{"id":267326,"date":"2021-06-18T12:37:36","date_gmt":"2021-06-18T11:37:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=267326"},"modified":"2026-04-24T11:22:43","modified_gmt":"2026-04-24T10:22:43","slug":"forschungsprojekt-testet-stromnetz-der-zukunft-im-kreis-steinburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/forschungsprojekt-testet-stromnetz-der-zukunft-im-kreis-steinburg-10267326\/","title":{"rendered":"Forschungsprojekt testet Stromnetz der Zukunft im Kreis Steinburg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-267327 size-full\" title=\"Pilotprojekt zur Energiewende\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/403885-e1624016179533.jpg\" alt=\"Windr\u00e4der auf einer Wiese\" width=\"300\" height=\"200\" \/>Das Forschungsprojekt ENSURE soll Deutschlands Stromnetz f\u00fcr die Energiewende wappnen &#8211; jetzt sind erste Einzelprojekte f\u00fcr mehr Gr\u00fcnstrom im Kreis Steinburg geplant.<\/p> <p>Das Energiewendeprojekt ENSURE (Neue EnergieNetzStruktURen f\u00fcr die Energiewende), gef\u00f6rdert vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, ist &#8211; unter anderem im Kreis Steinburg &#8211; in seine hei\u00dfe Phase eingetreten. <!--more-->&#8222;Wir gehen mit diesem Forschungsprojekt die Hauptherausforderung der Erneuerbaren Energien an: die schwankende Einspeisung und noch direktere Nutzung aus Wind und Sonne. Bei einem erfolgreichen Test sollen die Pilotanlagen Schleswig-Holstein-weit und sp\u00e4ter deutschlandweit zum Einsatz kommen k\u00f6nnen&#8220;, erl\u00e4utert Jan Hansen, Leiter Operative Netzsteuerung und Prozessdatentechnik bei Schleswig-Holstein Netz und erg\u00e4nzt: &#8222;Im besten Fall k\u00f6nnen wir mit den Innovationen, die in unserem Netz getestet werden, das Abregeln der EEG-Anlagen in Zukunft weitestgehend verhindern, da das Netz deutlich flexibler wird. Ein entscheidender Schritt f\u00fcr das Gelingen der Energiewende.&#8220;<\/p> <p>Ziel des Projekts ist es, Technologien f\u00fcr das Stromnetz der Zukunft sowie ihr Zusammenspiel zu testen und zu simulieren. Dabei steht im Mittelpunkt, die Flexibilit\u00e4t der Netzstrukturen zu erh\u00f6hen, um die Einspeisung Erneuerbarer Energien zu erleichtern. &#8222;Ziel aller Pilottests ist es, ausgew\u00e4hlte innovative L\u00f6sungen zu erproben oder zu simulieren, die bislang kaum oder gar nicht zum Einsatz kamen &#8211; um mehr gr\u00fcnen Strom aufzunehmen und die Netze effektiver nutzen zu k\u00f6nnen&#8220;, erl\u00e4utert Dr. Malte Posewang, ENSURE-Projektleiter bei Schleswig-Holstein Netz.<\/p> <p>Die 21 ENSURE-Projektpartner untersuchen aktuell f\u00fcnf Pilotanlagen &#8211; f\u00fcr drei davon besteht die M\u00f6glichkeit, diese direkt im Kreis Steinburg zu installieren, eventuell erg\u00e4nzt durch ein Pilotprojekt im Netzgebiet der Stadtwerke Kiel. Derzeit wird gepr\u00fcft, an welchen Standorten die Pilottests durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten oder ob sie alternativ digital simuliert werden. F\u00fcr die nun laufende Phase steht dem Konsortium aus Netzbetreibern, Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ein Forschungsbudget in H\u00f6he von 30 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Die Pilotanlagen im \u00dcberblick<\/p> <p>Erstmalig soll an verschiedenen Knotenpunkten im Stromnetz der sogenannte Adaptivschutz installiert werden. Solche Systeme schalten normalerweise bei einer St\u00f6rung den Strom automatisch in Sekundenbruchteilen ab. Die neuen Systeme k\u00f6nnen &#8211; anders als ihre Vorg\u00e4nger &#8211; flexibler auf die schwankende Einspeisung Erneuerbarer Energien reagieren. &#8222;Vergleichbar mit dem Elektronischen Stabilit\u00e4ts-Programm beim Auto wird das Stromnetz dadurch flexibler, sodass es mehr gr\u00fcnen Strom aufnehmen kann&#8220;, so Jan Hansen.