{"id":265041,"date":"2018-04-26T13:28:09","date_gmt":"2018-04-26T12:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=265041"},"modified":"2018-07-14T08:56:05","modified_gmt":"2018-07-14T07:56:05","slug":"cannabis-als-neue-hoffnung-in-der-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/cannabis-als-neue-hoffnung-in-der-medizin-10265041\/","title":{"rendered":"Cannabis als neue Hoffnung in der Medizin"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/cannabis-als-neue-hoffnung-in-der-medizin-10265041\/cannabis-29\/#main\" rel=\"attachment wp-att-265042\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-265042 size-full\" title=\"Die Pflanze mit der schmerzlindernden Wirkung Cannabis\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cannabis-29-e1524745615404.jpg\" alt=\"Gr\u00fcnes Cannabisblatt vor gelbem Hintergrund\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Cannabis ist schon jetzt ein wirksames Schmerzmittel f\u00fcr chronisch kranke Menschen. Sein Einsatz in der Schmerzmedizin ist einmal mehr Dr. Gerhard M\u00fcller-Schwefe, ehemaliger Pr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Schmerzmedizin, zu verdanken. Die Wirkung von Cannabis ist bei Tumor-Schmerzen und bei Spastik durch Multiple Sklerose gut dokumentiert. Seitens der Medizin gibt es klare Indikationen und die \u00c4rzte setzen Cannabis zunehmend h\u00e4ufiger ein. Cannabis hat kulturgeschichtlich eine lange Tradition als Medizin. <!--more-->Seine schmerzstillende Wirkung beschreibt im Mittelalter schon Hildegard von Bingen. Im 19. Jahrhundert z\u00e4hlte die Hanfpflanze zu den wichtigsten Medikamenten. Sie besitzt ein breites Wirkungsspektrum und wenig Nebenwirkungen. Cannabis r\u00fcckt auch bei der Behandlung von Tumoren immer weiter in den Vordergrund.<\/p> <p>Krebsbehandlung mit Cannabis<\/p> <p>Der menschliche Organismus ist auf eindrucksvolle Weise im Stande, mit Hilfe von k\u00f6rpereigenen Cannabisbestandteilen, so genannten Endocannabinoiden, der Entstehung von Krebserkrankungen entgegenzuwirken. Bereits im Jahr 2008 haben sich Forscher des Instituts f\u00fcr Pharmakologie und Toxikologie der Universit\u00e4tsmedizin Rostock sehr erfolgreich mit dieser hochkomplexen Materie befasst. Von Prof. Dr. Burkhard Hinz und Dr. Robert Ramer wurde die Wirkungsweise k\u00f6rpereigener Antitumor-Cannabinoide ergr\u00fcndet. Die Wissenschaftler f\u00fchrten den Nachweis, dass spezifische Substanzen, die als Inhaltsstoffe auch in der Cannabis-Pflanze enthalten sind, die F\u00e4higkeit besitzen, durch die Bildung eines Hemmstoffs Krebs-Enzyme zu blockieren. Damit verhindern sie, dass sich Tumorzellen im K\u00f6rper ausbreiten k\u00f6nnen.<br \/> Unter dem Titel &#8222;Hemmung der Invasion von Krebszellen durch Cannabinoide \u00fcber erh\u00f6hte Expression von Gewebeinhibitoren von Matrix-Metalloproteinasen-1&#8220; wurden die wichtigen Erkenntnisse von Prof. Hinz und Dr. Ramer im Journal of the National Cancer Institute ver\u00f6ffentlicht.