{"id":266713,"date":"2020-05-29T12:19:04","date_gmt":"2020-05-29T11:19:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=266713"},"modified":"2020-05-29T12:19:04","modified_gmt":"2020-05-29T11:19:04","slug":"das-erste-lagerbier-in-der-neuen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/das-erste-lagerbier-in-der-neuen-welt-10266713\/","title":{"rendered":"Das erste Lagerbier in der Neuen Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"moz-text-html\" lang=\"x-unicode\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-266714 size-full\" title=\"Die Pioniere brachten etwas mit\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/384947-e1590751080862.jpg\" alt=\"eine Reihe von Biergl\u00e4sern gef\u00fcllt mit Lagerbier\" width=\"300\" height=\"225\" \/>Ganz sch\u00f6n deutsch &#8211; wie unsere Vorfahren Philadelphia gepr\u00e4gt haben<\/p> <p>F\u00fcr viele deutsche Auswanderer war Philadelphia, die Metropole an der Ostk\u00fcste der USA, erster Anlaufpunkt und Projektionsfl\u00e4che gro\u00dfer W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume. Und trotzdem, so ganz von ihrer Heimat l\u00f6sen konnten und wollten sich die Gl\u00fccksuchenden dann doch nicht &#8211; eine Tatsache, die die Region bis heute beeinflusst. Eine Spurensuche:<\/p> <p>Eine Welle von deutschen Einwanderern fand im 17. und 18. Jahrhundert in der Region um Philadelphia eine neue Heimat &#8211; getrieben von dem Wunsch nach religi\u00f6ser Freiheit, die ihnen von William Penn, dem Gr\u00fcndungsvater der Stadt, zugesichert wurde.<!--more--><\/p> <p>Penn, geb\u00fcrtiger Brite und praktizierender Qu\u00e4ker, unternahm eine Reihe von Pilgerfahrten nach Deutschland, um die dort Heimischen davon zu \u00fcberzeugen, ihm in die neue Kolonie auf der anderen Seite des Ozeans zu folgen. Bei seinen Reisen nach Deutschland und in die Niederlande im Jahr 1677 gelang es ihm, die Neugier deutschst\u00e4mmiger Mennoniten, Qu\u00e4ker und Amish zu wecken und viele entschieden sich, die f\u00fcnfmonatige Reisen \u00fcber die bewegte See zu wagen. Unter den k\u00fchnen Abenteurern befand sich auch Gottlieb Mittelberger, der seine Erinnerungen an die lange und m\u00fchevolle Reise niederschrieb &#8211; sogar f\u00fcr die Kr\u00e4ftigsten und Leistungsf\u00e4higsten unter den Gl\u00fcckssuchenden eine beschwerliche und strapazi\u00f6se Erfahrung &#8211; oft aber auch der Weg zu ungeahnten neuen M\u00f6glichkeiten, Arbeit und Reichtum.<\/p> <p>Im Jahr 1840 erlangte John Wagner lokale Ber\u00fchmtheit, als es ihm gelang, eine Ladung Brauereihefe von Bayern aus ins Land zu schmuggeln und damit das erste Lagerbier in der Neuen Welt zu brauen &#8211; genau gesagt in der 455 St. John Street. Diese historische Adresse hat den Grundstein gelegt f\u00fcr eine der besten Craft Beer Kneipen in Philadelphia: Standard Tap in der North 2nd Street im Stadtteil Northern Liberties. Mit seinem Alleingang hatte es Wagner geschafft, das Lagerbier in der Stadt zu verbreiten. Mit rund 30 Brauereien, die das unterg\u00e4rige Getr\u00e4nk nach deutschem Vorbild brauten, stand die Sorte auf der Beliebtheitsskala ganz oben.<\/p> <p>&#8222;Vor der Prohibition bev\u00f6lkerten eine F\u00fclle an deutschen Brauereien die Stadtteile Northern Liberties und Brewerytown, um den Durst der Philadelphians zu stillen&#8220;, erz\u00e4hlt Doug Hager, Besitzer des Brauhaus Schmitz, eine von Phillys authentischsten deutschen Gastst\u00e4tten. &#8222;Namen wie Wagner, Menger und Engel oder Wolf, Schmidt und Ortlieb &#8211; sie alle brauten Bier in dieser Region der Stadt. Bis heute nimmt das Lagerbier eine bedeutende Rolle in Philadelphia ein, genau wie unsere Bierkultur im Allgemeinen.