{"id":268025,"date":"2022-08-05T10:24:29","date_gmt":"2022-08-05T09:24:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=268025"},"modified":"2022-08-05T10:24:29","modified_gmt":"2022-08-05T09:24:29","slug":"erstnachweis-in-brandenburg-auf-sechs-beinen-im-windschatten-des-klimawandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/erstnachweis-in-brandenburg-auf-sechs-beinen-im-windschatten-des-klimawandels-10268025\/","title":{"rendered":"Erstnachweis in Brandenburg: Auf sechs Beinen im Windschatten des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-268026 size-full\" title=\"Erhalt des Artenschutzes und Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Naturschutz hat sich die Stifltung auf die Fahne geschrieben\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/422035-e1659691374468.jpg\" alt=\"Heinz Sielmann Stiftung Logo\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/422035-e1659691374468.jpg 300w, https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/422035-e1659691374468-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>In Sielmanns Naturlandschaft D\u00f6beritzer Heide, vor den Toren der Hauptstadt, wurde erstmals f\u00fcr Brandenburg die Rindenwanze Aradus ribauti nachgewiesen.<\/p> <p>Es ist immer etwas Besonderes, wenn einem Wissenschaftler ein Erstnachweis gelingt. Dr. J\u00f6rg M\u00fcller, Biologe bei der Heinz Sielmann Stiftung, ist dies nun zum wiederholten Male gegl\u00fcckt. <!--more-->In Sielmanns Naturlandschaft D\u00f6beritzer Heide, vor den Toren Berlins, fand er die Rindenwanze Aradus ribauti. Besonders farbenfroh ist sie nicht, daf\u00fcr aber bestens getarnt. &#8222;Das Tier lebt sehr verborgen unter der Rinde von absterbenden Pappeln und ern\u00e4hrt sich von Pilzen&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. M\u00fcller. Der Erstnachweis f\u00fcr Brandenburg sei ein Indiz f\u00fcr die st\u00e4rkere Ausbreitung w\u00e4rmeliebender Tierarten von S\u00fcdwesten nach Osten. Dass die Lebensbedingungen hier nun passend f\u00fcr die Wanze sind, k\u00f6nnte auf Ver\u00e4nderungen durch den Klimawandel zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<\/p> <p>+++ Siegeszug von S\u00fcden +++<\/p> <p>Urspr\u00fcnglich war die Rindenwanze eher aus s\u00fcdlicheren L\u00e4ndern bekannt, mit einer Hauptverbreitung im Mittelmeergebiet. Inzwischen taucht die Art immer weiter im Norden auf. Ausgehend vom Oberrhein ist sie inzwischen in Hessen und Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. In Brandenburg wurde nun ihre n\u00f6rdlichste Verbreitung in Deutschland nachgewiesen.<\/p> <p>+++ Pilze auf der Speisekarte +++<\/p> <p>Rindenwanzen sind eng an bestimmte Pilzarten gebunden, von denen sie leben. Vermutlich ist die Rindenwanze der Ausbreitung ihres Lieblingspilzes gefolgt. Die Wanze wurde an der Blassen Borsten-Tramete (Trametes trogii) gefunden. Auch dieser Pilz hatte urspr\u00fcnglich einen mediterranen Verbreitungsschwerpunkt und hat sich in den letzten Jahren rasant in Norddeutschland ausgebreitet. Die Tramete ist ihrerseits w\u00e4rmebed\u00fcrftig und profitiert von B\u00e4umen, die durch die anhaltende Trockenheit geschw\u00e4cht sind.<\/p> <p>+++ Gewinner und Verlierer in der Klimakrise +++<\/p> <p>Die trockenwarmen Bedingungen der letzten Jahre haben daf\u00fcr gesorgt, dass Pilz und Rindenwanze zunehmend gute Bedingungen nordw\u00e4rts vorfand und sich ausbreiten konnte. &#8222;Dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Arten zeigt, welchen Ver\u00e4nderungen ganze \u00d6kosysteme durch den Klimawandel unterliegen&#8220;, erl\u00e4utert Dr. M\u00fcller. Einige Arten werden sich weiter nach Norden ausbreiten, andere werden keine passenden Lebensr\u00e4ume mehr finden. &#8222;Die Natur die uns umgibt wird sich radikal ver\u00e4ndern. Altbekannte Arten werden verschwinden, neue Arten werden unseren Alltag begleiten. Daran werden wir uns wohl gew\u00f6hnen m\u00fcssen&#8220;, res\u00fcmiert der Biologe.