse&#8220;<\/p> <p>Die Mietpreisbremse sorgt daf\u00fcr, dass sich die Miete nach dem \u00f6rtlichen Mietspiegel richtet &#8211; und das unabh\u00e4ngig von dem Wert des Objektes.<br \/> Wenn die Befriedigung eines unserer Grundbed\u00fcrfnisse, ein Dach \u00fcber dem Kopf zu haben, dem Bewerbungsprozess der Jobsuche gleicht, dann l\u00e4uft etwas eindeutig verkehrt.<br \/> Bewerbungsschreiben geh\u00f6ren in manchen Gro\u00dfst\u00e4dten leider schon zur Tagesordnung. Kontrovers ist jedoch die Tatsache, dass die Mietpreisbremse doch eingef\u00fchrt wurde, um gerade dieses Grundbed\u00fcrfnis zu stillen? Warum dies nicht so ist?<br \/> Die Mietpreise werden ohne jegliche R\u00fccksicht auf Konsequenzen nach unten gedr\u00fcckt. Dadurch entsteht eine k\u00fcnstlich hohe Nachfrage nach Wohnraum, wodurch die Wohnraumverknappung entsteht. &#8222;Das ist, als wenn man einen Porsche zu Opel-Preisen anbieten w\u00fcrde&#8220; erkl\u00e4rt ein Wirtschaftswissenschaftler aus Frankfurt.<\/p> <p>Der Widerspruch ist zu erkennen<\/p> <p>Sie denken nun m\u00f6glicherweise, dass das doch Klasse ist, wenn sich nun der kleine Mann eine Wohnung in der Stadt leisten kann? Wenn es doch nur so w\u00e4re. Die hohe Nachfrage zwingt Unternehmen dazu, sich im Stadtraum anzusiedeln, anstatt neue Wirtschaftsstandorte zu etablieren, welche kosteng\u00fcnstiger sein k\u00f6nnten. Dieser Stadtsog zieht die qualifizierten Mitarbeiter hinterher und treibt noch mehr Personen in die Stadt. Bald wird man sich mit noch mehr Wohnungsinteressenten im Kampf um eine Wohnung behaupten m\u00fcssen. Aber sicherlich wissen Sie welcher der Wohnungssuchenden von dem unter Existenzangst leidenden Vermieter ausgesucht wird &#8230;? Richtig: Derjenige, mit dem gr\u00f6\u00dften Geldbeutel! Das bedeutet, dass der Zweck der Mietpreisbremse, den kleinen Leuten zu helfen, komplett verfehlt wird. Denn Leute, die sich eine Wohnung in der Stadt ohnehin schon leisten konnten, zahlen jetzt weniger daf\u00fcr und hiermit wird ein Neuaufbau von starken Standorten unm\u00f6glich.<\/p> <p>Der deutsche Mittelstand in Gefahr?<\/p> <p>Besonders der deutsche Mittelstand leidet sehr unter der Mietpreisbremse. Durch die hohen Bewirtschaftungskosten und niedrigen Mieteinnahmen wird enormer Druck auf den Vermieter (immerhin hat jeder 2. in Deutschland Immobilienbesitz) ausge\u00fcbt.<br \/> Falls der Gesetzesentwurf vom 12.04.2016 in Kraft tritt, wird die Leine der Vermieter, neben dem Bestellerprinzip und dem Kippen der Sch\u00f6nheitsreparaturklausel, weiter verk\u00fcrzt. Nach diesem Entwurf soll der Vermieter nur noch 8 Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen k\u00f6nnen. Fr\u00fcher waren es 11 Prozent.<br \/> Wir werden noch beobachten, wie die Objekte langsam verwahrlosen werden, weil der Vermieter sich die Instandhaltungskosten nicht mehr leisten kann.<br \/> Dies belastet nicht nur den Vermieter, sondern auch den Mieter, der im Fall der fehlenden Modernisierungen h\u00f6here Bewirtschaftungskosten tragen und mit Lebensqualit\u00e4t einb\u00fc\u00dfen wird.<br \/> Viele Wohnungen werden unter der Hand vermietet, da lieber an Bekannte vermietet wird. Das bietet einigen Vermietern mehr Sicherheit. Die Immobilie wird dem Begriff &#8222;Betongold&#8220; nicht mehr gerecht werden und eine Investition wird sich f\u00fcr Privatanleger nicht mehr lohnen. Die Bezeichnung Schuldenfalle trifft es wohl bei dem hohen Risiko eher.<\/p> <p>Noble Intentionen aber nichts dahinter<\/p> <p>Der L\u00f6sungsvorschlag der Union lautet: &#8222;Wir m\u00fcssen bauen, bauen, bauen&#8220;! Na, das l\u00f6st doch das Problem der Wohnraumverknappung und stillt die fast exponentiell steigende Nachfrage von j\u00e4hrlich 400.000 zu bauenden Wohnungen!<br \/> Wer soll denn bauen? F\u00fcr den deutschen Mittelstand ist die Wohnung, aufgrund der laienhaften Wohnungspolitik, als Kapitalanlage nicht mehr interessant.