{"id":267357,"date":"2021-07-04T08:12:50","date_gmt":"2021-07-04T07:12:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=267357"},"modified":"2022-07-20T09:12:26","modified_gmt":"2022-07-20T08:12:26","slug":"die-geschichte-der-berufsbildung-in-deutschland-und-deren-bedeutung-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/die-geschichte-der-berufsbildung-in-deutschland-und-deren-bedeutung-heute-10267357\/","title":{"rendered":"Die Geschichte der Berufsbildung in Deutschland und deren Bedeutung heute"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-267358 size-full\" title=\"die Universit\u00e4t Graz ist ein imposantes Geb\u00e4ude\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/uni-4825471_640-e1625382555561.jpg\" alt=\"Universit\u00e4t Graz\" width=\"300\" height=\"200\" \/>Berufsbildung mit ihren Bestandteilen Ausbildung, Weiterbildung und Benachteiligtenf\u00f6rderung geh\u00f6rt heute zu unserem Bildungssystem und bietet vielen Menschen Karrierechancen. Auch in der beruflichen Neuorientierung spielt die berufliche Bildung eine gro\u00dfe Rolle.<!--more--><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Zusammenfassung der Geschichte<\/h4> <p>&nbsp;<\/p> <p>Berufsbildung und Ausbildung haben in Deutschland eine lange Tradition. Die ersten historischen Belege stammen aus dem 11. Jahrhundert. Zusammenschl\u00fcsse von Berufsst\u00e4nden sind seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Nat\u00fcrlich waren Ausbildungen damals noch nicht so organisiert wie heute und es gab keine Berufsschulen. Als Vorl\u00e4ufer hierf\u00fcr galten die Sonntagsschulen. Im 16. Jahrhundert wurden dann die Werktagsschulen etabliert. Sie standen vor allem Gesellen und meistern offen und k\u00f6nnten mit dem verglichen werden, was wir heute Gewerbeschulen nennen. Im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert gab es die ersten Ann\u00e4herungen an Ausbildungsordnungen etc. Diese verloren sp\u00e4ter noch einmal an Bedeutung, was auch immer auf politische Hintergr\u00fcnde zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Mit dem 20. Jahrhundert wurde die Berufsbildung wieder in den Fokus genommen und kontinuierlich ausgebaut. Bis heute haben sich auch sehr viele \u00f6ffentliche und private Bildungsdienstleister am Markt etabliert, die sich auf berufsspezifische Themen konzentrieren und von Grundlagenkursen bis zur Umschulung diverse Seminare anbieten.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Die berufliche Bildung als Faktor zum Erfolg<\/h4> <p>Die berufliche Bildung ist ein Faktor zum Erfolg f\u00fcr das wirtschaftliche Leben in Deutschland. Die Kombination von Berufsschulausbildung und betrieblicher Praxis in der Ausbildung und die vielen Wege im Bereich der Fortbildung bieten sehr gute Karrierechancen nicht nur f\u00fcr junge Leute.<\/p> <p>Zugleich beinhaltet <a href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/zeitschriften-magazine-beruf-bildung-schule\">berufliche Bildung<\/a> die Entstehung von Berufen, d. h. eine Sonderausbildung auf einen definierten Berufszweig bzw. Arbeitsbereich, aber auch Berufsreformen bei sich stark ver\u00e4ndernden Berufsbildern. So f\u00e4cherte zum Beispiel der klassische Kaufmannsberuf sich im Laufe der Zeit auf zum Industrie-, Bank-, B\u00fcro-, Einzel- und Gro\u00dfhandels- und Datenverarbeitungskaufmann.<\/p> <p>Die Berufsausbildung findet in Deutschland gr\u00f6\u00dftenteils in einem dualen System statt, in welchem die Auszubildenden in einem Unternehmen besch\u00e4ftigt sind und hier den praktischen Teil der Ausbildungszeit absolvieren, w\u00e4hrend diese zugleich die Berufsschule besuchen, in welcher der theoretische Teil der Ausbildung vollzogen wird. Zudem gibt es vollzeitschulische und mehrj\u00e4hrige Ausbildungen, welche f\u00fcr einen bestimmten Beruf qualifizieren. Dies gilt zum Beispiel f\u00fcr die meisten Berufe im Gesundheitswesen, sowie f\u00fcr schulische Ausbildungsg\u00e4nge. Diese sind oftmals eine untersch\u00e4tzte Gr\u00f6\u00dfe im Bereich der Berufsbildung.<\/p> <p>In der Gesellschaft wird Bildung meistens mit Begriffen wie Zukunft, Technologie und Fortschritt in Verbindung gebracht. In Zeiten, in denen wir uns selbst als Informationsgesellschaft bezeichnen und die Konkurrenz auf der ganzen Welt immer gr\u00f6\u00dfer zu werden scheint, ist eine gute Bildung ein wichtiger Vorteil.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Die Berufsausbildungsvorbereitung<\/h4> <p>Die Berufsausbildungsvorbereitung zielt in erster Linie darauf ab, junge Erwachsene und Jugendliche, welche auf dem Weg in Ausbildung und Beruf einer besonderen Unterst\u00fctzung bed\u00fcrfen, zu f\u00f6rdern, dass diese dazu imstande sind, eine berufliche Ausbildung oder eine T\u00e4tigkeit aufzunehmen. Die Anzahl der F\u00f6rderma\u00dfnahmen und der Bildungsg\u00e4nge ist vielf\u00e4ltig. Sie werden der Benachteiligtenf\u00f6rderung hinzugerechnet, obwohl sich unter den Auszubildenden auch Absolventen mit einem mittleren Schulabschluss befinden. Die bedeutendsten schulischen Bildungsg\u00e4nge sind das BGJ und BVJ, teilweise auch die ein- oder zweij\u00e4hrigen Berufsfachschulen mit verschiedenen Auspr\u00e4gungen in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern. Die au\u00dferschulischen Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung werden meistens auf der Basis des SGB III durch die Berufsagentur finanziert. Von gro\u00dfer Bedeutung sind vor allem die EQ sowie die BvB.