{"id":265793,"date":"2018-12-28T13:43:41","date_gmt":"2018-12-28T12:43:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=265793"},"modified":"2022-02-04T14:03:26","modified_gmt":"2022-02-04T13:03:26","slug":"das-problem-mit-den-niedrigen-zinsen-ist-typisch-deutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/das-problem-mit-den-niedrigen-zinsen-ist-typisch-deutsch-10265793\/","title":{"rendered":"Das Problem mit den niedrigen Zinsen ist &#8222;typisch deutsch&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/das-problem-mit-den-niedrigen-zinsen-ist-typisch-deutsch-10265793\/attachment\/357059\/#main\" rel=\"attachment wp-att-265794\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-265794 size-full\" title=\"0 % Zinsen wirken auf dem Sparbuch kontraproduktiv\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/357059-e1546000918133.jpg\" alt=\"0 % vor Kuchendiagramm\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Der Euro, die Deutschen und die Nullzinspolitik<br \/> Es gibt insgesamt 28 EU-L\u00e4nder. 20 Jahre nach der Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Zentralbank ist der Euro in 19 von ihnen offizielles Zahlungsmittel.<br \/> Stand 2018 z\u00e4hlen Deutschland, \u00d6sterreich, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Irland, Finnland, Malta, Zypern, Slowenien, die Slowakei, aber auch Estland, Lettland und Litauen zum Euro-W\u00e4hrungsgebiet.<\/p> <p><!--more-->In den EU-L\u00e4ndern Schweden, Polen, Kroatien, Bulgarien, Rum\u00e4nien, der Tschechischen Republik und Ungarn wird der Euro (noch) nicht verwendet. D\u00e4nemark ist ein EU-Land mit dem vertraglichen Recht auf Nichteinf\u00fchrung der europ\u00e4ischen W\u00e4hrung. Dies gilt ebenso f\u00fcr das Vereinigte K\u00f6nigreich, das sich in Austrittsverhandlungen aus der EU (Brexit) befindet.<\/p> <p>Ein kleiner R\u00fcckblick: die Einf\u00fchrung des Euro<\/p> <p>Der Euro wurde als Buchw\u00e4hrung f\u00fcr Banken bereits im Jahr 1999 etabliert. Ab dem 1.1.2002 konnte und sollte in 12 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern dann mit der Gemeinschaftsw\u00e4hrung bar gezahlt werden. Neben Deutschland waren Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, \u00d6sterreich, Luxemburg, Belgien, die Niederlande, Irland und Finnland von Anfang an dabei. 2001 kam Griechenland nach Einf\u00fchrung des Buchgelds, aber noch vor der Umsetzung des Bargeldverkehrs hinzu. Vereinbart wurde all dies bereits 1992 im sogenannten Vertrag von Maastricht.<\/p> <p>Die 4 Konvergenzkriterien lauten Preisstabilit\u00e4t, die Begrenzung der H\u00f6he der langfristigen Zinsen, die Wechselkursstabilit\u00e4t sowie eine Haushaltsdisziplin aller L\u00e4nder.<\/p> <p>Bekanntlich war das Ziel Deutschlands damals, eine &#8222;harte&#8220; W\u00e4hrung im Sinne der Deutschen Mark wie unter der Bundesbank ohne Einmischung der Politik durchzusetzen.<\/p> <p>Das Hauptziel &#8211; der Euro als stabile W\u00e4hrung, die sich gegen\u00fcber dem US-Dollar, dem britischen Pfund und dem japanischen Yen behauptet &#8211; wurde erreicht.<\/p> <p>In Frankreich hingegen ging die Tendenz stets st\u00e4rker in Richtung einer aktiven Rolle des Staates in der Wirtschaft. Das Konzept einer unabh\u00e4ngigen Institution ohne demokratische Kontrolle erregt beim Nachbarland eher Misstrauen. Diese unterschiedlichen Vorstellungen selbst bei zwei sich nahestehenden L\u00e4ndern veranschaulichen ein wenig das Konfliktpotenzial, das sich innerhalb der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion entwickeln konnte.