{"id":2565,"date":"2012-07-06T15:11:47","date_gmt":"2012-07-06T14:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=2565"},"modified":"2015-08-18T11:32:48","modified_gmt":"2015-08-18T10:32:48","slug":"idealtypische-elternschaft-kann-gegenteiligen-effekt-erzielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/idealtypische-elternschaft-kann-gegenteiligen-effekt-erzielen-102565\/","title":{"rendered":"Idealtypische Elternschaft kann gegenteiligen Effekt erzielen"},"content":{"rendered":"<p>Idealtypische Vorstellungen vom Elternsein sch\u00e4dlich f\u00fcr die Psyche der Mutter?<\/p> <p>Werden Frauen, die mit Leib und Seele M\u00fctter sind, ungl\u00fccklich? Eine neue Studie von Kathryn Rizzo und Kollegen von der University of Mary Washington in den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass Frauen, die von ihrer Elternschaft ganz und gar \u00fcberzeugt sind, h\u00e4ufiger unter negativen Folgen f\u00fcr die psychische Gesundheit leiden. Typisch f\u00fcr diesen Typ Mutter sind beispielsweise die \u00dcberzeugungen, dass Frauen der bessere Elternteil sind, dass das Kind im Zentrum der Mutterschaft stehen sollte und dass Kinder etwas Heiliges und eine Erf\u00fcllung f\u00fcr die Eltern darstellen. Die Arbeit erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Child and Family Studies.<\/p> <p><!--more-->Elternschaft kann eine Herausforderung sein \u2013 eine wirklich gro\u00dfe Aufgabe, die umfassende F\u00e4higkeiten und Erfahrungen erfordern. Oftmals idealisieren Frauen das Elternsein als eine der meist erf\u00fcllenden Erfahrungen im Leben. Dennoch gehen einige Untersuchungen davon aus, dass Elternschaft m\u00f6glicherweise negative Folgen f\u00fcr die Psyche hat. So haben Frauen berichtet, dass die Betreuung der Kinder stressiger ist als der Job. Gerade bei Frauen, die zu hohe Anforderungen an sich als Mutter stellen, kann dies Stress und Schuldgef\u00fchle ausl\u00f6sen. Bekannt ist diese Diskrepanz als Paradox der Elternschaft.<\/p> <p>Rizzo und ihr Team gingen der Frage nach, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Elternsein \u2013 und zwar insbesondere einer sehr \u201aintensiven\u2018 Elternschaft \u2013 und vermehrtem Stress, Depressionen und geringerer Lebenszufriedenheit. 181 M\u00fctter mit Kindern unter f\u00fcnf Jahren beantworteten einen Online-Fragebogen. F\u00fcr die Autoren stand im Fokus, inwieweit die Frauen von den Grunds\u00e4tzen intensiver Elternschaft \u00fcberzeugt waren: M\u00fctter sind der wichtigste und f\u00e4higste Elternteil; das Gl\u00fcck der Eltern ist in erster Linie von den Kindern abh\u00e4ngig; Eltern sollten ihre Kinder durch stimulierende Aktivit\u00e4ten in der Entwicklung f\u00f6rdern; Kinderbetreuung ist schwieriger als der Job; elterliche Bed\u00fcrfnisse sollten grunds\u00e4tzlich hinter denen der Kinder zur\u00fcckstehen.<\/p> <p>Die Frauen waren generell mit ihrem Leben zufrieden, dennoch litten sie in einem gewissen Ma\u00df an Stress und Depressionen. Etwa 23 Prozent zeigten Anzeichen einer Depression. Ganz deutlich litten Frauen, die \u00fcberzeugt waren von den Grunds\u00e4tzen einer intensiven Elternschaft, unter negativen Auswirkungen auf die Psyche. M\u00fctter, die glaubten, dass Frauen der wichtigste Elternteil seien, waren mit ihrem Leben weniger zufrieden; wer die Elternschaft f\u00fcr eine Herausforderung hielt, litt eher unter Stress und Depressionen. Ber\u00fccksichtigt wurde hierbei immer auch das Ma\u00df an famili\u00e4rer Unterst\u00fctzung.<\/p> <p>Die Autoren: \u201eWenn sich eine so intensiv erlebte Mutterschaft derartig negativ auf die Psyche auswirkt \u2013 warum sind Frauen dann so davon \u00fcberzeugt? Sie sind bereit, ihr eigene psychische Gesundheit aufs Spiel zu setzen, um die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung ihrer Kinder zu f\u00f6rdern. M\u00f6glicherweise halten sie sich auf diese Weise f\u00fcr die besseren M\u00fctter. Fakt ist jedoch, dass sich eine derartig idealtypische Elternschaft vollkommen anders auf Kinder auswirken kann als Eltern glauben &#8211; der gegenteilige Effekt ist m\u00f6glich.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> Rizzo KM, Schiffrin HH, Liss M (2012). Insight into the parenthood paradox; mental health outcomes of intensive mothering. Journal of Child and Family Studies; DOI 10.1007\/s10826-012-9615-z<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer-Verlag<\/a> GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Idealtypische Vorstellungen vom Elternsein sch\u00e4dlich f\u00fcr die Psyche der Mutter? Werden Frauen, die mit Leib und Seele M\u00fctter sind, ungl\u00fccklich? Eine neue Studie von Kathryn Rizzo und Kollegen von der University of Mary Washington in den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass Frauen, die von ihrer Elternschaft ganz und gar \u00fcberzeugt sind, h\u00e4ufiger unter negativen Folgen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":45847,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[123],"tags":[],"class_list":["post-2565","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-familie-jugend-erziehung"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2565"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":160973,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2565\/revisions\/160973"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}