<\/p> <p>Folgende Bilder k\u00f6nnen Sie herunterladen und honorarfrei im Rahmen Ihrer Berichterstattung nutzen:<\/p> <p>https:\/\/sielmann.canto.global\/b\/VMHS6<\/p> <p>Bildcredit: Dr. J\u00f6rg M\u00fcller \/ Heinz Sielmann Stiftung<\/p> <p>Sielmanns Naturlandschaft D\u00f6beritzer Heide<\/p> <p>Unmittelbar vor den Toren der Bundeshauptstadt hat sich auf dem etwa 6.000 Hektar gro\u00dfen ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz D\u00f6beritz eine Landschaft von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Sch\u00f6nheit und hohem naturschutzfachlichen Wert entwickelt. 2004 erwarb die Heinz Sielmann Stiftung das riesige Areal, um es nachhaltig f\u00fcr die Natur zu sichern. Sielmanns Naturlandschaft D\u00f6beritzer Heide umfasst offene und halboffene Landschaftsstrukturen sowie Laubmischwaldgebiete. Die Fl\u00e4chen sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen und im Rahmen des europ\u00e4ischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 als Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet der Europ\u00e4ischen Union gemeldet. Pflegema\u00dfnahmen werden aus F\u00f6rdermitteln der EU, des Bundes und des Landes Brandenburg sowie mit Eigenmitteln der Heinz Sielmann Stiftung umgesetzt.<\/p> <p>Weitere Informationen:<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.sielmann-stiftung.de\"  rel=\"nofollow\">https:\/\/www.sielmann-stiftung.de<\/a><\/p> <p>\u00dcber die Heinz Sielmann Stiftung<\/p> <p>Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von Prof. Heinz Sielmann und seiner Frau Inge Sielmann als \u00f6ffentliche Stiftung b\u00fcrgerlichen Rechts gegr\u00fcndet. Die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung sind der Erhalt der Artenvielfalt, die Sensibilisierung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr den Naturschutz und die Bewahrung des filmischen Erbes von Naturfilmpionier Heinz Sielmann. Mit dem Kauf gro\u00dfer unzerschnittener Landschaften in Brandenburg erh\u00e4lt und schafft die Stiftung Lebensr\u00e4ume f\u00fcr seltene Tiere und Pflanzen. Auch f\u00f6rdert die gemeinn\u00fctzige Stiftung Biotopverb\u00fcnde, zum Beispiel am Bodensee oder entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. So k\u00f6nnen sich auf diesen Fl\u00e4chen Tier- und Pflanzenbest\u00e4nde frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zur\u00fcckkehren.<\/p> <p>Weitere Informationen: https:\/\/www.sielmann-stiftung.de<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>Heinz Sielmann Stiftung<\/p> <p>Nora K\u00fcnkler<\/p> <p>Unter den Kiefern 9<\/p> <p>14641 Wustermark \/ OT Elstal<\/p> <p>+49 (0) 160 889 3809<\/p> <p>+49 (0) 5527 914 100<\/p> <p>nora.kuenkler@sielmann-stiftung.de<\/p> <p>http:\/\/www.sielmann-stiftung.de<\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>PR-Agentur PR4YOU<\/p> <p>Holger Ballwanz<\/p> <p>Christburger Stra\u00dfe 2<\/p> <p>10405 Berlin<\/p> <p>+49 (0) 30 43 73 43 43<\/p> <p>dialog@pr4you.de<\/p> <p>http:\/\/www.pr4you.de<\/p> <p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Sielmanns Naturlandschaft D\u00f6beritzer Heide, vor den Toren der Hauptstadt, wurde erstmals f\u00fcr Brandenburg die Rindenwanze Aradus ribauti nachgewiesen. 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