{"id":267601,"date":"2021-12-10T13:34:17","date_gmt":"2021-12-10T12:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=267601"},"modified":"2021-12-10T13:34:17","modified_gmt":"2021-12-10T12:34:17","slug":"studie-zum-welthandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/studie-zum-welthandel-10267601\/","title":{"rendered":"Studie zum Welthandel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-267602 size-full\" title=\"Bildquelle: Acredia\/M. Draper \" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/411620-e1639139558961.jpg\" alt=\"Bettina Pepek\" width=\"300\" height=\"200\" \/>Das Tauziehen um Waren geht bis Mitte 2022 weiter &#8211; Europa im Nachteil<br \/> &gt; Aktueller Einbruch beim Welthandel nur tempor\u00e4r; f\u00fcr 2021 und 2022 Wachstum des Handelsvolumens von 8,3 % bzw. 5,4 % erwartet<\/p> <p>&gt; Volatilit\u00e4t bleibt: Flaschenhals China bremst den Welthandel immer wieder zeitweise aus<\/p> <p>&gt; Lieferengp\u00e4sse: USA weiterhin am l\u00e4ngeren Hebel; Europa im Nachteil &#8211; insbesondere bei Halbleitern<!--more--><br \/> &gt; Haushaltsger\u00e4te, Unterhaltungselektronik, Automobilbranche und Maschinen sowie Anlagen sind am st\u00e4rksten von Vorleistungsengp\u00e4ssen betroffen<\/p> <p>&gt; Normalisierung in Sicht: Konsum-Boom h\u00e4lt an, Lieferengp\u00e4sse und Schiffskapazit\u00e4ten entspannen sich schrittweise<\/p> <p>Wien, 9. Dezember 2021 &#8211; Konsum-Boom trifft auf Lieferengp\u00e4sse. So l\u00e4sst sich die aktuelle Situation im Welthandel kurz zusammenfassen. Auch Lieferkettenunterbrechungen, die Inflation und die vielerorts rollende vierte Coronawelle sind zu diesem &#8222;Date&#8220; geladen &#8211; eine spannungsgeladene Beziehungskonstellation, nicht nur im wichtigen Weihnachtsgesch\u00e4ft. Bis mindestens Sommer 2022 d\u00fcrfte diese Volatilit\u00e4t die neue Norm sein. Zu diesem Schluss kommt die neue Welthandelsstudie von \u00d6sterreichs f\u00fchrender Kreditversicherung, Acredia, in Zusammenarbeit mit Euler Hermes.<\/p> <p>+ Erholung in Sicht: aktueller Einbruch nur tempor\u00e4r<\/p> <p>Der Einbruch beim weltweiten Handel mit Waren im 3. Quartal 2021 (-1,1 % beim Volumen im Vergleich zum Vorquartal) im Zuge der vielerorts rollenden vierten Coronawelle d\u00fcrfte allerdings vor\u00fcbergehend sein. Schon im 4. Quartal sollte sich der weltweite Warenhandel mit +0,8 % zum Vorquartal leicht erholen.<\/p> <p>Insgesamt legt der Welthandel 2021 beim Volumen der gehandelten Waren und Dienstleistungen um voraussichtlich rund 8 % im Vergleich zum Vorjahr zu, beim Wert sogar um +18 %. Gr\u00fcnde f\u00fcr die starke Wertsteigerung sind, neben Lieferengp\u00e4ssen, die hohen Frachtkosten in der Schifffahrt und der starke US-Dollar (USD). In den kommenden zwei Jahren d\u00fcrfte sich das weltweite Handelsvolumen mit +5,4 % im Jahr 2022 und +4 % im Jahr 2023 sukzessive auf Vorkrisenniveau einpendeln. Auch die Entwicklung beim Wert der gehandelten Waren normalisiert sich in den kommenden zwei Jahren (2022: +7,2 %; 2023: +5,7 %).<\/p> <p>+ Volatilit\u00e4t bleibt: Flaschenhals China bremst den Welthandel immer wieder aus<\/p> <p>&#8222;Die Volatilit\u00e4t bleibt auch im kommenden Jahr an der Tagesordnung&#8220;, unterstreicht Acredia-Vorst\u00e4ndin Gudrun Meierschitz. &#8222;Wir sch\u00e4tzen, dass aktuell rund 4 % der weltweit gehandelten Waren durch Engp\u00e4sse in der Schifffahrt feststecken. Das Tauziehen um Waren d\u00fcrfte bis mindestens Sommer 2022 weitergehen. Die USA sitzen dabei weiterhin am l\u00e4ngeren Hebel und Europa muss sich hinten anstellen. China bleibt dabei der Flaschenhals aufgrund der Null-Covid-Politik sowie einer starken Volatilit\u00e4t bei der Nachfrage und Transportkapazit\u00e4ten im Zuge des Chinesischen Neujahrs.