<br \/> Prof. Hinz und Dr. Ramer konnten anhand eines Zellkulturmodells beweisen, dass Cannabinoide auch das Eindringen von Tumorzellen in das umliegende Gewebe blockieren. Gew\u00f6hnlich k\u00f6nnen Krebszellen durch eine Invasion in das Blutsystem und Lymphsystem gelangen und von dort anderes K\u00f6rpergewebe befallen. Diese Tumorzellinvasion wird durch Krebs-Enzyme erm\u00f6glicht. Die Rostocker Wissenschaftler konnten zeigen, dass Cannabinoide, wie sie sich in der Hanfpflanze befinden, so beispielsweise das Phytocannabinoid delta9-Tetrahydrocannabinol (THC), den genetischen Apparat von menschlichen Geb\u00e4rmutterhalskrebszellen und Lungenkrebszellen dazu veranlassen, einen k\u00f6rpereigenen Hemmer gegen die Krebs-Enzyme zu produzieren, der die Tumorzellinvasivit\u00e4t unterdr\u00fcckt und die f\u00fcr das Tumorwachstum notwendige Gef\u00e4ssneubildung blockiert.<br \/> Die Forschungsergebnisse der Universit\u00e4tsmedizin Rostock geben Anlass zu Optimismus. Allerdings r\u00e4umen die Wissenschaftler ein, dass die Aussch\u00f6pfung aller therapeutischen Anwendungsm\u00f6glichkeiten von Cannabis noch erheblichen Forschungsaufwand erfordert. Es gilt als gesichert, dass der Hanfpflanzenstoff potentiell therapeutisch nutzbare Wirkungen gegen Krebserkrankungen entfaltet.<br \/> Mit dem Nachweis von spezifischen Cannabinoid-Bindungsstellen (Cannabis-Rezeptoren) auf Zellen und der Entdeckung des Endocannabinoids im menschlichen Organismus r\u00fccken Cannabinoide seit den 1990er Jahren st\u00e4rker in den Fokus der Wissenschaft. Experimentelle Studien und Untersuchungen an Zellkulturen weisen darauf hin, dass Cannabinoide eine antikanzerogene Wirkung besitzen, die \u00fcber eine Hemmung der Tumorzellteilung und die Ausl\u00f6sung der Apoptose (Programmierter Tumorzelltod) vermittelt wird.<br \/> K\u00f6rpereigene Cannabis-Inhaltsstoffe, die endogenen Cannabinoide, docken an k\u00f6rpereigenen Cannabis-Rezeptoren an. Sie geh\u00f6ren zum endogenen Cannabinoid-System als Teil des Nervensystems und dienen dazu, aktivierte neurologische Prozesse in unserem Gehirn wieder abzuschalten. Dieser Vorgang ist lebensnotwendig und betrifft besonders die Schmerzzust\u00e4nde. Ist diese wichtige Funktion im Organismus gest\u00f6rt, kann das endogene Cannabinoid-System durch ein exogenes, k\u00f6rperfremdes Cannabinoid-System ersetzt werden. Dazu dienen die Cannabinoide der Hanfpflanze, die gleichwohl in der Lage sind, das gest\u00f6rte Cannbinoid-System wieder zu aktivieren. Damit wird klar, warum die Cannabinoide eine schmerzstillende Wirkung entfalten k\u00f6nnen.<\/p> <p>Die amerikanische Cannabis-Studie<\/p> <p>Im Jahr 2017 wurde in Amerika eine grosse Studie mit 2.400 Patienten durchgef\u00fchrt, die ihre Medikation auf den Cannabis-Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) umstellten. Es ist die derzeit gr\u00f6sste Studie \u00fcber Cannabidiol. Die Umfrageergebnisse sind sehr aufschlussreich und lassen einen eindeutigen Trend zu Cannabis und Cannabidiol (CBD) erkennen.<br \/> Massgeblich beteiligt waren an der CBD-Studie das Marktforschungsinstitut Brightfield Group aus Chicago\/Illinois, um der Cannabis-Industrie Konsummuster und Nachfragetrends bereitzustellen. Die Studienteilnehmer kamen von der Patientengemeinschaft HelloMD aus San Francisco\/Californien. Die Online-Community HelloMD, die \u00c4rzte und Cannabis-Patienten vereinigt, verf\u00fcgt \u00fcber mehr als 150.000 Mitglieder.