{"id":264617,"date":"2017-09-29T11:50:00","date_gmt":"2017-09-29T10:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=264617"},"modified":"2017-09-29T11:50:00","modified_gmt":"2017-09-29T10:50:00","slug":"die-tuecken-des-medikationsplans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/die-tuecken-des-medikationsplans-10264617\/","title":{"rendered":"Die T\u00fccken des Medikationsplans"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-264618 size-full\" title=\"Die hkk Krankenkasse\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Screenshot_1.jpg\" alt=\"Logo der hkk vor einem Strandbild Mann mit Hund\" width=\"295\" height=\"154\" \/>Medikationsplan mit erheblichen Startschwierigkeiten<\/p> <p>Ein einheitlicher Medikationsplan, in dem die Medikation und die Einnahmehinweise f\u00fcr Patienten \u00fcbersichtlich und verst\u00e4ndlich dargestellt werden, soll f\u00fcr mehr Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln sorgen. Deshalb haben gesetzlich versicherte Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel parallel anwenden, seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung und Aush\u00e4ndigung eines Medikationsplans in Papierform durch ihren Arzt. <!--more-->Laut Sch\u00e4tzungen des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit (BMG) sind etwa f\u00fcnf bis zehn Prozent aller Krankenhauseinweisungen Folge unerw\u00fcnschter Nebenwirkungen von Arzneimitteln (UAW). Demnach sind zwischen 250.000 und einer halben Million Krankenhauseinweisungen j\u00e4hrlich vermeidbar.<\/p> <p>Doch entgegen den Erwartungen f\u00e4llt die Bilanz ein Jahr nach Einf\u00fchrung des Medikationsplans ern\u00fcchternd aus. Das ist das Ergebnis einer bundesweit einmaligen repr\u00e4sentativen Studie der hkk Krankenkasse. In diesem Zusammenhang wurden von allen hkk-Versicherten mit Anspruch auf einen Medikationsplan anhand einer Zufallsstichprobe 1.000 Versicherte befragt, von denen 324 geantwortet haben. Studienleiter Dr. Bernard Braun vom Bremer Institut f\u00fcr Arbeitsschutz und Gesundheitsf\u00f6rderung (BIAG): \u201eDas Ziel, die Arzneimitteltherapiesicherheit f\u00fcr multimorbide bzw. von Polypharmazie betroffene Patienten zu erh\u00f6hen, wurde nur f\u00fcr eine Minderheit erreicht. Um die mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen schriftlichen Medikationsplan angestrebten Ziele der Vollst\u00e4ndigkeit, Verst\u00e4ndlichkeit und Steuerungsf\u00e4higkeit f\u00fcr m\u00f6glichst viele Patienten mit Arzneimittelverordnungen und Selbstmedikation erreichen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen zahlreiche konzeptionelle M\u00e4ngel behoben werden.\u201c Unter anderem konnten folgende Unzul\u00e4nglichkeiten im Rahmen der Befragung festgestellt werden:<\/p> <p>* Nur 37,7 Prozent der Versicherten mit Anspruch auf und Bedarf an einem Medikationsplan haben ihn auch erhalten.<\/p> <p>* Ein Viertel der Befragten mit Medikationsplan wurden gar nicht oder nur unzureichend \u00fcber den Sinn des Plans aufgekl\u00e4rt.<\/p> <p>* Knapp 21 Prozent der Befragten gaben an, dass sie vom f\u00fcr den Medikationsplan verantwortlichen Arzt weder \u00fcber den Nutzen noch \u00fcber die Einnahmemodalit\u00e4ten der verordneten Medikamente informiert wurden.<\/p> <p>* 51,6 Prozent aller Befragten mit Medikationsplan wurden nicht gefragt, ob sie sich zus\u00e4tzlich rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke gekauft h\u00e4tten.<\/p> <p>* 43 Prozent aller Befragten mit Medikationsplan wurden nicht darauf hingewiesen, den Plan auch zum Besuch anderer \u00c4rzte mitzunehmen und gegebenenfalls erg\u00e4nzen zu lassen.<\/p> <p>* 32,5 Prozent der Befragten, die auch von anderen \u00c4rzten als dem Ersteller des Medikationsplans Medikamente verordnet bekamen, wurden nicht nach dem Medikationsplan gefragt. Sofern der Medikationsplan bei diesen Arztkontakten \u00fcberhaupt eine Rolle spielte, wurde dieser bei 14,3 Prozent der befragten Patienten nicht erg\u00e4nzt.<\/p> <p>Pr\u00e4zisieren, verpflichten, lesbar machen<\/p> <p>Um diesem Missstand abhelfen zu k\u00f6nnen, h\u00e4lt Dr. Braun einen umfangreichen Ma\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr notwendig: \u201eEs muss untersucht werden, welche Kriterien bei den \u00c4rzten \u201aangekommen\u2018 sind und wie sie die Entscheidung, ob ein Medikationsplan erstellt wird oder nicht, beeinflussen.