{"id":267582,"date":"2021-12-17T12:42:54","date_gmt":"2021-12-17T11:42:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=267582"},"modified":"2021-12-17T12:42:54","modified_gmt":"2021-12-17T11:42:54","slug":"zu-harter-sparkurs-fuer-deutschlands-digitalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/zu-harter-sparkurs-fuer-deutschlands-digitalisierung-10267582\/","title":{"rendered":"Zu harter Sparkurs f\u00fcr Deutschlands Digitalisierung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-267608 size-full\" title=\"Mehrwerte durch IT\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Firefox_Screenshot_2021-12-17T11-38-13.754Z-e1639741272209.jpg\" alt=\"Screenshot der Homepage von Grunenberg und Comp\" width=\"300\" height=\"155\" \/><\/p> <p>Lizenz: Unbeschr\u00e4nkte Nutzung und Verarbeitung unter Quellenangabe bzw. klickbarem Link auf https:\/\/project-base.org\/it-projekt-deutschland bei Verwendung in einem digitalen Format.<\/p> <p>Die neue Regierung ist noch nicht formiert, eine ihrer wichtigen Aufgaben steht jedoch schon fest. Es ist \u2013 wie in den letzten Jahren \u00fcblich \u2013 die Digitalisierung. In keiner renommierten Rangliste belegt Deutschland im Thema Digitalisierung einen der vorderen Pl\u00e4tze. <!--more-->So belegt Deutschland in der, von der ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin ermittelten, weltweiten Rangliste der digitalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00fcr das Jahr 2021 den 17. Platz. Vergleichbare Platzierungen haben sich mittlerweile etabliert. Auch in dem Jahr davor reichte es in der genannten Statistik nicht f\u00fcr die Top-15.<\/p> <p>Dabei sieht die im Jahr 2019 ver\u00f6ffentlichte Strategie des Bundes f\u00fcr ein digitales Deutschland gut aus: Mit pr\u00e4gnanten Handlungsfeldern von Wirtschaft \u00fcber Bildung und Kultur bis hin zu digitaler Infrastruktur sind alle zentralen Aspekte adressiert, die f\u00fcr eine erfolgreiche Digitalisierung eines Staates notwendig sind. Auch das Wirtschaften mit den budgetierten Ressourcen ist solide. Von den ca. 5,36 Mrd. EUR*, die der Bundeshaushalt 2020 (inkl. des ersten und zweiten Nachtragshaushalts) in Sachen Digitalisierung vorsieht, wurden mit 4,78 Mrd. EUR 89,1 % ausgegeben. Ein progressiverer Budgetkonsum w\u00e4hrend des jeweiligen Jahres w\u00fcrde zu einer Verletzung der geplanten Budgetobergrenzen f\u00fchren. Auch diese Perspektive l\u00e4sst damit keinen Grund f\u00fcr Deutschlands Erfolglosigkeit in Punkto Digitalisierung erkennen.<\/p> <p>Zahlen l\u00fcgen nicht. So gibt Deutschland mit den 5,36 Mrd. EUR 1,05 % seines gesamten Bundeshaushalts f\u00fcr 2020 in H\u00f6he von 508,53 Mrd. EUR (https:\/\/www.bundeshaushalt.de\/) f\u00fcr Digitalisierung aus. Ein Top-Thema ist damit gerade einmal 1 % des gesamten Etats wert. Bezogen auf unsere gesamte Wirtschaftskraft, gemessen im Bruttoinlandsprodukt f\u00fcr 2020, in H\u00f6he von 3.367,56 Mrd. EUR sind es 0,16 %.<\/p> <p>Ein anderer Grund f\u00fcr das Nichtvorankommen ist die relative Allokation des Digitalisierungsbudgets. Der gr\u00f6\u00dfte Digital-Posten des Bundeshaushalts ist die \u201eUnterst\u00fctzung des fl\u00e4chendeckenden Breitbandausbaus\u201c oder die Funktion 692 des Titels 894 03 des Ministeriums f\u00fcr Verkehr und digitale Infrastruktur. Hier sind 900 Mio. EUR gem\u00e4\u00df der Planung des genannten Ministeriums f\u00fcr 2020 vorgesehen. Ein schnelles Internet ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer erfolgreichen Digitalisierung Deutschlands. Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland auch im Breitbandausbau zur\u00fcckhinkt.