&#8220;<\/p> <p>Brauhaus Schmitz, in der South Street, Block 700 gelegen, ist ohne Zweifel der beste Ort im Land, um ein echtes deutsches Bier und ein hausgemachtes Schnitzel mit Sp\u00e4tzle zu genie\u00dfen. Hagers Restaurant importiert die angebotenen Getr\u00e4nke aus Deutschland und arbeitet mit renommierten Brauereien wie Andechs und Ayinger zusammen, um auch seltene Sorten anzubieten, die man sonst auf keiner Karte findet. Das j\u00e4hrliche Starkbierfest und die Maifest Block Party unterstreichen die Bindung zur deutschen Kultur. Im Brauhaus findet au\u00dferdem eines der gr\u00f6\u00dften Oktoberfeste der USA statt. W\u00e4hrend der zwei Tage des Festivals gehen rund 152 F\u00e4sser Bier und mehr als 900 Kilo Schweinebraten und W\u00fcrstchen \u00fcber die Theke. Sein Ruf eilt dem Brauhaus weit voraus &#8211; als Ex-Nationalspieler J\u00fcrgen Klinsmann f\u00fcr ein Training der US-Herrenfu\u00dfballnationalmannschaft in der Stadt war, hat er im Brauhaus Schmitz gegessen &#8211; wo sonst?<\/p> <p>Nicht ganz unbescheiden merkt Hager an, dass sein Restaurant \u00fcber die weltweit gr\u00f6\u00dfte Auswahl an deutschen Bieren und authentischer K\u00fcche verf\u00fcgt. Er erkl\u00e4rt weiter, dass an jeder Ecke Philadelphias der deutsche Einfluss sp\u00fcrbar sei, egal ob in der Architektur, in Kunst, Wissenschaft und Medizin oder in den sch\u00f6nen Parks mit den beeindruckenden Monumenten.<\/p> <p>Auch wenn es ums Feiern geht, zeigen sich die Menschen in Philadelphia ziemlich einfallsreich. Die Wurzel der Inspiration liegt auch hier h\u00e4ufig in Deutschland. Die ber\u00fchmte Mummers Parade am Neujahrstag unterscheidet sich zum Beispiel gar nicht so sehr von unserem Karneval &#8211; beide Veranstaltungen sind gepr\u00e4gt von originellen, farbenfrohen Verkleidungen, bunten Umz\u00fcgen durch die Stra\u00dfen und von der Devise Spa\u00df zu haben und sich zu am\u00fcsieren. Der deutsche Einfluss in der City of Brotherly Love erstreckt sich aber nicht nur auf die Erhaltung von alten Traditionen. Manchmal werden diese auch weiterentwickelt und es entsteht etwas ganz Neues und Besonderes, wie zum Beispiel die Philly-Style Soft Pretzels, die sich \u00fcber die Jahre zu einem Grundnahrungsmittel auf den Stra\u00dfen der Stadt entwickelt haben und nicht ohne Grund von G\u00e4sten aus aller Welt mit Lobeshymnen bedacht werden.<\/p> <p>Zur\u00fcck zum Bier &#8211; was auch sonst? In Pennsylvania findet man dutzende Brauereien, Weing\u00fcter und Keltereien, die ihre Erzeugnisse nach bayerischen Rezepten herstellen und so der alten Heimat Respekt zollen. Insgesamt gibt es sch\u00e4tzungsweise rund 300 Brauh\u00e4user im ganzen Staat.<\/p> <p>Es wird niemanden erstaunen, dass die gr\u00f6\u00dfte Gruppe an Deutsch-Amerikanern des Landes in Pennsylvania angesiedelt ist, mit rund 3,5 Millionen Menschen, die auf Wurzeln in unseren Breitengraden zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen. Im Jahr 1683 war Germantown eine der ersten deutsch-amerikanischen Siedlungen der USA. Tats\u00e4chlich war die National German-American Alliance der erste bekannte Verband ethnischer deutscher Vereinigungen, gegr\u00fcndet im Jahr 1901 von Charles Hexamer in &#8211; auch das keine \u00dcberraschung &#8211; Philadelphia.<\/p> <p>&#8222;Pennsylvanias Klima ist dem im S\u00fcden Deutschlands sehr \u00e4hnlich und Philadelphias Stadtviertel Germantown galt rund 300 Jahre lang als bedeutendster Startpunkt f\u00fcr deutsche Einwanderer nach Nordamerika&#8220;, so die Aussage von Marnie Old, Schriftstellerin und Mitglied des Board of Directors der German Society of Philadelphia. Und weiter: &#8222;Das schl\u00e4gt sich in der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Qualit\u00e4t unserer Lager und anderer deutscher Biere ebenso nieder wie im Einfluss auf die Landwirtschaft im Pennsylvania Dutch Country.&#8220;<\/p> <p>Das von Old organisierte und beliebte &#8222;Bierfest&#8220;, das ganz im Zeichen des typisch deutschen Gerstensaftes steht, findet seit 2011 jedes Jahr Ende Februar bei der German Society in Northern Liberties statt, gleich neben dem Edgar Alan Poe House. Auf dem Festival werden nur solche Biere ausgeschenkt, die gem\u00e4\u00df dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wurden &#8211; und darauf sind die Ausrichter stolz! Seit ihrer Gr\u00fcndung am 26. Dezember 1764 ist die German Society eine feste Einrichtung und z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten deutsch-amerikanischen Institutionen in den USA. Die Bibliothek beherbergt die gr\u00f6\u00dfte Sammlung an deutscher Literatur au\u00dferhalb einer Universit\u00e4t und im angebotenen Abendschulprogramm haben hunderte Philadelphians Deutsch gelernt. Die German Society verf\u00fcgt sogar \u00fcber eine deutsche \u00dcbersetzung der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und auch ein Original-St\u00fcck der Berliner Mauer ist hier zu sehen.