{"id":264772,"date":"2018-01-05T13:04:08","date_gmt":"2018-01-05T12:04:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=264772"},"modified":"2025-08-29T10:00:02","modified_gmt":"2025-08-29T09:00:02","slug":"deutsche-gesellschaft-braucht-zukunftstauglichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/deutsche-gesellschaft-braucht-zukunftstauglichkeit-10264772\/","title":{"rendered":"Deutsche Gesellschaft braucht Zukunftstauglichkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-264773\" title=\"Professor G\u00fcnther H. Schust\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/334301-e1515153624405.jpg\" alt=\"Portrait des Professors\" width=\"249\" height=\"258\" \/>F\u00fchrung 5.0: Die doppelte digitale Transformation<br \/> Ein Weckruf von Professor G\u00fcnther H. Schust (SCOPAR GmbH)<\/p> <p>Alles spricht vom digitalen Wandel &#8211; aber nicht von den daf\u00fcr ausgebildeten Menschen, die wir dazu brauchen und mitnehmen m\u00fcssen. Wenn also Unternehmen ihre wirtschaftlichen Ziele mit der L\u00f6sung gesellschaftlicher Probleme verbinden, profitieren letztlich alle davon. Dazu muss F\u00fchrung in Zukunft neu gedacht und gelebt werden.<\/p> <p><!--more-->1. Alte Denke schafft keine Zukunft<\/p> <p>Leider spielen bei Fortbildung und Entscheidungen, Innovationen und Ver\u00e4nderungsprozessen menschlich-ethische Werte, wie Benehmen, Ehrlichkeit, soziale Verantwortung und Verl\u00e4sslichkeit, in den Betrieben fast keine Rolle sondern fast nur \u00f6konomische Werte, wie abgehobene(s) Profitstreben, Manipulations- und Maximierungsbefriedigung sowie Raubtierkapitalismus auf Kosten anderer und \/ oder der Umwelt. Schon heute ist der digitale Medienkonsum (auch in den F\u00fchrungsetagen) auf \u00fcber \u00bc des ganzen Tages (24h) angewachsen.<\/p> <p>Fragen an den Leser: Wie k\u00f6nnen Menschen eigentlich da noch fokussiert und effizient arbeiten? Wann haben Sie noch Zeit, pers\u00f6nliche Kontakte, Beziehungen und Partnerschaften zu pflegen bzw. sich mit der tickenden Umweltbombe zu besch\u00e4ftigen?<\/p> <p>Die digital-technologische Transformation ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung (mit ihren Risiken und Chancen) f\u00fcr unsere Wirtschaft, wei\u00df Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Branchenverband Bitkom. Was ist aber, wenn nur ca. 1\/3 der Unternehmen \u00fcberhaupt noch an echten (Umwelt-)Innovationen interessiert sind. Investitionsausgaben schrumpfen auf durchschnittlich ca. 3% des Unternehmensumsatzes. Die Budgets f\u00fcr ad\u00e4quate Fort- und Weiterbildung werden immer weiter heruntergefahren (siehe VDI-Nachrichten vom 06.03.2015).<\/p> <p>Das Verharren in alten Denkstrukturen kostet die Gesellschaft Jahr f\u00fcr Jahr \u00fcber 200 Mrd. an Umsatz- bzw. Einnahmenzuwachs. So bleibt f\u00fcr Investitionen in ein added-value (wertvolleres) Wachstum nur bedingt etwas \u00fcbrig. Nur mit einer radikalen Umkehr zu einem wertehaltigen Denken Handeln wird es m\u00f6glich sein, dem Wandel zeitnah begegnen zu k\u00f6nnen (Studien: DIW, Universit\u00e4t St.Gallen \/ Schweiz und Massachusetts Institute of Technology, USA: Mastering the Dynamics of Innovation).<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>2. Gesellschaft braucht Zukunftstauglichkeit<\/p> <p>Die Studie von PwC (Norbert Winkeljohann) The World in 2050 zeigt, dass Deutschland deshalb auf Platz 10 abrutschen wird. Da unsere Gesellschaft, so wie sie ist, nicht zukunftstauglich ist. Vom schnellen Umdenken Handeln in den F\u00fchrungsetagen (auch in \u00c4mtern, Instituten, Medien, Parlamenten, Schulen und Verb\u00e4nden) wird es abh\u00e4ngen, ob Deutschland den Innovationswettbewerb noch gewinnen kann.<\/p> <p>Ich selbst unterrichte und entwickle (angehende) F\u00fchrungskr\u00e4fte und die haben z.T. wenig Lust auf hohe Einsatzbereitschaft und Kreativit\u00e4t. Vor allem sehen Sie (besonders die Frauen), dass Versprechen von Politikern und Managern leider nur Versprechen bleiben.