{"id":268480,"date":"2023-05-26T11:43:02","date_gmt":"2023-05-26T10:43:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=268480"},"modified":"2023-05-26T12:49:48","modified_gmt":"2023-05-26T11:49:48","slug":"entwickeln-konstruieren-und-erfinden-wechsel-zwischen-gedanklichem-und-materiell-konkretem-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/entwickeln-konstruieren-und-erfinden-wechsel-zwischen-gedanklichem-und-materiell-konkretem-handeln-10268480\/","title":{"rendered":"Entwickeln, Konstruieren und Erfinden \u2013 Wechsel zwischen gedanklichem und materiell \u2013 konkretem Handeln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-268481 size-full\" title=\"Buch von Dietmar Zobel\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/588EF0EE767446A08876B0F0148C3BB9-e1685097623727.jpg\" alt=\"Cover &quot;von der Idee \u00fcber die Erfindung zum Patent&quot;\" width=\"209\" height=\"300\" \/>Rezension zu: Dietmar Zobel: \u201eVon der Idee \u00fcber die Erfindung zum Patent\u201c, expert verlag T\u00fcbingen, 2022, 380 S., ISBN 978 \u2013 3 \u2013 8252 \u2013 5895 \u2013 5<br \/> Ein verbreiteter Irrtum ist, nur Musiker, Maler, K\u00fcnstler seien kreativ. Kreativit\u00e4t beschreibt allgemein die menschliche F\u00e4higkeit, neue, originelle L\u00f6sungen f\u00fcr Aufgaben und Probleme auf allen Gebieten zu finden und zu verwirklichen ( so kann es auch soziale Innovationen in der Gesellschaft geben ). <!--more-->Aufgaben unterscheiden sich dabei von Problemen. F\u00fcr Aufgaben bestehen meist bekannte ( was nicht hei\u00dft, dass jeder sie kennt ) , gut formulierte und strukturierte Regeln bis zu Algorithmen, wie man von einer Ausgangssituation \/ einem Zustand zu einem angestrebten Ziel gelangt. Bei Problemen dagegen k\u00f6nnen die Zustandsbeschreibungen schon unvollst\u00e4ndig, l\u00fcckenhaft sein, es existiert kein L\u00f6sungsschema, kein Algorithmus, wie man ein Ziel erreicht. Ja, das Ziel als gedankliche Vorwegnahme eines zuk\u00fcnftigen Zustands, kann nur vage, nur in m\u00f6glichen Umrissen angegeben werden. Die gute Nachricht: Jeder Mensch ist kreativ \/ kann kreativ sein! Dabei trifft man die Alltags-Kreativit\u00e4t ( Versuch \u2013 und \u2013 Irrtum: \u201e Probieren wir doch einfach mal die andere Seite\u201c) bis zu einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen, sch\u00f6pferischen methodengeleiteten ( genialen ) Kreativit\u00e4t. Ein wichtiger Bereich ist das L\u00f6sen technischer Probleme durch Erfindungen. Am Anfang muss man \u00fcberlegen, nicht nur, ob etwas technisch m\u00f6glich und machbar ist, wie man es ( noch ) verkaufen kann, sondern auch, ob es mit der Umwelt vertr\u00e4glich ist und der Gesellschaft weiter hilft.<\/p> <p>Der Autor, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.dietmar-zobel.de\/\"  >Dr. Dietmar Zobel<\/a>, als Methodiker und Erfinder kann auf viele Jahrzehnte eigener, praktischer und theoretischer Erfahrungen und Erfolge beim L\u00f6sen technischer Probleme verweisen. In seiner j\u00fcngsten Publikation \u201e Von der Idee \u00fcber die Erfindung zum Patent\u201c werden im Hauptteil Punkt 3. \u201eMethoden und Praxisempfehlun-gen\u201c auf 154 Seiten Kreativit\u00e4tstechniken, Methoden der Ideenfindung, Herangehensweisen, Prinzipen und L\u00f6sungsstrategien breit und praktikabel dargestellt. Im deutschsprachigen Raum wurde ab den 70er Jahren verst\u00e4rkt das Erfinden