<\/p> <p>Der Berufsausbildungsvorbereitung wird eine \u00dcbergangs- oder Br\u00fcckenfunktion zugesprochen. Sie nimmt vorwiegend junge Menschen auf, welche die Schule beendet haben, bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz jedoch ohne Erfolg geblieben oder die in dem Berufswunsch derzeit unsicher sind. Ein anerkannter Abschluss des Berufes wird durch die Teilnahme nicht erreicht. Jedoch haben die Auszubildenden die M\u00f6glichkeit, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen oder den mittleren Schulabschluss zu erreichen. Zudem erwerben diese eine einf\u00fchrende Berufsbildung in einem oder mehreren Feldern. Beim \u00dcbergang in ein Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis gilt die Verpflichtung zum Besuch der Berufsschule generell als erf\u00fcllt. Zudem haben Absolventen die Chance, mit einem weiteren Jahr die regul\u00e4ren Pr\u00fcfungen vor den Kammern abzulegen und den vollwertigen Berufsabschluss zu erlangen.<\/p> <p>Der Erfolg einer Berufsausbildungsvorbereitung wird einerseits im Erwerb der weiterf\u00fchrenden Schulabschl\u00fcsse, den \u00dcberg\u00e4ngen in die weiterf\u00fchrenden Bildungsg\u00e4nge und den \u00dcberg\u00e4ngen in die Berufsausbildung bestimmt. Vor allem Letzteres gelingt den Auszubildenden oftmals nicht oder erst nach mehreren Anl\u00e4ufen, denn auf die Arbeitgeber wirkt eine Teilnahme an den Ma\u00dfnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung eher stagnierend. Die F\u00f6rderkonzepte stehen daher in der Kritik. Beanstandet werden vor allem die Un\u00fcbersichtlichkeit der Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung, die diffusen Bildungsprofile, die Diskrepanz der Lerngruppen sowie zugleich die als zu gering bewertete Wirksamkeit. Am erfolgreichsten sind die Bildungsma\u00dfnahmen, welche betriebliche Phasen des Lernens integrieren oder in den Unternehmen stattfinden, die Jugendliche bei Eignung dann direkt in die Ausbildungen \u00fcbernehmen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Die Bedeutung der Bildungsdienstleister<\/h4> <p>Als Dienstleister f\u00fcr Bildung werden einerseits die Anbieter von Bildung bezeichnet, welche sich mit den angebotenen Ma\u00dfnahmen an Arbeit- und Ausbildungssuchende wenden und zus\u00e4tzlich beratend und vermittelnd t\u00e4tig werden. Andererseits gelten auch solche als Bildungsdienstleister, welche abgeleitet aus dem eigentlichen Kerngesch\u00e4ft, zum Beispiel im Zusammenhang mit Pr\u00e4senz- oder Onlinekurse, Informationen und Wissen zu berufsspezifischen Inhalten vermitteln.<\/p> <p>Hierunter fallen Weiterbildungen im Allgemeinen, aber auch Umschulungen oder Aufstiegsfortbildungen wie Meisterlehrg\u00e4nge, Fachwirtstudieng\u00e4nge und \u00e4hnliches. Zudem wenden sich die Dienstleister direkt an Unternehmen und stehen diesen beratend in der Personalentwicklung zur Seite. So wird der Bildungsbedarf erhoben, ein Personalentwicklungsplan erstellt und oft werden passgenaue Bildungsma\u00dfnahmen auf den Bedarf zugeschnitten. Da diese f\u00f6rderf\u00e4hig sind, werden sie entsprechend zertifiziert und Tr\u00e4ger \u00fcbernehmen oft auch die Antragstellungen oder unterst\u00fctzen hierbei zumindest.<\/p> <p>Bei der Gestaltung des betrieblichen Lernens haben Bildungsdienstleister und Unternehmen ein gemeinsames Arbeitsfeld. Diese beiden Partner betrachten das Feld aus verschiedenen Perspektiven, welche ein je spezifisches Verh\u00e4ltnis von Lernen und Arbeit implizieren. W\u00e4hrend die Unternehmen in erster Linie bem\u00fcht sind, die betrieblichen Prozesse f\u00fcr den \u00f6konomischen Erfolg optimal zu organisieren, ist der Fokus der Dienstleister f\u00fcr die Bildung vor allem auf das Knowhow ausgerichtet. Denn bekanntlich nutzen die besten Maschinen nichts, wenn es niemanden gibt, der sie bedienen kann. Diese verschiedenen Betrachtungsweisen stellte bislang eine strukturelle Schwierigkeit bei der Verst\u00e4ndigung zwischen Bildungsanbietern und Unternehmen dar. Inzwischen wird der Frage nachgegangen, wie sich die Dienstleister in die Perspektive der Unternehmen hineindenken k\u00f6nnen, um mithilfe des Perspektivwechsels das betriebliche Lernen optimal zu gestalten. Diese Zusammenarbeit in der betrieblichen Bildung er\u00f6ffnet neue Gestaltungsfelder und Aufgaben f\u00fcr die Dienstleister.<\/p> <p>Bild von Michael Kopp auf Pixabay<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berufsbildung mit ihren Bestandteilen Ausbildung, Weiterbildung und Benachteiligtenf\u00f6rderung geh\u00f6rt heute zu unserem Bildungssystem und bietet vielen Menschen Karrierechancen. 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