<\/p> <p>Architektur war und ist ein ebenso bedeutendes Thema in der Stadt. One Liberty Place in Center City war der erste Wolkenkratzer Philadelphias. Er entstand nach einem Entwurf des ber\u00fchmten deutschen Architekten Helmut Jahn in Anlehnung an das Chrysler Building in New York. Deutlich sp\u00fcrbar ist der deutsche Einfluss auch im Stadtteil Old City, wo Kopfsteinpflasterstra\u00dfen und neoklassizistische Architektur das Bild pr\u00e4gen.<\/p> <p>Besucher aus Deutschland sind immer sehr angetan von den historischen Pl\u00e4tzen des Bezirks, wo man sich ins Europa des 18. Jahrhunderts zur\u00fcckversetzt f\u00fchlt&#8220;, sagt Old. Viele Touristen besuchen das geschichtstr\u00e4chtige Viertel, weil sie sich f\u00fcr die Amerikanische Revolution interessieren. Sie m\u00f6chten mehr dar\u00fcber erfahren, warum sich die USA in der Kolonialzeit von England distanziert haben. Wenn sich Deutschland auch weitestgehend aus den kriegerischen Handlungen herausgehalten hat, hat die britische Armee dennoch rund 30.000 deutsche Truppen, die sogenannten &#8222;Hessians&#8220; rekrutiert, um den Widerstand niederzuschlagen. Viele dieser M\u00e4nner lie\u00dfen sich nach Beendigung des Krieges in den USA nieder, ein Gro\u00dfteil davon in Pennsylvania. All diese heute noch lebendigen Erinnerungen an die Geschichte zu sehen und zu erleben, ist f\u00fcr viele Besucher ein unvergessliches Erlebnis.<\/p> <p>Mehr Informationen \u00fcber Philadelphia kann man hier nachlesen: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.discoverphl.com\"  rel=\"nofollow\">https:\/\/www.discoverphl.com<\/a><\/p> <p>Textquelle:<\/p> <p>Der Inhalt wurde zur Verf\u00fcgung gestellt vom Philadelphia Convention &amp; Visitors Bureau<\/p> <p>Die Metropole Philadelphia liegt an der Ostk\u00fcste der USA und ist vor allem bekannt als die Stadt, in der die Vereinigten Staaten gegr\u00fcndet wurden!<\/p> <p>Die vor\u00fcbergehende Hauptstadt der damals jungen Nation bietet mehr historische St\u00e4tten zur amerikanischen Geschichte als jede andere Stadt der USA, darunter die Freiheitsglocke und die &#8222;Independence Hall&#8220;. Philadelphia beheimatet zudem eine Vielzahl an Museen und bietet ein gro\u00dfartiges Kulturprogramm. Der neoklassische Kolossalbau des &#8222;Museum of Art&#8220;, dessen Freitreppe einst Sylvester Stallone als Rocky im gleichnamigen Film hinauf st\u00fcrmte, sowie zahlreiche weitere Kunstmuseen und diverse Kunstobjekte an Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen haben Philadelphia den Ruf einer modernen Kulturmetropole eingebracht. &#8222;The City of Brotherly Love&#8220;, die &#8222;Stadt der br\u00fcderlichen Liebe&#8220;, ist zugleich Wiege der Nation und moderne Metropole und verbindet das Flair einer Gro\u00dfstadt mit dem Charme einer geschichtstr\u00e4chtigen Kleinstadt.<\/p> <p><b>Kontakt<\/b><\/p> <p>Fremdenverkehrsb\u00fcro Philadelphia<\/p> <p>Christine Hobler<\/p> <p>Scheidswaldstrasse 73<\/p> <p>60385 Frankfurt<\/p> <p>069-25538250<\/p> <p>069-25538100<\/p> <p>philadelphia@wiechmann.de<\/p> <p>http:\/\/www.discoverphl.de<\/p> <p>Bildquelle: Courtesy of Brauhaus Schmitz<\/p><\/div> <p>&nbsp;<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz sch\u00f6n deutsch &#8211; wie unsere Vorfahren Philadelphia gepr\u00e4gt haben F\u00fcr viele deutsche Auswanderer war Philadelphia, die Metropole an der Ostk\u00fcste der USA, erster Anlaufpunkt und Projektionsfl\u00e4che gro\u00dfer W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume. 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