<br \/> Diejenigen Immobilienbesitzer, die zu dem jetzigen \u00fcberteuerten Kaufpreis eingekauft haben, werden bei Anschlussfinanzierungen und m\u00f6glicherweise steigender Zinssituation unter extremen Druck geraten.<br \/> Wer wird zuk\u00fcnftig noch bei der fehlenden Rentabilit\u00e4t, unklarer Zinssituation und schwebender Gesetzeslage, in Immobilien anlegen? Die Gro\u00dfunternehmer haben die M\u00f6glichkeit durch Controlling-Instrumente die Kosten niedrig zu halten, sodass eine Rendite erzielbar ist. Das alte Ehepaar oder der bescheidene Beamte aber werden stark betroffen sein, wenn die steigenden Bewirtschaftungskosten die Privatperson in den Ruin treibt. Der Mittelstand, der einst einen gro\u00dfen Anteil am Immobilienmarkt hatte, wird vom Markt vertrieben.<br \/> Hinter diesem L\u00f6sungsvorschlag lagen wom\u00f6glich noble Intentionen, die wegen scheinbar fehlendem Know-how hingegen, zur Enthauptung des &#8222;deutschen Mittelstandes&#8220; f\u00fchren. Die Bedrohung der Wohnungsnot wird mit Mitteln bek\u00e4mpft die den Immobilienmarkt zerst\u00f6ren. Das ist so, als w\u00fcrde man Salz in die Wunde streuen, in der Hoffnung, dass sie weniger schmerzt.<\/p> <p>Unabh\u00e4ngigkeit ade!<\/p> <p>Aus den Fehlern der Nachbarn wurde auch nicht gelernt. Dieses Ph\u00e4nomen der Wohnraumverknappung konnte man in einigen Orten der Vereinigten Staaten schon beobachten, wo Singles und Paare in gr\u00f6\u00dferen Wohnungen lebten, als Familien mit Kindern.<br \/> M\u00f6glicherweise kommt es noch so weit, dass man wie in Stockholm, wo bereits die Mietpreisbremse seit Jahren greift, mehrere Jahre auf eine Wohnung warten muss, bevor man sie anschlie\u00dfend erwerben oder mieten darf. Aber wie der Dalai Lama es schon erkannt hat: &#8222;Geduld zeugt von wahrer innerer St\u00e4rke&#8220;!<\/p> <p>Um mal von der rein wirtschaftlichen Seite wegzukommen und die Situation aus \u00e4sthetischer und praktischer Perspektive zu betrachten, ist die aktuelle Situation ebenfalls ein Super-GAU.<br \/> Man sieht es alleine im Ruhrpott, wo ein Weg von 30 Kilometern zu einem Stundentrip wird. China hat diese Probleme mit 6-spurigen Autobahnen gel\u00f6st. Das Wachstum der St\u00e4dte wird auch eine logistische Herausforderung. Es hei\u00dft nicht umsonst &#8222;die Stadt lebt&#8220;.<br \/> Fassen wir mal diese unheimlich frustrierende Situation zusammen: Das Wohnungsangebot wird stetig sinken, weil die einst sichere Rentabilit\u00e4t des Vermieters der Vergangenheit angeh\u00f6ren wird. Daraus resultiert, dass immer weniger Wohnungen zur Miete zur Verf\u00fcgung stehen werden und das Anschaffen eines Eigenheims f\u00fcr unsere Gesellschaft immer attraktiver wird.<br \/> Aber , wo bleibt die Unabh\u00e4ngigkeit und Flexibilit\u00e4t, wenn die Alternative der Mietwohnung wegf\u00e4llt?<br \/> Wir k\u00f6nnen nur darauf hoffen, dass wir in Zukunft nicht 10 Jahre auf eine heruntergekommene Wohnung warten m\u00fcssen und der verantwortliche Herr Maas das wirtschaftliche Feingef\u00fchl entdeckt, bevor der Immobilienmarkt endg\u00fcltig untergeht.<\/p> <p>Simone Ring-Moorhouse<br \/> Immoveo GmbH<br \/> Heinrich-Hertz-Str. 6<br \/> D-64295 Darmstadt<br \/> info@immoveo.de<br \/> www.immoveo.de<\/p> <p>Immoveo ist eine innovative Full-Service Hausverwaltung mit selbst entwickelter Software.<br \/> Wir als pers\u00f6nlicher Ansprechpartner verschaffen \u00dcberblick \u00fcber alle Geschehnisse und sparen Kosten unserer Kunden ein.<\/p> <p>Kontakt<br \/> Immoveo GmbH<br \/> Dominik Groebler<br \/> Heinrich-Hertz-Stra\u00dfe 6<br \/> 64295 Darmstadt<br \/> 06151 49327-00<br \/> d.groebler@immoveo.de<br \/> https:\/\/immoveo.de\/<\/p> <\/div> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mietpreisbremse &#8211; Antitransparente Schale und fauler Kern Die Situation am Immobilienmarkt spitzt sich zu. 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