thematisiert u.a. mit der Methodik TRIZ ( 1984 ) und nach 1990 weltweit. Der Text von Zobel hebt sich ab von den vielen Titeln zu Innovationen, Erfindungen und ihrem Management in Unternehmen. Er konzentriert sich auf technische Fragen und vermeidet eine theoretisierende Sprache. Eine systematische Arbeitsweise hat sich vielfach be-w\u00e4hrt und beginnt mit einer Analyse des technischen Problems, was sind Haupt \u2013 und Nebenwirkungen in einem technischen Objekt? Worin k\u00f6nnte eine ideale L\u00f6sung bestehen ( z.B. von \u2013 selbst \u2013 L\u00f6sungen, d.h. unter Ausnutzung vorhandener nat\u00fcrli-cher Wirkungspotentiale )? In den Formulierungen sollte man abstrakter werden und sich von schon bekannten Objekten \/ Verfahren l\u00f6sen \/ verfremden, das f\u00e4llt nicht im-mer leicht. Mutig sind auch scheinbar abwegige Denkm\u00f6glichkeiten zuzulassen. Unser Gehirn ist ein fantastisches Organ und wir m\u00fcssen unser ganzes Unbewusstsein aktiv nutzen. Besonders hochwertig sind Widerspruchsl\u00f6sungen im Objekt. In einer operativen Zone treffen entgegengerichtete Wirkungen aufeinander, aber was kann man dann tun? Die Wirkungen trennen, umleiten, abschw\u00e4chen, durch andere Wir-kungen ersetzen usw. Der Name &#8220; Widerspruch\u201c kann hier missverstanden werden. Er bezeichnet nicht einen logischen Widerspruch, sondern einen dynamischen, prozessierenden (ja, dialektischen ) Widerspruch.<\/p> <p>Zobel als ausgebildeter TRIZ \u2013 Trainer versteht es auch \u00fcberzeugend die Methodik TRIZ ( Theorie zur L\u00f6sung von Erfindungsaufgaben ) in den Ablauf einzubinden ( 20 Zitatstellen im Register ). Dabei kann er auf sein eigenes Buch \u201e TRIZ f\u00fcr Alle\u201c, 2018 schon in 4. Auflage erschienen, verweisen. Aus dem ganzen Methodenarsenal von TRIZ hebt er die praktisch bedeutsamen heraus. Sehr interessant ist der Abschnitt 6.4. Kann es \u201e K\u00fcnstliche Kreativit\u00e4t\u201c geben? ( S. 307 \u2013 320 ) Was kann \/ k\u00f6nnte ein Computer \u201e kreativ\u201c leisten? Gerade unter dem aktuellen Eindruck des KI \u2013 Pro-gramms \u201e ChatGPT\u201c werden Computer wieder \u00fcbersch\u00e4tzt. Es ist dem Autor zu zustimmen, bei aller Begeisterung \u00fcber eine KI, darf unser Gehirn nicht untersch\u00e4tzt werden. Warum muss es immer eine Konfrontation ( Mensch oder KI ) sein? Mensch und KI, Mensch mit KI nutzt beide M\u00f6glichkeiten produktiv, kooperativ!<\/p> <p>Das Buch von Zobel ist von einem Erfinder f\u00fcr Erfinder geschrieben. Es enth\u00e4lt alle notwendigen Informationen, um unmittelbar loszulegen. Man muss nicht nach vielen anderen Titeln suchen. Der letzte Abschnitt Punkt 7. \u201eVon der Erfindung zur gesch\u00fctzten Erfindung\u201c rundet die Thematik ab und enth\u00e4lt alles Erforderliche \u00fcber Schutzrechte, Gebrauchsmuster und Patente. Dem Buch ist ein breiter Leserkreis zu w\u00fcnschen, es sollte in keiner Aufstellung f\u00fcr Techniker und Ingenieure fehlen.<\/p> <p>Dr. A. Popp, freiberuflicher Autor, Moderator Zukunftswerkst\u00e4tten, Erfindertrainer<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension zu: Dietmar Zobel: \u201eVon der Idee \u00fcber die Erfindung zum Patent\u201c, expert verlag T\u00fcbingen, 2022, 380 S., ISBN 978 \u2013 3 \u2013 8252 \u2013 5895 \u2013 5 Ein verbreiteter Irrtum ist, nur Musiker, Maler, K\u00fcnstler seien kreativ. 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