<\/p> <p>Als zweite Pilotanlage ist ein sogenannter Solid-State-Transformer geplant, mit dem mehr gr\u00fcn erzeugter Strom zum Verbraucher kommt. Die neue Technik: EEG-Anlagen produzieren Gleichstrom, das Stromnetz funktioniert mit Wechselstrom, w\u00e4hrend Elektroautos wiederum Gleichstrom ben\u00f6tigen. Der Solid-State-Transformer verf\u00fcgt daher \u00fcber einen integrierten Umrichter, sodass entsprechende Anlagen oder Elektro-Autos mit weniger Netzverlusten direkt an das Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. &#8222;Wir bringen die Sonne so direkt und ohne Umwege in den Tank der E-Autos&#8220;, erl\u00e4utert Dr. Malte Posewang.<\/p> <p>Um den gr\u00fcnen Strom effizienter zum Verbraucher zu bringen, wird als dritte Pilotanlage die MVDC-Kurzkupplung (MVDC = Mittelspannungsgleichstrom) erforscht und simuliert. Malte Posewang: &#8222;Mit dieser Technik m\u00f6chten wir erforschen, wie \u00dcbersch\u00fcsse aus Gr\u00fcnstrom leichter zwischen einzelnen Teilnetzen ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Der Strom kann damit noch effizienter von der Erzeugungsregion zum Verbraucher gebracht werden.&#8220; Die Teilnetze k\u00f6nnten dennoch weiter unabh\u00e4ngig betrieben werden, so dass das bew\u00e4hrte Betriebskonzept erhalten bleibt.<\/p> <p>Im Energiekosmos ENSURE werden dar\u00fcber hinaus Vermaschungskonzepte untersucht, um die Transportkapazit\u00e4t durch dynamische \u00c4nderung der Netzstruktur zu erh\u00f6hen. Dies wird mitunter notwendig, wenn sehr viele EEG-Anlagen in das Netz einspeisen oder beispielsweise sehr viele Elektro-Autos zur gleichen Zeit geladen werden. So k\u00f6nnen die Investitionskosten in das Netz gesenkt werden, da gr\u00f6\u00dftenteils die bereits bestehende Infrastruktur genutzt wird.<\/p> <p>Als Knotenpunkt im Energieversorgungsnetz sind Umspannwerke im Rahmen der Energiewende besonders gefragt. Im Pilotprojekt Digitales Umspannwerk untersucht der Energiekosmos ENSURE, wie moderne Kommunikationstechnik die Umspannwerke schlauer und flexibler im Umgang mit Erneuerbaren Energien und das Stromnetz somit flexibler machen kann.<\/p> <p>\u00dcber ENSURE<\/p> <p>Das Projekt ENSURE ist Teil der Kopernikus-Projekte des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF). Es entwickelt zentrale Bausteine f\u00fcr das Stromnetz der Zukunft. Zudem entwirft und testet ENSURE ein Gesamtkonzept f\u00fcr Stromnetze als R\u00fcckgrat der Energieversorgung. Die Konzepte aus ENSURE sollen auf ganz Deutschland \u00fcbertragbar sein. Dazu analysiert ENSURE zun\u00e4chst, welche Anforderungen Netze bis 2050 erf\u00fcllen m\u00fcssen. Anschlie\u00dfend werden L\u00f6sungen entwickelt, mit denen sich diese Anforderungen erf\u00fcllen lassen.<\/p> <p>Im Projekt arbeiten 21 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen: Schleswig-Holstein Netz AG, TenneT TSO GmbH, SW Kiel Netz GmbH, Hitachi ABB Power Grids Ltd , Siemens AG, Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Deutsche Umwelthilfe e. V., Germanwatch e.V., RWTH Aachen University, Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT), Bergische Universit\u00e4t Wuppertal, Technische Universit\u00e4t Dortmund, Technische Universit\u00e4t Ilmenau, Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg, Fachhochschule Westk\u00fcste, \u00d6ko-Institut e.V., FGH e.V., EWI an der Uni zu K\u00f6ln gGmbH, Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel, DVGW, OFFIS e.V..<\/p> <p>https:\/\/kopernikus-projekte.de\/ensure<\/p> <p>https:\/\/energiekosmos-ensure.de<\/p> <p>\u00dcber die Kopernikus-Projekte<\/p> <p>Die Kopernikus-Projekte bilden eine der gr\u00f6\u00dften deutschen Forschungsinitiativen zum Thema Energiewende. Ihr Ziel ist es, eine saubere, sichere und bezahlbare Stromversorgung zu erm\u00f6glichen. Gef\u00f6rdert vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) entwickeln sie ganzheitliche L\u00f6sungen zum Erreichen der Klimaziele: In allen Projekten arbeiten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. \u00dcber zehn Jahre erarbeiten sie klimafreundliche L\u00f6sungen bis zur Anwendbarkeit im industriellen Ma\u00dfstab.