<\/p> <p>Ein Breitbandausbau l\u00f6st die zentralen digitalen Probleme der deutschen Wirtschaft nicht. Deutsche Unternehmen werden seit Jahrzehnten durch mangelhafte Workflows in ihren Warenwirtschaftssystemen, Insell\u00f6sungen zentraler IT-Systeme und inkonsistente Datenhaushalte gehemmt. Im Kerngesch\u00e4ft ist h\u00e4ufig ein zu geringer Automatisierungsgrad zu beobachten, was zu unn\u00f6tig hohen Fehlerraten und zu langen Durchlaufzeiten f\u00fchrt. Gegenw\u00e4rtig gelingt es der deutschen Wirtschaft nicht in ausreichendem Ma\u00dfe, das Potenzial innovativer Cloud-Anbieter zu nutzen. Es droht kurzfristig, dass Deutschland den Anschluss in Bezug auf zukunftsweisende Technologien wie K\u00fcnstliche Intelligenz und Big Data verpasst. Die Folge w\u00e4re eine f\u00fcr Jahrzehnte verpasste Zukunftsf\u00e4higkeit.<\/p> <p>Aber es gibt doch F\u00f6rderprogramme? Es gibt zahlreiche Initiativen, die den Einsatz von digitalen Innovationen in deutschen Unternehmen f\u00f6rdern. Eine prominente im Jahr 2020 war Go-Digital, die auf die F\u00f6rderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und das Handwerk abzielt. Gem\u00e4\u00df dem renommierten Institut f\u00fcr Mittelstandsforschung IfM in Bonn gibt es in Deutschland ungef\u00e4hr 3,5 Mio. KMUs. Aus den 20 Mio. \u20ac von Go-Digital f\u00fcr 2020 standen damit jedem KMU durchschnittlich 6 Euro zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr derartige Gr\u00f6\u00dfenordnungen werden sich der Aufwand der formalen F\u00f6rdermittelbeantragung und der durch privatwirtschaftliche F\u00f6rderberater vermehrt entstehende Overhead aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive nicht lohnen. Auch die gegenw\u00e4rtigen F\u00f6rderprogramme sind nicht wesentlich besser.<\/p> <p>Die Wege an die Spitze in Punkto Digitalisierung sind bekannt. Es bedarf der Etablierung von spitzen Lehrprogrammen in informationstechnologischen F\u00e4chern an unseren f\u00fchrenden Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen. Das breitgef\u00e4cherte Informationsangebot von Bund und L\u00e4ndern sollte auf unmittelbar anwendbare digitale L\u00f6sungen fokussieren, die deutsche Unternehmen digital weiterentwickeln. Es gibt eine Vielzahl exzellenter digitaler L\u00f6sungen, h\u00e4ufig \u201eMade in Germany\u201c. Es geht darum, diese in die Unternehmen zu tragen und dort einzusetzen.<\/p> <p>Im Fazit geht es darum, anzufangen und die Digitalisierung in Deutschland zu machen. Bleibt zu hoffen, dass dies der neuen Regierung gelingt.<\/p> <p>*Hierin enthalten ist die sonstige Bewilligung der Allgemeinen Finanzverwaltung f\u00fcr die Zuweisung an das Sonderverm\u00f6gen &#8222;Digitale Infrastruktur&#8220; (Plan: 1,22 Mrd. EUR\/Ist: 1,72 Mrd. EUR).<br \/> Alle Budgetzahlen sind dem Bundeshaushalt entnommen: https:\/\/www.bundeshaushalt.de\/#\/2020\/soll\/ausgaben\/einzelplan.html<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Grunenberg &amp; Comp. GmbH<br \/> Fritz-Wendt-Stra\u00dfe 7, 40670 Meerbusch<br \/> info@grunenberg-comp.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/grunenberg-comp.de\/\"  >https:\/\/grunenberg-comp.de\/<\/a><br \/> +49 (0)2159 \u2013 8166705<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lizenz: Unbeschr\u00e4nkte Nutzung und Verarbeitung unter Quellenangabe bzw. klickbarem Link auf https:\/\/project-base.org\/it-projekt-deutschland bei Verwendung in einem digitalen Format. Die neue Regierung ist noch nicht formiert, eine ihrer wichtigen Aufgaben steht jedoch schon fest. Es ist \u2013 wie in den letzten Jahren \u00fcblich \u2013 die Digitalisierung. 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