<\/p> <p>F\u00fcr die Deutschen war die Umstellung von der Deutschen Mark auf den Euro auch eine emotionale Angelegenheit: Die D-Mark stand f\u00fcr das deutsche Wirtschaftswunder, Wohlstand, Stabilit\u00e4t sowie Wiedervereinigung.<\/p> <p>Als positiv dagegen empfanden die reisefreudigen Deutschen den Umstand, nicht mehr f\u00fcr alle Reisen in europ\u00e4ische L\u00e4nder Geld wechseln zu m\u00fcssen. Dagegen stand, dass sich alles teurer anf\u00fchlte: Das Wort &#8222;Teuro&#8220; wurde 2002 zum Wort des Jahres.<\/p> <p>Das Problem mit den niedrigen Zinsen ist &#8222;typisch deutsch&#8220;<\/p> <p>Bis Ende 1998 war die Deutsche Bundesbank f\u00fcr die Festsetzung des sogenannten Diskontsatzes, dem Vorg\u00e4nger des Leitzinses, zust\u00e4ndig. Dieser schwankte im Laufe der Jahre erheblich und bewegte sich seit den 1970er-Jahren bis zur Einf\u00fchrung des Euro zwischen 2,5 Prozent und knapp unter 9 Prozent. Einen Leitzins, der niedriger als 2,5 Prozent ist, gab es nicht in der Historie der Bundesbank, sondern nur mit der Europ\u00e4ischen Zentralbank &#8211; zum Leidwesen der Deutschen Sparer. Die EZB setzte in ihrer Anfangsphase zwar auch eher auf h\u00f6here Zinsen, doch lag seit Euro-Einf\u00fchrung der Leitzins nie \u00fcber 5 Prozent. Diese Entwicklung f\u00fchrte beim deutschen Sparer zu Frustration: Die Bundesbank war schlie\u00dflich jahrzehntelang ein Garant f\u00fcr gute Zinsen auf Erspartes. Wie Deutsche sparen. Ein niedriger Leitzins hat zwar einen positiven Effekt auf eine Immobilienfinanzierung, jedoch nutzen Deutsche die r\u00fcckl\u00e4ufige Hypothekenzinsentwicklung nur ungen\u00fcgend aus. Im Vergleich zu allen s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern besitzen in Deutschland deutlich weniger Menschen Wohneigentum. Denn Deutschland ist traditionell ein &#8222;Mieterland&#8220;, was vor allem daran liegt, dass der deutsche Gesetzgeber kontinuierlich bestrebt ist, das Mieterrecht zu st\u00e4rken. In Spanien wohnen ca. 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung in einer eigenen Immobilie, auch wenn die Zahl der jungen Menschen, die sich seit der Krise eine Immobilie leisten k\u00f6nnen, aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit gesunken ist.<\/p> <p>Studien zeigen, dass die Deutschen an ihrer Strategie festhalten: Sparbuch, Mietwohnung, Auto und viele Urlaubsreisen.<\/p> <p>Bildquelle: https:\/\/pixabay.com\/de\/stern-zahl-nachlass-rabatt-zinsen-1001642\/<\/p> <p>Gemeinsam mehr erreichen &#8211; Geld anlegen im Aktienclub<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>Nieders\u00e4chsische Aktienclub<\/p> <p>Torsten Arends<\/p> <p>Gudesstra\u00dfe 3-5<\/p> <p>29525 Uelzen<\/p> <p>+ (0) 581 97369600<\/p> <p>t.arends@ndac.de<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.ndac.de\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.ndac.de<\/a><\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>Nieders\u00e4chsische Aktienclub<\/p> <p>Steffen Koch<\/p> <p>Gudesstra\u00dfe 3-5<\/p> <p>29525 Uelzen<\/p> <p>+ (0) 581 97369600<\/p> <p><a href=\"mailto:s.koch@ndac.de\">s.koch@ndac.de<\/a><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.ndac.de\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.ndac.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Euro, die Deutschen und die Nullzinspolitik Es gibt insgesamt 28 EU-L\u00e4nder. 20 Jahre nach der Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Zentralbank ist der Euro in 19 von ihnen offizielles Zahlungsmittel. 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