<br \/> Die Studie ergab, dass der Frauenanteil an Cannabidiol-Nutzern bei 55 Prozent lag, w\u00e4hrend M\u00e4nner THC-dominante Cannabis-Produkte bevorzugten. Dr. Perry Solomon, der Chefarzt von HelloMD, registrierte einen exponentiellen Anstieg des Interesses an Cannabidiol-Produkten, besonders bei Frauen. Die Umfrage machte deutlich, dass die Mehrheit derjenigen, die CBD-Produkte verwenden, von einem grossen gesundheitlichen Nutzen profitieren. Eine wachsende Zahl von Patienten finden durch Cannabidiol-Produkte mehr Erleichterung, als bei der Anwendung traditioneller Arzneimittel. 42 Prozent der CBD-Anwender in der Studie erkl\u00e4rten, dass sie nach der Umstellung ihrer Medikation auf CBD-Produkte diese Therapieform zuk\u00fcnftig beibehalten werden.<br \/> 80 Prozent der Studienteilnehmer empfinden die CBD-Produkte als sehr effektiv oder extrem effektiv, w\u00e4hrenddessen nur 3 Prozent angaben, sie h\u00e4tten wenig oder gar keine Verbesserungen gesp\u00fcrt. Die h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde, warum die Patienten CBD-Produkte benutzen, sind Schlaflosigkeit, Depressionen, Angstzust\u00e4nde und Gelenkschmerzen.<br \/> Bethany Gomez, Forschungsdirektorin der Brightfield Group bemerkte, dass es einen riesigen, kaum erschlossenen Markt f\u00fcr CBD-Produkte gibt, mit denen die Lebensqualit\u00e4t vieler Menschen verbessert werden k\u00f6nnte. Durch weitere Forschung und \u00f6ffentliche Aufkl\u00e4rung k\u00f6nnten CBD-Produkte f\u00fcr viele Patienten eine wirksame Option darstellen.<br \/> Der Wissensfundus f\u00fcr die medizinische Anwendung von Cannabidiol (CBD) ist sehr umfangreich. Es ist ein Cannabinoid, das nicht psychoaktiv wirkt und daher nicht als Droge eingestuft wird. Deshalb unterliegt CBD auch nicht den rechtlichen Beschr\u00e4nkungen wie Tetrahydrocannabinol (THC). Die Anwendungsvielfalt von CBD nimmt st\u00e4ndig zu. Das grosse medizinische Potential von CBD, das derzeit in \u00fcber 2000 Studien dokumentiert ist, wird mittlerweile auch durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt. CBD wirkt entz\u00fcndungshemmend und krampfl\u00f6send, schmerzlindernd, antiepileptisch, antipsychotisch und senkt sogar den Augeninnendruck. CBD bringt aber auch Hilfe bei Angstst\u00f6rungen und bei der Anwendung gegen Lungenkrebs und Hautkrebs.<br \/> In Deutschland ist im M\u00e4rz 2017 ein Gesetz in Kraft getreten, das es jedem Arzt &#8211; unabh\u00e4ngig von seiner Fachrichtung &#8211; m\u00f6glich macht, Cannabis-Bl\u00fcten und Cannabis-Zubereitungen, wie CBD-\u00d6l als Liquid und neuerdings auch als Kapseln zu verordnen. Cannabis er\u00f6ffnet gegenw\u00e4rtig ein v\u00f6llig neues Kapitel in der Medizin, das den Patienten eine nebenwirkungsarme Wiederherstellung ihrer Gesundheit erm\u00f6glicht.<\/p> <p>Lorna Lutfiu<\/p> <p>Impressum<br \/> Netzwerk Gesundheit + Wellness<br \/> Lorna Lutfiu<br \/> Pfingstweidstrasse 10<br \/> CH-8005 Z\u00fcrich<br \/> Tel. +41 44 5152312<br \/> eMail: mail@gojibay.com<br \/> http:\/\/www.abnehmen.gojibay.com<br \/> https:\/\/www.blog.gojibay.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cannabis ist schon jetzt ein wirksames Schmerzmittel f\u00fcr chronisch kranke Menschen. Sein Einsatz in der Schmerzmedizin ist einmal mehr Dr. Gerhard M\u00fcller-Schwefe, ehemaliger Pr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Schmerzmedizin, zu verdanken. Die Wirkung von Cannabis ist bei Tumor-Schmerzen und bei Spastik durch Multiple Sklerose gut dokumentiert. 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