&#8220;<\/p> <p>+ Abh\u00e4ngiges Europa im Epizentrum der Engp\u00e4sse<\/p> <p>Europa ist im Vergleich zu den USA wesentlich st\u00e4rker von Zwischenerzeugnissen abh\u00e4ngig. Auch die Abh\u00e4ngigkeit von China ist insgesamt gro\u00df: Die Acredia-Expert*innen gehen davon aus, dass ein R\u00fcckgang der EU-Importe aus China um 10 % einen R\u00fcckgang der Produktion im Metallsektor um mehr als -6 %, im Automobilsektor (einschlie\u00dflich Transportausr\u00fcstung) um mehr als -3 % und im Computer- und Elektroniksektor um mehr als -1 % zur Folge h\u00e4tte.<\/p> <p>Europa hinkt au\u00dferdem sowohl bei Produktionskapazit\u00e4ten im verarbeitenden Gewerbe als auch bei Investitionen in die Hafeninfrastruktur hinterher. Deshalb k\u00f6nnte sich die vollst\u00e4ndige Normalisierung der Engp\u00e4sse in Europa \u00fcber das Jahr 2022 hinaus verz\u00f6gern, wenn die Nachfrage weiterhin \u00fcber dem Potenzial bleibt, was laut Studie aktuell das wahrscheinlichste Szenario ist.<\/p> <p>Haushaltsger\u00e4te, Unterhaltungselektronik, Automobilbranche sowie Maschinen und Anlagen sind am st\u00e4rksten von Vorleistungsengp\u00e4ssen betroffen, insbesondere bei Halbleitern. Gleichzeitig geh\u00f6ren der Energie- und Elektroniksektor sowie Maschinen und Anlagen aufgrund der hohen Nachfrage aber auch zu den Exportgewinnern von 2021. 2022 d\u00fcrften sie ebenfalls ein starkes Exportwachstum verzeichnen. 2023 d\u00fcrften dann insbesondere die Autobauer und -zulieferer nach langer Durststrecke wieder zu den Exportgewinnern z\u00e4hlen.<\/p> <p>+ Mangelware: mehr Halbleiter als vor der Krise &#8211; f\u00fcr Asien und die USA<\/p> <p>&#8222;Unternehmen konnten ihre Halbleiter-Best\u00e4nde zuletzt etwas aufstocken, aber sie bleiben trotzdem weiterhin Mangelware&#8220;, sagt Gudrun Meierschitz. &#8222;Taiwan ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Produzent von Halbleitern und hat zuletzt Produktionskapazit\u00e4ten deutlich ausgebaut. Diese liegen durchschnittlich jetzt sogar h\u00f6her als vor der Pandemie. Die gr\u00f6\u00dften Kontingente haben sich allerdings Asien und die USA gesichert. Europa hatte im Vergleich das Nachsehen.&#8220;<\/p> <p>+ Drei Faktoren beeinflussen die sukzessive Normalisierung des Welthandels<\/p> <p>&#8222;Es ist Land in Sicht beim Kampf gegen Lieferengp\u00e4sse und Lieferkettenunterbrechungen&#8220;, sagt Meierschitz. &#8222;Es zeichnet sich eine deutliche Entspannung bei den zahlreichen Ungleichgewichten und Verschiebungen im Welthandel ab. Dabei spielen drei wichtige Faktoren eine Rolle: Konsum, Lagerbest\u00e4nde und Produktionskapazit\u00e4ten sowie Schiffskapazit\u00e4ten.&#8220;<\/p> <p>+ R\u00fcckkehr zu &#8222;Just in Time&#8220;-Lagerhaltung<\/p> <p>Der Konsum boomt und er d\u00fcrfte seinen H\u00f6henflug fortsetzen und somit weiterhin f\u00fcr eine hohe Nachfrage sorgen. Die Lager sind in den meisten Branchen ebenfalls wieder auf Vorkrisenniveau gef\u00fcllt. Selbst bei Halbleitern d\u00fcrfte sich die Lage nach und nach entspannen.<\/p> <p>&#8222;Die meisten Unternehmen werden allein wegen der Kosteneffizienz schrittweise zur &#8222;Just in time&#8220;-Lagerhaltung zur\u00fcckkehren. &#8222;Just in case&#8220; und Hamstern sind auf Dauer schlicht zu teuer&#8220;, sagt Meierschitz.