\u201c Zudem gelte es, die f\u00fcr den Patienten relevanten Informationen verst\u00e4ndlicher zu formulieren. Dar\u00fcber hinaus kritisiert der Wissenschaftler, dass es dort, wo es um die Inhalte des Medikationsplans gehe, aufgrund von Bemerkungen wie \u201ein der Regel\u201c oder \u201esofern m\u00f6glich\u201c einen zu breiten Gestaltungsspielraum f\u00fcr die \u00c4rzte gebe. Dies reduziere den Nutzen einer m\u00f6glichst vollst\u00e4ndigen \u00dcbersicht \u00fcber eine rezeptpflichtige und eine rezeptfreie medikament\u00f6se Behandlung. \u201eDabei ist unklar, ob und wie sich \u00c4rzte dar\u00fcber informieren m\u00fcssen, welche Arzneimittel ihre Patienten bereits von anderen \u00c4rzten erhalten haben.\u201c Es ist deshalb unumg\u00e4nglich, eine Reihe von Bestimmungen zu pr\u00e4zisieren und verpflichtend zu machen.<\/p> <p>Ansprechpartner f\u00fcr die Presse:<\/p> <p>hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse), Martinistr. 26, 28195 Bremen<\/p> <p>Holm AyTel.: 0421.3655 1000<\/p> <p>Ilja Mertens Tel.: 0421.3655 3177<\/p> <p>Maike Kromminga Tel.: 0421.3655 3147<\/p> <p>E-Mail: <a href=\"mailto:presse@hkk.de\" rel=\"nofollow\"><\/a>hkpresse@k.de; Internet: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.hkk.de\/\"  rel=\"nofollow\">www.hkk.de<\/a><\/p> <p>Bremer Institut f\u00fcr Arbeitsschutz und Gesundheitsf\u00f6rderung (BIAG)<\/p> <p>Dr. Bernard Braun Tel.: 01520.209 8343<\/p> <p>\u00dcber die hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse): Die hkk z\u00e4hlt mit mehr als 560.000 Versicherten (davon mehr als 430.000 beitragszahlende Mitglieder), 27 Gesch\u00e4ftsstellen und 2.100 Servicepunkten zu den gro\u00dfen gesetzlichen Krankenkassen. 2016 betrug ihr Wachstum mehr als 100.000 Kunden. Ihr stabiler Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent (Gesamtbeitrag 15,19 Prozent) macht sie seit Jahren zur g\u00fcnstigsten deutschlandweit w\u00e4hlbaren Krankenkasse. hkk-Kunden k\u00f6nnen im Vergleich zum Kassendurchschnitt abh\u00e4ngig von ihrem Einkommen bis zu 266 Euro j\u00e4hrlich sparen; gegen\u00fcber einer Kasse mit 1,7 Prozent Zusatzbeitrag sogar bis zu 579 Euro. Auch die Extraleistungen \u00fcbertreffen den Branchendurchschnitt: Unter anderem erstattet die hkk zus\u00e4tzliche Leistungen im Wert von \u00fcber 1.000 Euro je Versicherten und Jahr in den Bereichen Naturmedizin, Vorsorge und bei Schwangerschaft. Erg\u00e4nzend f\u00f6rdert das hkk-Bonusprogramm Gesundheitsaktivit\u00e4ten mit bis zu 250 Euro j\u00e4hrlich. F\u00fcr einen weiterf\u00fchrenden Gesundheitsschutz erhalten hkk-Kunden private Zusatzangebote der LVM-Versicherung zu Sonderkonditionen. Die Verwaltungskosten der hkk liegen etwa 20 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Rund 900 Mitarbeiter(innen) betreuen ein Ausgabenvolumen von mehr als 1,3 Mrd. Euro.<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>hkk Krankenkasse<\/p> <p>Ilja Mertens<\/p> <p>Martinistra\u00dfe 26<\/p> <p>28195 Bremen<\/p> <p>0421 3655-3177<\/p> <p>ilja.mertens@hkk.de<\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>hkk Krankenkasse<\/p> <p>Ilja Mertens<\/p> <p>Martinistra\u00dfe 26<\/p> <p>28195 Bremen<\/p> <p>0421 3655-3177<\/p> <p>ilja.mertens@hkk.de<\/p> <p>http:\/\/shortpr.com\/aprhsn<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medikationsplan mit erheblichen Startschwierigkeiten Ein einheitlicher Medikationsplan, in dem die Medikation und die Einnahmehinweise f\u00fcr Patienten \u00fcbersichtlich und verst\u00e4ndlich dargestellt werden, soll f\u00fcr mehr Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln sorgen. Deshalb haben gesetzlich versicherte Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel parallel anwenden, seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung und Aush\u00e4ndigung eines Medikationsplans<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":264618,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[108],"tags":[],"class_list":["post-264617","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medizin-gesundheit"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264617"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264617\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":264619,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264617\/revisions\/264619"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}