<\/p> <p>Die SWKiel Netz GmbH, die Netzgesellschaft der Stadtwerke Kiel AG, im Kurzprofil<\/p> <p>Die SWKiel Netz GmbH ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die sichere und zuverl\u00e4ssige Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Fernw\u00e4rme in Kiel und den angrenzenden Gemeinden. Als 100%ige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Kiel AG \u00fcbernimmt die SWKiel Netz GmbH den Betrieb, Planung, Bau und Instandhaltung der Verteilungsnetze und -anlagen aller Energiesparten und sorgt somit f\u00fcr die bew\u00e4hrte netztechnische Verf\u00fcgbarkeit.<\/p> <p>Hierf\u00fcr nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SWKiel Netz GmbH netzwirtschaftliche und regulatorische Aufgaben sowie das Konzessionsmanagement wahr und sind somit Ansprechpartner f\u00fcr Strom- und Gaslieferanten, Beh\u00f6rden und Kommunen. Dar\u00fcber hinaus gew\u00e4hrleistet die Gesellschaft eine 24\/7-Erreichbarkeit der Netzleitstellen und die umgehende St\u00f6rungsbeseitigung im Falle einer Versorgungsunterbrechung.<\/p> <p>Dank der langj\u00e4hrigen Erfahrung und Kompetenz wird die SWKiel Netz GmbH die hohe Versorgungssicherheit auch zuk\u00fcnftig erhalten und weiter ausbauen.<\/p> <p>TenneT TSO GmbH im Kurzprofil<\/p> <p>TenneT ist ein f\u00fchrender europ\u00e4ischer Netzbetreiber. Wir setzen uns f\u00fcr eine sichere und zuverl\u00e4ssige Stromversorgung ein &#8211; 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Wir gestalten die Energiewende mit &#8211; f\u00fcr eine nachhaltige, zuverl\u00e4ssige und bezahlbare Energiezukunft. Als erster grenz\u00fcberschreitender \u00dcbertragungsnetzbetreiber planen, bauen und betreiben wir ein fast 24.000 km langes Hoch- und H\u00f6chstspannungsnetz in den Niederlanden und gro\u00dfen Teilen Deutschlands und erm\u00f6glichen mit unseren 16 Interkonnektoren zu Nachbarl\u00e4ndern den europ\u00e4ischen Energiemarkt. Mit einem Umsatz von 4,5 Mrd. Euro und einer Bilanzsumme von 27 Mrd. Euro sind wir einer der gr\u00f6\u00dften Investoren in nationale und internationale Stromnetze, an Land und auf See. Jeden Tag geben unsere 5.700 Mitarbeiter ihr Bestes und sorgen im Sinne unserer Kernwerte Verantwortung, Mut und Vernetzung daf\u00fcr, dass sich mehr als 42 Millionen Endverbraucher auf eine stabile Stromversorgung verlassen k\u00f6nnen.<\/p> <p>Lighting the way ahead together.<\/p> <p>Die Schleswig-Holstein Netz AG im Kurzprofil<\/p> <p>Die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) betreibt f\u00fcr rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. \u00dcber 400 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen besch\u00e4ftigt ca. 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an vielen Standorten in Schleswig-Holstein.<\/p> <p>SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windr\u00e4der und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Dar\u00fcber hinaus entwickelt das Unternehmen Energiel\u00f6sungen, wie Smart-City-Anwendungen und unterst\u00fctzt den Ausbau der Elektromobilit\u00e4t. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten f\u00fcr mehr Klimaschutz. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas- oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich gef\u00f6rderte Forschungsprojekte.<\/p> <p>Bis 2030 wird SH Netz klimaneutral sein: Dazu wird sie ihre 25 Standorte, \u00fcber 600 Fahrzeuge sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen bis 2030 auf Klimaneutralit\u00e4t umstellen. Au\u00dferdem unterst\u00fctzt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel das h\u00e4rteste Ruderrennen der Welt auf dem Nord-Ostsee-Kanal.<\/p> <p><b>Kontakt<\/b><\/p> <p>Schleswig-Holstein Netz AG<\/p> <p>Ove Struck<\/p> <p>Schleswag-HeinGas-Platz 1<\/p> <p>25450 Quickborn<\/p> <p>0 41 06-6 29-34 22<\/p> <p>0 41 06-6 29-39 07<\/p> <p>presse@sh-netz.com<\/p> <p>https:\/\/www.sh-netz.com\/de.html<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Forschungsprojekt ENSURE soll Deutschlands Stromnetz f\u00fcr die Energiewende wappnen &#8211; jetzt sind erste Einzelprojekte f\u00fcr mehr Gr\u00fcnstrom im Kreis Steinburg geplant. 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