<\/p> <p>+ Frachtraten: es bleibt auch 2022 teuer<\/p> <p>&#8222;Frachtraten haben im September 2021 ein Rekordhoch erreicht und lagen sechs bis sieben Mal h\u00f6her als vor der Pandemie&#8220;, sagt Meierschitz. &#8222;2022 bleiben sie voraussichtlich auf hohem Niveau, d\u00fcrften aber ab dem 4. Quartal 2021 langsam nachgeben.&#8220;<\/p> <p>Erh\u00f6hte Schiffskapazit\u00e4ten alleine reichen dabei allerdings nicht aus. Auch die Hafeninfrastruktur spielt eine wichtige Rolle. Da zeichnen sich mit dem staatlichen Investitionsprogramm in H\u00f6he von 17 Milliarden USD vor allem in den USA Verbesserungen ab. In Europa gibt es hingegen keine gro\u00df angelegten Pl\u00e4ne f\u00fcr Infrastrukturinvestitionen. Aufgrund der gro\u00dfen Abh\u00e4ngigkeit europ\u00e4ischer Unternehmen von Zwischenerzeugnissen aus dem Ausland, insbesondere aus Asien, bleibt hier langfristig ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Schocks in der Versorgungskette.<\/p> <p>+ H\u00e4fen von \u00d6sterreichs wichtigstem Exportpartner, Deutschland, nur noch &#8222;Durchschnitt&#8220;<\/p> <p>&#8222;Deutsche H\u00e4fen haben in den letzten Jahren bei der Qualit\u00e4t der Hafeninfrastruktur deutlich an Boden verloren&#8220;, sagt Meierschitz. &#8222;Sie erreichten zuletzt nur noch den Durchschnittswert der Industrienationen. Die Niederlande, Belgien und die USA haben hingegen ihre Positionen ausgebaut. Investitionen sind deshalb gerade f\u00fcr Deutschland als f\u00fchrende Export- und Industrienation in Europa ein wichtiger Aspekt bei der Stabilisierung von Lieferketten.&#8220;<\/p> <p>Acredia ist mit einem Marktanteil von \u00fcber 50 % und einem Gesamtobligo von 27,1 Milliarden Euro \u00d6sterreichs f\u00fchrende Kreditversicherung und sch\u00fctzt offene Forderungen im In- und Ausland.<\/p> <p>Acredia steht im Eigentum einer Managementholding &#8211; 49 % h\u00e4lt die Euler Hermes AG, Hamburg und 51 % die Oesterreichische Kontrollbank AG, Wien. Der Umsatz der Acredia-Gruppe betr\u00e4gt insgesamt 79,7 Millionen Euro. Acredia ist Mitglied der Informations- und Dialogplattform &#8222;Unternehmen Zukunft&#8220;: Zeitgem\u00e4\u00dfes Arbeiten sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind zentrale Themen, die in der Unternehmensidentit\u00e4t fest verankert sind. <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.acredia.at\"  rel=\"nofollow\">www.acredia.at<\/a><\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>ACREDIA Versicherung AG<\/p> <p>Marion Koll, Pressesprecherin ACREDIA<\/p> <p>Himmelpfortgasse 29<\/p> <p>1010 Wien<\/p> <p>+43 5 01 02 2150<\/p> <p>marion.koll@acredia.at<\/p> <p>http:\/\/www.acredia.at<\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>kommunikationsraum GmbH<\/p> <p>Bettina Pepek<\/p> <p>K\u00e4rntner Ring 5-7<\/p> <p>1010 Wien<\/p> <p>+43 664 510 8678<\/p> <p>pepek@kommunikationsraum.at<\/p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"qx8gcsNjge\"><p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.kommunikationsraum.at\/\"  >Startseite<\/a><\/p><\/blockquote> <p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Startseite&#8220; &#8212; Kommunikationsraum\" src=\"https:\/\/www.kommunikationsraum.at\/embed\/#?secret=qx8gcsNjge\" data-secret=\"qx8gcsNjge\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p> <p>Bildquelle: Acredia\/M. 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