<\/p> <p>Wenn wir als Gesellschaft, die zu erwartenden Turbulenzen in Zukunft \u00fcberstehen und das \u00dcberleben nachfolgender Generationen auf unserer Erde sichern wollen, dann m\u00fcssen Frauen (die gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen) und M\u00e4nner gemeinsam die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen meistern lernen.<\/p> <p>3. Kreativit\u00e4t ist die Zukunft<\/p> <p>Der disruptive technologische Wandel (auch in der Digitalisierung) wird nur von den Unternehmen geleistet werden k\u00f6nnen, die kreative und ganzheitliche Gesch\u00e4ftsmodelle in ihrer festgezurrten Organisationsstruktur realisieren k\u00f6nnen. Warum geht es immer darum, wie lange jemand am Schreibtisch sitzt. Nein, es geht darum wie partnerschaftlich und vertraulich die Menschen mit anderen zusammenarbeiten.<\/p> <p>Wenn wir aber unsere reale Welt gegen die digitale Welt eintauschen, fast keine echten k\u00f6rperlichen T\u00e4tigkeiten mehr ausf\u00fchren, wie z.B. Handwerk, Musik\/Tanz\/Theater, TeamSport, Schwimmen und andere nat\u00fcrlichen Bewegungsarten, dann reduzieren sich unsere digitalen Schaltzentren im Hirn, weil bestimmte Hirnwindungen nicht mehr gebraucht werden. So bleiben Kreativit\u00e4t, Fitness und reale Kommunikation auf der Strecke. Der Weg ist frei f\u00fcr Zivilisationskrankheiten wie Burnout, Demenz, Depression, Sucht und sog. Immun-\/ Organschw\u00e4chen (auch Krebs).<\/p> <p>4. Ohne Education keine wertvolle Zukunft<\/p> <p>Schon heute haben unsere Kinder nur eingeschr\u00e4nkte Koordinierungs- und Konzentrationsf\u00e4higkeiten. Ebenso h\u00f6ren und sehen sie immer schlechter. Schwimmen kann nur noch etwa jedes 3.Kind. Auch reduzieren sie durch die digitalen Medien ihren pers\u00f6nlichen Umgang mit anderen auf das niedrigste Niveau. Dadurch leiden Sprachverm\u00f6gen und soziales Verhalten. Frage eines Passanten auf der Stra\u00dfe: K\u00f6nnen Sie mir bitte kurz sagen, wie ich zum Krankenhaus komme? Antwort: Wei\u00df ich doch nicht, schauen Sie doch in Ihr iPhone<\/p> <p>Deshalb m\u00fcssen wir uns wieder auf die Zwischenmenschlichen Werte zur\u00fcckbesinnen. Die Gestaltung von Beziehungen wird die wichtigste F\u00e4higkeit der Menschen und F\u00fchrungskr\u00e4fte in diesem Jahrhundert. Der Wirtschaftsprofessor Erik Brynjolfsson an der Harvard University (MIT) mahnt daher dringend ein neues Fortbildungssystem an, wo Menschen eine Balance aus Fachwissen, Fitness sowie kreativen und zwischenmenschlichen Fertigkeiten erhalten. Unsere Heranwachsenden, MitarbeiterInnen, F\u00fchrungskr\u00e4fte werden aber nicht mit interdisziplin\u00e4rem Wissen fortgebildet. Das Problem heute, sind nicht die \u00fcber-intelligenten Maschinen, sondern die unter-qualifizierten Menschen (Thomas Sattelberger, ehem. Personalvorstand Telekom, mm 02\/2017).<\/p> <p>5. F\u00fchrungskr\u00e4fte verantworten die Zukunft<\/p> <p>Die Verantwortlichen in den m\u00e4nnlich dominierten Betrieben sollten sich im Klaren sein, wie wichtig ihr Bildungsauftrag ist. Die disruptive Zukunft muss gemeistert werden, dazu sind aber state-of-the-art Fach- und F\u00fchrungsarbeiter notwendig. Was n\u00fctzen uns junge Menschen, die Ihr Wissen aus dem Wikipedia-Speicher entnehmen, aber \u00fcber fach\u00fcbergreifende Zusammenh\u00e4nge und agiles Projektmanagement nicht Bescheid wissen.<\/p> <p>Denn eines ist sicher: Zuk\u00fcnftig werden sich Organisationen nur noch durch ihr intelligentes Kunden-\/ Nutzenmodell, als auch durch ihre schnelle Lern- und Realisationsf\u00e4higkeit unterscheiden. Was man als die Unique Value Proposition (UVP) eines Betriebes bezeichnet.<\/p> <p>So macht sich die Zukunftsf\u00e4higkeit auch daran fest, ob F\u00fchrungskr\u00e4fte diese doppelte digitale Transformation auch bew\u00e4ltigen wollen.<\/p> <p>Nachfolgende Tipps k\u00f6nnten ihnen dabei helfen:<\/p> <p>&#8211; F\u00fchrung stellt sich immer wieder neu auf technologische Ver\u00e4nderungen und Kundenbed\u00fcrfnisse ein, d.h. Dazu-Lernen geh\u00f6rt zum t\u00e4glichen Fitnessprogramm.<\/p> <p>&#8211; F\u00fchrung hat die Aufgabe Potenziale \/ Talente zu erkennen und zu entfalten, d.h. die Zeit und das notwendige Geld daf\u00fcr m\u00fcssen investiert werden.<\/p> <p>&#8211; F\u00fchrung sollte durchl\u00e4ssige Formen des Zusammenarbeitens zulassen und dabei die richtig tickenden K\u00f6pfe miteinander (auch digital) vernetzen ganz gleich welcher Hierarchieebene.<\/p> <p>&#8211; F\u00fchrung ist verpflichtet zu evaluieren ob das was er\/sie und andere tun auch sinnhaft, ethisch-menschlich und umweltgerecht ist.<\/p> <p>FAZIT:<\/p> <p>Der technologische Wandel betrifft also nicht nur neue digitale Gesch\u00e4ftsmodelle, Prozesse \/ Systeme, sondern auch die Ver\u00e4nderung der digitalen Denkstruktur in den K\u00f6pfen der Menschen (sog. Doppelte Digitale Transformation nach Schust). Wissenschaftliche Untersuchungen machen schon lange deutlich, dass viele Organisationen mit ihrer alten F\u00fchrungsstruktur nicht zukunftstauglich sind. Heute werden schnellst m\u00f6glichst neue Ideen und (digitale) L\u00f6sungen verlangt. Deshalb m\u00fcssen interdisziplin\u00e4res Wissen, Kompetenzen und Erfahrung so vernetzt werden, damit der h\u00f6chstm\u00f6gliche Wirkungsgrad erzielt wird. So stellen Arbeitgeber 10-20 Prozent der Arbeitszeit zur Verf\u00fcgung, um Mitarbeitern Zeit zur Realisierung neuer Ideen zu geben. Aktuelles Beispiel ist die BOSCH GROUP: Die Concept-Time f\u00fcr Kommunikationsinseln bzw. Plattformen mit Kreativ- und Schl\u00fcsselk\u00f6pfen. Ebenso ABB, Apple, Cisco, Google, 3M, Microsoft, ZF u.a. Alle diese Firmen entwickeln sich mit Ihren Erfolgszahlen wesentlich besser als der Wettbewerb.<\/p> <p>Autor<\/p> <p>Prof. G\u00fcnther H. Schust ist DKfm, DWI, Ex. MBA Uni St.Gallen\/Schweiz. Er ist Human Performance Consultant, Trainer und Weiterbildner. Als ehemaliger Personalmanager ist Mitarbeiterf\u00fchrung einer der Schwerpunkte, mit dem er sich seit \u00fcber 20 Jahren besch\u00e4ftigt. So ist er Gastdozent f\u00fcr Leadership, Kommunikation und Innovation an mehreren Hochschulen in Bayern und in der Schweiz. Auch begleitet er namhafte Firmen bei ihrem qualitativen Wachstum, der Suche Auswahl Education von (IT-) Experten und F\u00fchrungskr\u00e4ften.<\/p> <p>Sein eBook F\u00fchrung 5.0: Intelligent vernetzen unterst\u00fctzen &#8211; entfalten ist kostenlos im Internet herunterladbar oder unter dem eVerlag www.bookboon.com<\/p> <p>SCOPAR GmbH &#8211; Unternehmensberatung mit Blick f\u00fcrs Ganze<\/p> <p>Die ganzheitliche Beratung von SCOPAR ber\u00fccksichtigt stets die Auswirkungen von Ver\u00e4nderungen auf die Organisation, die Prozesse, die Technik (IT \/ ITK), die Mitarbeiter (HR) sowie Lieferanten und Kunden.<\/p> <p>Ein Unternehmen steht auf 3 S\u00e4ulen: Organisation, Technik (IT) und Personal. Erfolgreich ist nur, wer Zusammenh\u00e4nge erkennt und ber\u00fccksichtigt! www.SCOPAR.de<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>SCOPAR GmbH<\/p> <p>J\u00fcrgen T. Knauf<\/p> <p>Klara-L\u00f6we-Str. 3<\/p> <p>97082 W\u00fcrzburg<\/p> <p>0931-45320500<\/p> <p>knauf@scopar.de<\/p> <p>http:\/\/<\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>SCOPAR GmbH<\/p> <p>J\u00fcrgen T. Knauf<\/p> <p>Klara-L\u00f6we-Str. 3<\/p> <p>97082 W\u00fcrzburg<\/p> <p>0931-45320500<\/p> <p>knauf@scopar.de<\/p> <p>http:\/\/www.scopar.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fchrung 5.0: Die doppelte digitale Transformation Ein Weckruf von Professor G\u00fcnther H. Schust (SCOPAR GmbH) Alles spricht vom digitalen Wandel &#8211; aber nicht von den daf\u00fcr ausgebildeten Menschen, die wir dazu brauchen und mitnehmen m\u00fcssen. Wenn also Unternehmen ihre wirtschaftlichen Ziele mit der L\u00f6sung gesellschaftlicher Probleme verbinden, profitieren letztlich alle davon. 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